Privates ·Tagesnotizen 2017

Was los war am 16. Januar 2016

Früh aus dem Bett, fix fertig gemacht, fix gefrühstückt. Anschließend mit meinem Yoda in das nahegelegene Städtchen gefahren, um dort einiges zu erledigen.

Unter anderem wollte ich zur Sparkasse, mal einen Blick auf mein Konto werfen (nein, ich mache bisher kein Online-Banking) und etwas wegen eines mir zugeschickten Flyers fragen. Festgestellt, man kann auch mit Papier spammen. Der Flyer hatte einen neuen »Service« der Sparkasse angepriesen bzw. er war so geschrieben, dass für mich nicht daraus hervorging, ob das nun ein zusätzlicher Service sein soll, oder etwas Obligatorisches, das jeder Kunde zukünftig nutzen muss, wenn er bestimmte finanzielle Dinge zu regeln hat. Die Bankangestellte wand sich bei ihren Antworten verbal etwas, musste aber schließlich einräumen, dass es nur ein neuer Service ist, den man in Anspruch nehmen kann, aber nicht muss.

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Schon auf dem Weg zur Bank hatte mich mein Yoda mit den harmlos wirkenden Worten »Komm, wir gucken nur mal und hören mal, ob die uns was raten können!« (oder so ähnlich), in ein Optiker-Geschäft gelockt.

Dass Augen sich mit zunehmendem Alter verändern, ist ja nun kein Geheimnis mehr. Bei mir ist da schon länger was im Gange, was ich bisher aber stoisch ignoriert habe, weil ich mir dachte, alles was an Veränderung schon durch ist, bevor ich zu Hilfsmitteln greife, ist durch, und wenn ich es lang genug hinauszögern kann, spart es mir am Ende vielleicht ein oder zweimal einen teuren Brillenkauf.

Nun zeigte sich aber zunehmend, dass es ohne Hilfsmittel doch arg mühsam wird. Besonders weil ich ja viel am Rechner arbeite und die Augen dementsprechend stark gefordert sind. Vermehrte Kopfschmerzen, trockene Augen und zunehmende Lichtempfindlichkeit stellten sich ein und sind nicht wirklich prickelnd.

Jedenfalls, die freundliche Optikerin vermaß meine Augen, befand, dass sich meine Sehstärke (was die schon vorhandene Brille, die ich vorwiegend wenn ich das Haus verlasse und zwingend beim Autofahren trage, anging) nicht verändert hat. Aber eben der Nahbereich, der hat sich verschlechtert und eine entsprechende Brille sei daher höchst angeraten.

Also schaute ich mir Brillengestelle an, zog an, zog aus und hatte nach ungefähr sechs von ihr angebotenen Gestellen, eine in der Hand, die mir zusagte. Leicht, nicht zu klobig, farblich ebenfalls schön und passend zu meinem Gesicht. Auch preislich war besagtes Gestell akzeptabel. So weit, so gut.

»Kommen wir zu den Gläsern!«, fuhr die nette Optikerin fort und erklärte uns alle möglichen Varianten und allen möglichen Schnickschnack. Auf Schnickschnack legte ich keinen großen Wert.

»So, dann rechnen wir mal zusammen«, sagte die nette Optikerin, rechnete kurz und nannte dann einen Betrag, der mich erbleichen ließ. Mein Yoda sah mich erbleichen und raunte mir zu, das sei zu erwarten gewesen. Brillen mit Gleitsicht, seien halt ein teurer Spaß. Ähm, ja, aber soooo teuer?, dachte ich und versuchte den Schock zu verdauen.

Der netten Optikerin war natürlich auch nicht entgangen, dass ich plötzlich deutlich bleicher aussah. Sehr einfühlsam und verkaufspsychologisch geschickt, brachte sie an dieser Stelle den Hinweis, dass der Hersteller anbietet, wenn ich binnen der folgenden drei Monate noch eine Brille bräuchte, mir eines der Gläser in der neuen Brille zu schenken. Ja, super! Wenn man sich binnen drei Monate von den Kosten für so eine Erstbrille erholt hat, ist das sicher ein netter Anreiz, sich gleich noch eine weitere Brille zuzulegen. Ich musste mich erstmal mit dem Gedanken anfreunden, eine Brille für den aktuellen Preis zu erwerben.

Wenn es allein nach mir gegangen wäre, hätte ich mich an dieser Stelle freundlich für die Beratung bedankt und hätte den Laden wieder verlassen, um erstmal noch ein oder zwei Nächte (Wochen? Monate? Jahre?) darüber zu schlafen.

Aber mein Yoda kennt mich ja und weiß wie der Hase läuft und ließ mich daher nicht davonlaufen, sondern bestärkte mich darin, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen. Letztlich sah ich ein, dass wohl kein Weg daran vorbeiführt, mir jetzt so eine Brille zuzulegen. Immer noch bleich und von Übelkeit geplagt, aber mit einer neuen Brille, verließen wir schließlich den Laden. Also, noch nicht mit der neuen Brille, die wird ja jetzt erst zusammengedrechselt. Im Laufe der nächsten Woche soll sie fertig sein und kann abgeholt werden.

Ich bin jetzt sehr gespannt, wie sich meine neue »Bildschirmarbeitsplatzbrille« (klingt in meinen Ohren solide und bodenständig), oder »Raumcomfortbrille« (klingt in meinen Ohren eher wellnesslike und nicht so wirklich vertrauenserweckend), wie die Experten sie bezeichnen, im täglichen Gebrauch bewähren wird. Vor allem, wie ich mit der Gleitsicht zurechtkommen werde.

Danach jedenfalls war ich nicht mehr wirklich brauchbar, besorgte nur noch zwei, drei dringende Kleinigkeiten, und mein Yoda versuchte mich mit ermutigenden Anmerkungen wieder aufzubauen.

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Zurück zu Hause gab es schon bald Mittagessen, u.a. sehr gute Bratwurst, die die WG-Mitbewohner von ihrem Pfalz-Tripp mit heimgebracht hatten und gnädig mit uns teilten (hätten sie ja auch heimlich alleine verputzen können).

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Da ich nicht wieder erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit in der Gegend herumspazieren wollte, und die Sonne herrlich schien, machte ich mich gleich im Anschluß wieder mit meinem Yoda auf den Weg und spazierte durch die Landschaft.

Raten Sie, was ich zuhause liegen ließ? Richtig meine Brille! Ich vergesse die Brille sogut wie nie, wenn ich irgendwo hinfahre, aber wenn ich hier im Dorf unterwegs bin oder eben in der Gegend herumspaziere, dauernd. Wirklich blöd!

Zum Glück hatte ich meinen Yoda (inklusive Brille) dabei, und so sah erahnte ich unterwegs zweimal größere Sprünge Rehe, die ich ohne vorherigen Hinweis von Yoda, glatt übersehen hätte. Aber auch so war es schön, zu wissen, sie sind da!

Ansonsten begegnete uns kein Auto und kein Mensch, was sehr schön war. So etwas löst bei mir ja immer so ein Gefühl des »aus der Welt gefallen seins« aus. Ich mag das.

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Wieder zuhause angekommen, die weltbeste WG-Genossin verabschiedet, die sich nun ihrerseits zu verschiedenen Besorgungen und Terminen ins nahegelegene Städtchen aufmachte.

Dann arbeitete ich bis zum Abend Verschiedenes von der To-Do-Liste und vom Schreibtisch weg.

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Zu Abend gegessen, Nachrichten geschaut, meine nächste Bumerangferse gestrickt, nochmal in Twitter geschaut und den Feedreader leergelesen. Dabei gedacht: Ach, es gibt so viele wunderbare Magazine, und so wenig Geld (um sie alle kaufen zu können) und so wenig Zeit (um sie alle anschauen und lesen zu können und nochmal anzuschauen und zu lesen). Zum Beispiel das hier: »Flaneur«-Magazin«!

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Viel zu spät ins Bett gefallen und Rapüüüh …

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