Allgemein ·Architektur ·Literatur & Lyrik

Ein Dankeschön!

Ein herzliches Dankeschön geht an den-, oder diejenige, die mich heute mit dem Buch »Die Architekten Bruno und Max Taut« von Unda Hörner von meiner Wunschliste überrascht hat.

Schon vor vielen Jahren war ich auf Max Taut aufmerksam geworden, und hatte nebenbei auch registriert, dass er einen Bruder namens Bruno hatte, der ebenfalls als Architekt arbeitete. Als ich dann vor einigen Jahren das erste Mal auf Hiddensee weilte, stieß ich dort plötzlich wieder auf den Namen Taut, aber diesmal ging es um Bruno, der auf der Insel eine ganze Reihe Häuser gebaut oder umgebaut hat.

Bei meinen weiteren Besuchen auf Hiddensee, erfuhr ich viel über Bruno und diese Häuser und ihre Geschichten. Als ich vor einigen Wochen auf Hiddensee war, stieß ich dort im Buchladen auf das oben erwähnte Buch und notierte mir den Titel, um es zuhause auf meine Wunschliste zu setzen.

Ich freue mich sehr über das Geschenk, und bald noch mehr über die Geschichte der Brüder Taut zu erfahren. Vielen herzlichen Dank!

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Allgemein ·Vogelliebe

Vogelapokalypse

Die Ornithologen und Vogelfreunde bemerkten es zuerst. Erst überrascht, dann erstaunt, entdeckten sie Vögel die normalerweise in diesen Breiten nie zu sehen waren. Nicht nur eine nichtheimische Vogelart flog ein und wurde beobachtet, sondern immer mehr. Begeistert teilten sie ihre Beobachtungen in den Vogelforen und an den Birder-Stammtischen.

Es kamen immer mehr Vögel, die man hierzulande noch nie zuvor gesehen hatte. Selbst weniger Vogelkundigen fiel das nun auf. Kein Wunder, denn viele der Vögel trugen ein viel farbenprächtigeres Federkleid, als die heimischen Vögel.

Die Fachleute waren sich unsicher, was davon zu halten war. Einerseits waren sie begeistert, Vogelarten zu sehen, die sie sonst mit eigenen Augen nur gesehen hätten, wenn sie für viel Geld an Vogel-Exkursionen im Ausland teilgenommen hätten. Andererseits aber war ihnen klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte.

Viele Menschen, die bisher kein Interesse an Vögeln gehabt hatten, blickten nun aufmerksam umher, um die schönen fremden Vögel zu entdecken und zu beobachten. Im Nu waren, Vogelkundebücher, Ferngläser und selbst die teuren Spektive überall ausverkauft. Früh morgens und am späten Nachmittag sah man ganze Trupps von Menschen unterwegs auf Vogelbeobachtungsspaziergängen.

Doch es kamen weiterhin immer mehr Vögel. Wo man ging und stand, überall waren sie und erfüllten die Luft mit ihren fremden Rufen und Gesängen.

Die ersten Menschen begannen sich zu beklagen. Die Terrassen, die Laternen, die Straßen und die Autos waren mit Vogelkot bedeckt und die Reinigungsunternehmen kamen nicht mehr damit nach alles wieder sauber zu machen. Es erging ihnen wie Sisyphos. Hatten sie endlich ein Stück gesäubert und begannen ein weiteres zu säubern, so war das erste wieder verdreckt noch bevor sie mit dem zweiten fertig wurden.

In den Zeitungen, im Fernsehen und auf den sozialen Medienplattformen wurde über die gesundheitlichen Risiken diskutiert. Forderungen wurden laut, der Vogelplage Einhalt zu gebieten. So könne es nicht weitergehen.

Es kamen immer mehr und mehr Vögel, an manchen Morgenden war der Himmel schwarz von den riesigen Schwärmen. Es waren nicht nur Singvögel, sondern auch Greifvögel und Meeresvögel, einfach alle Arten waren vertreten.

Kinder, die zuerst über die fremden bunten kleinen Vögel gelacht und sich gefreut hatten, begannen sich zu fürchten, weil es immer mehr Vögel wurden und manche davon waren viel viel größer, als sie es bis dahin gewohnt waren.

Aber auch bei den Erwachsenen schlug die Stimmung um. Berichte häuften sich, dass Vögel Kinder und Erwachsenen angegriffen hatten. Blut war geflossen. Einige Hartgesottene machten sich noch lustig und verwiesen lachend auf Alfred Hitchcocks »Die Vögel«. Doch auch ihnen verging das Lachen immer mehr. Die Erwachsenen begannen sich zu fürchten.

Gärten, Parks, öffentliche Plätze waren voller Vögel. Mehrere Autobahnen hatten gesperrt werden müssen, weil riesige Vogelschwärme sich darauf niedergelassen hatten und keine Anstalten zeigten, weiterzufliegen. Alle Versuche, die Vögel dauerhaft von den Autobahnen zu vertreiben, schlugen fehl. An ein Durchkommen war nicht mehr zu denken.

In mehreren Ministerien und im Bundestag wurde über die Vögel und all die Probleme, die sie verursachten debattiert, Fachleute wurden angehört und schließlich einfach jeder, der eine Lösung für das Problem versprach. Allein, es wurde keine Lösung gefunden. Und die Vögel kamen weiter und weiter.

Kinder konnten nicht mehr draußen spielen. Zu groß war die Gefahr sich entweder irgendwelche Infektionen von den Vögeln oder ihrem Kot einzufangen, oder gar gleich attackiert zu werden. Kindergärten und Schulen wurden geschlossen, weil niemand mehr die Verantwortung für die Sicherheit der Kinder übernehmen wollte.

Von den Erwachsenen ging nur hinaus, wer es unbedingt musste. Alle Wege wurden so schnell wie möglich zurückgelegt. Oft aber kamen sie gar nicht an ihr Ziel, weil die Wege von herumsitzenden Vogelscharen blockiert waren. Der öffentliche Verkehr war eingestellt worden nachdem mehrere Straßenbahnen wegen Vögeln auf den Schienen entgleist waren und auch der Bahnverkehr war fast zum Erliegen gekommen. Die Gefahr mit einem plötzlich auftauchenden Vogelschwarm zu kollidieren war zu hoch. Gleiches galt für den Flugverkehr.

Dann wurden Unternehmen, Fabriken und Geschäfte geschlossen. Entweder weil die Arbeitnehmer nicht mehr kommen konnten, oder weil schlicht kein Waren- oder Ersatzteil- oder Arbeitsmaterialiennachschub mehr ankam. Die Behörden hielten noch etwas länger durch. Krankenhäuser unterhielten noch einen Notbetrieb.

Die Felder konnten nicht mehr bestellt werden, die Obstbäume waren von den Vögeln geplündert worden, und wo immer etwas auf Feldern oder in Gärten wuchs, die Vögel waren meist schneller als die Menschen. Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, Obst und Gemüse wurde immer schwieriger.

Dann brach auch noch die Stromversorgung zusammen. Zu Beginn der Vogelinvasion, waren noch viele der Vögel durch Windräder umgekommen, aber die Vögel lernten hinzu und umflogen die Hindernisse. In einem Windpark hatte man sogar beobachtet, wie sich große Vogelscharen scheinbar gezielt und direkt in die Windräder gestürzt hatten, bis die Windradflügel wegen all der Vogelkadaver an ihnen ächzend zum Stehen kamen und sich nicht mehr drehen konnten.
Stromleitungen über Land brachen unter dem Gewicht unzähliger Vögel, die sich auf sie gesetzt hatten zusammen. Umspannwerke wurden von den Vögeln unbrauchbar gemacht. Reparaturtrupps waren losgeschickt worden, mussten aber alle unverrichteter Dinge zurückkehren. Die Vögel ließen sie nicht bis zu den beschädigten Umspannwerken und Leitungen vordringen oder attackierten sie so sehr, dass eine Reparatur unmöglich war. Und gelang es doch mal einem Trupp, eine Leitung wieder herzustellen, dauerte es nicht lange, bis die Vögel die Leitung wieder zerstörten.

Selbst Häuser waren nicht mehr sicher für die Menschen. Jederzeit konnte ein Vogelschwarm durch Fenster oder Glastüren fliegen und waren die erstmal zerbrochen oder aus Versehen offengelassen worden, konnte man den anfliegenden Vögeln kaum noch Herr werden. Meist besiedelten sie sofort Wohnungen und Häuser und nutzten sie als Ruhe- und Schlafplätze. Die Menschen zogen sich in Keller, Bunker und Erdlöcher zurück. Infektionen und Seuchen griffen um sich und forderten unzählige Opfer unter den Menschen.

Auch die Wälder boten keinen Zuflucht mehr. Viele Bäume brachen unter dem Gewicht der auf ihnen ruhenden Vögel zusammen. Waldbeeren und -früchte, waren von den Vögeln aufgefressen. Und wer Holz zum Kochen und Verfeuern aus dem Wald holen wollte, begab sich auf ein Himmelfahrtskommando.

Selbst den größten Vogelliebhabern verging ihre Liebe. Die Grünen erwogen drastische Maßnahmen, um die Vogelplage zu bekämpfen, konnten sich aber nicht auf eine Linie einigen, bevor größere Treffen oder gar Kommunikation gar nicht mehr möglich waren. Naturschützer versuchten sich in abwegigen Erklärungen und beschworen das baldige Ende der Vogelinvasion oder verstummten zunehmend. Einige wenige Naturschützer ergaben sich pragmatisch und fatalistisch in ihr Schicksal. Die Natur sei eben stärker als der Mensch.

Manche Pfarrer und Priester donnerten anfänglich noch von ihren Kanzeln herab, dass die Menschen dieses Gottesgericht verdient hätten. Die Unmoral und Gottesferne der Menschen habe die Katastrophe geradezu heraufbeschworen.

Hier und da bildeten sich seltsame kultähnliche Gruppierungen, die vogelähnliche Gebilde verehrten und Opfer darbrachten. In einigen Winkeln Europas ging das soweit, dass menschliches Blut vergossen wurde, weil die Kultanhänger glaubten, das würde die Vögel besänftigen. Natürlich bewirkte das alles gar nichts.

Ganz Europa war betroffen und nach einigen anfänglichen Versuchen gemeinsam das Vogelproblem anzugehen und sich gegenseitig beizustehen, hatte man sich bald zerstritten. Die Nerven lagen blank. Die Menschen bewaffneten sich und richteten ihre Waffen bald nicht mehr »nur« auf Vögel, sondern auch gegeneinander, um ihre Vorräte zu verteidigen.

Alle wissenschaftlichen Kenntnisse, aller technischer Fortschritt, alle Waffen, alles Geld nutzte rein gar nichts. Die Menschen konnten sich der Vögel nicht mehr erwehren.
Die Vögel hatten stellvertretend für die Natur zurückgeschlagen, der Untergang Europas oder zumindest eine große Dezimierung der Menschen dort war nicht mehr aufzuhalten.

Die anderen Kontinente starrten ungläubig auf das, was sich im reichen Europa abspielte. Ein ganzer Kontinent in die Katastrophe gestürzt - von Vögeln!

Der ganze Europäische Kontinent war in Bewegung. Die Europäer waren auf der Flucht. Auf der Flucht vor den Vögeln. Die Hauptrichtung der Flüchtlingsströme, die meist bei Nacht unterwegs waren, weil das noch am sichersten schien, ging Richtung Afrika. Unfassbare Szenen spielten sich an den Häfen des Mittelmeers ab, wo die Menschenmassen verzweifelt nach Möglichkeiten suchten, das Mittelmeer Richtung Afrika zu überqueren und sich endlich in Sicherheit zu bringen.

Die afrikanischen Staaten hielten zunächst ihre Häfen noch offen, und die ersten Flüchtlinge aus Europa, wenn sie es denn überhaupt zu Fuß bis ans Mittelmeer geschafft hatten, wurden gastfreundlich aufgenommen und versorgt. Doch die Flüchtlingszahlen stiegen und stiegen und bald wusste man nicht mehr wohin mit all den Menschen und noch weniger, wie man sie versorgen sollte. Die Häfen wurden geschlossen, Flüchtlingsschiffe, die es bis kurz vor die afrikanische Küste schafften, wurden beschossen und zur Rückkehr nach Europa gezwungen.

Nord- und Südamerika boten an, eine lächerlich kleine Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen. Australien und Neuseeland winkte ab, man habe genug mit den Flüchtlingen zu tun, die wegen des steigenden Meeresspiegel kämen.

Asien nahm ebenfalls eine Anzahl Flüchtlinge auf, aber nur handverlesene Zuwanderer, bei denen zu erwarten war, dass sie sich möglichst störungsfrei in das politische System einfügen würden.

Die Vögel blieben nicht nur in Europa, sie vermehrten sich auch dort. Die Zahl der Vögel nahm zu und zu, die Lage wurde immer dramatischer.

Die anderen Kontinente wurden immer unruhiger. Was, wenn die Vögel sich entschließen würden, Europa zu verlassen und sich einen der anderen Kontinente vorzunehmen?

Vielleicht sollte man Europa einfach aufgeben und mit Atombomben auslöschen und damit zugleich die Abermillionen Vögel dort? So könnten diese wenigstens nicht noch über andere Kontinente herfallen?

Letztlich entschied man sich dafür noch etwas abzuwarten und weiter zu beobachten. Notfallpläne wurden trotzdem ausgearbeitet. Atombomber standen bereit, um im Fall der Fälle gen Europa zu fliegen und dem Spuk dort ein Ende zu bereiten, oder ihn zumindest deutlich einzudämmen. Sicher, einen ganzen Kontinent aufzugeben, über 740 Millionen Menschen die Existenz zu nehmen, klang furchtbar, aber dafür würde man viel mehr Menschen und den Rest der Welt retten. Das musste man einfach klar und sachlich sehen. Vielleicht war die Zeit der Europäer einfach vorüber?!

Inzwischen sprach man überall nur noch von der Vogelapokalypse.

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Allgemein ·Nachdenkliches

Sichtweisen

Ich lernte heute, dass die Farbe Blau - meine Lieblingsfarbe - im Mittelalter als eine warme Farbe galt, während wir sie heute zu den kalten Farben zählen.

Blau wurde als niedere, ja barbarische, Farbe angesehen. Deshalb dauerte es bis zum 12. Jahrhundert, bis die Farbe in adeligen Wappen auftauchte, und erst im 13. Jahrhundert wurde sie zum Königsblau.

Faszinierend! So ändern sich die Dinge bzw. Sichtweisen. Darüber kann man mal nachdenken.

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