Fragmente

Fragmente #2

Die uralten Dielen, auf denen ich jetzt täglich laufe. Jede hat ihren eigenen Charakter, ihre eigenen Spuren, Narben und Wunden der Zeit. Manche Dielen geben sich, als wären sie eine Art von Moos, in dem meine Füße bei jedem Schritt zu versinken scheinen. Und jedes Mal, bin ich neu für Sekunden irritiert, weil ich einen so nachgebenden Untergrund nicht erwarte. Andere Dielen geben sich abweisend, hart und unnachgiebig. Wieder andere nutzen jede Gelegenheit zu ächzen, oder fast schrill aufzuschreien. Manche wispern von längst vergangenen Zeiten und Menschen, die hier ihre Schritte setzten, lachten, weinten, sich sorgten, vielleicht ihren ersten oder letzten Atemzug taten. Ich frage mich, was von mir werden diese Dielen im Gedächtnis behalten und bewahren, wenn ich längst gegangen bin?

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Fragmente

Fragmente #1

Dieses Denken, diese Haltung »Das Leben schuldet mir dies und das …« und diese Wut, wenn »das Leben« nicht gibt, was es angeblich schuldet. Man sieht und hört es allerorten in diesen Tagen. Wie kleingeistig Menschen sein können gegenüber dem Leben.

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