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Der Sommer 2016 und eine Woche auf Hiddensee

Ostseestrand am Leuchtturm Gellen auf Hiddensee

Während der Sommer noch ein letztes Feuerwerk abbrennt und Menschen und Natur unter der Hitze ächzen, schaue ich etwas ungläubig drein, dass der Sommer vorbei ist. Dieser Sommer ist irgendwie ganz anders gelaufen, als ich es geplant und erwartet hatte. Klar, einiges was ich mir vorgenommen hatte, konnte ich in die Tat umsetzen, es gab einige überraschende Entwicklungen und Erlebnisse, die positiv und schön waren, aber eben auch einiges, das so nicht hätte sein müssen. So ein richtiges »Sommergefühl« kam bei mir eher selten auf, aber doch wenigstens hin und wieder.

Ganz besonders in der vergangenen Woche, die ich auf Hiddensee verbringen konnte. Wenigstens dieser lang gehegte Plan konnte umgesetzt werden, auch wenn es kurz vorher kurz so aussah, als ob ich auch diesen Plan hätte begraben müssen. Das hätte mich dann wirklich traurig gemacht, denn auf Hiddensee habe ich mich schon monatelang ganz besonders gefreut, nicht zuletzt, weil ich dort eine liebe Freundin samt ihrer Familie treffen wollte. Man könnte sagen, ich habe darauf hingelebt. Jedenfalls die Woche auf Hiddensee war wirklich schön, wenn auch - wie immer - viiiiel zu kurz. Ich hätte gerne noch zwei, drei, ganz viele Wochen drangehängt.

Eigentlich wäre ich dieses Jahr gerne mal Richtung Lüneburger Heide gefahren. Als ich 6 oder 7 Jahre alt war, war ich einmal mit meinen Eltern dort, aber damals war ich noch zu jung, um zu begreifen, was für eine tolle, bemerkenswerte Landschaft das ist. Ich trottete gelangweilt hinter den Erwachsenen her und war froh, als das verlängerte Wochenende in der Heide vorbei war. Inzwischen würde ich gerne nochmal in die Heide und sie mit anderen Augen anschauen. Ich hatte mich deswegen vor einiger Zeit ein bisschen schlau gemacht, wohin in der Heide man am besten fährt und dabei erfahren, dass dieses Jahr die Heideblüte besonders schön und langanhaltend gewesen ist, weil das Wetter zur Blütezeit ziemlich wechselhaft war. Das befeuerte natürlich meinen Wunsch hinzufahren und mir das selber anzuschauen. Tja, was soll ich sagen, die Pläne zerschlugen sich aus Gründen, und ich sagte am Ende »vielleicht im nächsten Jahr« … wie schon so oft.

DÜNENHEIDE AUF HIDDENSEE

Umso begeisterter war ich, als mir dann aufging, dass ich rechtzeitig zur Heideblüte auf Hiddensee sein würde. Kenner und Liebhaber der Insel wissen, dass es dort die sogenannte Dünenheide gibt, also eine Heidelandschaft direkt hinter den Dünen, hinter denen wiederum die Wellen der Ostsee an den Strand schlagen. Es ist ein 75 Hektar großes Naturschutzgebiet und die letzte erhaltene Küstenheide in Deutschland. Als ich letztes Jahr zum ersten Mal (für drei Tage) auf Hiddensee war, hatte es zeitlich nicht mehr gelangt, auch den Süden der Insel und damit diese Heidelandschaft zu erkunden.

Dieses Jahr war es dann so weit und es war einfach nur wunderschön! Der Gipfel der Idylle war dann natürlich, als ausgerechnet als wir dort unterwegs waren, der Inselschäfer mit der gar nicht so kleinen Schafherde durch die Heide kam und quasi einen halben Meter entfernt an mir vorbeiwanderte, die Schafe und ein paar Ziegen hinterdrein. Hachz!!

Häuschen in der Dünenheide von Hiddensee

Die Inselschafe in der Dünenheide

Die Herde rauhwolliger Pommerscher Landschafe zieht durch die Dünenheide auf Hiddensee

Die Schafe sind übrigens Rauhwollige Pommersche Landschafe, die in den 1980er Jahren so gut wie ausgestorben waren. Die UNO setzte die alte Landschaf-Rasse damals auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierarten. Mit sieben Böcken und etwa 40 Mutterschafen die man noch fand, startete man eine neue Zucht mit der alten Rasse. Heute gibt es wieder einige tausend Schafe dieser Rasse, einige davon auch auf Hiddensee.

Häuschen in der Dünenheide auf Hiddensee

Auch sonst habe ich es sehr genossen auf der Insel zu sein, am Strand und der Ostsee entlang zu spazieren, die Sonne und den leichten Wind zu genießen. Wir hatten weitestgehend grandioses Sommerwetter erwischt, vermutlich besser als manche zur Hochsommerzeit dort.

Neben der Dünenheide inklusive Hirt und Schafherde hatte die Woche noch mindestens drei weitere Highlights.

LEUCHTTURM DORNBUSCH UND DIE STEILKÜSTE AUF HIDDENSEE

Blick auf die Insel Hiddensee, Bodden (links) und Ostsee (rechts) vom Dornbusch aus

Zum einen habe ich es dieses Jahr auch zum Leuchtturm Dornbusch geschafft und bin sogar hinaufgestiegen. Was für ein herrlicher Ausblick von dort oben!

Leuchtturm DornbuschBlick auf die Ostsee von der Steilküste beim DornbuschSanddorn und Leuchtturm DornbuschFerienhäuschen auf der Steilküste beim Klausner auf HiddenseeAusblick auf die Ostsee von der Steilküste beim Klausner auf Hiddensee

STAND UP PADDLING AUF DER OSTSEE

Das zweite Highlight kam ungeplant. Ich entdeckte nämlich, dass auf Hiddensee auch Stand Up Paddling angeboten wird. Kurzentschlossen ergriff ich die Chance und buchte einen 1 1/2-stündigen Schnupperkurs. Kurz vor Beginn des Kurses packte mich dann doch etwas die Panik vor meiner eigenen Courage, aber ich zog es durch. Man wird ja nicht jünger, wer weiß, wann sich eine neue Chance ergibt, etc. etc.

Vor dem Paddling steht jedoch noch eine andere Herausforderung. Ich musste mich, ebenfalls eine Premiere, in einen Neoprenanzug wurschteln. In diesem Fall zum Glück »nur« ein sogenannter Shorty, also kurze Arme und Beine, was das Anziehen etwas erleichterte. Die Dinger sitzen knalleng, und zuerst kam ich mir ein bisschen wie eine Presswurst vor, aber das gab sich erstaunlich schnell. Zwar nicht das erste, aber das zweite, das ich sagte, als ich wieder der Ostsee entstieg war: »So ein Ding will ich haben!« Obwohl die Ostsee an besagtem Tag wirklich kühl war, hab ich nicht eine Minute gefroren. Großartig! Mit so einem Shorty würde sich jedenfalls das Zeitfenster in dem man in unserem See noch schwimmen kann, deutlich vergrößern. :-)

Die 1 1/2 Stunden Schnupperkurs wurden am Ende 2 volle Stunden, und sie vergingen wie im Flug. Der Lehrer war wirklich sehr angenehm und unsere Gruppe auch überschaubar klein (4 Personen), so dass alle gut und individuell angeleitet und falls nötig auch korrigiert werden konnten. Bis man den Bogen erstmal raus hat, ist das Ganze recht kräftezehrend, also zumindest wenn man nicht voll durchtrainiert und deutlich jenseits des Jugendalters ist. Hat man den Bogen raus, ist es so toll, wie es aussieht, wenn Könner, lässig auf dem Bord stehend gemächlich paddelnd vorbeiziehen. Ich bin auf jeden Fall angefixt und konnte somit unverhofft einen weiteren Punkt von meiner Liste der Dinge, die ich gerne mal ausprobieren oder unbedingt noch machen möchte, streichen. Juchu! Leider hab ich vor lauter Aufregung vergessen, ein Foto von mir im Shorty samt Bord und Paddel machen zu lassen. *gnarf*

LEUCHTFEUER GELLEN

Das dritte Highlight war die Radfahrt zum Leuchtturm bzw. Leuchtfeuer Gellen, das sich im gleichnamigen südlichen Teil der Insel befindet. Dieser Teil ist heute ein Naturschutzgebiet, der südliche Teil des Gebietes gehört als ein bedeutendes Vogelschutzgebiet zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Das Foto über diesem Beitrag zeigt den Ostseestrand am Leuchtfeuer Gellen und den Blick gen Norden über die Insel.

Holzkunst am Leuchtfeuer Gellen

Dünen und Strandzugang am Leuchtfeuer Gellen

Leuchtfeuer GellenBlick über einen Teil des Neuendorfer Hafens

Die Woche auf Hiddensee und die unerwarteten warmen und sonnigen Tage jetzt im September haben mich noch etwas mit dem Sommer 2016 versöhnt. Nun stehen alle Zeichen auf Herbst, und ich hoffe, er wird ähnlich schön wie letztes Jahr. Vielleicht kann ich dann doch noch einige Ausflüge und Unternehmungen starten, die im Sommer nicht zu verwirklichen waren.

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Mecklenburg-Vorpommern ·Reisen

Unterwegs auf dem Amazonas des Nordens

Die Hansestadt Demin

Letzte Woche habe ich ein besonderes Abenteuer unternommen und erlebt. Ich war eingeladen worden an einer Flußkreuzfahrt teilzuehmen und zwar auf der Peene. Kaum ein Fluß in Deutschland ist noch so naturbelassen und von so viel wilder Natur umgeben. Deshalb trägt die Peene auch den Beinamen »Amazonas des Nordens«.

Peene

Die Fahrt führte über den gesamten schiffbaren Teil der Unterpeene, von Malchin über den Kummerower See (viertgrößte See in Mecklenburg-Vorpommern) bis zur Ostsee und noch ein bisschen weiter über das Stettiner Haff nach Karnin auf Usedom. 96 Flusskilometer durch Niedermoore, Bruchwälder, Flussauen und vorbei an großen Torfstichen.

Peene

Wir starteten in Malchin und fuhren zunächst Richtung Kummerower See, dann ging es über den großen See, vorbei an den Dörfern die seine Ufer säumen bis hinüber nach Verchen und vorbei an Aalbude ging es dann auf der Peene weiter. Wir passierten zwei kleine Dörfer mitten in dieser endlos scheinenden Natur. Diese Dörfchen erreicht man nur, wenn man echte Ortskenntnis hat und weiß, welche Naturwege dorthin führen.

an den Ufern der Peene

Weiter ging es durch die atemberaubende Landschaft und dann erreichten wir Demmin und fuhren am alten Pulverturm vorbei durch die alte Hansestadt.

Demmin

Von dort ging es weiter bis wir das kleine Städtchen Loitz passierten.

Loitz

an den Ufern der Peene

Das Peenetal ist einer der bedeutendsten Vogellebensräume Deutschlands. 156 Vogelarten sind nachgewiesen, 40% davon stehen Roten Liste gefährdeter Arten, 26% davon sind europaweit geschützte Arten. Aber auch viele vom Aussterben bedrohte Libellen-, Schmetterlings- und Nachtfalterarten sind dort heimisch.

Torfstich an der Peene

Unser erste Halt war Alt Plestin, ein herrlich gelegener Wasserwanderrastplatz und ein winziges Dörfchen. Wir warfen Schuhe und Strümpfe von uns und kühlten unsere Beine in der Peene. Doch bald schon ging es wieder zurück auf unser Schiff, die »Hansestadt Demmin«. Das nächste etwas größere Städtchen war Jarmen, dann ging es vorbei an Gützkow mit seinen schönen Peenewiesen.

Peene bei Alt Plestin

Im Peenetal befindet sich eines der größten zusammenhängenden Niedermoorgebiete Mittel- und Westeuropas und uns beeindruckten auch die großen Torfstiche, die mit Wasser vollgelaufen wie große Seen oder Wasserbecken rechts und links vom Fluß liegen und in denen sich die Vogelwelt sammelt. An der Peene sind sowohl Fisch- als auch Seeadler heimisch und zumindest Fischadler haben wir fliegen sehen.

Torfstich an der Peene

Torfstich an der Peene

Bekannt ist das Peenetal auch für seine großen Fischotter- und Biberpopulationen. Noch vor 30 Jahren gab es keinerlei Biber mehr in Mecklenburg-Vorpommern. Dann wurden 30 Biber, die aus dem Elbetal umgesiedelt werden mussten, zwischen Jarmen und Anklam ausgesetzt. Entlang der Peene sind heute wieder ca. 500 Biber heimisch. Wir sahen mehrere Biberburgen entlang der Peene, leider aber keinen Biber. Biber sind ja eher nachtaktive Tiere und daher am ehesten in der Dämmerung zu beobachten. Dafür haben wir aber wenigstens einen Fischotter gesehen.

Torfstich und Weiden an der Peene

Torfstich und Weiden an der Peene

Nächster Halt war dann Stolpe an der Peene, ebenfalls ein malerisch an der Peene gelegenes sehr schönes Dörfchen mit einem weiteren sehr schönen Wasserwanderrastplatz. Wir besichtigten die Ruinen des Klosters Stolpe und sahen uns in dem Dörfchen um.

Stolpe

Kurz vor Anklam, kam dann was die Vogelsichtungen während dieser Fahrt anging, der Höhepunkt. Ich habe noch nie so viele Schwäne auf einem Platz gesehen wie dort. Es müssen Hunderte gewesen sein, dazu Kraniche, Kormorane, Graureiher, Störche, verschiedene Gänse und Enten in großer Anzahl und viele kleinere Wasservögel. Leider habe ich davon keine Fotos, weil ich nur mein iPad mit hatte und somit keine Tele-Funktion. Ihr müsst mir also einfach glauben. :-)

Auch die Fahrt durch die alte Hansestadt Anklam, war recht beeindruckend. Vom Wasser her eröffnen sich nochmal ganz andere Perspektiven auf die alten Hansebauten. Anklam ist übrigens auch der Geburtsort des Luftfahrtpioniers Otto Lilienthal.

Anklam Ansicht von der Peene her

Hafenkran in Anklam

Für uns geöffnete Brücke in Anklam

Von dort aus ging es Richtung Mündung in die Ostsee. Die Peene hat nur ein sehr niedriges Gefälle und wenn der Wind von Nord-Ost kommt, wird das Wasser aus der Ostsee in die Peene gedrückt und zwei Tage zuvor hatte der Wind so gedreht. So mündete die Peene an diesem Tag eigentlich nicht in die Ostsee, stattdesssen kam uns die Strömung von der Ostsee her entgegen.

Die Landschaft entlang der Peene verändert sich im letzten Teil vor der Ostsee noch einmal ganz deutlich. Dort ist die Landschaft von großen Reetflächen geprägt, die sich sanft im Wind wiegen. Früher wurden diese Flächen in der Hauptsache von den örtlichen Peenefischern bewirtschaftet. Im Winter, wenn es nicht viel zu fangen gab, weil z.B. die Peene zugefroren war, ernteten sie das Reet und verdienten sich durch diese harte Arbeit ein Zubrot. Heute gibt es nur noch wenige Fischer, die hier Reet ernten, einfach weil es sich finanziell eigentlich nicht mehr groß lohnt. Länder wie Ungarn und Rumänien bieten ebenfalls qualitativ hochwertiges Reet aber zu einem viel günstigeren Preis, so dass der Absatz des Reets von hier immer schwieriger wird. Obendrein ist die Bewirtschaftung wirklich schwierig und wird durch entsprechende (EU-)Verordnungen und Naturschutzauflagen noch zusätzlich erschwert.

Über das Stettiner Haff ging es hinüber nach Usedom zum kleinen Dorf Karnin. Direkt davor stehen die Überreste der Hubbrücke von Karnin, die heute ein technisches Denkmal ist und einmal die wichtigste Verkehrsanbindung von Usedom an das Festland war.

Hubbrücke Karnin

Alles in allem waren wir fast neun Stunden mit dem Schiff unterwegs, und für mich hat es sich wirklich angefühlt wie aus der Zeit und Zivilisation gefallen zu sein. Es war toll, mal einen Fluß zu sehen und zu erleben, der sich ganz seinem natürlichen Verlauf folgend durch die Landschaft windet bzw. mäandert und wir haben natürlich weite Teile dieser Landschaft und der Naturschutzräume sehen können, die man sonst überhaupt nicht sehen kann, weil dort keine Landwege hineinführen. Das Wetter war an dem Tag strahlend schön und so war es einfach nur rundum beeindruckend und toll. Eine der großartigsten Schifffahrten, die ich bisher in meinem Leben machen durfte.

Segelboot auf der Peene

Peene im abendlichen Licht

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Gartenfreude ·Privates ·Reisen

Zu Besuch im Botanischen Garten in Berlin - Teil 2

Blick Richtung Italienischer Garten im Botanischen Garten Berlin

Nach dem ausgiebigen Rundgang durch die großen Gewächshäuser des Botanischen Gartens Berlin ging es nun ins Außengelände.

Wir spazierten durch den Italienischen Garten und wandten uns dann der Gebirgsregion des Himalaya zu, wo wir uns eine Bank suchten und im herrlichen Sonnenschein und mit Blick auf die Gewächshäuser unser mitgebrachtes Mittagsessen verputzten. Dabei leisteten uns einige Hausspatzen Gesellschaft und freuten sich über die von uns hingestreuten Krümel.

Nach der kurzen Pause machten wir uns wieder auf die Socken und wanderten teils durch das Arboretum Richtung Japanischer Pavillon, der sich uns überaus malerisch und umgeben von herrlich blühenden Blumen präsentierte.

Der Japanische Pavillon im Japanischen Garten

Blühende Pracht im japanischen Garten

Blühende Pracht im japanischen Garten

Weiter ging es durch das Arboretum, wo wir uns an den vielen unterschiedlichen Bäumen erfreuten. Ich fand es faszinierend, wie unterschiedlich Baumrinde aussehen kann. Was mir schon in den Gewächshäusern aufgefallen war und mir viel Freude bereitete, war auch hier im freien Gelände teilweise der Fall, nämlich ganz unterschiedliche, teils mir bis dahin fremde aber sehr angenehme Gerüche.

Hortensien im Botanischen Garten Berlin

Würde ich in Berlin wohnen, wäre ich sicher öfter im Botanischen Garten. Da kann man für ein ganzes Leben herumwandern und wird immer wieder neues entdecken. Außerdem käme ja noch hinzu, dass man den Garten auch zu allen Jahreszeiten mit den einhergehenden Veränderungen erleben könnte. Und für Fotografen bietet er natürlich unendlich Motive.

Schließlich erreichten wir den Rosen-Pavillon, waren aber für die meisten Rosen etwas zu spät dran. Sie waren größtenteils schon verblüht oder schon sehr welk. Nur die Wildrosen, sahen noch einigermaßen gut aus.

Wildrosen im Botanischen Garten Berlin

Immer wieder fanden sich blühende Blumen oder Blüten an Sträuchern aus aller Welt.

Blütenpracht im Botanischen Garten Berlin

Irgendwann erreichten wir den Amerikateich und den Eichenteich, wo wir Seerosen, Reiher, Enten und Wasserschildkröten beobachteten.

Idylle mit Reiher im Botanischen Garten Berlin

Außengelände Botanischer Garten Berlin

Wir wanderten weiter bis zum Bauern- und Nutzpflanzengarten, flanierten durch den Duft- und Tastgarten und erreichten schließlich wieder die Gewächshäuser. Als letztes besuchten wir noch das Mittelmeerhaus und fanden großes Vergnügen an den in der Mittelmeerregion und den Kanarischen Inseln beheimateten Pflanzen, vor allem an den großen und herrlich blühenden Oleanderbüschen.

Oleander beim Mittelmeergewächshaus Botanischer Garten Berlin

Palmen im Gewächshaus Botanischer Garten Berlin

Mittlerweile waren wir sechs Stunden auf den Beinen, die uns signalisierten, dass sie langsam genug hatten.

Am Vortag hatte ich eher zufällig auf der Karte gesehen, dass nicht weit vom Botanischen Garten, die »Königliche Gartenakademie« ist, die ich ebenfalls schon länger auf meiner Wunschliste hatte. Also beschlossen wir, dort noch vorbeizuschauen.

Wir konnten zu Fuß dorthin laufen und waren erstaunt, dass es dort, obwohl mitten in der Woche sehr voll war. Alles sehr schön angelegt und sehr verführerisch etwas einzukaufen. Wegen unseres weiten Wegs nach Hause und der am Donnerstag doch recht warmen Temperaturen haben wir dann aber davon abgesehen.

Stattdessen genehmigten wir uns noch einen Kaffee und ein Stück von den zahlreichen angebotenen Torten. Gerne hätten wir draußen im Gartenbereich gesessen, aber der war schon komplett besetzt. Scheinbar ist die »Königliche Gartenakademie« ein beliebter Treff dort in der Ecke. Alt und jung tummelte sich und genoß das tolle Wetter und natürlich Eis und Kuchen. Die Preise sind allerdings auch königlich.

Nach einer guten Stunde schlurften wir reichlich ermattet aber glücklich zurück zu unserem Auto, quälten uns etwas durch den einsetzenden Feierabendverkehr und waren nach gut zwei Stunden kurz vor 19 Uhr wieder zuhause.

Fazit: Ein rundum schöner und gelungener Tag mit vielen Eindrücken und der Erkenntnis, dass wir eigentlich bald mal wieder in den Botanischen Garten Berlin fahren könnten. Wir haben ja vieles dort noch gar nicht gesehen.

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Gartenfreude ·Privates ·Reisen

Zu Besuch im Botanischen Garten in Berlin - Teil 1

Blick auf die Gewächshäuser im Botanischen Garten

Am vergangenen Donnerstag sind wir kurzentschlossen nach Berlin gefahren, um endlich einmal den Botanischen Garten zu besuchen. Der stand schon lange auf unserer »Wunschliste« und nun sollte es endlich soweit sein. Früh um 7 Uhr ging es los Richtung Berlin. Das Wetter versprach gut zu werden, die Fahrt verlief gut und auch meine Befürchtung, es könnte schwierig werden, einen Parkplatz in der Nähe des Botanischen Gartens zu finden, auf dem man auch lang genug parken darf, erwies sich als unbegründet. Wir hatten Glück und fanden auf Anhieb einen Parkplatz direkt neben dem Haupteingang in der Königin Luise Straße. Frohgemut packten wir unsere Rucksäcke, erstanden die Tickets und ab gings ins Grüne.

Gewächshaus im Botanischen Garten Berlin

Als erstes besuchten wir die grandiosen Gewächshäuser, wo wir eine kleine botanische Weltreise erlebten. Zu dieser Zeit waren noch nicht so viele Besucher im Botanischen Garten, so dass wir in aller Ruhe durch die Gewächshäuser spazieren konnten, ausreichend Zeit hatten, genauer hinzuschauen und die Szenerien auf uns wirken zu lassen. Teilweise hatten wir den Eindruck, die Gewächshäuser für uns allein zu haben. Das war wirklich toll.

Hier ein paar Impressionen aus den Gewächshäusern

Blütenpracht aus den Gewächshäusern im Botanischen Garten Berlin

Blütenpracht aus den Gewächshäusern im Botanischen Garten Berlin

Farndetail aus den Gewächshäusern Botanischer Garten Berlin

Pflanzen und Fruchtdetail Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Blattdetails Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Blütenpracht aus den Gewächshäusern im Botanischen Garten Berlin

Blütenpracht aus den Gewächshäusern im Botanischen Garten Berlin

Blattdetails Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Blattdetails Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Blattdetails Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Nach zweieinhalb Stunden verließen wir beeindruckt und erfüllt die Gewächshäuser und wandten uns dem Außengelände des Botanischen Garten zu.

Davon berichte ich demnächst in Teil 2

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Mecklenburg-Vorpommern ·Privates ·Reisen ·Tagesnotizen 2016

Zu Besuch in der Feldberger Seenplatte - Teil 3

Fallada-Haus

Literaturliebhaber werden längst ahnen, warum wir den Abstecher ins kleine Carwitz gemacht haben. Es war Hans Fallada (eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen), der das kleine abgeschiedene mecklenburgische Dörfchen Carwitz auf die Literaturlandkarte setzte, als er 1933 dort ein Büdnerhaus kaufte und sich nach einigen Instandsetzungsarbeiten zusammen mit seiner Familie dort niederließ. In den folgenden zehn Jahren fand er dort ein Refugium vor den Wirren der Nationalsozialistischen Herrschaft und des Krieges und setzte seine schriftstellerische Tätigkeit dort fort.
Heute ist das Büdnerhaus als »Fallada-Haus« bekannt und beherbergt das »Hans-Fallada-Museum«

Wir besuchten das Museum und verbrachten eine sehr interessante und schöne Zeit im Museum und auf dem Gelände rund um das Fallada-Haus.

Das Haus ist soweit es geht im Originalzustand eingerichtet bzw. wieder instandgesetzt. So hat man fortlaufend den Eindruck, der Schriftsteller ist nur gerade in den Garten gegangen und kehrt jeden Moment zurück, um weiter auf seiner Schreibmaschine zu tippen. Die Hausfrau ist nur eben mit den Haustöchtern einkaufen und kehrt gleich heim, um das Mittagessen zu kochen.

Ein Besuch im Museum lohnt sich wirklich.

Arbeitszimmer Hans Fallada

Wohnzimmer Fallada-Haus

Wohnzimmer Fallada-Haus

Küche Fallada-Haus

Küche Fallada-Haus mit Ausblick ins Esszimmer zur Veranda

Das Bienenhaus

Fallada-Haus mit Veranda

Blumen im Garten des Fallada-Hauses

Gelände um das Fallada-Haus

Blick in den Innenhof Fallada-Haus

Fallada-Haus

Schon auf dem Weg hin zum Museum hatten wir das Grab von Hans Fallada aufgesucht. Als er am 5. Februar 1947 in Berlin-Niederschönhausen starb, wurde er zunächst in einem Ehrengrab auf dem Friedhof Pankow III beigesetzt.

Seine erste Frau Anna Ditzen bemühte sich um eine Umbettung nach Carwitz, die 1981 erfolgte. Die sterblichen Überreste Falladas wurden auf dem ehemaligen Dorffriedhof (heute Fallada-Park) beigesetzt.

Grabstelle von Hans Fallada in Carwitz

Im Anschluß unseres Besuches im Fallada-Museum besuchten wir das Cafe Sommerliebe, von dem ich gestern berichtet habe, und dann ging es zurück zum Auto.

In der Nähe entdeckten wir noch eine große Schafherde die malerisch in der mecklenburgischen Landschaft und unter leicht dramatischem Himmel herumstand und -graste. Sozusagen das i-Tüpfelchen auf dem erlebnisreichen und schönen Tag.

Mecklenburgische Schafe in der Feldberger Seenlandschaft

Mecklenburgische Schafe in der Feldberger Seenlandschaft

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