Gartenfreude ·Privates ·Tagesnotizen 2016

Dies und das vom Tage

Jaromir im Sommerglück

Wieder ein herrlicher Tag hier bei uns im Nordosten. Nicht mehr ganz so heiß wie vergangene Woche, aber immer noch warm genug, dass man in kurzen Klamotten herumlaufen kann und will. Dazu noch die typische nordische leichte Brise und das schönste Sommerwetter ist perfekt.

Blauer Himmel, die ziehenden weißen Wolkengebilde, die dazu verleiten, das alte Kinderspiel, bei dem man versuchte Figuren in den Wolken zu erkennen, wieder aufzunehmen.

Ich finde ja überhaupt, dass hier oben ganz besonders schöne Wolken unterwegs sind. Es gibt Tage, da wirken die Wolken wie dreidimensional, als hätte jemand sie wirklich aus Watte zusammengefügt und an den Himmel gehängt. Das sind beeindruckende Gebilde, und ich könnte stundenlang einfach nur Wolkengucken.

Nachdem die Arbeitspflichten erfüllt waren, zog es mich dann immer wieder nach draußen. Auch Jaromir zog es auf den Balkon, wo er bei solchem Wetter sehr gerne ist. Irgendwann lag er dann zu Füßen der Kräutertöpfe und schlief selig von der Sonne beschienen. Jaromir im Sommerglück!

Tomatenkinder

Für heute hatte ich mir vorgenommen, die Erde in den Tomatenkübeln aufzufüllen. Durch das Gießen war die Erde in den Töpfen mittlerweile etwas in sich zusammengesunken.

Noch mehr Tomatenkinder

Dieses Jahr wachsen die Tomaten wie die Weltmeister. Die Stämme sind viel kräftiger als im letzten Jahr und die Tomaten wirken robuster und versprechen eine ordentliche Ernte. Ich bin sehr gespannt.

Ochsenherzen Tomatenkinder

Nachdem das erledigt war, noch schnell die Fliegengittertür ausgehängt und endlich die Schrauben an den Scharnieren wieder festgezogen.

Dann war es Zeit für einen köstlichen selbstgemachten Eiskaffee. Im Hintergrund spielte die Musik von meiner Spotify Playlist »Svenska Sommarsånger«, die ordentlich Sommerlaune verbreitet. Hach … und der Sommer hat noch gar nicht richtig angefangen!

Anschließend bin ich in den Garten gegangen und habe noch ein paar Impressionen eingefangen.

Die alte Wasserpumpe im GartenDer Lavendel blüht prächtigsommerliche SchattenspieleSo sieht das Hochbeet aktuell ausverschiedene Blattsalate in meinem HochbeetKresse satt

Und zum Abendessen gab es wieder einen köstlichen Salatteller. Im Moment schwelge ich in frischen Salaten. Herrlich!

Salatteller deluxe

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Gartenfreude ·Privates ·Tagesnotizen 2016

Dies und das vom Tage

Die erste Rose

Heute habe ich im Garten entdeckt, dass die erste Rosenknospen der David Austin Rose aufgeblüht ist. Die Rose steht jetzt im dritten Jahr im Garten und entwickelt sich soweit wirklich prächtig. Ich liebe ihre Blüten sehr und freu mich jedes Jahr, wenn sie blüht und das tut sie bisher von Jahr zu Jahr mit mehr Knospen. So schön!

***

Pflanzenbestimmung praktisch

Gegen Mittag kam die Post und brachte mir ein Päckchen. Darin fand ich den »Kosmos-Naturführer Was blüht denn da?«. Tatsächlich bin ich erst kürzlich auf dieses Standardwerk der Pflanzenbestimmung aufmerksam geworden, weil ich bei Carola davon gelesen hatte.

Ich leben ja nun schon einige Jahre auf dem Land, inmitten herrlicher Natur, aber als geborenes Stadtkind mit ebensolcher Verwandtschaft, ist meine Bildung zum Thema Flora eher rudimentär.

Je länger ich hier lebe, desto öfter bedauere ich das. Vor allem, wenn ich mal wieder vor irgendwelchen Blumen, Kräutern oder Gräsern stehe und null Ahnung habe, was das nun genau ist. Als ich von dem Buch hörte, dachte ich mir, das könnte etwas für mich sein und schwups stand es auf meiner Wunschliste.

Und nun hat ausgerechnet die liebe Carola mich damit überrascht. Ich hab mich riesig gefreut und tue es immer noch. :-)

Die ersten Seiten sind bereits gelesen, mehrfach quer durch das Buch geflippt und ich bin mehrfach mit dem Buch in der Hand durch den Garten und die angrenzenden Grünflächen gewandert und habe die ersten Blumen und Gräser identifiziert.

Selbstverständlich habe ich meine lieben WG-Mitbewohner gleich mit meinem neuerworbenen Wissen beglückt. Die staunten nicht schlecht, als ich mit lässiger Handbewegung auf eine blühende Pflanze zeigte und ihnen verkündete »Wir sollten die Weg-Rauke hier nutzen und neue Besen daraus binden!« (so hat man nämlich früher die abgestorbenen Pflanzen genutzt) Oder »Ganz schön viel Kriechender Hahnenfuß hier, hm?«

Noch beeindruckter wäre zumindest mein Garten-Yoda gewesen, hätte ich die lateinischen Namen »Sisymbrium officinale« und »Ranunculus repens« verwendet. Aber ich wollte ja nicht gleich übertreiben bzw. so schnell konnte ich mir die lateinischen Namen nicht einprägen. ;-)

Wie immer gebiert vermehrtes Wissen aber neue Fragen, so auch in diesem Fall. So rätsele ich noch herum, warum so oft ein »Gewöhnliche/r/s« vor den jeweiligen deutschen Namen steht. Also wie in »Gewöhnlicher Gundermann« oder »Gewöhnlicher Frauenmantel«. Gibt es denn auch einen »Außergewöhnlichen Gundermann«, einen »Außergewöhnlichen Frauenmantel«?

In dem Buch, das immerhin über 870 Pflanzen beschreibt, hab ich beide nicht gefunden. Warum also dieses »Gewöhnliche/r/s« vor den Namen?

Außerdem muss ich bei Gelegenheit mal herausfinden, wer eigentlich am Ende festlegt hat, welcher Name nun der korrekte für eine Pflanze ist. Saßen da ein paar ehrwürdige alte Männer beieinander und haben das entschieden?

Wer entscheidet das heute, wenn eine neue Pflanze entdeckt wird, die noch keinen Namen hat? Kann ja mal passieren. Wird das ausgewürfelt? Gibt es da eine bestimmte Vorgehensweise, einen Regelkatalog? Hab ich noch nie drüber nachgedacht, aber jetzt.

Interessant gefunden hätte ich noch, wenn die geläufigsten volkstümlichen Bezeichnungen für die Pflanzen angegeben wären. Aber das wäre dann wahrscheinlich doch zu ausufernd und umfangreich geworden, weil sich diese Bezeichnungen ja schon von Region zu Region und Dialekt zu Dialekt ändern können. Ein Laie bzw. Pflanzennovize wie ich, ahnt ja z.B. nicht, dass wenn die Nachbarin, sagt: »Ich gehe heute Sängerkraut sammeln«, sie tatsächlich Weg-Rauke sammeln geht.

Die weltbeste WG-Genossin hat dann ebenfalls noch eine interessante Frage aufgeworfen:

»Und das bedeutet, Du schleppst jetzt ständig auch noch dieses dicke schwere Buch mit Dir herum, wenn Du unterwegs bist?«, (den Nachsatz »… und bleibst bei jedem Blümelein und Gräslein stehen, um es zu bestimmen« verschluckte sie höflich).

Ähm, ich glaube, die Zeit für ein kleines Packeselchen ist dann endgültig gekommen.

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Gartenfreude ·Privates ·Tagesnotizen 2016

Dies und das vom Wochenende

blue sky - white clouds

Das ganze Wochenende war schönstes Sommerwetter, Temperaturen um die 28°C, blauer Himmel, ein paar weiße Wölkchen. Herrlich! Allerdings immer etwas überschattet von den Gedanken an alle, die gerade in Regenfluten untergehen.

Einer der beliebtesten Plätze hier im sommerlichen Garten ist immer der Walnußbaum, der mit seinen Blättern wunderbaren Schatten spendet. Da hab ich dann auch einige Zeit drunter gesessen und es genossen endlich mal ein bisschen länger am Stück zu lesen.

unterm Walnussbaum

***

Das erste Mal hat sich eine der syrischen Familien aus dem Dorf getraut, unserer Einladung zu folgen. Sie tauchten am späten Samstagnachmittag auf und brachten einen selbstgebackenen Dattel-Nuss-Kuchen mit, den wir in froher Runde zusammen kosteten. Wir unterhielten uns unter anderem auch über den bevorstehenden Ramadan (beginnt morgen).

Den hiesigen Syrer »graust« etwas vor diesem Ramadan. Warum? Weil es hier so lange hell bleibt. Wie sie uns erzählten, ist deshalb die einzige Möglichkeit etwas zu essen und zu trinken zwischen ca. 22:00 Uhr und 2:30 Uhr. Das ist wirklich hart, besonders wenn es dann draußen auch noch so heiß ist, wie im Moment.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum sie mit gemischten Gefühlen dem Ramadan entgegensehen. Der kam allerdings erst zu Sprache, als ich behutsam in diese Richtung nachfragte.

Der Ramadan ist ein Familienfest, d.h. schon im Vorfeld gehen die Familienmitglieder zusammen einkaufen, z.b. Zutaten für die Speisen, die sie während des Ramadans kochen oder backen wollen, vielleicht neue Kleidung und was sonst noch gebraucht wird. Es wird zusammen gekocht und vorbereitet. Kinder kehren zum Ramadan ins Haus ihrer Eltern zurück, wenn sie nicht eh noch dort oder in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnen. Familienmitglieder besuchen sich gegenseitig, ebenso werden enge Freunde eingeladen und/oder besucht. Es ist eine Zeit der Gemeinschaft.

Nun sind sie geflohen, leben in der Fremde und sind plötzlich fast ganz auf sich geworfen. Das Heimweh, das sowieso dauernd da ist, steigert sich nochmals, vermischt mit der Sorge um die in Syrien verbliebenen Familienangehörigen. Fast unter Tränen erzählt die junge Frau, dass sie um der Kinder willen versucht, mit den wenigen Mitteln die sie hier hat, die Zeit des Ramadan zu gestalten. Ich fragte nach ihren Familien und ließ sie ein bisschen erzählen und hatte den Eindruck, dass es ihnen gut tat, dass jemand Interesse an ihren Familien zeigte und verstand, wie schwer es für sie hier ist, gerade jetzt in dieser Zeit des Ramadan von der Familie getrennt zu sein.

Schließlich drucksten sie ein bisschen herum und dann kam die zaghafte Frage, ob wir wohl früh schlafen gingen? Nanu, machten wir so einen müden Eindruck auf sie?

Dazu muss man wissen, dass die meisten Mecklenburger tatsächlich sehr früh ins Bett verschwinden, weil sie morgens auch sehr früh wieder aufstehen. Hier im Dorf herrscht um 22 Uhr so gut wie komplette Nachtruhe und die Fenster in den Häusern sind schon alle dunkel.

Die Syrer haben einen etwas anderen Rhythmus und haben natürlich beobachtet, wie das Dorf quasi kollektiv gegen 22 Uhr in den Nachtschlaf sinkt. Nun also ihre Frage, verbunden mit der Aussage, dass sie uns eigentlich gerne einladen würden, sie während des Ramadans besuchen zu kommen und mit ihnen zu essen. »Aber wenn ihr da schon schlaft, dann wollen wir Euch nicht belästigen.«

Nun, ich konnte sie in unserem Fall beruhigen und ihnen sagen, dass wir deutlich länger als bis 22 Uhr noch auf sind. Strahlendes Lächeln ihrerseits und die herzliche Bitte, dann müssten wir sie auf jeden Fall während des Ramadan besuchen kommen. Das haben wir versprochen zu tun und freuen uns schon darauf.

***

Wir unterhielten uns auch über die unterschiedlichen Religionen. Sie stammen aus einer Stadt in Syrien, in der neben Muslimen auch viele Christen, Juden und Inder (in der Hauptsache Hindus und Sikhs) leben. Sie sind das friedlichen Miteinander von Religionen also gewohnt. Es sei selbstverständlich, dass sich Angehöriger unterschiedlicher Religionen, die befreundet sind oder Nachbarn, sich während der jeweiligen großen religiösen Feste besuchen und miteinander feiern.

»Ich schaue mir den Mensch, den ich vor mir habe an. Ist er ein guter Mensch, dann kann ich mit ihm leben. Ist er ein schlechter Mensch, geh ich ihm aus dem Weg und vermeide den Kontakt. Das hat nichts mit der Religion zu tun. Es gibt gute und schlechte Menschen in allen Religionen. Für mich zählt in erster Linie, wie der Mensch ist und lebt, wie er mit anderen Menschen umgeht und nicht, was er glaubt.«
- S.

So einfach kann es sein und ja, es ist möglich, dass Angehöriger unterschiedlicher Religionen friedlich zusammenleben und sich auch von Extremisten und Hetzern nicht von einer solchen Haltung abbringen lassen.

Dass es in Syrien auch andere Gegenden gibt, in denen diese friedliche Koexistenz nicht oder nicht mehr funktioniert, verschwiegen sie übrigens auch nicht. Ihr Bedauern und Unverständnis darüber, kam deutlich zum Ausdruck.

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meine ersten selbstgezogenen Radieschen

Schließlich kam dann noch der tolle Moment, in dem ich zum ersten Mal in meinem Leben von mir selbst gezogene Radieschen und ebenso die erste meiner auf dem Balkon selbstgezogenen Mini-Schlangen-Gurken ernten konnte.

»In einem Garten in einem kleinen Dorf in Mecklenburg wurde am Sonntagnachmittag ein Honigkuchenpferd gesichtet!«

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Gartenfreude ·Privates

Einmal quer durch den Garten und rund ums Haus

* Wenn man auf die einzelnen Bilder klickt, kann man sie in voller Größe anschauen

Ich hoffe, der kleine virtuelle Spaziergang durch den Garten und ums Haus hat etwas Freude gemacht. Hier ist der Himmel gerade rabenschwarz, es donnert schon und vermutlich geht gleich das angekündigte Gewitter nieder, daher poste ich diesen Beitrag jetzt fix. Wer weiß, ob ich gleich noch Strom habe, bzw. je nachdem wie heftig das Gewitter ausfällt, wann wieder.

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Gartenfreude ·Privates

Geschichten vom Balkongarten 2016 – Teil 2

Wie versprochen kommt hier der blumige Teil unserer Balkonbepflanzung in diesem Jahr.

* Wenn man auf die einzelnen Bilder klickt, kann man sie in voller Größe anschauen

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