Interviews ·Mecklenburg-Vorpommern

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt - die Interview-Serie

© A. Kruse

Name …
André

Das Ludwigsluster Barockschloss - © André

Geboren in …
Ludwigslust, im Krankenhaus Stift Bethlehem der damaligen Kreisstadt meines Heimatorts. Ich denke, es ist ein schöner Ort, um dort das Licht der Welt zu erblicken. Idyllisch am Ludwigsluster Kanal gelegen, gelang dort meines Erachtens die Einbeziehung historischer Bausubstanz in einen heute modernen Krankenhausbetrieb. Auch die Stadt, die von den 1760er Jahren bis 1837 anstelle von Schwerin Residenz der Herzöge Mecklenburg-Schwerins war, kann sich mit dem Schloss, dem Schlosspark und den zahlreichen historischen Bauten durchaus sehen lassen.

Heute lebe ich in …
Schwerin. Von der Ortsgröße her ist die Stadt ein guter Kompromiss zwischen ländlicher Ruhe - um das Wort Langeweile zu vermeiden - und hektischer Großstadt. Von der Infrastruktur her hat man alles in der Nähe. Natur zum Erholen und Sport treiben befindet sich nicht weit vom Stadtkern entfernt. Und mit insgesamt 11 Seen im Stadtgebiet ist immer irgendwo Wasser in der Nähe.

Meinen Lebensunterhalt verdiene ich ?
damit, Leuten etwas zu verkaufen. Ich komme täglich mit verschiedenen Menschentypen unterschiedlichen Alters in Kontakt, auf die ich mich stets einzustellen versuche.

Jemals darüber nachgedacht, in eine größere Stadt zu ziehen oder etwa Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen?
Ich würde mich dem nicht verschließen. Man weiß nie, wohin der Beruf oder die Liebe einen verschlagen werden. Ich würde aber regelmäßig Mecklenburg-Vorpommern besuchen wollen. Eine Großstadt mit mehr als 500.000 Einwohnern wäre für mich nicht die erste Wahl.

© André

An einem sonnigen Sommertag …
setze ich mich gerne auf mein Mountainbike und fahre längere Strecken durch die Natur, am liebsten abseits befestigter Straßen und Wege, an Seeufern oder Küsten entlang, durch den Wald und die Natur. Teilstrecken lassen sich auch gut mit der Bahn zurücklegen. Bei den Touren ist immer eine Fotokamera dabei. Bei Hitze kühle ich mich gerne in Seen oder in der Ostsee ab, ich bin aber niemand, der stundenlang ruhig am Strand liegen könnte.

An einem verschneiten Wintertag …
fotografiere ich ebenfalls gerne, allerdings sind die Fortbewegungsmöglichkeiten bei Schnee und Glätte eingeschränkt.
Wintertage sind auch geeignet, um zu Hause mal einen aufgestauten Papierberg abzuarbeiten, seine Fotos zu sortieren, einen Artikel in einer bekannten Online-Enzyklopädie zu verfassen oder einfach mal bei einer Tasse Tee oder Kaffee auszuspannen.

Gut essen …
Ich gebe es zu, wenn?s schnell gehen muss oder nach der Arbeit kehre ich schon mal bei Mc Donald?s oder Burger King ein. Ich weiß aber frisch zubereitete und ausgewogene Kost in schönem Ambiente durchaus zu schätzen und gebe dafür gerne etwas mehr aus.

Theater, Konzerte, Museen …
Theater- und Konzertbesuche kommen bei mir definitiv zu kurz. Klassische Museen mit Schaukästen und Infotafeln besuche ich nicht gerne. Ich entdecke lieber selbst. Wenn ich auf meinen Touren beispielsweise einen vergessenen Friedhof oder in einer Stadt ein verfallenes historisches Gebäude entdecke, recherchiere ich stets kurz den historischen Hintergrund. Wenn sich dazu nichts im Netz findet, dann bestimmt in der Landesbibliothek.

Wenn ich hier etwas ändern könnte …
würde ich die (mobile) Internetversorgung auch auf dem Land vorantreiben. Es gibt immer noch Gegenden in MV, in denen am Handy kein Datenverkehr zustande kommt. Genau wie die Verkehrsanbindung ist die Internetversorgung mittlerweile ein wichtiger Faktor für die Entwicklung einer Region.
Überhaupt sollte der inzwischen vom Verfall gekennzeichnete ländliche Raum bei der Landesentwicklung nicht vergessen werden. Hier müssen Konzepte her, wie man mit dem Bevölkerungsrückgang am besten umgeht. Das Ganze klappt aber natürlich nur, wenn sich Menschen über die Entwicklungen in ihrer Region informieren und selbst engagieren.

Zugezogene aus anderen Bundesländern …
können für die ruhigen, oft zurückhaltenden Mecklenburger nur eine Bereicherung sein. Alle Zugezogenen, mit denen ich bisher sprechen konnte, schätzen in Mecklenburg-Vorpommern vor allem die Ruhe, die Natur und die Nähe zur Ostsee. Neben Leuten, die es aus beruflichen Gründen nach MV verschlug, scheinen Teile der Zugezogenen Aussteiger zu sein, es sind aber auch viele Rentner dabei. Vielleicht ist das eine Chance für das inzwischen sehr vom Bevölkerungsrückgang geprägte Mecklenburg-Vorpommern.

Wenn ich alt werde …
möchte ich auf jeden Fall in Mecklenburg-Vorpommern wohnen, vielleicht etwas dichter an der Ostsee als jetzt. Ich hoffe, später lange fit zu sein und den Lebensabend genießen zu können. Sorgen um?s Alter mache ich mir trotz des demographischen Wandels aber jetzt noch nicht, man wird sich schon irgendwie durchschlagen.

Ein Tipp …
Bei der Bereisung Mecklenburg-Vorpommerns sollte man unbedingt auch mal vom Auto aufs Rad wechseln. Es gibt viel zu entdecken an Stellen, die man mit Auto nicht erreicht und das auch abseits der Ostseeküste.

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Darüber, dass André mir für das Interview Rede und Antwort gestanden hat, bin ich sehr froh und dankbar. Immerhin ist er der erste und hoffentlich nicht letzte männliche Teilnehmer an der Interview-Serie. :-) Ich hoffe, sein Interview bricht auch in dieser Hinsicht ein wenig das Eis. ;-)

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Interviews ·Mecklenburg-Vorpommern

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt - die Interview-Serie

© Dominik Bartels und Nicole Langner

Name …
Claudia Pautz, also eigentlich Claudia Christel Pautz. Christel war der erste Vorname meiner Großmutter und ich bin sehr stolz, ihn tragen zu dürfen. Ist so eine besondere Oma-Enkelin-Liebe gewesen. Na, Ihr wisst schon.

Geboren in …
Ich bin ein echtes Usedomer Inselkind. Geboren wurde ich allerdings in Wolgast. Die kleine Stadt gilt als ein Tor zur Insel und liegt größtenteils auf dem Festland. Zu der Zeit als ich den hellblauen Ostseehimmel das erste Mal erblickte, kamen Kinder nämlich im Krankenhaus in genau diesem Städtchen zur Welt. Auf der Festlandseite. Ich gebe zu, dass mich das ein bisschen ärgert. Denn in den Ausweisen meiner lieben Verwandtschaft mittleren Alters steht an der Stelle Geburtsort: Heringsdorf. Die bereits vollständige ergraute Generation weist sogar mitunter Swinemünde als Geburtsort auf. Beide Orte liegen auf Usedom. Naja, nicht zu ändern.

© Claudia Pautz

Heute lebe ich …
immer noch oder wieder auf der Insel. Genauer gesagt in Bansin.
Ich habe in meinem Leben so eine Art Kaiserbäder-Hopping vollführt. Ahlbeck - Bansin - Ahlbeck - Heringsdorf - Bansin. Was nicht heißt, dass ich das Eiland nicht auch schon verlassen hätte, allerdings nie für lange und schon gar nicht mit dem ersten Wohnsitz.

Meinen Lebensunterhalt …
verdiene ich mit Online Marketing und als Autorin. Gerade arbeite ich gemeinsam mit einem liebenswerten, zugezogenen und mittlerweile selbst bekennenden Usedomer an einem besonderen Insel-Foto-Buch, das im Juni erscheint und die Insel ein ganzes Jahr lang in den großartigen Aufnahmen von einheimischen Fotografen zeigt. Begleitet werden die Fotos von fiktiven Tagebuchauszügen einer Frau, die nach und nach das Eiland und die Menschen kennenlernt. Ich konnte darin meiner Faszination für das Leben an der Küste freien Lauf lassen und so manchen selbst erlebten Augenblick in ihre Erinnerungen packen.

© Claudia Pautz

Jemals darüber nachgedacht, in eine größere Stadt zu ziehen oder etwa Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen?
Ja, es gab in der Tat schon diese Momente. Aber dabei blieb es auch. Ich habe es nie ernsthaft und über eine längere Zeit in Erwägung gezogen. Es waren wohl eher kleinere Unzufriedenheiten, ob der manchmal fehlenden kulturellen Möglichkeiten. Aber mal ehrlich: nur weil ich in einer Stadt lebe, vergrößert sich mein Konsum an Kultur nicht zwangsläufig. Ich habe nur mehr Auswahl. Dafür hätte ich aber das Meer nicht mehr vor der Tür. Und wenn ich ‘vor der Tür’ schreibe, meine ich es genau so. Ich gehe vor die Tür und 100m nach rechts und schon bin ich am Strand. Jeden Morgen, bevor ich ins Büro fahre, gehe ich eine Stunde walken, direkt am Ufer. Und jeden Morgen erlebe ich ein anderes Naturschauspiel. Wellen, Wind, Sturm, Nebel, Regen und die schönsten Sonnenaufgänge über dem Meer. Und wenn ich am Abend nach Hause komme und der Kopf Weite braucht, setze ich mich an den Strand. Das Meer zerbröselt dir die Sorgen, zumindest für eine kurze Zeit. Das ist Lebensart, die mir die Stadt so nicht bieten kann.
Aber mal abgesehen von all den klugen Gründen, diese Insel jeder Stadt vorzuziehen, spielt eigentlich etwas anderes die größte Rolle. Ich habe das Insel-Gen und noch keinen Ort gesehen, der mir besser gefallen hätte. Usedom ist einfach schön. Ich bin tief verwurzelt hier. Ich liebe die Bäderarchitektur, den Strand und das weite Achterland. Ich mag die Menschen. Ich bin eine von ihnen. Pommersch, unflexibel und manchmal ein bisschen weltfremd. Ich liebe das Leben in Saisonzeiten, die einsamen Winter und die lebendigen Sommer. Und vor allem liebe ich das Meer. Es heißt, wir Insulaner hätten Salzwasser im Blut. Ich ganz bestimmt.

© Claudia Pautz

An einem sonnigen Sommertag …
An einem sonnigen Sommertag zieht es mich an den Strand. Allerdings liegt mir das stundenlange Braten in der Sonne nicht sonderlich. Ich brauche Bewegung und die bekomme ich am Volleyballnetz. Da gibt es zwischen Ahlbeck und Heringsdorf einen Strandabschnitt, an dem ich wohl die Hälfte meiner Lebenszeit verbracht habe. Bei Heidis Strandoase unterhalb des Eichenwegs nutzen ‘die Ostseestrandlöwen’ jeden regen- und sturmfreien Tag, um ein paar Matches zu spielen. Gratis dazu gibt es die schönsten Geschichten der Gäste drumherum. Wir Inselkinder neigen ja zu Gruppenschmunzeln über die Strandrituale der Kurzzeitgäste, die mit dicker Cremeschicht auf verbrannter Haut am Ufer stehen und schon mal mit dem Finger gen Polen zeigend die Rügener Kreidefelsen entdecken.

© Claudia Pautz

An einem verschneiten Wintertag …
gibt es nichts Schöneres als einen Strandspaziergang. Dann nämlich ist es dort fast menschenleer und mit ein bisschen Glück ist das Meer zugefroren. Der Schnee fällt fast waagerecht und vor einem liegt nur weiße Unendlichkeit. Am liebsten gehe ich dann bis nach Ahlbeck. Und wenn ich richtig durchgefroren bin, mache ich es mir im Kaminzimmer des Hotels »Das Ahlbeck« bequem. Von dort aus habe ich einen schönen Blick auf die Promenade, auf der nur ab und an jemand seine Spuren in den frisch gefallenen Schnee tritt, die nach einer Weile auch schon wieder verschwunden sind.

Gut essen …
ist auf Usedom ein Leichtes. Wer wie ich Wert auf regionale Produkte und kulinarische Hochgenüsse legt, hat hier die Auswahl. Für unterwegs gibt es das Fischbrötchen von den Fischern direkt in den Dünen und für das lukullische Abendprogramm eines der Gourmetrestaurants in den Kaiserbäder. Und auch das Achterland bietet vorzügliche Restaurants mit besonderem Ambiente. Egal ob an Achterwasser oder Haff, in alten Gutshäusern oder im Schlössern.

© Claudia Pautz

Theater, Konzerte, Museen …
Es gibt auf Usedom schon das ein oder andere kulturelle Highlight. Meine persönlichen Highlights sind die Usedomer Literaturtage im Frühjahr und das Musikfestival im Herbst. Geistreiche Nahrung und feinste klassische Klänge bringen ein bisschen andere Welt auf das Eiland. So finden die Konzerte des Usedomer Musikfestivals überwiegend in Inselkirchen und im Kraftwerk der ehemaligen Heeresversuchsanstalt in Peenemünde statt. Wer einmal die atemberaubende Atmosphäre dieser belasteten Hallen während eines Sinfoniekonzertes erlebt hat, wird das so schnell nicht vergessen.

Wenn ich hier etwas ändern könnte …
würde ich dem einen oder anderen Entscheidungsträger gern mehr Weitsicht schenken und das Bewusstsein, dass all die menschlich erschaffene Schönheit Usedoms, von der wir noch heute leben, einst eine Vision in den Köpfen weniger war.

© Claudia Pautz

Die Einheimischen …
sind ein Völkchen für sich. Pommersch, ja. Und doch auf ihre ganz eigene Art Menschen vom Meer. Auf den ersten Blick erscheinen sie träge, unterkühlt und wortkarg, doch wehe sie geraten in einen Redeschwall. Dann blitzt plötzlich Leidenschaft durch ihre meerblauen Augen.

Zugezogene aus anderen Bundesländern …
bringen das gelassene Insulanerblut in Wallung. Und das meine ich ganz positiv. Ich glaube, sonst wären wir schon an unserer eigenen Langeweile gestorben. Ist doch alles schön hier. Was sollten wir denn ändern? Das Meer ist da und die Gäste kommen doch nur deswegen. Joahhh, das doch gut so. (-;

Wenn ich alt werde …
werden mir wahrscheinlich die Strandspaziergänge schwerer fallen. Und wenn schon, verzichten möchte ich darauf jedenfalls nicht.

© Claudia Pautz

Ein Tipp …
Wer zur Mittsommerzeit auf Usedom ist, sollte unbedingt mal des nachts an den Strand gehen. Dann nämlich färbt sich der nördliche Horizont über dem Meer bei klarer Sicht die ganz Nacht hindurch blutrot. Ein wunderschönes Naturschauspiel, das selbst die wenigsten Usedomer kennen.

Ein Wunsch
Ganz ehrlich? Gerade habe ich keinen. Draußen wird es langsam Sommer. Die Insel leuchtet im satten Grün der weiten Buchenwälder. Das Meer rauscht und schickt fröhliche, weiße Schaumkronen an den Strand. Von den Terrassen der Restaurants und Bars schallt Lachen die schönen Bädervillen entlang. Was kann man sich mehr wünschen?

© Claudia Pautz

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Okay, wer nach diesem Interview nicht spontan das Bedürfnis verspürt, mal nach Usedom zu fahren und dieses kleine landschaftliche Paradies mit eigenen Augen zu sehen, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen. Ganz lieben Dank, Claudia, für Deine Antworten und dass Du uns Deine Heimatinsel in Wort und Bild (ja, bis auf das erste, sind alle Fotos auch von Claudia!) nahegebracht hast! Wer mehr von Claudias Erlebnissen auf Usedom erfahren möchte, hier entlang bitte und auch da entlang!

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Interviews ·Mecklenburg-Vorpommern

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt - die Interview-Serie

© Bianka Pogadl

Name …
Bianka Pogadl

Rostocker Stadthafen - © Bianka Pogadl

Geboren in …
der wunderschönen Hansestadt Rostock

Heute lebe ich in …
Sanitz im Rostocker Umland

Meinen Lebensunterhalt …
verdiene ich mir im Moment wieder im Einzelhandel

vintage Bank mit Blumenstrauß in Milchkanne - © Bianka Pogadl

Jemals darüber nachgedacht, auf’s Land oder in eine noch größere Stadt zu ziehen oder etwa Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen?
Ich wohne auf dem Land und bin dort sehr glücklich. Während meines Studiums habe ich ein halbes Jahr in Berlin gelebt und durfte auch andere größere Städte kennenlernen, doch so ganz ohne das liebe Landleben kann ich nicht. Ich liebe die Natur, die Wälder, die frische Luft und die Ruhe und falls ich mal Lust auf etwas Trubel habe, dann geht es einfach ruck zuck nach Rostock. Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen kann ich mir im Moment gar nicht vorstellen.

An einem sonnigen Sommertag …
schnappe ich mir meine Kamera und mindestens einen Lieblingsmenschen und es geht raus in die Natur, ans Meer, in den Wald oder zu Karls

Strandkörbe und Wellen - © Bianka Pogadl

An einem verschneiten Wintertag …
lese ich gerne ein spannendes Buch, trinke dazu eine heiße Tasse Kakao und höre leise Musik.

Gut essen …
kann man in Rostock auf jeden Fall im Salsarico am Stadthafen. Der superleckere Mexikaner bietet neben tollen Gerichten eine ganz urige Atmosphäre und auch wer so gar nicht scharf essen mag (so wie ich) wird ganz sicher nicht mit knurrendem Magen nach Hause gehen. =)

Theater, Konzerte, Museen …
besuche ich leider viel zu selten. Besonders gerne schaue ich mir aber Burgen, Schlösser und alte Gutshäuser an. Ich mag den Charme, den die alten Gebäude ausstrahlen und die Geschichten die sich manchmal hinter den unscheinbarsten Dingen verbergen. Für mich auch immer wieder eine tolle Variante um das eigene Land besser kennenzulernen.

leuchtende Mohnblumen vor Getreidefeld - © Bianka Pogadl

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte …
wüsste ich im ersten Moment gar nicht was. Ich mag Mecklenburg-Vorpommern, die Natur und die Menschen unheimlich gerne.

Pusteblume im Sonnenuntergang - © Bianka Pogadl

Die Landmenschen …
sollen in Mecklenburg-Vorpommern ja ein kleines bisschen knurrig und wortkarg sein. Alles nur Vorurteile.

Zugezogene aus anderen Bundesländern …
lieben, genau wie die Einheimischen, die Nähe zur Ostsee, die wunderbare Luft und das platte Land.

einsamer Strandkorb - © Bianka Pogadl

Wenn ich alt werde …
möchte ich zufrieden und glücklich sein und mir bis dahin noch ein paar Träume erfüllt und einige Ziele erreicht haben. Mal sehen was die Zukunft so bringt.

Ein Tipp …
Der Tipp (geheim lasse ich hier bewusst weg) ist wohl Karls Erlebnisdorf, ehemals Erdbeerhof. Ich liebe diesen überdimensionalen Bauernmarkt und könnte dort jedes Wochenende vorbeischauen. Es ist alles unheimlich detailverliebt gestaltet und es gibt so viel zu entdecken. Egal ob die Seifenküche, die Bonbonmanufaktur, die Pfannkuchenschmiede oder die Hofbäckerei. Ein Schmaus für Augen und Magen. =)

Wer es etwas weniger überlaufen mag sollte mal im Wildkräuterhotel in Ehmkendorf vorbeischauen. Der wunderbare Naturgarten lädt zum Verweilen ein, und es gibt unheimlich leckeren, hausgemachten Kuchen.

Herzlichen Dank Bianka für Deine Antworten. Die Fotos in diesem Beitrag sind übrigens alle ebenfalls von Bianka und wer mehr davon sehen und über sie und ihr Leben in Mecklenburg erfahren möchte, kann gerne auf ihrem Blog »Land und Leben« vorbeischauen!

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Interviews ·Mecklenburg-Vorpommern

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt - die Interview-Serie

Name …
Birgit

Geboren in …
Rostock, aber nur aus dem Grund, weil die Schwangerschaft meiner Mutter kompliziert verlief, sodass eine Entbindung in der Uni-Klinik angeraten war. Aufgewachsen bin ich jedoch in Warnemünde. Die Entfernung von meinem Elternhaus bis zum Strand betrug ca. 200 Meter. Dort haben wir Kinder (ich habe noch einen Bruder) natürlich viel Zeit verbracht.

Warnemünde - © liegt bei der Interviewten

Heute lebe ich in …
Güstrow, seit nunmehr knapp 34 Jahren. Inzwischen fühle ich mich hier auch sehr wohl, ich liebe ausgedehnte Spaziergänge durch die Sumpfseewiesen, die Heidberge oder am Güstrow-Bützow-Kanal entlang. Barlachs Wirkungsstätten, Dom, Schloss und Pfarrkirche sind auch immer wieder einen Besuch wert.

Güstrow - © liegt bei der Interviewten

Meinen Lebensunterhalt …
verdiene ich mit der Medizin. Ich bin Fachärztin für Allgemeinmedizin und seit 1991 in eigener Praxis niedergelassen. In den Jahren zuvor durfte ich mich noch dem sozialistischen Gesundheitssystem herumschlagen

Jemals darüber nachgedacht, in eine Großstadt zu ziehen oder gar Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen?
Nicht wirklich, aber nach dem Studium in Leipzig und Erfurt wäre ich auch nach Rostock oder Schwerin gezogen, nur um wieder in Mecklenburg sein zu können.

An einem sonnigen Sommertag …
genieße ich meinen Garten oder befreie ihn auch von Unkraut. In Warnemünde am Strand bin ich häufig auch zu finden. Den Tag lasse ich gern mit einem Glas Wein auf der Terrasse oder einem Cocktail in der Strandbar ausklingen.

An einem verschneiten Wintertag …
An einem verschneiten Wintertag zieht es mich wieder zum Sumpfsee und in die Heidberge. Aber nichts geht über einen Strandspaziergang an der Ostsee!

Güstrow - © liegt bei der Interviewten

Gut essen …
ist ganz wichtig für mich oder besser gesagt für uns. Im Sommer grillen wir häufig, aber wir kochen auch gern für Freunde oder Familie. Gastronomisch hat Güstrow ja nicht so viel zu bieten, bis auf das »Verve« im Grünen Winkel oder das »Kurhaus am Inselsee«.

Theater, Konzerte, Museen …
Das Güstrower Theater bietet nicht so viel für meinen Geschmack, aber Schwerin und Rostock sind ja nicht weit.
Um das Angebot der Museen in Güstrow und Umgebung ausnutzen zu können, bräuchte man wahrlich mehr Zeit. Das Ausstellungsangebot ist wirklich sehr vielfältig. Mich zieht es auch immer wieder zu Barlach.
Die Termine der Philharmonischen Konzerte passen nicht in meinen Wochenplan, aber wenn es Konzerte in Dom oder Pfarrkirche gibt, bin ich immer dabei. Für Rock-Konzerte muss man natürlich dann schon den Weg nach Schwerin oder Rostock in Kauf nehmen.

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte …
Ich würde mir mehr Fahrradwege wünschen. Die Stadt ist insgesamt zu schmutzig. Die Politessen sollten sich mehr um solche Dinge kümmern, anstatt überflüssige Knöllchen zu verteilen.
Das Kinoprogramm ist auch eine Katastrophe, es werden fast nur Blockbuster gezeigt, besondere Filme bleiben auf der Strecke.

Zugezogene aus anderen Bundesländern …
haben sicher manchmal Probleme mit den Mecklenburgern. Ich habe z.B. eine Patientin aus Schwaben, die sich hier gar nicht wohlfühlt.

Wenn ich alt werde …
bleibe ich sicher hier in Güstrow wohnen. Aber ich will auch mehr Zeit an der Ostsee verbringen. Und einige Reisen in ferne Gefilde stehen auch auf dem Plan, wenn ich hoffentlich gesund und fit bleibe.

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Interviews ·Mecklenburg-Vorpommern

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt - die Interview-Serie

© Liisa

Name …
Antje Ferch

Geboren in …
Freiberg (Sachsen)

Nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen ?.
1972 (im Alter von einem Jahr)

Heute lebe ich in …
Teterow

Meinen Lebensunterhalt …
verdiene ich mit meinem kleinen eigenen Friseursalon

Jemals darüber nachgedacht, in eine Großstadt zu ziehen oder gar Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen?
Nein. Ich könnte mir vorstellen, noch dichter an die Ostsee heranzuziehen aber Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen auf keinen Fall.

An einem sonnigen Sommertag …
fahre ich mit einem Buch an eine ruhige Stelle an die Ostsee

An einem verschneiten Wintertag …
mache ich einen kleinen Spaziergang und trinke anschließend einen schönen warmen Tee mit meinen Kindern vorm Kamin

Gut essen …
liebe ich und auch die Mecklenburger Hausmannskost. Empfehlen kann ich z.B. die Klause in Teterow, wo bodenständige mecklenburgische Hausmannskost wie z.B. Sauerfleisch mit Bratkartoffeln, Brat-Hering oder Sülzen mit Bratkartoffeln serviert werden.

Theater, Konzerte, Museen …
Da ich sehr viel arbeite, bleibt dafür meist wenig Zeit. Ich würde gerne öfter klassische Konzerte besuchen oder Theatervorstellungen. Direkt hier vor Ort gibt es nicht so sehr viel kulturelle Angebote aber in der näheren Umgebung schon. Es gibt Highlights, wie die Konzerte in Schloß Ulrichshusen, das hier in der Nähe ist. Manches wird von kulturinteressierten engagierten Leuten angeboten. Ein Freund von mir hat z.B. eine alte Scheune zu einem urigen kleinen Kino umgebaut und zeigt dort während des Sommers regelmäßig alte Kinofilme oder kleine Filmreihen, z.B. hat er mal eine Reihe mit französischen Kinoklassikern gemacht. Er veranstaltet dort auch Ausstellungen mit einheimischen Künstlern oder lässt sich andere kulturelle Events einfallen. Diese Veranstaltungen nutzt er z.B. auch um Spenden zu sammeln, die an ein Projekt gehen, wo Menschen, die an einer seltenen und leider tödlich endenden Krankheit leiden, betreut werden. Solche kleineren kulturellen Angebote, oft von Privatleuten initiiert, gibt es viele auf den Dörfern, kleine Galerien, Laientheater, usw. Leider scheitern viele dieser Projekte dann doch aus finanziellen Gründen.

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte …
dann würde ich auf jeden Fall viel mehr Radwege bauen lassen. Wir haben hier eine herrliche Gegend, wo man wunderbar Radfahren kann, aber obwohl in den letzten Jahren schon viele Radwege aus- oder neu gebaut wurden, reicht es längst noch nicht. Auf den normalen Straßen zu fahren ist mir zu gefährlich, gerade in der Hauptsaison, wenn viele Touristen mit ihren Autos unterwegs sind und dann auch noch die schweren landwirtschaftlichen Traktoren und Maschinen, die ja oft Überbreite haben.
Was ich sofort noch bauen lassen würde sind Sportspielplätze, die sowohl von Jugendlichen wie Erwachsenen genutzt werden können. Für Jugendliche gibt es insgesamt hier auf dem Land viel zu wenig Angebote, wo sie sich treffen und aktiv sein können.

Zugezogene Stadtmenschen …
fühlen sich hier eigentlich alle sehr wohl. Ich finde es schön, dass viele von ihnen sich hier in der Region auch aktiv engagieren und etwas bewegen.

Zugezogene aus anderen Bundesländern …
haben wir z.B. durch einige größere Biotec-Firmen, die sich hier angesiedelt haben, recht viele. Aber ich kenne auch viele Landwirte, die so zugezogen sind. Ich finde es erfreulich, dass dadurch eben auch jüngere Leute mit Familie hergekommen sind oder hier dann Familien gründen und so der Altersdurchschnitt angehoben wird.

Wenn ich alt werde …
hoffe ich, dass ich mein Geschäft mit jungen Menschen weiterführen kann und es so zu einem Traditionsgeschäft wird, das es auch noch in 100 Jahren gibt.

Ein Wunsch …
Ich würde mir sehr wünschen, dass gerade auch die jüngeren Menschen hier mehr Mut entwickeln und Neues ausprobieren und wagen. Ich merke immer wieder wie viel Potential, Ideen und Träume es hier gibt, aber mit der tatsächlichen Umsetzung hapert es an vielen Stellen. Ich wünsche mir, die Menschen würden es einfach mal wagen, ihre Pläne, Ideen und Träume zu verwirklichen und bin überzeugt, vieles ließe sich realisieren. Sicher, es wäre nicht leicht und bedeutet viel Arbeit aber arbeiten können wir hier ja. Zugleich würde das auch neue Perspektiven gerade für junge Leute und Familien bieten.

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