Film ·Literatur & Lyrik ·Privates ·Tagesnotizen 2018

Kino, Kino - Bücher, Bücher

Gestern hatte ich einen rundum schönen Tag. Ich war unter anderem im Kino und habe gleich zwei Filme hintereinander weg gesehen.

Als erstes den Film »Das schweigende Klassenzimmer« (Regie: Lars Kraume), der auf einer wahren Begebenheit beruht.

Ich war gespannt, hatte aber keine sehr großen Erwartungen, auch wenn Markus am Tag zuvor den Film in seinem Bericht von der Berlinale als einen der zehn besten Filme, die er dort gesehen hat, aufgeführt hatte, aber ich bin deutschen Filmen gegenüber grundskeptisch und erst recht, wenn es um Filme geht, die mit der DDR zu tun haben.

Tatsächlich überraschte mich der Film. Ganz toll! Gut erzählt, tolle Schauspieler und eine Geschichte, die uns packte und nachdenklich machte. Wir unterhielten uns noch lange über einzelne Aspekte der Geschichte.

Bonus: Ronald Zehrfeld spielt mit, was ich voher nicht wusste, mich aber sehr freute, als er auf der Leinwand auftauchte.

Ich wüsste zu gerne, wie die Schicksale der einzelnen Protagonisten später weitergegangen sind!

Der zweite Film war »Die Verlegerin« mit Meryl Streep und Tom Hanks (Regie: Steven Spielberg).

Das Thema Pressefreiheit ist natürlich wichtig und aktuell. Parallel wird sowas wie eine Emanzipationsgeschichte - eben über die Verlegerin Katharine „Kay“ Graham (Meryl Streep) erzählt. Letzteres aber nicht überzeugend.

Ich hatte die ganze Zeit den Eindruck, dass Meryl Streep nur eine Nebenrolle spielt, der nur Bedeutung zukommt, weil halt dummerweise die Washington Post zur Zeit der Veröffentlichung der sogenannten Pentagon Papers gerade eine Verlegerin hatte. Natürlich trifft sie am Ende die bedeutsame Entscheidung die Papiere zu veröffentlichen, riskiert damit alles und gewinnt, aber wirklich überzeugend gespielt war das für mich nicht. Nur in wenigen Szenen bekommt die Figur der Verlegerin wirklich etwas Gewicht und überzeugt.

Ansonsten schlich sich bei mir immer mehr der Verdacht ein, dass Spielberg sich überlegt hat: Okay, Pressefreiheit (und Enthüllungsjournalismus) sind gerade wieder ein Thema, gibt es da nicht eine bisher unverfilmte Geschichte, die ich mit zwei schauspielerischen Schwergewichten besetzen könnte?, und dann die Geschichte recht langatmig und uninspiriert (lustlos / lieblos?) erzählt und verfilmt hat. Schade!

Ich hätte gerne auch noch »Shape of Water - Das Flüstern des Wassers« gesehen, aber der Film wurde ausgerechnet gestern nicht gezeigt. Muss ich halt bald nochmal nach Rostock, um den Film zu sehen. Abends erfuhr ich dann, dass der Film vier Oscars unter anderem den für Bester Film abgeräumt hat, was meine Spannung und Vorfreude noch steigert.

*****

Ansonsten bin ich reich mit Büchern (teils von meiner Wunschliste, teils abseits davon) beschenkt worden und würde jetzt am liebsten erstmal komplett abtauchen, um sie alle ungestört und am Stück lesen zu können. :-)

Johanna Romberg
Federnlesen - Vom Glück, Vögel zu beobachten
Lübbe

John Lewis-Stempel
Ein Stück Land - Mein Leben mit Pflanzen und Tieren
Dumont

Nigel Hinton
Im Herzen des Tals
Reihe Hanser

Svealena Kutschke
Stadt aus Rauch
Eichborn

Milena Michiko Flasar
Herr Kato spielt Familie
Wagenbach

Da schlägt mein Leseherz in großer Vorfreude!

Interessant fand ich übrigens den Artikel »I have forgotten how to read«, in dem es darum geht, wie die neuen Medien unser Lesen verändern (können).

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Literatur & Lyrik ·Vogelliebe

Und noch mehr tolle Worte, oder: Eine Buchempfehlung!

Vogelhäuschen

Gerade rechtzeitig zum ersten richtigen Schneefall bei uns, haben wir unser neues Vogelhäuschen eingeweiht.

Das vorige Häuschen war um einiges kleiner, und wir waren mehrfach am Tag damit beschäftigt, es bei Wind und Regenwetter wieder aufzufüllen.

Mehrere Winter hat es tapfer der Witterung getrotzt, aber jetzt war es doch ziemlich abgewrackt, und als es dann auch noch beim Wiederbefüllen herunterfiel, brach es teils auseinander. Wir konnten es zwar kurzfristig flicken, aber es war klar, es muss ersetzt werden.

Das neue Vogelhäuschen ist allerdings etwas anders konstruiert, und so konnten wir beobachten, wie die Vögel sich erstmal umgewöhnen mussten. Das gab zunächst ein ziemliches Geflatter und Geschwirre, aber inzwischen haben die meisten es heraus, und es herrscht das übliche Gedränge und Gepiepse, womit ich beim eigentlichen Thema bin.

Ich erfreue mich in letzter Zeit nämlich nicht nur an verschiedenen Bezeichnungen für Schnee, sondern ebenfalls an der Lektüre des Buches Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er - Handwörterbuch der Vogellaute von Peter Krauss.

Das ist natürlich eher ein Nischenthema, entpuppte sich aber durchaus als spannend. Unfassbar wie viele unterschiedliche Bezeichnungen es für die Laute gibt, die Vögel aller Art so von sich geben.

Es geht einmal durch das Vogelalphabet, von Ammer bis Zwergschnepfe.

Man erfährt nicht nur den im Deutschen gebräuchlichen Namen, sondern auch den lateinischen, englischen, französischen Namen, und sogar die chinesischen Zeichen und was sie bedeuten.

Und dann natürlich die Worte, mit denen die Rufe (Bettel-, Lock-, Warn-, Alarm-, Balzruf), Gesänge und sonstige Laute der jeweiligen Vögel benannt wurden und werden.

Klassisch, und bis heute weit verbreitet sind natürlich singen, pfeifen und schlagen, aber es gibt noch viel viel mehr und vor allem genauere alte Verben, die benennen, was die Vögel da gerade von sich geben bzw. tun. Viele Rufe der Vögel werden auch mit sogenannten »Schallwörtern« wiedergegeben, also Lautmalereien, die die Rufe nachahmen.

Die Leser erfahren auch viele andere Details. So war ich zum Beispiel recht erstaunt, welche Vögel zu bestimmten Zeiten verspeist wurden. Der Geschmack des Rohrdommel-Fleisches wird als »ölig« beschrieben.

In manchen Dörfern wurden Schwalben und Mauersegler verspeist und zwar, obwohl ihr Fleisch nicht selten voller Kratzer (Würmer) war. *schüttel*

Das Finken zu Zeiten gerne als Käfigvögel gehalten wurden, weil sie so schön singen, wusste ich schon, aber das gute Sänger unter den Finken um 1825 umgerechnet bis zu 30 Mark kosteten, was ein kleines Vermögen war, wusste ich nicht. Wenn ein Fink dann am Ende seines Schlags (Rufs) die Silbe pink hinzufügte, wurde das von den Vogelhändlern als »Amen« interpretiert und der Preis für so einen Finken konnte in unbegrenzte Höhen steigen.

Der Leser erfährt, dass der Gartenrotschwanz wegen seines Sängertalents in Luxemburg Stennuechtegeilchen (Steinnachtigällchen) genannt wird.
Oder dass der Bestand der Kiebitze um 1900 stark zurückgegangen war, weil viele Menschen wie wild deren Eier suchten, um sie als Delikatesse zu verkaufen. In Erlangen verkaufte 1904 ein Händler an einem Tag 170 frische Kiebitzeier!

Einige meiner neuen Lieblingsverben: Die Wachteln bickbewicken, die Lerchen dirdirlieren oder quinkelieren, Grasmücken, Schwalben und Spatzen gigitzen und Bussarde hiähen.

Bussarde, Eulen und Falken sind ziemlich albern, sie kichern nämlich. Der Zaunkönig krispelt. Bussarde, Eichelhäher und Möwen miauen auch ganz gerne mal. Die Bekassinen murkeln oder murksen vor sich hin.

Der Pfau pfuchzt. Der Wiedehopf poppelt, während das Birkhuhn pullert. Wirklich wahr, steht so im Buch!

Die Tannenmeisen pritschen. Garten- und Hausrotschwanz sowie das Rotkehlchen schnickern.

Sind das nicht alles großartige Worte?

Spannend fand ich, wie manche zusätzliche gebräuchliche Namen für Vögel zustande gekommen sind. So wurde die Grauammer auch als Strumpfwirker bezeichnet, weil ihr Gesang dem Geräusch der von diesen Handwerkern benutzten Maschine ähnelt.

Der Stieglitz oder Distelfink, wurde im Bayerischen auch Zamkratzi genannt. Der Name ging zurück auf die Legende, dass Gott bei der Schöpfung die Farbe ausgegangen sei, und er die Farbreste zusammenkratzen musste, um auch den Stieglitz noch mit etwas Farbe auszustatten, womit die rot-weiß-gelb-schwarzen Farbtupfer seines Federkleides erklärt wurden.

Der Pirol (Goldamsel in der Schweiz) war auch bekannt als Bülow, weil seine Lockstimme so klang.
Die Finnen hörten aus seinem Ruf den Satz »kuhaa kiehuu«, was bedeutet: »Der Zander kocht«, weshalb der Pirol in Finnland auch Zanderkocher bzw. Kuhankeittäjä genannt wurde.

Schön, dass bei verschiedenen der aufgeführten Vögel die Strophen ihrer Gesänge oder die Hauptmotive mit den entsprechenden Noten dargestellt werden.
Es gibt tatsächlich Leute, die sich z.B. Amselmelodien in Noten notieren und diese sammeln. Dabei wird gewissenhaft notiert, um wieviel Uhr und wo genau, die jeweilige Amselmelodie abgelauscht wurde.
Das wäre doch auch mal ein nettes Hobby für das Alter, wenn man nicht mehr so gut zu Fuß ist, um den Vögeln nachzujagen. Da kann man ganz gemütlich, z.B. im Park oder gleich auf dem Friedhof sitzen und die Amseln belauschen (sofern man noch nicht taub geworden ist)! Großartig!

Dass in den Märchen der Gebrüder Grimm oft Vögel vorkommen, war mir bewusst, aber ich war doch erstaunt, wie viele verschiedene es sind und erfuhr von (Vogel)Märchen aus deren Sammlung, die mir bisher gar nicht bekannt waren, und die ich daher nach und nach mal nachlesen möchte.

Und wusstet Ihr z.B., dass der Adoptivvater des »Märchensammlers« Ludwig Bechstein (1801-1860), sein Onkel Johann Matthäus Bechstein (1757-1822), als »Vater der deutschen Vogelkunde« und Pionier des Naturschutzes und der wissenschaftlichen Ornithologie gilt? Eben, ich auch nicht.

Sehr reizvoll ist, dass es zu jedem im Buch behandelten Vogel auch eine schöne Illustration gibt, wunderbare kleine Kunstwerke, die ich mir gerne angeschaut habe und deretwegen man das Buch öfter in die Hand nehmen und nochmal darin herumblättern möchte.

Das Buch wird abgeschlossen mit mehreren Anhängen, einer umfangreichen Bibliographie der verwendeten und weiterführender Werke, einem Abbildungsverzeichnis, einem Index der deutschen Verben und welchen Vögeln sie zuzuordnen sind, sowie einem Index der deutschen Vogelnamen (ohne regionale Benennungen)

Wer schon damit beginnt, Geschenkideen für die nächsten anstehenden Geburtstage oder das nächste Weihnachtsfest zu sammeln und Menschen kennt, die die Natur und insbesondere Vögel lieben, kann das Büchlein (mit Lesebändchen!) mit seinen 224 Seiten getrost auf seine Liste setzen und landet garantiert einen Geschenkevolltreffer.

Herausgegeben ist das Buch von der sowieso großartigen Judith Schalansky als Naturkunden N°33 bei Matthes & Seitz, Berlin.

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Literatur & Lyrik

Mein Lesejahr 2017

Am Beginn dieses Jahres fasste ich den Vorsatz, unbedingt wieder mehr zu lesen. Nun ist es nicht so, dass ich in den vorhergehenden Jahren nicht gelesen hätte. Ich las sogar recht viel, nur eben kaum noch analoge Bücher. Sehr untypisch für mich, und ich vermisste es schmerzlich.

Mir fehlte es, irgendwo gemütlich zu sitzen und für eine gewisse Zeit in einem Buch zu versinken. Ja, ich lese natürlich auch e-books, aber es fühlt sich für mich anders an, wenn ich tatsächlich das Gewicht eines Buches in der Hand spüre, die Beschaffenheit des Papiers, wenn ich über einen Buchdeckel streichen und Seiten selber umblättern kann.

Nun heisst es ja noch gar nichts, solch einen Vorsatz zu fassen. Ich hatte ihn im Jahr davor schon gefasst, musste aber Ende 2016 feststellen, dass ich gescheitert war.

Umso mehr freut mich, dass ich es dieses Jahr geschafft habe, meinen Vorsatz wahrzumachen. Ich habe mir nämlich in meinem Kalender richtig tägliche »Lesezeit« eingeplant. Das ist nicht immer aufgegangen, aber häufig genug und meist hab ich, wenn ich erstmal mit einem Buch in der Hand da saß, doch länger gelesen, als ich es ursprünglich eingeplant hatte. So habe ich dieses Jahr insgesamt 60 Bücher (Literatur und Sachbücher) gelesen. Eine schöne runde Zahl.

Dazu kommen noch Hörbücher. In diesem Jahr habe ich vor allem die Hörbücher aus Terry Pratchetts Scheibenwelt sehr genossen und freue mich schon im neuen Jahr noch mehr davon zu hören.

Außerdem habe ich natürlich noch diverse e-books (hauptsächlich Sachbücher) gelesen und massenweise Artikel, Aufsätze und Essays (online).

Also verbuche ich das als Erfolg und 2017 war endlich mal wieder ein richtiges Lesejahr für mich. Ich hoffe, das wird auch 2018 so werden.

Hier nun meine Lesehighlights aus dem Jahr 2017 in zufälliger Reihenfolge, wobei die letzten drei Bücher in die Kategorie Sachbücher bzw. Biographie gehören:

Ja, ich bin spät dran mit diesem Buch. Ich hatte bereits 2016 einen ersten Versuch gestartet, den Roman zu lesen, kam aber nicht sehr weit. Mit Entsetzen stellte ich fest, dass durch das Lesen auf dem e-Reader bzw. iPad meine Handgelenke offenbar nicht mehr so trainiert sind, schwere Bücher über längere Zeit zu halten. Schlaffis!!! Zeitmangel kam noch hinzu, die Zeiträume zwischen der Lektüre, erschwerten es mir wieder in den Roman hineinzufinden. Dieses Jahr nun also der zweite Versuch und diesmal erfolgreich. Ich kann mich dem vielstimmigen Lob für den Roman nur anschließen. Was für ein Panorama, was für eine Familiengeschichte, was für eine Erzählerin! Großartig!

So schmerzhaft, fesselnd, berührend und tragisch ist wohl selten über Männerfreundschaften geschrieben worden! Einer der erfolgreichsten Romane in diesem Jahr und das völlig zu recht.

Mein erster Roman von der japanischen Schriftstellerin. Ich hatte ihn im Buchladen liegen sehen, kurz hineingelesen und war gleich von der Erzählstimme gefesselt. Ein kleiner aber sehr feiner Roman, der von den kleinen schlichten Momenten lebt.

Endlich: der neue Roman von Annie Proulx! Sie erzählt die Geschichte und der Aufstieg einer Holzfäller-Familie in Kanada und im Nordosten Amerikas. Klingt vielleicht erstmal nicht sehr aufregend, aber Annie Proulx ist eine großartige Erzählerin und vermittelt nebenbei nicht nur einen Teil der Geschichte dieser Länder und ihrer indigenen Einwohner, sondern auch die Auswirkungen des Raubbaus an der Natur auf die Menschen.

Die Andere Bibliothek hebt ja immer wieder vergessene und fast vergessene Schätze der Literatur erneut ans Tageslicht. So auch mit diesem Roman von Michail Ossorgin, in dem er von den Bewohnern einer kleinen Straße in Moskau erzählt und dabei seinen Fokus auf den Zeitraum des Frühjahrs 1914, also dem Vorabend des Ersten Weltkrieges, bis zum Winter des Jahres 1920 legt. Ein wenig fühlte ich mich an den Roman »Die Midaq-Gasse« (erschienen 1947) des ägyptischen Literaturnobelpreisträgers Nagib Mahfuz (manchmal auch Machfus) erinnert, den ich vor Jahren las. Dass eine der Hauptfiguren in Ossorgins Roman ein Professor für Ornithologie ist, hat mein Lesevergnügen natürlich noch ein wenig gesteigert. ;-) Inzwischen hat die Andere Bibliothek übrigens mit »Zeugen der Zeit« einen weiteren Roman von Michail Ossorgin veröffentlicht.

Elliot Perlmans Roman »Tonspuren« fiel mir zufällig in die Hände und ich brauchte recht lange ihn zu lesen. Das lag vor allem an den Schilderungen des Holocaust-Überlebenden im Roman, die in ihrer Detailliertheit und Grausamkeit für mich kaum zu ertragen waren, so dass ich immer wieder Lesepausen einlegen musste. Dieser Roman wird mir noch lange nachgehen.

Habe ich früher Kriminalromane nur so verschlungen, so war Volker Kutschers neuester Roman in seiner Serie um den Ermittler Gereon Rath, dieses Jahr der einzige Krimi, den ich gelesen habe. Da konnte ich aber auch sicher sein, dass es ein guter sein würde, und so war es dann auch. Ich liebe diese Serie sehr und bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band.

Auf dem Weihnachtstisch im letzten Jahr fand sich das wunderbare Buch »Wintervögel« von Lars Jonsson, das mir die Winterzeit verschönt hat. Jonsson erzählt sachkundig von der winterlichen Vogelwelt in Skandinavien (die teilweise mit unserer deckungsgleich ist, aber auch eine Menge Vogelarten umfasst, die wir hier nicht, oder nur sehr selten mal, zu Gesicht bekommen). Zu jeder Vogelart gehören die wunderbaren Zeichnungen von Jonsson, der dementsprechend viel über die kleinsten Details im Vogelkleid oder Verhalten der Vögel zu berichten weiß. Einfach nur wunderbar, wenn man sich für Vögel interessiert!

Mit Peter Frankopans »Licht aus dem Osten - Eine neue Geschichte der Welt« war ich wochenlang beschäftigt und habe sehr viel dabei gelernt. Er erzählt die Geschichte der Welt nämlich einmal nicht aus eurozentrischer, sondern vom Standpunkt des Nahen bzw. Mittleren Ostens her. Mit großer Akribie zeichnet er Geschichte und Weltpolitik nach, ebenso die Verheerungen, die die westliche Kolonialpolitik angerichtet hat und deren Auswirkungen wir bis heute spüren und erleben. Hier zeigt einer, dass Geschichte und Weltpolitik kein langweiliger Stoff sein muss, sondern lebendig und aktuell erzählt werden kann und uns dazu hilft auch das hier und heute zu verstehen und zumindest eine Ahnung zu bekommen, wie es weitergehen könnte. Eine solche Weise, die Geschichte der Welt zu erzählen, war dringend fällig und korrigiert so manches falsche Geschichtsbild, dass wir hier im Westen vermittelt bekommen haben.

Geert Maks Bücher lese ich immer sehr gerne, weil auch er sehr akribisch recherchiert, bevor er sich ans Schreiben macht. In diesem Buch erzählt er die Geschichte einer Amsterdamer Familiendynastie, in der der älteste Sohn seit Jahrhunderten immer den Namen Jan Six erhält. Anhand der langen Reihe von Menschen, die diesen Namen in der Familie trugen, erzählt er nicht nur die Familiengeschichte sondern auch Amsterdamer und Niederländische Geschichte und damit auch ein Stück Weltgeschichte. Sehr spannend, sehr lehrreich, großartig!

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