Frauen ·Soziales

Der Girl Effect


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Interessantes Video und interessante Kampagne von girleffect.org.

Wer einmal eine Weile in der sog. 3. Welt gelebt hat, weiß, dass die Mädchen und Frauen die schlechtesten Chancen haben. Um so erstaunlicher ist, es was diese Frauen trotz aller Hindernisse erreichen und leisten. Häufig braucht es nur sehr wenig, um ihre Lebensbedingungen deutlich zu verbessern und es sind gerade die Mädchen und Frauen, die aus einer Chance, die ihnen geboten wird, das Maximum herausholen.

In den Gesellschaften sind sie häufig auch die Multiplikatoren. Sie lernen, studieren und arbeiten nicht nur für sich selbst, sondern geben an andere weiter, organisieren sich, verbessern die Lebensbedingungen für andere Familienmitglieder, ihre Sippe oder ihren Clan, ihr Dorf, ihr Stadtviertel oder Slum.

Wer die Möglichkeit hat, Mädchen oder Frauen in der 3. Welt in irgendeiner Weise gezielt zu unterstützen, der sollte die Chance ergreifen und mithelfen, so die Welt wenigstens ein kleines bisschen besser zu machen und sei es nur für ein Mädchen oder eine junge Frau. Das ist ein Samenkorn, das sehr oft auf lange Sicht noch viel mehr zum Blühen bringt, ein Stein, der ins Wasser geworfen Kreise zieht.

Wer noch mehr über den Girl Effect und die Kampagne der Organisation wissen möchte, kann sich die Webseite genauer anschauen, neben den allgemeinen Informationen sind z.B. die anderen Videos sehenswert.

Ansonsten, informiert Euch über Hilfsprojekte, Kampagnen und andere Möglichkeiten, Frauen in der 3. Welt zu unterstützen, wie z.B. durch die Vergabe von Mikro-Krediten u.ä.

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Allgemein ·Frauen

Der Frauen und Weiber Privilegia

Feministisches Manifest erschienen als vierseitige Flugschrift um 1700

Zum Ersten soll kein Mann ohne wissen seines Weibes gantz und gar nicht aus dem Hause gehen / weder zu Bier / Wein / oder Brand-Wein / wie sie denn Namen haben mögen / sondern was er haben will / soll er seinem Weibe (wie auch die Billigkeit solches erfordert) drum fragen.

Zum 2. und also ihren Consens darüber erwarten.

Zum 3. wo er auch Geld einzunehmen hätte / ihr solches fleißig zustellen mit grossem Danck.

Zum 4. Ihr ja nicht das geringste fürhalten / und wo möglich / dahin trachten / damit er sie im geringsten nicht erzürne / sondern ihr allezeit zu gefallen stehe / (wie denn die Billigkeit an ihm selbst erfordert und haben will. )

Zum 5. soll der Mann schuldig seyn / (wenn es ihm gefällt /) Winterszeit früh Morgens eine Stunde vor seiner Frauen auffzustehen / und einzuheitzen.

Zum 6. die Stuben auskehren / und fein ausfehen.

… und so weiter und so fort … liest man die ganze Flugschrift, scheint dieses Manifest doch nicht ganz so ernst gemeint zu sein! ;o)

via Zentrifugalhafen

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Fotografie ·Frauen

Joyce Tenneson

© Joyce Tenneson

Sadie Simms Allen, 81
»I’m a bit envious of the younger generation. They have so much freedom compared to us. I got married the day I graduated! A lot of my friends are passing away now. The rest of us are worried about outliving our pensions and assets?we don?t want to be a burden on our families. Now I live alone with my cat. I?m always collecting feathers. I use them to play with him?we?re good for each other.«

© Joyce Tenneson

Trisha Brown, 65
»This is the body position that feels most like me. In a strange way, I felt like an apprentice all my life, both as a dancer and choreographer. Now I am taking my compositional skills into other arenas?opera, visual arts, drawing. As I?ve matured, I feel surrounded by a richness of sources, a new sense of freedom.«

© Joyce Tenneson

Mona Miwako Lutz, 78
»I don?t think of myself as being old. When I?m with my granddaughter China, I feel the same age. I was born in Japan. I was brought up in a very old-fashioned way. There is not the same attention to etiquette anymore. I love China?s Yves Saint Laurent outfit. It?s so different from my Fortuny dress, which is fifty years old. They are both beautiful in their own right.«

© Joyce Tenneson

Lola Santos, 76 and Granddaughter Alex
»Make use of all your faculties while you are going toward your golden years, because you want to be of service. To give yourself, to love?this is why we are on earth.«

© Joyce Tenneson

Sister Elise: »I was in the U.S. Navy for three years before being called to the religious life. Sister Mary Christabel was in the Canadian Navy. We both feel like we are grandmothers. We have nurtured more children over the last fifty years than if we had been married.«

Sister Mary Christabel: »To be authentic and real, that is what is most important. Our sense of community and prayer has continually opened me to deeper levels of understanding and love.«

© Joyce Tenneson

Betty Silverstein
»People often stop me now and tell me I?m beautiful. I never had this happen when I was younger. So for me aging has, at least on the surface, made others interested in me and who I am.«

Joyce Tenneson gilt als eine der respektiertesten und renommiertesten Portraitfotografinnen der Gegenwart in Amerika. Sie hat bereits diverse Portrait-Bildbände veröffentlicht und sowohl sog. Celebrities als auch Menschen wie Du und ich fotografiert.

Mir hat es vor allem ihre Serie »Wise Women«, die sie 2002 unter dem gleichnamigen Titel als Portrait-Bildband veröffentlicht hat, angetan. Dafür hat sie Frauen im dritten Lebensabschnitt fotografiert und lässt diese auch zu Wort kommen, d.h. die Frauen äußern sich z.B. kurz dazu, wie sie diesen Lebensabschnitt erleben und empfinden, welche neuen Horizonte sich für sie geöffnet haben, wo sie Einschränkungen erleben oder wie sie mit den körperlichen und anderen Veränderungen, wie z.B. der Verlust von Freunden, etc. umgehen.

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Fotografie ·Frauen

Bemerkenswerte Frauen: Rena Effendi

Aus der Serie Georgia Conflict - © Rena Effendi

Aus der Serie Georgia Conflict - © Rena Effendi

Aus der Serie Georgia Conflict - © Rena Effendi

Aus der Serie House of Happiness - © Rena Effendi

Aus der Serie Russia: Therapy Farm - © Rena Effendi

Aus der Serie Cairo Neighborhoods - © Rena Effendi

Aus der Serie Cairo Neighborhoods - © Rena Effendi

Aus der Serie Xinaliq Village - © Rena Effendi

Aus der Serie Xinaliq Village - © Rena Effendi

Rena Effendi ist eine außergewöhnliche Frau und Fotografin. Geboren wurde sie 1977 in Aserbaidschan. In ihrer Familie gab es sowohl von der Seite ihrer Mutter als auch ihres Vaters Maler bzw. Malerinnen. Auch Rena Effendi malte von Kindesbeinen an, stellte aber je länge je mehr fest, dass die Malerei nicht ausreichte, um das auszudrücken, was sie ausdrücken wollte.

Dass sie schließlich eine international Furore machende Fotografin werden würde, war eher unwahrscheinlich, nicht zuletzt, weil sie selbst eine eher traurige Vorstellung vom Leben eines Fotografen hatte. Doch sie begann zu fotografieren und fing Feuer. Doch nun hatte sie damit zu kämpfen, dass das nötige Material wie Filme, Papier, Fixierer, etc. in Aserbaidschan nur schwer zu bekommen war. Doch sie konnte alle diese und weitere Hindernisse überwinden und begann damit, zunächst in ihrer unmittelbaren Umgebung den Wandel der Lebensverhältnisse der Menschen aufgrund der vorangetriebenen Ölförderung zu dokumentieren, um dann der gesamten Pipeline (insgesamt 1700 km!) von Aserbaidschan durch Georgien bis in die Türkei zu folgen und die Menschen entlang der Route zu fotografieren und zu Wort kommen zu lassen. Damit war ihr Weg mit dem Schwerpunkt »soziale Dokumentation« quasi vorgezeichnet. Dieses Jahr (wohl im Oktober) soll ihr erster Fotoband »Pipe Dreams. Leben an der Pipeline«, der die Fotos dieser Tour zeigt, im Schweizer Benteli Verlag erscheinen. Im Moment kann man diese Fotodokumentation auch noch auf ihrer Webseite (unter »Book«) sehen.

Rena Effendi ist jedenfalls eine Fotografin, die man sich merken sollte. Sie scheut sich nicht auf ungewohnten Pfaden unterwegs zu sein und ihre Fotos zeigen, dass es ihr in erster Linie um die Menschen und deren Lebensumstände geht. So zeigt sie mit ihren Fotos, die Gesichter von Flüchtlingen und Vertriebenen im georgischen Konflikt, dokumentiert die rechtlose Situation von Frauen im Osten Usbekistans wo der radikale Islamismus wieder auf dem Vormarsch ist, zeigt das harte Leben russischer Bergmänner und besucht russische Anstalten, in denen Drogenabhängige therapiert werden. Sie überrascht mit ungewöhnlichen Einblicken, wie in das Leben junger Erwachsener (20+) in Teheran, der unterschiedlichen Nachbarschaften in Kairo oder der Bergbewohner im Xinaliq-Tal im Norden Aserbaidschans oder dokumentarischen Fotos aus dem gequälten Afghanistan. Mir gefällt an ihren Fotos besonders, die Ausrichtung auf die Schicksale der Menschen selbst und ihren großartigen Umgang mit Licht in der Komposition ihrer Fotos.

Viele Jahre fotografierte Rena Effendi, ohne damit Geld zu verdienen, doch schließlich wurde man auf sie aufmerksam. So ist der renommierte Kriegsfotograf Stanley Greene einer ihrer großen Förderer. Heute ist Rena Effendi eine professionelle Fotografin, die zur renommierten Moskauer Fotoagentur Photographer.RU gehört, mit zahlreichen Foto-Preisen ausgezeichnet ist und ihre Fotos international ausstellt.

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