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Geschafft!!!

Granny Hexagon Decke - © Liisa

Was ich sonst so im Hintergrund mache? Na, z.B. das Häkeln nach Jahrzehnten wieder anfangen und mir gleich ein riesen Projekt vornehmen. Ende des Jahres feiert mein Vater seinen 80. Geburtstag. Also hab ich überlegt, was schenken? Ich meine, er hat ja eigentlich schon alles, was er braucht. Und es sollte auch was sein, was er wirklich brauchen kann oder was ihm Freude macht und was persönliches soll es eigentlich auch sein.

Letztlich kam mir dann die Idee: Ich mach ihm so eine Decke im Granny Square Stil, wobei ich mach’s gleich eine Stufe schwieriger, nämlich Hexagone - also aus Sechsecken. Er hat mir nämlich vor einiger Zeit geklagt, dass er jetzt immer so schnell friert. Also natürlich nicht im Hochsommer wie jetzt, sondern im Herbst und Winter, wenn er auf dem Sofa liegt und seine Zeitung oder ein Buch liest, oder seine alten Klassik-Schallplatten anhört oder einfach nur etwas ruhen möchte.

Ich bin das Projekt auch ein bisschen im Rahmen meines »Wagemut-Jahres« angegangen. Ich bin ja eigentlich nicht so der kreative Bolzen und wenn schon Handarbeit, dann eher noch Stricken als Häkeln. Und dann gleich so ein riesen Teil, das auch noch binnen weniger Monate fertig sein MUSS! Mein erster innerer Impuls war: »Neeee, lieber doch nicht! Lass ma!« Aber dann, dachte ich: »Doch! Das geh ich jetzt an und zieh ich durch und ich trau mir zu, dass das alles zu meistern ist und klappt.«

Tja, und dann hab ich wochenlang Hexagone vor mich hin gehäkelt und irgendwann waren es ausreichend Hexagone für eine Decke mit den Maßen 130 cm x 200 cm. Dann noch einen Rand drumherum gehäkelt und voilà fertig ist die Decke. Nicht zu bunt, da steht er als 80jähriger nicht so drauf, aber doch mit aufmunternden Farbklecksen, damit er nicht aus Versehen unter der Decke in Depressionen verfällt. Die Wolle ist reine Schurwolle (Karisma von Drops), wärmt sehr schön und ist dabei trotzdem nicht zu schwer.

Ich hab genau 3 Monate für die Decke gebraucht, wobei zwei Wochen davon hab ich nichts an der Decke gemacht, weil ich ja im Urlaub in der Türkei war. Ansonsten immer schön diszipliniert mein tägliches Pensum runtergehäkelt und das war die ganze Kunst. Von mir aus kann es jetzt also November werden … also theoretisch. ;-) Nee, ich nehme jetzt gerne erstmal noch die schönen Sommermonate.

Für geübte Häkel- und Granny Square-Profis klingt es vermutlich etwas albern, wenn ich das als »wagemutig« bezeichne aber für mich war’s das, und ich bin schon ein bisschen stolz drauf, dass ich es durchgezogen habe, alles gut geklappt hat und ich am Ende jetzt so eine schöne Decke verschenken kann.

Ach ja, das nächste Projekt hab ich schon gestartet …

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Zwischenmeldung zum »Projekt Holz hacken«

Ziemlich viel los diese Woche, und daher bin ich leider auch nicht so zum Bloggen gekommen, wie ich es ursprünglich geplant hatte. Jetzt aber wenigstens eine Zwischenmeldung zum »Projekt Holz hacken«. Ich übe fleißig weiter und inzwischen sieht das Ganze schon deutlich besser aus, als bei den ersten Versuchen.

Ich habe einiges dazugelernt, über verschiedene Holzarten (Nadelhölzer, Eschen, Eichen, etc.). Außerdem werde ich nach und nach in die Feinheiten des Holzhackens eingeweiht. Z.B. dass man sich so einen Holzklotz erstmal gut anschaut und feststellt, wie die Maserung verläuft, ob er Knorzen hat (da laufen die Holzfasern nämlich anders und das kann sich auf das Resultat des Hackens auswirken) oder ob vielleicht schon kleine Risse im Holz sind, die man sich beim Spalten zunutze machen kann. Wenn das geklärt ist, weiß man auch, wie man den Holzklotz am besten auf dem Hackklotz platziert und wo genau man hinhacken sollte, um sich mit so einem Holzklotz nicht mehr Arbeit zu machen, als unbedingt nötig. Die Begriffe »Hebelwirkung« und »Schwerkraft« fielen auch und wurden von reiner Theorie zu sehr hilfreicher Praxis.

Inzwischen wage ich mich auch mutiger an die große Axt, die natürlich für solche Holzklötze wesentlich hilfreicher ist, als ein Handbeil. Allerdings geht das dann auch ganz schön in die Arme und so hatte ich auch schon ordentlich Muskelkater. Die Muskeln in meinen Arme beschweren sich etwas über die doch ganz kräftigen Erschütterungen, denen sie beim Hacken und Spalten ausgesetzt sind.

Wie ich im ersten Eintrag zu diesem Projekt schrieb, hatte (und hab) ich ja Angst, dass die Axt mich »kaputt macht«, sprich dass ich mir die Axt, ungeschickt wie ich als Anfänger bin, irgendwo ins Bein oder sonst wohin hacke. Ich musste dann doch etwas grinsen, als es genau anders herum kam. Ich habe quasi die Axt »kaputt gemacht«. Irgendwann stellte ich nämlich plötzlich fest, dass der Stiel der Axt, einen Riss aufwies, der sich bei jedem Schlag vertiefte. Bevor der Stiel komplett brach und das Axtblatt sonst wohin flog, hörte ich dann mal lieber auf. Der liebe Holzwurm nahm mir aber gleich jede Illusion, ich hätte die Axt »kaputt gemacht« und murmelte was von »altersbedingtem Verschleiß«. Muss also ein neuer Axtstiel her. Meine Muskeln und Arme haben es dankbar zur Kenntnis genommen.

Ansonsten kann ich Euch versichern, es macht wirklich Spaß, sein eigenes Feuerholz zu machen. Die körperliche Bewegung an der frischen (und kalten) Luft tut gut und da ich noch nicht automatisiert Holz hacke, und mich daher noch sehr auf den ganzen Vorgang konzentrieren muss, macht es irgendwie auch den Kopf frei. Nachdenken über irgendwas anderes geht währenddessen nämlich nicht.

Ich freu mich schon auf das nächste Mal Holz hacken!

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Wagemutige Aktionen

Mit den Vorsätzen ist das ja so eine Sache, muss ich nicht mehr viel zu sagen, oder?! Da gefällt mir die Idee einer »Herzliste« von Frau Dingens deutlich besser. Ich habe sie aufgegriffen und meine eigene Herzliste erstellt. Darauf finden sich auch einige Dinge, die ich gerne mal tun oder die ich gerne lernen würde, an die ich mich aber bisher aus verschiedenen Gründen nicht so recht herangetraut habe. Ebenfalls von Frau Dingens stammt die Empfehlung »Feiert die Erfolge, in dem ihr z.B. über sie bloggt oder twittert« und das will ich dann auch tun.

Nun ist es so: Ich liebe Holz. Und ich bewundere Menschen, die mit Holz gekonnt umgehen können. Also Holzfäller, Schreiner, Kunsttischler, Holzschnitzer, etc. Vor einiger Zeit war ich hier in einem etwas abgelegenen Dorf, und wie ich da so entlang spazierte kam ich an einem Haus vorbei. Vor dem Haus war ein älterer Mann dabei Holzscheite zu spalten. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte, dass er schon über 80 Jahre alt sei und seit er es als Kind gelernt hat, spaltet er sein Holz selbst. Jeden Tag macht er das für ein halbe oder ein Stündchen. Rund um uns war jedes freie Plätzchen mit akurat gestapelten Holzscheiten gefüllt. Ich war der Bewunderung voll, das sag ich Euch!

Nun bin ich selber 1. ein Stadtkind (d.h. in der Stadt großgeworden) und 2. leider leider auch eher ein Kopfmensch und weniger die Praktikerin (wobei mich letzteres zunehmend nervt). Jedenfalls arbeite ich daran, doch etwas mehr den Tatmensch in mir zu stärken und auszubauen.

Seit wir hier in Mecklenburg wohnen sind nun zwei weitere Faktoren hinzugekommen: Wir wohnen jetzt wirklich wirklich auf dem Land und in der Natur inmitten von sehr sehr viel Holz (in Form von Bäumen) und in unserem Haus gibt es jetzt einen Kamin, der mit Holz befeuert wird. Der männliche Part unserer WG (ein Praktiker vor dem Herrn!) hat zudem eichhörnchenhafte Fähigkeiten, Vorräte zu sammeln (in diesem Fall: Holz!). Die angesammelten Holzberge zerlegt er dann äußerst gekonnt und fachgerecht zu Holzscheiten und -Spänen. Ihr ahnt es: ich bin der Bewunderung voll! Und … ein bisschen neidisch auf seine Fähigkeit. Ich würde nämlich zu gerne selber Holz gekonnt spalten können und so findet sich auf meiner Herzliste der Punkt »lernen, wie man gekonnt Holzscheite für den Kamin spaltet«. Betonung liegt auf »gekonnt«!

Nachdem in der letzten Zeit gelagerte Holzscheite umgesetzt und neuer Holzvorrat herbeigeschafft wurde, geht es nun langsam ans Zerlegen des Holzes. So habe ich heute meinen Mut zusammengenommen und als unser hauseigener Holzwurm ans Zerkleinern ging, bin ich zu ihm gegangen und habe vor mich hingenuschelt: »Kann ich evtuell helfen und auch mal hacken?« Dummerweise hat er mich trotzdem verstanden und ist gleich gegangen das Werkzeug zu holen, hat mir einen Hackklotz hingestellt und mir die große Axt in die Hand gedrückt. Ähm … ja … soweit so gut.

Tatsächlich war es eine riesengroße Axt (also, so aus meiner Perspektive). Ich dachte bei mir »Wohlan!« holte aus und war Sekunden später sehr dankbar, dass ich glücklicherweise zufällig etwas breitbeinig dagestanden hatte, denn sonst hätte ich mir die Axt freischwingend gleichmal ins Schienenbein gehackt. Glück gehabt! *räusper* Der liebe Holzwurm verdrehte freundlicherweise nur ansatzweise die Augen, biss sich auf die Lippe und unterdrückte, was immer ihm in diesem Moment auf der Zunge gelegen haben mag. Freundlich wies er mich darauf hin, dass das nur passieren konnte, weil ich zu weit vom Hackklotz entfernt gestanden hatte. Ich wagte mich also ein zwei Schritte näher heran. Der nächste Versuch lief insofern besser, dass die Axt tatsächlich auf Holz traf - allerdings mit wenig Resultat. Sprich: sie fiel auf das Holz und prallte ab. Ich schwöre, für einen Moment glaubte ich, das Stück Holz kichern zu hören. Aber das kann ja wohl nicht sein! Der nächste Versuch verlief nicht viel anders, was mich leicht verwirrte.

Der liebe Holzwurm hatte gut beobachtet, was ich da veranstaltete, und wies mich darauf hin, dass das Holz die Auseinandersetzung gewinnen würde, wenn ich weiterhin versuchen würde, die Kraftentwicklung aus den Handgelenken zu holen. Das einzige an mir, das sich bewegen dürfe, seien meine Schultergelenke und ein wenig der Rücken. Die Schwerkraft plus das Gewicht und die Geschwindigkeit der Axt würden den Großteil der Arbeit übernehmen. Fein! Also der nächste Versuch … der grandios daneben ging, also komplett. Das Holzstück stand quasi jungfräulich auf dem Holzklotz und zwinkerte mir hämisch zu. Wie sich bei den nächsten Versuchen nun langsam herauskristallisierte, bin ich obendrein ein kleiner Schwächling (Städter und Schreibtisch-Mensch halt). Wobei, Ihr habt ja keine Ahnung, wie schwer so eine Riiiesenaxt ist und die wird auch noch immer schwerer, je länger man sie benutzt.

Der liebe Holzwurm erbarmte sich meiner und reichte mir ein Handbeil, räumte die großen Holzstücke etwas zur Seite und sammelte aus dem riesen Holzhaufen einige schon vorher etwas zerkleinerte Holzstücke, na gut Holzstückchen, die er zu einem kleinen Haufen neben mir aufbaute. »Versuch’s mal damit!« lautete sein Ratschlag. Ich sagte mir: »Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!« und »Jeder fängt mal klein an!« und »Übung macht den Meister«. Was man sich halt in so einer Situation sagt und versuchte es mit dem Handbeil und den kleineren Holzstücken. Immerhin, das Handbeil konnte ich deutlich besser händeln als die große Axt. Das Resultat, was das Holz anging, blieb aber leider ziemlich erbärmlich. Was ich offenbar (ungewollt) ganz gut kann, ist Rinde bzw. Borke abspalten. Ist auch nett, aber nicht wirklich was ich wollte und in einem richtigen heftigen Winter, würde ich mit dieser Fähigkeit vermutlich jämmerlich erfrieren.

Mich packte ein wenig die Verzweiflung, warum es einfach nicht klappen wollte. Ich wandte mich etwas ratlos dem lieben Holzwurm zu und fragte: »Wieso krieg ich das nicht hin? Wieso treffe ich nur so gerade eben das Holz (soo klein, dass man sie ohne Lupe nicht hätte treffen können, waren die Holzstückchen nun auch nicht) und spalte höchsten Splitterchen ab?« Seine weise Antwort: »Deine ganze Körperhaltung signalisiert Flucht!« Ich schaute an mir herunter und tatsächlich! Jahaha, was ein weiser Holzwurm ist!

Ich gebe zu, ich habe Angst (nicht nur Respekt) vor der Axt (die ist nämlich scharf, und ich weiß, wenn wir unglücklich aufeinandertreffen, ziehe ich den Kürzeren und je größer die Axt ist, desto größer ist die Angst) und ich habe kein Zutrauen zu mir selbst (was ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt für durchaus vernünftig halte). Diese Angst liegt im Widerstreit mit meinem Wunsch: ich will das gerne lernen und können! Ich hole also wagemutig mit Axt oder Beil aus und kurz bevor sie auf das Holzstück treffen, gewinnt quasi die Angst die Oberhand und ich zucke kurz zurück. Das Resultat … siehe oben!

An diesem Punkt beschloß der Holzwurm mir sein Vertrauen dadurch auszudrücken, dass er mir mitteilte, er würde jetzt mal etwas anderes arbeiten und ich könne in aller Ruhe weiter vor mich hin probieren. Im Prinzip hätte er mir alles erklärt, was zu erklären sei (also aus seiner Sicht, der schon jahrzehntelang Holz spaltet, quasi ohne noch dabei nachzudenken, komplizierte Berechnungen anzustellen, etc. etc.). Sprach’s und entschwand (vielleicht, vielleicht konnte der Ärmste aber auch nur das Schauspiel, das ich ihm bot, nicht länger ertragen. Wer weiß das schon?!).

Zurück blieben nur das Handbeil, der Hackklotz, die Holzstückchen und ich. Ich versuchte es weiter und stellte fest, mir steht die Zaghaftigkeit und Angst echt im Wege. So wird das nix mit mir und der Holzhackerei. Und dann erschien wieder das Wort »Wagemut« bzw »Wage Mut!« in leuchtenden und optimistischen Farben vor meinem inneren Auge. Jawohl! Wagemut hieß es jetzt aufzubringen! Ich holte mit dem Handbeil aus, kommandierte mir selbst: »Wage Mut! Jetzt!« ließ das Beil fallen und oh Wunder, ich hatte das Holzstück vor mir tatsächlich richtig getroffen und gespalten! Gleich nochmal! Mist! Das ging wieder daneben! Nochmal, konzentrieren, mutig wagen und zack! Die Holzstücke fielen rechts und links vom Hackklotz! So ging es noch ein Weilchen weiter, mal mit weniger, mal mit mehr Erfolg. Ich werde in der nächsten Zeit noch viel üben müssen und bin fest dazu entschlossen, aber ich habe zumindest die Hoffnung, dass es mit mir und dem Holzspalten doch etwas werden könnte. Der nächste kalte Winter kommt bestimmt und dann werde ich auch lässig pfeifend mal eben ein paar Klafter Holz spalten! Naja, also so ungefähr jedenfalls …

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