Privates ·Tagesnotizen 2019

1000 Fragen an mich (161-180)

der heutige Himmel

161. Bist du ein Hundetyp oder ein Katzentyp?

Früher hätte ich jetzt geschrieben, ich bin ein Hundetyp. Ich mag (große) Hunde und hatte sogar mal eine Schäferhündin, die dann (ungeplant) noch fünf Junge bekam. Katzen mochte ich auch, aber nicht so wie Hunde. Dann bekam ich einen kleinen Kater geschenkt - Casimir - und verlor mein Herz an ihn und bald kam ein zweiter Kater hinzu … und ein dritter und … seitdem habe ich immer mindestens zwei Kater um mich gehabt. Ich bin beides ein Hunde- und ein Katzentyp.

162. Wie zeigst du, dass du jemanden nett findest?

Ich suche das Gespräch bzw. den Austausch, versuche den- oder diejenige näher kennenzulernen, z.B. indem man Zeit miteinander verbringt, etc. Ich nehme Anteil an ihrem Leben (wenn sie mich daran teilhaben lassen), ich signalisiere, dass sie sich an mich wenden können, wenn sie irgendetwas brauchen (ein Ohr, eine helfende Hand, etc.) Allerdings glaube ich, ich bin nicht so gut darin, das so zu zeigen, dass bei anderen ankommt, wie ich es wirklich meine. Inzwischen tendiere ich dazu, mich eher zurückzuhalten, und mir nicht zu sehr anmerken zu lassen, wenn ich jemanden nett oder sympathisch finde.

163. Isst du eher, weil du Hunger oder Appetit hast?

Hmm … die meiste Zeit, weil ich weiß, dass ich essen sollte, manchmal weil ich Appetit habe, selten weil ich Hunger habe.

164. Tanzt du manchmal vor dem Spiegel?

Nein.

165. In welcher Hinsicht bist du anders als andere Menschen?

In vielerlei Hinsicht. Menschen sind nun mal unterschiedlich und jeder ist einzigartig. Niemand hat meine Geschichte, meine Synapsenverschaltungen, niemand schmeckt so wie ich schmecke, niemand fühlt exakt dasselbe wie ich. Das könnte ich jetzt ewig so fortsetzen. Also, ich bin in vielerlei Hinsicht anders als andere Menschen. Trotzdem teile ich auch viele Erfahrungen mit anderen und das verbindet uns miteinander. Wir feiern unsere Erfolge und wir scheitern heftigst, wir lachen, wir weinen, wir irren und zweifeln, wir leiden und tun anderen weh, wir können Großartiges vollbringen und wir können viel Unheil anrichten.

166. Welchen Jugendfilm würdest du Kindern empfehlen?

Keine Ahnung

167. Bleibst du bei Partys bis zum Schluss?

Ich bin nicht so der Partytyp. Ich glaube das letzte Mal, dass ich auf einer echten Party war, das war noch zu Schulzeiten. Ginge ich heute auf eine Party, vermute ich mal, dass ich nicht bis zum Schluss bleiben würde, aber was weiß ich?

168. Welchen Song hast du in letzter Zeit am liebsten gehört?

Ich höre im Moment kaum Musik, kann daher die Frage nicht beantworten.

169. Bereitest du dich auf bestimmte Telefongespräche vor?

Wenn es um private Telefongespräche geht: Es gibt eine Person, bei der ich das grundsätzlich mache.
Wenn es um andere Telefongespräche gibt: Ja. Schließlich will ich nicht unnötig meine und anderer Leute Zeit vertun, oder vergeblich anrufen, weil ich irgendwelche wichtigen Papiere, Angaben etc. nicht parat habe.

170. Wann hast du zuletzt vor jemand anderem geweint?

Im vergangenen Jahr.

171. Mit wem verbringst du am liebsten einen freien Tag?

Das kommt auf meine Verfassung an: manchmal mit mir allein, manchmal mit guten Freunden

172. Was war der beste Rat, den du jemals bekommen hast?

Ein guter (bester) Rat kommt ja zum rechten Zeitpunkt in eine bestimmte Situation und eröffnet einem eine neue Perspektive oder einen Schritt nach vorn. Ich habe auf jeden Fall manchen guten Rat bekommen, ohne dass ich da eine Rangliste aufstellen könnte oder wollte.

173. Was fällt dir ein, wenn du an Sommer denkst?

Wärme, Sonnenschein, Ostsee, Seen, Schwimmen, Eiskaffee, Barfußlaufen, goldene Felder, blauer Himmel, viel Obst, Reisen, laue Abende, Lerchengesang, Hängematte, viel Draußen sein, Sommerregen, Gewitter, usw., usf.

174. Wie duftet dein Lieblingsparfum?

Ich benutze nur äußerst selten mal Parfum, und es ist ewig her, dass ich ein Parfum besessen habe. Ein Lieblingsparfum habe ich folglich nicht. Ich neige aber wohl eher zu leichten Parfums mit fruchtiger/zitrus/grüner Note oder etwas schwerer mit holzig-krautiger Note

175. Welche Kritik hat dich am stärksten getroffen?

Kritik zu hören, ist selten angenehm. Wenn jemand, der mir nahesteht Kritik übt, nehme ich das durchaus sehr ernst und denke darüber nach, weil ich dann weiß, dass der oder diejenige, mir nicht einfach nur an den Karren fahren will. Ansonsten bin ich mir selbst die schlimmste Kritikerin und diese Selbstkritik geht viel tiefer bzw. trifft mich stärker als alle Kritik die von außen kommt, weil ich meine Selbstkritik meist ohne zu reflektieren, ob sie angemessen und hilfreich ist, einfach hinnehme. Ich arbeite seit einer Weile daran, nicht mehr alle Selbstkritik als „richtig“ oder „angemessen“ einfach hinzunehmen, sondern genauer hinzuschauen und sie manchmal zu korrigieren oder sogar zurückzuweisen.

176. Wie findest du dein Aussehen?

Durchschnittlich. Einige Teile an mir mag ich mehr, andere reißen mich nicht ganz so zu Begeisterung hin. Aber ehrlich gesagt, ich denke da gar nicht so viel drüber nach. Ich seh aus, wie ich aussehe. Dass ich seit einigen Jahren (ausgelöst durch Medikamente, die ich eine Weile nehmen musste) etliche Kilo mehr mit mir herumschleppe, irritiert mich manchmal etwas (weil ich den Großteil meines Lebens schlank und rank war), aber ich hadere da jetzt nicht ständig mit. Ich glaube, das größere Problem ist, dass ich nicht mehr einfach in irgendwelche Läden gehen kann und da auf jeden Fall passende Klamotten finde. Das nervt mich extrem.

177. Gehst du mit dir selbst freundlich um?

Ich arbeite daran und mache langsam kleine Fortschritte.

178. Würdest du dich einer Schönheitsoperation unterziehen?

Man soll ja nie nie sagen. Ich kann es mir für mich aber nur schwer vorstellen und tendiere eher dazu mit „nein“ zu antworten.

179. Welchen Film hast du mindestens fünf Mal gesehen?

Keinen. Es gibt so gut wie kaum Filme, die mir so gut gefallen, dass ich sie mehrfach anschaue. Dazu merke ich mir zu gut, was ich gesehen habe und fände es dann einfach langweilig, und außerdem gibt es noch so viele Filme und Serien, die ich noch nicht gesehen habe, oder Bücher, die ich noch lesen will … mir reicht die Zeit nicht, um denselben Film wieder und wieder sehen zu können. Was ich durchaus öfter (aber nicht mindestens fünf Mal) gesehen habe, waren einige Filme der Don Camilllo und Pepone-Reihe, die Miss Marple Filme und einige Zeichentrick- bzw. Animationsfilme wie Chihiros Reise ins Zauberland, Das wandelnde Schloss, Das Schloss im Himmel, einige Ice Age Filme, Ratatouille und Zoomania.

180. Füllst du gern Tests aus?

Ja manche, weil ich auf die Ergebnisse gespannt bin, auch wenn ich die Ergebnisse meist nicht so ernst nehme.

Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow Magazin, und Beyhan hat daraus eine PDF-Datei erstellt. Viele Blogger aus meinem Umfeld haben die Fragen schon im letzten Jahr beantwortet, einige sind noch dabei und einige haben, wie ich, jetzt erst damit angefangen. Zum Beispiel Frau Rotkraut. Ich wurde von Carola von der Frischen Brise angesteckt, die die 1000 Fragen tatsächlich schon geschafft hat. Das Foto über diesem Beitrag zeigt den Himmel, wie er heute hier aussieht.

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Privates ·Tagesnotizen 2019

1000 Fragen an mich (141-160)

der Himmel heute
Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow Magazin, und Beyhan hat daraus eine PDF-Datei erstellt. Viele Blogger aus meinem Umfeld haben die Fragen schon im letzten Jahr beantwortet, einige sind noch dabei und einige haben, wie ich, jetzt erst damit angefangen. Zum Beispiel Frau Rotkraut. Ich wurde von Carola von der Frischen Brise angesteckt, die die 1000 Fragen tatsächlich schon geschafft hat. Das Foto zeigt den Himmel, wie er heute hier aussieht.

141. In welche Länder möchtest du noch reisen?

Gerne nochmals: Norwegen, Schweden, Dänemark (ich war schon mehrfach dort, aber noch nie in Kopenhagen), Finnisch-Lappland, Holland (ich würde gerne nochmal Amsterdam besuchen), Großbritannien (doch London nochmal besuchen), Schottland, Italien

Erstmals: Polen (Danzig, Wroclaw, Kurische Nehrung, Masuren, Krakau), Lettland (Riga), Estland (Tallinn und Insel Saaremaa), Russland (vor allem Sankt Petersburg), Portugal (Lissabon), Kanada, Neuseeland

142. Welche übernatürliche Kraft hättest du gern?

Ich wäre schon dankbar, wenn ich ausreichend irdische Kraft hätte. ;-)

143. Wann wärst du am liebsten im Erdboden versunken?

So einige Male. Decken wir den Mantel des Schweigens darüber. ;-)

144. Welches Lied macht dir immer gute Laune?

Kann ich nicht sagen, weil das sehr von der eigentlichen Situation abhängt. Es gibt Lieder, die mich in eine bessere Stimmung versetzen können, aber eben nicht „immer“.

145. Wie flexibel bist du?

Ich fürchte, nicht so flexibel, wie ich gerne wäre.

146. Gibt es eine ungewöhnliche Kombination beim Essen, die du richtig gern magst?

Eher nicht. Mir fällt jedenfalls gerade nichts Entsprechendes ein.

147. Was tust du, wenn du in einer Schlange warten musst?

Geduldig warten. Wenn es wirklich lange dauert, beobachten und „psychologische Studien treiben“ :-)

148. Wo siehst du besser aus: im Spiegel oder auf Fotos?

Pfffh … wahrscheinlich im Spiegel … auf den meisten Fotos sehe ich nicht wirklich gut aus. Es gibt seltene Ausnahmen.

149. Entscheidest du dich eher für weniger Kalorien oder mehr Sport?

Weniger Kalorien

150. Führst du oft Selbstgespräche?

Bis vor kurzem: nie. Jetzt übe ich mich in bestimmten Situationen ein bisschen darin.

151. Wofür wärst du gern berühmt?

Ich möchte gar nicht berühmt sein.

152. Wie fühlt es sich an, abgewiesen zu werden?

Kommt auf den Kontext an, meist aber wohl unangenehm bis schmerzhaft.

153. Wen würdest du gern besser kennenlernen?

Zum Beispiel einige der Menschen, deren Blogs ich schon sehr lange lese, und/oder denen ich auf Twitter folge.

154. Duftest du immer gut?

Das müsste man die Menschen fragen, die um mich herum sind. „Duften“ vielleicht nicht gerade, aber ich hoffe, dass ich zumindest angenehm rieche

155. Wie viele Bücher liest du pro Jahr?

Deutlich weniger als früher, aber zumindest ist es mir in den vergangenen zwei Jahren gelungen, den Negativtrend umzukehren. Vergangenes Jahr 51 Bücher, dieses Jahr bisher 12 Bücher.

156. Googelst du dich selbst?

Alle paar Jahre mal kurz

157. Welches historische Ereignis hättest du gern mit eigenen Augen gesehen?

Keine Ahnung. Die meisten, die wir hier im Westen als „historische Ereignisse“ bezeichnen, waren gar nicht so toll/positiv, dass ich die mit eigenen Augen hätte sehen wollen.

158. Könntest du mit deinen Freundinnen zusammenwohnen?

Nicht mit allen, aber mit zweien davon auf jeden Fall.

159. Sprichst du mit Gegenständen?

Nein

160. Was ist dein grösstes Defizit?

Kann ich nicht entscheiden. Es ist ein Konglomerat.

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Allgemein ·Vogelliebe

Vogelapokalypse

Die Ornithologen und Vogelfreunde bemerkten es zuerst. Erst überrascht, dann erstaunt, entdeckten sie Vögel die normalerweise in diesen Breiten nie zu sehen waren. Nicht nur eine nichtheimische Vogelart flog ein und wurde beobachtet, sondern immer mehr. Begeistert teilten sie ihre Beobachtungen in den Vogelforen und an den Birder-Stammtischen.

Es kamen immer mehr Vögel, die man hierzulande noch nie zuvor gesehen hatte. Selbst weniger Vogelkundigen fiel das nun auf. Kein Wunder, denn viele der Vögel trugen ein viel farbenprächtigeres Federkleid, als die heimischen Vögel.

Die Fachleute waren sich unsicher, was davon zu halten war. Einerseits waren sie begeistert, Vogelarten zu sehen, die sie sonst mit eigenen Augen nur gesehen hätten, wenn sie für viel Geld an Vogel-Exkursionen im Ausland teilgenommen hätten. Andererseits aber war ihnen klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte.

Viele Menschen, die bisher kein Interesse an Vögeln gehabt hatten, blickten nun aufmerksam umher, um die schönen fremden Vögel zu entdecken und zu beobachten. Im Nu waren, Vogelkundebücher, Ferngläser und selbst die teuren Spektive überall ausverkauft. Früh morgens und am späten Nachmittag sah man ganze Trupps von Menschen unterwegs auf Vogelbeobachtungsspaziergängen.

Doch es kamen weiterhin immer mehr Vögel. Wo man ging und stand, überall waren sie und erfüllten die Luft mit ihren fremden Rufen und Gesängen.

Die ersten Menschen begannen sich zu beklagen. Die Terrassen, die Laternen, die Straßen und die Autos waren mit Vogelkot bedeckt und die Reinigungsunternehmen kamen nicht mehr damit nach alles wieder sauber zu machen. Es erging ihnen wie Sisyphos. Hatten sie endlich ein Stück gesäubert und begannen ein weiteres zu säubern, so war das erste wieder verdreckt noch bevor sie mit dem zweiten fertig wurden.

In den Zeitungen, im Fernsehen und auf den sozialen Medienplattformen wurde über die gesundheitlichen Risiken diskutiert. Forderungen wurden laut, der Vogelplage Einhalt zu gebieten. So könne es nicht weitergehen.

Es kamen immer mehr und mehr Vögel, an manchen Morgenden war der Himmel schwarz von den riesigen Schwärmen. Es waren nicht nur Singvögel, sondern auch Greifvögel und Meeresvögel, einfach alle Arten waren vertreten.

Kinder, die zuerst über die fremden bunten kleinen Vögel gelacht und sich gefreut hatten, begannen sich zu fürchten, weil es immer mehr Vögel wurden und manche davon waren viel viel größer, als sie es bis dahin gewohnt waren.

Aber auch bei den Erwachsenen schlug die Stimmung um. Berichte häuften sich, dass Vögel Kinder und Erwachsenen angegriffen hatten. Blut war geflossen. Einige Hartgesottene machten sich noch lustig und verwiesen lachend auf Alfred Hitchcocks »Die Vögel«. Doch auch ihnen verging das Lachen immer mehr. Die Erwachsenen begannen sich zu fürchten.

Gärten, Parks, öffentliche Plätze waren voller Vögel. Mehrere Autobahnen hatten gesperrt werden müssen, weil riesige Vogelschwärme sich darauf niedergelassen hatten und keine Anstalten zeigten, weiterzufliegen. Alle Versuche, die Vögel dauerhaft von den Autobahnen zu vertreiben, schlugen fehl. An ein Durchkommen war nicht mehr zu denken.

In mehreren Ministerien und im Bundestag wurde über die Vögel und all die Probleme, die sie verursachten debattiert, Fachleute wurden angehört und schließlich einfach jeder, der eine Lösung für das Problem versprach. Allein, es wurde keine Lösung gefunden. Und die Vögel kamen weiter und weiter.

Kinder konnten nicht mehr draußen spielen. Zu groß war die Gefahr sich entweder irgendwelche Infektionen von den Vögeln oder ihrem Kot einzufangen, oder gar gleich attackiert zu werden. Kindergärten und Schulen wurden geschlossen, weil niemand mehr die Verantwortung für die Sicherheit der Kinder übernehmen wollte.

Von den Erwachsenen ging nur hinaus, wer es unbedingt musste. Alle Wege wurden so schnell wie möglich zurückgelegt. Oft aber kamen sie gar nicht an ihr Ziel, weil die Wege von herumsitzenden Vogelscharen blockiert waren. Der öffentliche Verkehr war eingestellt worden nachdem mehrere Straßenbahnen wegen Vögeln auf den Schienen entgleist waren und auch der Bahnverkehr war fast zum Erliegen gekommen. Die Gefahr mit einem plötzlich auftauchenden Vogelschwarm zu kollidieren war zu hoch. Gleiches galt für den Flugverkehr.

Dann wurden Unternehmen, Fabriken und Geschäfte geschlossen. Entweder weil die Arbeitnehmer nicht mehr kommen konnten, oder weil schlicht kein Waren- oder Ersatzteil- oder Arbeitsmaterialiennachschub mehr ankam. Die Behörden hielten noch etwas länger durch. Krankenhäuser unterhielten noch einen Notbetrieb.

Die Felder konnten nicht mehr bestellt werden, die Obstbäume waren von den Vögeln geplündert worden, und wo immer etwas auf Feldern oder in Gärten wuchs, die Vögel waren meist schneller als die Menschen. Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, Obst und Gemüse wurde immer schwieriger.

Dann brach auch noch die Stromversorgung zusammen. Zu Beginn der Vogelinvasion, waren noch viele der Vögel durch Windräder umgekommen, aber die Vögel lernten hinzu und umflogen die Hindernisse. In einem Windpark hatte man sogar beobachtet, wie sich große Vogelscharen scheinbar gezielt und direkt in die Windräder gestürzt hatten, bis die Windradflügel wegen all der Vogelkadaver an ihnen ächzend zum Stehen kamen und sich nicht mehr drehen konnten.
Stromleitungen über Land brachen unter dem Gewicht unzähliger Vögel, die sich auf sie gesetzt hatten zusammen. Umspannwerke wurden von den Vögeln unbrauchbar gemacht. Reparaturtrupps waren losgeschickt worden, mussten aber alle unverrichteter Dinge zurückkehren. Die Vögel ließen sie nicht bis zu den beschädigten Umspannwerken und Leitungen vordringen oder attackierten sie so sehr, dass eine Reparatur unmöglich war. Und gelang es doch mal einem Trupp, eine Leitung wieder herzustellen, dauerte es nicht lange, bis die Vögel die Leitung wieder zerstörten.

Selbst Häuser waren nicht mehr sicher für die Menschen. Jederzeit konnte ein Vogelschwarm durch Fenster oder Glastüren fliegen und waren die erstmal zerbrochen oder aus Versehen offengelassen worden, konnte man den anfliegenden Vögeln kaum noch Herr werden. Meist besiedelten sie sofort Wohnungen und Häuser und nutzten sie als Ruhe- und Schlafplätze. Die Menschen zogen sich in Keller, Bunker und Erdlöcher zurück. Infektionen und Seuchen griffen um sich und forderten unzählige Opfer unter den Menschen.

Auch die Wälder boten keinen Zuflucht mehr. Viele Bäume brachen unter dem Gewicht der auf ihnen ruhenden Vögel zusammen. Waldbeeren und -früchte, waren von den Vögeln aufgefressen. Und wer Holz zum Kochen und Verfeuern aus dem Wald holen wollte, begab sich auf ein Himmelfahrtskommando.

Selbst den größten Vogelliebhabern verging ihre Liebe. Die Grünen erwogen drastische Maßnahmen, um die Vogelplage zu bekämpfen, konnten sich aber nicht auf eine Linie einigen, bevor größere Treffen oder gar Kommunikation gar nicht mehr möglich waren. Naturschützer versuchten sich in abwegigen Erklärungen und beschworen das baldige Ende der Vogelinvasion oder verstummten zunehmend. Einige wenige Naturschützer ergaben sich pragmatisch und fatalistisch in ihr Schicksal. Die Natur sei eben stärker als der Mensch.

Manche Pfarrer und Priester donnerten anfänglich noch von ihren Kanzeln herab, dass die Menschen dieses Gottesgericht verdient hätten. Die Unmoral und Gottesferne der Menschen habe die Katastrophe geradezu heraufbeschworen.

Hier und da bildeten sich seltsame kultähnliche Gruppierungen, die vogelähnliche Gebilde verehrten und Opfer darbrachten. In einigen Winkeln Europas ging das soweit, dass menschliches Blut vergossen wurde, weil die Kultanhänger glaubten, das würde die Vögel besänftigen. Natürlich bewirkte das alles gar nichts.

Ganz Europa war betroffen und nach einigen anfänglichen Versuchen gemeinsam das Vogelproblem anzugehen und sich gegenseitig beizustehen, hatte man sich bald zerstritten. Die Nerven lagen blank. Die Menschen bewaffneten sich und richteten ihre Waffen bald nicht mehr »nur« auf Vögel, sondern auch gegeneinander, um ihre Vorräte zu verteidigen.

Alle wissenschaftlichen Kenntnisse, aller technischer Fortschritt, alle Waffen, alles Geld nutzte rein gar nichts. Die Menschen konnten sich der Vögel nicht mehr erwehren.
Die Vögel hatten stellvertretend für die Natur zurückgeschlagen, der Untergang Europas oder zumindest eine große Dezimierung der Menschen dort war nicht mehr aufzuhalten.

Die anderen Kontinente starrten ungläubig auf das, was sich im reichen Europa abspielte. Ein ganzer Kontinent in die Katastrophe gestürzt - von Vögeln!

Der ganze Europäische Kontinent war in Bewegung. Die Europäer waren auf der Flucht. Auf der Flucht vor den Vögeln. Die Hauptrichtung der Flüchtlingsströme, die meist bei Nacht unterwegs waren, weil das noch am sichersten schien, ging Richtung Afrika. Unfassbare Szenen spielten sich an den Häfen des Mittelmeers ab, wo die Menschenmassen verzweifelt nach Möglichkeiten suchten, das Mittelmeer Richtung Afrika zu überqueren und sich endlich in Sicherheit zu bringen.

Die afrikanischen Staaten hielten zunächst ihre Häfen noch offen, und die ersten Flüchtlinge aus Europa, wenn sie es denn überhaupt zu Fuß bis ans Mittelmeer geschafft hatten, wurden gastfreundlich aufgenommen und versorgt. Doch die Flüchtlingszahlen stiegen und stiegen und bald wusste man nicht mehr wohin mit all den Menschen und noch weniger, wie man sie versorgen sollte. Die Häfen wurden geschlossen, Flüchtlingsschiffe, die es bis kurz vor die afrikanische Küste schafften, wurden beschossen und zur Rückkehr nach Europa gezwungen.

Nord- und Südamerika boten an, eine lächerlich kleine Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen. Australien und Neuseeland winkte ab, man habe genug mit den Flüchtlingen zu tun, die wegen des steigenden Meeresspiegel kämen.

Asien nahm ebenfalls eine Anzahl Flüchtlinge auf, aber nur handverlesene Zuwanderer, bei denen zu erwarten war, dass sie sich möglichst störungsfrei in das politische System einfügen würden.

Die Vögel blieben nicht nur in Europa, sie vermehrten sich auch dort. Die Zahl der Vögel nahm zu und zu, die Lage wurde immer dramatischer.

Die anderen Kontinente wurden immer unruhiger. Was, wenn die Vögel sich entschließen würden, Europa zu verlassen und sich einen der anderen Kontinente vorzunehmen?

Vielleicht sollte man Europa einfach aufgeben und mit Atombomben auslöschen und damit zugleich die Abermillionen Vögel dort? So könnten diese wenigstens nicht noch über andere Kontinente herfallen?

Letztlich entschied man sich dafür noch etwas abzuwarten und weiter zu beobachten. Notfallpläne wurden trotzdem ausgearbeitet. Atombomber standen bereit, um im Fall der Fälle gen Europa zu fliegen und dem Spuk dort ein Ende zu bereiten, oder ihn zumindest deutlich einzudämmen. Sicher, einen ganzen Kontinent aufzugeben, über 740 Millionen Menschen die Existenz zu nehmen, klang furchtbar, aber dafür würde man viel mehr Menschen und den Rest der Welt retten. Das musste man einfach klar und sachlich sehen. Vielleicht war die Zeit der Europäer einfach vorüber?!

Inzwischen sprach man überall nur noch von der Vogelapokalypse.

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