Film ·Findlinge ·Fotografie ·Kultur ·Kunst ·Literatur & Lyrik

Findlinge

Gerade rechtzeitig für die Findlinge, bin ich wieder online. Ich war ja Donnerstag vor einer Woche erst von einigen Tagen an der Ostsee zurückgekehrt und hab dann die Findlinge für letzte Woche hochgeladen. Kurz danach war’s das dann mit Telefon und Internet im Haus. Ihr kennt das! Erst ein Feiertag, gleich anschließend Wochenende. Dann warten, dass der Techniker vorbeikommt. Dann warten auf das Ersatzteil, etc. etc. Erst seit gestern Nachmittag sind wir wieder online. Daher gibt’s von der vergangenen Woche auch nicht so viele Instagram-Favoriten und daher diesmal nur ein Foto, dafür aber ein besonders schönes. Sowas sehen wir hier gerade oft, denn die Kraniche und Wildgänse ziehen in Massen über uns hinweg.

Tja, was hab ich sonst noch für Euch? Zum Beispiel habe ich diesen Artikel hier von Christine Hyung-Oak Lee gelesen. Sie hatte mit 33 Jahren einen Schlaganfall und erzählt, wie sie ihn erlebt hat und über die Zeit danach.

Auch gelesen habe ich die Multimedia-Reportage »Stirb nicht« Erschütternd! Mich jedenfalls! Ich komme langsam aber sicher gar nicht mehr raus aus dem Schämen über unser Verhalten gegenüber Flüchtlingen. Ein Hohn, wie sich die EU (immerhin erst vor zwei Jahren mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet!), verhält! Ich frage mich mittlerweile, ob unsere Kinder und Enkel uns mal fragen werden »Wie konntet Ihr das zulassen?« »Ja, habt Ihr denn nichts davon gewusst?«

Gut gefallen hat mir die Fotoserie »Two Sisters« von Nadia Sablin. Darin portraitiert sie ihre beiden altgewordenen Tanten, die gemeinsam in einem alten Haus leben. Wunderbare stille Fotos!

Außerdem bin ich auf das Interview-Foto-Projekt »Im Augenblick« von Nicola Holtkamp gestoßen. Sie portraitiert darin Menschen aus ihrem Umfeld und stellt ihnen zusätzlich fünf Fragen. Sowas ist ja immer interessant zu lesen.

Gesehen habe ich den Trailer des Films »In No Great Hurry« über den Fotografen Saul Leitner. Den Film würde ich gerne komplett sehen.
Genauso wie den gerade in unseren Kinos angelaufenen Film »Mr.Turner - Meister des Lichts« von Mike Leigh. Die recht umfangreiche Turner-Ausstellung in Hamburg von vor ein paar Jahren, ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Ein grandioser Maler!

Vom relativ neuen Podcast »Fehlfarben« habt Ihr vielleicht schon gehört. Da unterhalten sich Anke (@ankegroener), Felix (@sammykuffour), Florian (@munifornication) und Kai (@probek) über Ausstellungen bzw. Kulturereignisse, die sie besucht haben. Nebenbei trinken sie anonymisierten Wein und fällen am Ende auch über die Weine ihr Urteil, bevor enthüllt wird, um welche Weine es sich gehandelt hat.
Inzwischen ist die dritte Folge online und darin ging es gleich um zwei Ausstellungen und Künstler. Der Teil der Unterhaltung über die Ausstellung »Stille Kulisse und wandernde Komparsen« von Hans op de Beeck in der Sammlung Goetz in München hat mich neugierig gemacht. Nun ist München natürlich sehr weit weg von mir. Glücklicherweise gibt es aber eine Webseite von Hans op de Beeck und da kann man viele (alle?) seiner Werke sehen. Ist natürlich nicht dasselbe wie direkt in der Ausstellung, aber immerhin mehr als gar nix.
Total bezaubert bin ich bisher jedenfalls von »Staging Silence I und II« (wobei mir Version II etwas besser gefällt). Zwei kleine, wunderbare Filme, für die man sich etwas Zeit nehmen muss darf, vielleicht mit einer guten Tasse Tee. Ich werde glaube ich noch eine Weile damit beschäftigt sein, seine Seite durchzuschauen und mir das ein oder andere seiner Werke genauer anzuschauen. Jedenfalls bin ich sehr dankbar, durch den tollen Fehlfarbenpodcast auf diesen Künstler aufmerksam geworden zu sein.

Zufällig bin ich noch auf das Buch »Why Did The Chicken Cross The World« von Andrew Lawler gestoßen. Eine Kulturgeschichte des Huhns also. Mit sowas kriegt man mich ja leicht. Es ist auf jeden Fall gleich auf meine Bdignlw-Liste gekommen. *Bdignlw = Bücher, die ich gerne noch lesen würde

Für alle von Euch, die sich noch ein bisschen oder sogar viel vom kindlichen Herz bewahrt haben und »Die unendliche Geschichte« von Michael Ende geliebt haben bzw. sie immer mal lesen wollten, aber doch nicht geschafft haben (kann ich mir kaum vorstellen, denn gefühlt hat damals jeder, wirklich jeder, dieses Buch gelesen!), die frohe Kunde, dass es jetzt ein sechsteiliges Hörspiel gibt, das neu eingespielt wurde.
Den Besprechungen nach, muss es außergewöhnlich gut gelungen sein. Seit heute, Freitag, den 7. November, wird es jeden Freitag um 14:10 Uhr und als Wiederholung um 17:05 auf WDR 5 ausgestrahlt. Wenn Ihr jetzt wegen der Zeiten mit den Augen rollt, keine Sorge, man kann jede Folge zur genehmen Zeit für die jeweils folgenden 7 Tage nachhören und zwar hier. Ich habe die erste Folge schon gehört und mir hat’s gefallen. Ist auch was für lange dunkle Herbst- bzw. Wintertage oder nebenher beim Bügeln oder was immer ihr sonst tun wollt.

Und zum Abschluß noch für alle Katzenfreunde unter Euch, das brandneue Video von Simon’s Cat

Kommentar hinterlassen

Findlinge ·Kunst

Findlinge

Silence Still Governs Our Consciousness - © Jacob Hashimoto

Silence Still Governs Our Consciousness - © Jacob Hashimoto

Armada - © Jacob Hashimoto

Armada - © Jacob Hashimoto

Superabundant Atmosphere / Infinite Expanse of Sky - © Jacob Hashimoto

Ich hatte ja schon vorschnell frohlockt, weil ich dachte, ich komme diesen Herbst und Winter mal ohne Erkältungsinfekt durch. Tja, zu früh gefreut. Der Infekt hat sich einfach nur etwas Zeit gelassen und dafür dann umso heftiger zugeschlagen. Deshalb gab es letzte Woche auch keine Findlinge hier und auch diese Woche nur sehr spärlich. Wenigstens scheine ich jetzt langsam doch wieder auf dem aufsteigenden Ast zu sein. Ich hoffe es sehr!

Diese Woche ist mein »Findling« der amerikanische Künstler Jacob Hashimoto und seine wunderbaren Kunstinstallationen. Die würde ich gerne mal »live« sehen. Mein Favorit ist natürlich die Installation »Armada« mit den Booten aber auch seine anderen Installationen gefallen mir sehr gut.

Euch allen ein tolles Wochenende und eine gute und vor allem gesunde neue Woche!

Kommentar hinterlassen

Findlinge ·Fotografie ·Illustration & Grafikdesign ·Kunst

Findlinge

Ich finde es ja immer spannend, was sich im Laufe einer Woche so an Findlingen ansammelt und diese Woche war eindeutig Kunst- und Tier-lastig. Aber schaut selbst!

1. Dieses Hähnchen ist mir sofort wegen der tollen Farben ins Auge gesprungen. Das Porträtfoto hat Alan Shapiro gemacht und dann noch etwas bearbeitet.

2. Schlicht »Aquarium« ist dieses Bild benannt, das der französische Maler und Fotograf Jacques Henri Lartigue, geboren 1894, mitten in der Weltwirtschaftskrise 1929 malte. Es scheint weit entfernt vom damaligen Elend und den Existenzsorgen und strahlt einfach nur sehr viel Ruhe aus, was mich gleich angesprochen hat. Jacques Henri Lartigue verstand sich selbst in erster Linie als Maler. Bis 1939 stellte er seine Bilder auf verschiedenen großen Ausstellungen aus. Allerdings zwangen ihn die eigenen finanziellen Verhältnisse und kommerzieller Druck nach dem Ende des 2. Weltkrieges, sich auf die Fotografie zu konzentrieren. Das Museum of Modern Art in New York ehrte ihn 1963 mit einer Retrospektive. Für ihn war es daher sicher bittersüß, dass er vorrangig wegen seiner Fotografien weltweit Berühmtheit erlangte. Jacques Henri Lartigue führte bis an sein Lebensende Tagebuch, wo er täglich beschrieb und skizzierte, was er erlebt hatte. Lartigue starb 1986 in Nizza.
Hier noch ein filmisches Portrait, das die BBC 1983 mit und über Jacques Henri Lartigue gemacht hat.

3. Im vergangenen Jahr hat Lorraine Loots ihr Projekt »365 Postcards for Ants« gestartet und vollendet. Jeden Tag malte sie ein Miniaturbild für dieses Projekt. Wunderschön sind dieses zeichnerischen Werke, die mal Tiere oder Naturobjekte, Landschaften oder Dinge des täglichen Gebrauchs zeigen.
Das Projekt kam so gut an und erregte soviel Aufmerksamkeit, dass sie es dieses Jahr fortsetzt. Zu Ehren der diesjährigen Weltdesignhauptstadt Kapstadt, übrigens die erste afrikanische Stadt überhaupt, die sich für ein Jahr mit diesem Titel schmücken darf, hat sie sich entschieden das alle Miniaturzeichnungen dieses Jahres einen Bezug zu Kapstadt haben sollen.
Die Zeichnungen des vergangenen Jahres und die, die sie dieses Jahr schon gezeichnet hat bzw. noch zeichnen wird, könnt Ihr auf ihrem Tumblr oder ihrem Instagram sehen und verfolgen.
Übrigens kann man bei Ihr auch eine Miniatur »buchen«. Wer will darf sogar bis zu 5 Motiv-Vorschläge (natürlich mit Bezug auf Kapstadt!) machen. Lorraine entscheidet sich dann für eines davon. Am Tag der Veröffentlichung erlebt man also eine Überraschung, weil man erst dann sieht, wofür sie sich entschieden hat.
Hier gibt’s noch ein schönes kleines Video, in dem Lorraine über ihr Projekt spricht und man ihr ein bisschen über die Schulter schauen kann.

4. Ken Roko malt und zeichnet natürlich nicht nur Tiere, aber die haben es mir besonders angetan. Dreimal dürft Ihr raten, warum?! ;-) Wer mag, kann sich Prints in seinem Etsy-Shop ordern.

5. Tine hat mich in den Kommentaren zu diesen Findlingen auf Spielkind aufmerksam gemacht. Wunderbar kreativ! Und deshalb soll der Tipp nicht allein in den Kommentaren stehen, sondern prominent platziert sein.
Bei twenty20.com und ink361 könnt Ihr bei Gefallen ebenfalls Prints bestellen.

Tja, das war es für diese Woche, die etwas durchwachsen war. Die erste Wochenhälfte war schön, dann erwischte mich der erste Infekt dieses Winters. In Kürze werde ich also trotz des schönen Sonnenscheins draußen wieder Richtung Bett wanken, mich warm einpacken, viel Tee trinken und hoffen, dass der Spuk bald vorüber ist. Es scheint ja vielen derzeit ähnlich zu gehen, wie ich an verschiedenen Stellen mitbekommen habe. Ein schönes Wochenende Euch, »Gute Besserung!« den Erkrankten und »Bleibt gesund!« den Standhaften! :)

Kommentar hinterlassen

Kunst ·Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg - Land und Leute

Zu meinen Bemühungen, hier in Mecklenburg-Vorpommern wirklich heimisch zu werden, gehört auch, dass ich möglichst viel über Land und Leute lernen möchte. Diese Woche beispielsweise wurde ich auf die Malerin Elisabeth Charlotte Helene Emilie Büchsel aufmerksam. Am Mittwoch wäre nämlich ihr 147. Geburtstag gewesen.

Geboren wurde sie 1867 als zweites von sechs Kindern des Altermannes der Stralsunder Gewandschneider Ernst Gotthilf Felix Büchsel und seiner Ehefrau Marie Anna Wilhelmine Musculus. Ihre Eltern untersagten ihr nach Beendigung der Schulzeit das Studium der Malerei, »weil Mädchen aus wohlhabenden Kreisen keinen Beruf zu ergreifen hatten«. Zudem war Frauen der Zutritt zu Kunstakademien verwehrt. Mit ihrer Volljährigkeit fand sie durch Studienreisen und längeren Aufenthalten in Malklassen fortschrittlicher Kunsthochschulen doch noch einen Weg, ihrer Malleidenschaft nachzukommen. Durch Stundengeben und Portraitaufträge verdiente sie das notwendige Geld, um nach Berlin, durch ganz Deutschland, Italien und Paris reisen zu können. In Paris, der damaligen Welthauptstadt der Kunst, fand die junge, moderne Frau ihren Stil.

1900 ist ist sie zum ersten Mal in Paris, wo sich gerade auch Paula Becker, aus der Künstlerkolonie Worpswede aufhält. Im Jahre 1903, dem zweiten und entscheidenden Aufenthalt in Paris lernt Elisabeth die Malerei von Künstlern wie Vincent van Gogh, Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir kennen. Unter diesem impressionistischen Einfluss verfeinert Elisabeth Büchsel ihren persönlichen Stil.

Neben Elisabeth Büchsel (Künstlerkolonie Hiddensee) studierten zu dieser Zeit auch andere namhafte Künstlerinnen wie Paula Modersohn-Becker, Ottilie Reylaender, Clara Rilke-Westhoff (alle Künstlerkolonie Worpswede) oder auch Hedwig Woermann (Künstlerkolonie Ahrenshoop) sowie Käthe Kollwitz (Berlin) an der Académie Colarossi im Quartier Latin in Paris.

Mit 37 Jahren wählte Elisabeth schließlich die Insel Hiddensee als einen Lebensort. Ab 1904 lebte und arbeitete sie jeweils von Frühjahr bis Herbst auf der Insel. Elisabeth Büchsel wurde dann auch Mitglied im »Hiddenseer Künstlerinnenbund«, der 1922 durch Henni Lehmann in der Blauen Scheune in Vitte auf Hiddensee gegründet wurde. Zehn Jahre gehörte die Büchsel dem »Hiddenseer Künstlerinnenbund« an, von seiner Gründung 1922 bis zur Auflösung durch die Nationalsozialisten 1933. Die systematische Demontage des Bundes und das tragische Schicksal ihrer Gründerinnen Henni Lehmann (nahm sich 1937 das Leben) und Clara Arnheim (wurde 1942 im Konzentrationslager ermordet) blieben ein Trauma für sie. Zeit Ihres Lebens unterhielt sie engen Kontakt zur Ahrenshooper Künstlerkolonie sowie rege Verbindungen zu weiteren Künstlerkolonien wie Worpswede und Dachau.

Elisabeth Büchsel muss ein sehr eigenständiger ausgeprägter Charakter gewesen sein. Sie lebte sehr bescheiden mit den Fischern auf Hiddensee, war niemals auf finanzielle Hilfe von anderen angewiesen und verschwand, wenn sie als Gast geladen war, wann es ihr paßte. Sie war aber auch sehr dem Leben zugewandt und liebte Gesellschaft und hatte oft viele Besucher bei sich in Vitte. Den Einmarsch der Sowjetarmee erlebte die Malerin ungerührt auf der Insel. Sie ließ sich schlicht nicht stören beim Portraitieren eines Hiddenseer Kindes.

Sie malte überwiegend Porträts und Landschaftsbilder von Rügen und Stralsund sowie der Stralsunder Umgebung. Ein Teil ihres Werkes wird im Stralsunder Kulturhistorischen Museum ausgestellt, der größere Teil befindet sich bei privaten Sammlern. Am 3. Juli 1957 starb Elisabeth Büchsel 90jährig in Stralsund und wurde auf dem dortigen St.-Jürgen-Friedhof beigesetzt.

Kommentar hinterlassen

Findlinge ·Fotografie ·Kunst ·Musik ·Porzellan-/Keramikdesign

Findlinge

1. Im vergangenen Jahr erst hat Matt Lambert in New York sein Restaurant »The Musket Room« eröffnet und wenige Monate später schon einen Michelin-Stern verliehen bekommen. Lambert serviert neuseeländische Küche, die sicher sehr interessant schmeckt. Mir hat es ja schon die tolle Einrichtung des Restaurants angetan.

2. Julia Smith macht sehr schöne Keramiken.

3. Durch ein Interview mit Heidi Kirkpatrick, das diese Woche bei Lenscratch veröffentlicht wurde, bin ich auf diese sehr vielseitige Fotokünstlerin aufmerksam geworden.

4. Superschöner Pullover von gussi, den ich gerne nachstricken würde: »Gussie’s spinach on toast« (Link funktioniert nur, wenn Ihr Mitglied bei Ravelry seid)

5.+6. Debbie Powell ist unfassbar kreativ und das auf unterschiedlichen Feldern. Diese Woche haben es mir vor allem ihre minimalistischen Stickereien angetan.

7. Tolle Kissen in unterschiedlichsten Designs und Farben gibt es bei The Cottage Cupboard

8. Die belgische Band »Yuko« mit ihrem Song »Hole in the Ground«. Mehr gibt’s z.B. hier bei Soundcloud

Kommentar hinterlassen