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Fundstücke

Auch diesen Winter wird Alexandra de Steiguer wohl wieder völlig allein auf Star Island in New Hampshire verbringen. Seit über 19 Jahren kümmert sie sich und bewacht in den Wintermonaten das dann geschlossene Oceanic Hotel und die Insel. Und sie wird wieder mit ihrer Kamera über die Insel wandern und fotografieren.

Der Filmemacher Brian Bolster hat über Alexandra de Steiguer und das Hotel den Kurzfilm »Winter’s Watch« gedreht und wunderbare Einstellungen gefunden, um die Stille und Abgeschiedenheit einzufangen.

Ich wüsste gerne, wie es dazu kam, dass sie zur Wächterin von Hotel und Insel wurde. Und ja, ich beneide Alexandra de Steiguer ein wenig um diese Zeit der Abgeschiedenheit in den Wintern von New Hampshire. Gibt es nicht vielleicht irgendein kleines Inselchen in der Ostsee - gerne auch ohne großes Hotel -, das im Winter bewacht werden will? Naja, gut mit der Abgeschiedenheit, dürfte es in der Ostsee schwierig werden. So groß ist sie ja nicht, dass da nicht auch im Winter dauernd irgendwelche Schiffe vorbei kämen.

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Yada Yuan zog das große Los, als The New York Times nach jemandem suchte, der 1 Jahr lang durch die Welt reisen und darüber berichten sollte. Es gab natürlich jede Menge Bewerber (13.000) für diesen »Job«. Warum gerade sie ausgewählt wurde? Sie schreibt

»I suspected it was because I hadn’t done anything like this before. I’d never been brave enough. And maybe I could be a representative for those who didn’t think they were brave enough, either.«

Als sie die Zusage erhielt, blieben ihr drei Wochen Zeit alles Nötige zu regeln und dann ging es los. 52 Orte hat sie während des Reisejahres besucht und schreibt nun über sieben (Reise)Lektionen, die sie während dieser Zeit gelernt hat.

Wisst Ihr noch? Meike Winnemuth, die bei Jauch in der Quizshow »Wer wird Millionär« 500.000 Euro gewann, und dann auf eigene Faust ein Jahr durch die Welt reiste, jeweils einen Monat an einem Ort blieb und in ihrem Blog davon berichtete? Das ist jetzt auch schon wieder 8 Jahre her! Als ich Yada Yuans Lektionen las, fühlte ich mich hier und da an manches erinnert, was Meike Winnemuth damals erlebt und berichtet hat.

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Wusstet Ihr, dass es in St. Vith in Belgien eine Sauerteig-»Bibliothek« gibt? Faszinierend!

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Film ·Literatur & Lyrik ·Privates ·Tagesnotizen 2018

Kino, Kino - Bücher, Bücher

Gestern hatte ich einen rundum schönen Tag. Ich war unter anderem im Kino und habe gleich zwei Filme hintereinander weg gesehen.

Als erstes den Film »Das schweigende Klassenzimmer« (Regie: Lars Kraume), der auf einer wahren Begebenheit beruht.

Ich war gespannt, hatte aber keine sehr großen Erwartungen, auch wenn Markus am Tag zuvor den Film in seinem Bericht von der Berlinale als einen der zehn besten Filme, die er dort gesehen hat, aufgeführt hatte, aber ich bin deutschen Filmen gegenüber grundskeptisch und erst recht, wenn es um Filme geht, die mit der DDR zu tun haben.

Tatsächlich überraschte mich der Film. Ganz toll! Gut erzählt, tolle Schauspieler und eine Geschichte, die uns packte und nachdenklich machte. Wir unterhielten uns noch lange über einzelne Aspekte der Geschichte.

Bonus: Ronald Zehrfeld spielt mit, was ich voher nicht wusste, mich aber sehr freute, als er auf der Leinwand auftauchte.

Ich wüsste zu gerne, wie die Schicksale der einzelnen Protagonisten später weitergegangen sind!

Der zweite Film war »Die Verlegerin« mit Meryl Streep und Tom Hanks (Regie: Steven Spielberg).

Das Thema Pressefreiheit ist natürlich wichtig und aktuell. Parallel wird sowas wie eine Emanzipationsgeschichte - eben über die Verlegerin Katharine „Kay“ Graham (Meryl Streep) erzählt. Letzteres aber nicht überzeugend.

Ich hatte die ganze Zeit den Eindruck, dass Meryl Streep nur eine Nebenrolle spielt, der nur Bedeutung zukommt, weil halt dummerweise die Washington Post zur Zeit der Veröffentlichung der sogenannten Pentagon Papers gerade eine Verlegerin hatte. Natürlich trifft sie am Ende die bedeutsame Entscheidung die Papiere zu veröffentlichen, riskiert damit alles und gewinnt, aber wirklich überzeugend gespielt war das für mich nicht. Nur in wenigen Szenen bekommt die Figur der Verlegerin wirklich etwas Gewicht und überzeugt.

Ansonsten schlich sich bei mir immer mehr der Verdacht ein, dass Spielberg sich überlegt hat: Okay, Pressefreiheit (und Enthüllungsjournalismus) sind gerade wieder ein Thema, gibt es da nicht eine bisher unverfilmte Geschichte, die ich mit zwei schauspielerischen Schwergewichten besetzen könnte?, und dann die Geschichte recht langatmig und uninspiriert (lustlos / lieblos?) erzählt und verfilmt hat. Schade!

Ich hätte gerne auch noch »Shape of Water - Das Flüstern des Wassers« gesehen, aber der Film wurde ausgerechnet gestern nicht gezeigt. Muss ich halt bald nochmal nach Rostock, um den Film zu sehen. Abends erfuhr ich dann, dass der Film vier Oscars unter anderem den für Bester Film abgeräumt hat, was meine Spannung und Vorfreude noch steigert.

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Ansonsten bin ich reich mit Büchern (teils von meiner Wunschliste, teils abseits davon) beschenkt worden und würde jetzt am liebsten erstmal komplett abtauchen, um sie alle ungestört und am Stück lesen zu können. :-)

Johanna Romberg
Federnlesen - Vom Glück, Vögel zu beobachten
Lübbe

John Lewis-Stempel
Ein Stück Land - Mein Leben mit Pflanzen und Tieren
Dumont

Nigel Hinton
Im Herzen des Tals
Reihe Hanser

Svealena Kutschke
Stadt aus Rauch
Eichborn

Milena Michiko Flasar
Herr Kato spielt Familie
Wagenbach

Da schlägt mein Leseherz in großer Vorfreude!

Interessant fand ich übrigens den Artikel »I have forgotten how to read«, in dem es darum geht, wie die neuen Medien unser Lesen verändern (können).

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Cat and Co Content ·Film ·Privates ·Tagesnotizen 2018

Februar-Fragmente

Wir leben ja in einer Dachwohnung mit dazugehörigen Dachschrägen und Balken. An einem dieser Balken im Wohnzimmer ist eine Lampe angebracht, die per Zugschalter an- und ausgeschaltet werden kann. Zugschalter bedeutet, es gibt ein kurzes hängendes »Bändchen« an dem man ziehen muss.

Wie regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, haben wir seit einigen Wochen einen kleinen Kater namens Aurelio.

Aurelio liebt hängende Schnüre, Kabel, Bändchen, etc, weil sich damit so wunderbar spielen lässt.

Leider hat er jetzt das Bändchen an der Lampe entdeckt und sobald er im Wohnzimmer ist, ist er magisch davon angezogen. Da er aus diversen Gründen nicht unbeaufsichtigt im Wohnzimmer sein darf, entbrennt jedes Mal der Kampf ums Lampenbändchen.

Aurelio ist wie besessen von diesem Bändchen. Er erreicht es, wenn er auf der Rückenlehne des Sofas steht. Ich weiß nicht, wie viele Male ich ihn schon da heruntergepflückt und zurück auf den Boden gesetzt habe.

Aurelio zeigt sich unbeirrt und versucht es immer und immer wieder aufs Neue. Er arbeitet mit allen Tricks und Kniffen. Schafft er es doch an uns vorbei, spielt er Licht an
- Licht aus - Licht an - Licht aus. Gaaanz toll! Findet er! WIR NICHT!

Sofa umstellen geht nicht. Die Lampe wird benötigt und zwar an genau dieser Stelle, kann also nicht umgehängt werden.

Hat jemand eine Idee oder einen Tipp, wie man das Problem lösen könnte?

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Ich habe mal wieder ein Paar Socken fertig gestrickt. Es ist das - halten Sie sich fest! - 14. Paar gewesen! Das 15. Paar ist auf den Nadeln. Wenn mir das jemand noch vor zwei Jahren gesagt hätte, dass aus mir nochmal eine passionierte Sockenstrickerin wird, ich hätte es nicht geglaubt und dagegen gewettet. So kann’s gehen!

Für dieses Jahr, habe ich mir etwas Neues vorgenommen: ich will mich daran wagen Handschuhe zu stricken. Da habe ich ähnliche Manschetten vor, wie einstmals vor dem Sockenstricken. Mal sehen, wann ich mich an dieses Projekt mache. Ich schaue jedenfalls schon eifrig Tutorials und Anleitungen an. Sie dürfen gespannt sein!

Wie heißt es so schön? Man wächst mit den Herausforderungen. *räusper*

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Gedoodelt, gezeichnet und gemalt habe ich in den vergangenen Tagen auch und hatte wieder viel Freude dabei. Zumal ich endlich meinen neuen White Nights Aquarellfarbkasten, den ich Weihnachten geschenkt bekam, antesten konnte. So weit so schön und gut.

Allerdings frage ich mich inzwischen ernsthaft, ob man zu blöd sein kann, mit Wasser- bzw. Aquarellfarben zu malen?

Ich meine, jedes kleine Kind kann das!! Aber ich mache offenbar irgendwas mache ich falsch. Ich bekomme einfach nicht das richtige Mischungsverhältnis von Wasser und Farbe heraus.

Entweder es ist nur eine Spur von Farbe zu erahnen, oder die Farbe ist zu dick, oder ich habe Farbpfützen, also eine einigermaßen »richtig« aussehende Fläche, in der dann plötzlich intensivere Farbflecken sind. Wie kann das sein?? Ich hab es mit verschiedenen Pinseln versucht, mit unterschiedlichen Papieren, ich weiß nicht, was ich falsch mache, oder wieso es mir nicht gelingt das richtige Mischverhältnis zu finden. Das kann doch nicht so schwer sein?!!

Vielleicht muss ich doch mal anfangen für eine Aquarellmalen-Privatstunde bei Kiki und dem Bären zu sparen … vorausgesetzt natürlich, sie geben überhaupt Privatstunden!

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Ach ja, im Kino war ich auch. Diesmal wieder das Kino im größeren kleinen Städtchen in der Nachbarschaft. Da gibt es eines dieser Kinos aus der CineStar-Kette.

Bedeutet: es laufen in der Regel die Blockbuster (oft aber auch nicht oder erst verspätet, oder zu nachtschlafender Zeit) und ansonsten überwiegend Kinderfilme. Die scheinen noch am ehesten wenigstens halbwegs ausreichend Besucher ins Kino zu ziehen.

Wobei ich mich schon gefragt habe, ob vielleicht doch mehr Leute ins Kino kämen, wenn nicht dauernd und überwiegend Kinderfilme gezeigt würden, aber was weiß ich schon?!

Noch öfter frage ich mich, wie sich das Kino überhaupt halten kann?

Das Kino verfügt über 3 Säle mit insgesamt 466 Plätzen. Ich habe dort nie ein volles oder wenigstens halbvolles, ja nicht mal ein viertelvolles Kino erlebt. Ich glaube, die größte Zuschaueranzahl, die ich in diesem Kino erlebt habe, war so an die 20 Personen! Ansonsten mal 6, mal 8, auch schon mal 4. Gut, ich gehe nicht unbedingt am Wochenende ins Kino, oder in die Spätvorstellungen, vielleicht sind die ja krachend voll??

Bei meinem jetzigen Besuch, dann die Premiere: Ich saß mutterseelenallein im Kinosaal (100 Plätze)!

Mit anderen Worten, ich bekam eine Privatvorstellung von »Black Panther«!

Der Vorteil: kein Gekruschtel, kein knackendes Popkorn, kein »crunch crunch« weil jemand Taccos futtert, kein Dazwischenquatschen, kein Handyklingeln.
Der Nachteil: der Raum war nicht gut geheizt, und je länger der Film lief, desto kühler wurde mir.

Aber im Ernst: Wie um alles in der Welt, kann sich ein Kino mit so wenig Besuchern (ich beobachte das jetzt über Jahre zu unterschiedlichen Zeiten) halten?

Entweder, die nehmen Unmengen ein mit all dem Merchandising-Zeugs für die Kinderfilme (der helle Wahnsinn!) und für Getränke und Snacks, oder die werden kräftigst subventioniert.

»Black Panther« selbst hat mir ausgesprochen gut gefallen. Einer meiner Favoriten aus der Marvel-Filmreihe.

Das vollste »Kino« hier auf dem Land hab ich übrigens zu Beginn dieses Monats erlebt, und es war nicht das besagte CineStar!

Im nächstgelegenen kleinen Städtchen gibt es, wie ich erst kürzlich erfuhr, einen gemeinnützigen Verein, der neben anderen Angeboten, einmal im Monat auch einen Film zeigt. Das können Filme aus Vorjahren sein, oder auch mal Spartenfilme, Dokumentationen oder Reisefilme.

In einem großen Saal sind halbwegs bequeme Stühle aufgestellt, es gibt einen schlichten Filmprojektor (kein 3D!) und die Akustik ist akzeptable, zumindest wenn man nicht mit der Akustik der heutigen Kinos aufgewachsen ist.

Die Filme werden an besagtem Tag zweimal gezeigt, eine Nachmittags- und eine Abendvorstellung.

Ich war mit der weltbesten WG-Genossin zur Nachmittagsvorstellung dort und hatte nach den CineStar-Erfahrungen gedacht, da sitzen auch nur drei Hansel und/oder Gretel mit uns drin.

Ja, von wegen! Das Ding war voll, und ich entnahm mehreren Gesprächen um mich herum, dass das wohl immer so ist!

Es gibt dort übrigens vor der Nachmittagsveranstaltung auch die Möglichkeit, sich in einem kleinen vom Verein betriebenen »Café« mit Kaffee, Tee und Kuchen zu stärken und mit den anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Der Film, den wir sahen, war »Willkommen in Norwegen«.

Ich hatte mir etwas mehr vom Film erwartet, aber es war okay, und für den ein oder anderen Lacher hat es auch gereicht.

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