Privates ·Tagesnotizen 2019

5. Februar 2019 - #WMDEDGT

Morgenhimmel

#WMDEDGT für »Was machst Du eigentlich den ganzen Tag« wurde 2013 durch Frau Brüllen initiiert. Die anderen Teilnehmer findet man hier.

7:30 Uhr für meine Verhältnisse früh von allein aufgewacht, was wohl damit zusammenhängt, dass ich gestern für meine Verhältnisse mal früh im Bett war. Ich bin ja eher eine Nachteule. Allerdings nimmt das manchmal ein Ausmaß an, wo ich dann wieder etwas gegensteuern muss, was ich gestern tat. Und zack, gefühlt, viel zu früh wach.

Als erstes überprüft, ob mir schwindelig ist. In letzter Zeit liege ich häufig nicht mehr so gut auf meinem Kopfkissen, was teilweise zu ungünstiger Kopfhaltung und morgendlichem Schwindel bzw. Kopfschmerzen führt. Heute geht es aber einigermaßen, der minimale Schwindel verflüchtigt sich schnell.

Ich ging kurz hinaus auf den Balkon. Checkte den Himmel (hell und bewölkt), die gefühlte Temperatur (eher lau), horchte ob ich irgendwelche Vögel höre (ein kurzes lautes Amselgezeter), checkte das Vogelhaus (muss nachgefüllt werden), checkte die Häuser in der Nachbarschaft, und fragte mich, wie der alte Nachbar, dem es nicht gut geht, wohl durch die Nacht gekommen ist (ja, ich lebe auf dem Dorf). Dann ging ich wieder rein.

7:40 Uhr Der Rest der WG befand sich noch im Land der Träume und so bemühte ich mich, sie da nicht vorzeitig herauszureißen. Ich warf die Calm-App an und meditierte erstmal eine Runde. 10, manchmal auch 20 Minuten am Morgen helfen mir, halbwegs orientiert in den Tag zu starten. Hätte mir vor einigen Jahren jemand gesagt, dass ich mal regelmäßig meditieren werde, hätte ich ihm/ihr innerlich einen Vogel gezeigt. Tja, so ändern sich die Dinge.

8:15 Uhr tauchte die weltbeste WG-Genossin kurz auf und sagt »Guten Morgen« und wunderte sich, dass ich schon wach bin. Ich frühstückte mein übliches Frühstück (Toast mit Apfelgelee und Ananas-Mango-Schwarztee), checkte kurz Twitter, postete ein Foto bei Instagram und guckte und favte durch meine Timeline dort und hörte nebenher eine Podcastfolge.

9:00 Uhr Inzwischen war ich im Bad, habe einer Freundin zum Geburtstag gratuliert, habe erfahren, dass meine Schwester krank daniederliegt und mein Vater heute neue Autokennzeichen bekommt (die alten sind ihm am Wochenende vom Auto abmontiert und geklaut worden). Außerdem einen kurzer Schnack mit meinem Gartenyoda gehalten und die morgendliche Kuschelrunde mit den noch etwas verpennten Katerchen abgehalten.

Als nächstes begann ich meine tägliche Schwedisch-Lernzeit: Ein paar neue Vokabeln, alte Vokabeln wiederholen, einen Auszug aus Vilhelm Mobergs »Torr sommar« lesen und einige Fragen zum Text auf schwedisch beantworten.

Anschließend noch die schwedischen Nachrichten gecheckt. Ich erfuhr u.a., dass sich im Januar eine Rekordzahl von Briten (471) um die schwedische Staatsbürgerschaft beworben haben. Seit der Entscheidung für den Brexit im Jahr 2016 versuchen vermehrt Briten die schwedische Staatsangehörigkeit zu erwerben, aber es waren noch nie so viele in einem Monat, wie im Januar 2019. Wie für alle Nichtschweden gilt auch für die Briten, dass sie mindestens 5 Jahre im Land gelebt haben müssen, bevor sie sich für die schwedische Staatsbürgerschaft bewerben dürfen, oder sie haben seit mindestens zwei Jahren eine/n schwedische/n Ehe- bzw. Lebenspartner/in, dann darf man sich schon nach 3 Jahren im Land um die schwedische Staatsbürgerschaft bemühen.

Außerdem von den zwei schwedischen Müttern erfahren, die die Kampagne »Flyfritt 2019« gestartet haben und 100.000 Schweden dazu bringen wollen, 2019 ganz aufs Fliegen zu verzichten, um etwas für das Klima zu tun. Aktuell sind sie wohl bei 14.500 Teilnehmern an der Kampagne. Tja, auch in Schweden ist Klimaschutz nicht so einfach. Warum allerdings nicht einfach von Klima-Aktivistinnen berichtet wurde, sondern auf allen Kanälen so betont wurde, dass die beiden Frauen, Maja Rosén und ihre Nachbarin Lotta Hammar, Mütter!!! sind, ist mir rätselhaft. Na gut, vielleicht gilt das inzwischen als zusätzliche Qualifikation zum Klimaschutz, jetzt wo so viele Kinder und Jugendliche rund um die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg für den Klimaschutz auf die Straße gehen und streiken.

10:00 Uhr checkte ich meine heutige To-Do-Liste und fing an, sie nach und nach abzuarbeiten.

12:00 Uhr Mittagspause. Ich unterbreche die Arbeit und begebe mich ins Untergeschoss an den WG-Mittagstisch. Wir essen Mittags gemeinsam. Heute gibt es Kartoffelauflauf mit Cabanossi und Rosenkohl, den ich auslassen darf. Mit Rosenkohl kann man mich jagen. Während wir essen, unterhalten wir uns und tragen Neuigkeiten zusammen, die jeder hier und da aufgeschnappt hat.

12:30 Uhr Mittagessen ist fertig, wir räumen gemeinsam den Tisch ab. Ich begebe mich wieder nach oben und werde oben an der Tür schon sehnsüchtig und vorfreudig von Aurelio und Benji erwartet. Spielrunde ist angesagt. Ich jage sie per Spielzeug ordentlich durch die Wohnung, bis ich merke dass Puste und Interesse nachlassen.

Zurück an den Schreibtisch, wo ich aber erst noch meinen RSS-Feed-Reader leerlese, kurz bei Twitter und Instagram vorbeischaue und nebenher eine Podcast-Episode höre. Es geht um Landflucht, genauer die Flucht aus Berlin hinaus aufs Land, weil die Leute die Nase voll haben von der Enge, dem Dreck, dem wenigen bezahlbaren Wohnraum, etc. etc. Ich selbst habe gerade erst von zwei weiteren Bekannten gehört, dass sie Berlin verlassen werden. Beide werden nach Mecklenburg umziehen, wenn auch nicht ganz so dörflich, wie ich hier lebe. Nebenbei verputze ich etwas Pomelo, die die weltbeste WG-Genossin angeschleppt hat. Vitamine im Winter sind wichtig.

13:00 Uhr Weiter geht es mit dem Abarbeiten der To-Do-Liste.

15:00 Uhr Die weltbeste WG-Genossin bringt mir ein Stück Marmorkuchen und einen Schoko-Cappuccino. Ich esse bzw. trinke nebenher und beschäftige mich weiter mit meiner To-Do-Liste.

16:00 Uhr Die Kater maunzen mich penetrant von der Seite an, um mir zu verdeutlichen, dass sie spielen wollen. Also unterbreche ich und beschäftige sie eine Weile. Aurelio kann mal wieder kein Ende finden, und als ich müde gespielt bin, ist er noch nicht zufrieden und probiert einfach alles, von dem er weiß, dass er es nicht tun soll. Alles was er damit erreicht ist, dass er »verbannt« wird. Tja, tut mir leid, aber ich muss noch einiges schaffen heute.

17:00 Uhr Was heute am Schreibtisch erledigt werden musste, ist erledigt. Feierabend!

Ich verlege mich aufs Lesen. Meist lese ich mehrere Bücher parallel. Zur Zeit, neben dem hier im Blog angezeigten Buch, lese ich u.a. »Der Wald - Eine literarische Wanderung« von der schwedischen Schriftstellerin Kerstin Ekman. Gerade geht es um die Menschen, die im Mittelalter nur noch im Wald leben konnten, und unter welchen Bedingungen sie dort leben mussten, und wie sie nicht nur aus der Gesellschaft Ausgestoßene waren, sondern sich immer mehr Mythen auch um und über sie herausbildeten. So entstanden z.B. die Mythen um das sog. Waldvolk, das im Laufe der Zeit ebenfalls verschiedenen Metamorphosen durchmachte. Ekman spürt der »Waldangst« nach, die ihrer Ansicht nach bis heute tief im Menschen sitzt. Im Altschwedischen gab es sogar ein eigenes Wort »Motmadher« (»Gegenmann«) mit dem man einen Mann bezeichnete, der einem im Wald in unbekannter Absicht entgegenkam. Ja, da kann einem schon mal angst und bang werden!

18:00 Uhr Zeit etwas kreativ zu sein. Ich übe mich mal wieder in Brushlettering und Kalligrafie. Wirklich überzeugend sehen die Ergebnisse (nach meinem Empfinden) immer noch nicht aus, aber ich sehe zumindest langsam etwas Fortschritte. Es macht Spaß öfter mal wieder von Hand zu schreiben, und sich wirklich darauf zu konzentrieren, das ruhig und akurat zu tun. Eine gute Möglichkeit etwas herunter zu kommen, ja, es hat etwas Meditatives.

19:00 Uhr Ich schaue zusammen mit der weltbesten WG-Genossin und meinem Gartenyoda die Nachrichten, esse nebenher mein Abendbrot (Brot mit gekochtem Ei belegt, dazu eine heiße Brühe). Die Kulturzeit nehme ich gleich auch noch mit. Unter anderem wird berichtet von Banksys geschreddertem Bild, dass jetzt im Museum Frieder Burda in Baden-Baden zu sehen ist. Ich frage mich, ob, und wenn ja wie oft sich Banksy schon in den eigenen Ar*** gebissen hat, dass der eingebaute Mechanismus defekt war und das Bild eben nicht komplett geschreddert wurde, sondern jetzt erst recht … usw. usf.

20:00 Uhr Ich lese meinen RSS-Feed-Reader nochmals leer, beantwortet noch Mails und verschicke noch einige kurze Nachrichten via WhatsApp und andere Messenger. Nebenher sehe ich Youtube Videos aus abonnierten Youtube-Kanälen.

21:00 Uhr Ich lasse den Tag nochmal Revue passieren. Was war gut? Was war weniger gut? Worüber habe ich mich heute gefreut und wofür bin ich heute dankbar? Dann schreibe ich noch ein paar Sätze in mein analoges Tagebuch.

Schließlich mache mich daran diesen Eintrag zu schreiben. Nebenher sehe ich noch Episoden der 2. Staffel der Serie »Victoria«.

22:00 Uhr Ich werde gleich diesen Eintrag veröffentlichen, mich brav bei Frau Brüllen eintragen (hoffentlich kriege ich das hin), nochmal bei Twitter und Instagram vorbeischauen, und dann geht es bald Richtung Bett, wo ich noch ein wenig meinem aktuellen Hörbuch lauschen werde. Ich höre mich gerade durch sämtliche Hörbücher von Romanen aus Terry Pratchetts Scheibenwelt. Das meiste habe ich schon über die vergangenen zwei Jahr verteilt und fülle jetzt nur noch Hörlücken. Aktuell höre ich »Voll im Bilde«.

Dieser Eintrag ist fertig, und ich werde den Tag wie geplant ausklingen lassen bzw. beenden.

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Privates ·Tagesnotizen 2019

1000 Fragen an mich (1-20)

Im vergangenen Jahr habe ich mit Interesse in verschiedenen Blogs die Antworten auf besagte 1000 Fragen, die ursprünglich im Flow Magazin erschienen sind, gelesen und überlegt, ob ich sie auch beantworten möchte. Was mich abhielt war, dass ich mir zum einen nicht sicher war, ob ich wirlich auf alle Fragen eine Antwort würde geben können, und zum anderen, ob ich das durchhalten würde. Nachdem ich aber jetzt im PDF, das Beyhan von my-herzblut.com erstellt hat, las, dass es völlig okay ist, nicht alle Fragen zu beantworten, wage ich mich jetzt doch auch daran. Mal sehen, wie weit ich komme.

1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan?
Ende Januar 2019 zum ersten Mal Görlitz besucht.

2. Mit wem verstehst du dich am besten?
Mit der weltbesten WG-Genossin und meinem Garten-Yoda.

3. Worauf verwendest du viel zu viel Zeit?
Mit Denken (auch wenn es in den letzten Jahren deutlich weniger geworden ist).

4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen?
Über intelligenten Wortwitz.

5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst?
Ich weine eher selten, und nicht zu gern vor anderen (vielleicht, weil ich es einfach nicht gewohnt bin).

6. Woraus besteht dein Frühstück?
Meistens Toastbrot mit Gelee und Schwarzer Tee.

7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben?
Äh … .

8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter?
Keine Ahnung (meine biologische Mutter habe ich nie kennengelernt, meiner Adoptivmutter gleiche ich, soweit ich das beurteilen kann, höchstens minimal).

9. Was machst du morgens als erstes?
Die Augen auf.

10. Kannst du gut vorlesen?
Ich denke ja. Jedenfalls kamen weder von Kindern noch Erwachsenen, denen ich vorgelesen habe, Klagen.

11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?
Vermutlich bis ich so etwa 6 oder 7 Jahre alt war, wobei das von Elternseite her auch nicht großartig so kommuniziert wurde.

12. Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen?
UNBEDINGT will ich gar nix kaufen. Mir eine schöne Eigentumswohnung irgendwo in der Nähe der Ostsee (muss nicht zwingend in Deutschland sein) kaufen zu können, das wäre schön (wird aber in diesem Leben wohl nicht mehr klappen).

13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne?
Mehr Selbstsicherheit wäre schon nicht schlecht.

14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?
Ich schaue nicht viel Fernsehen. Ziemlich regelmäßig sehe ich die 3sat Kulturzeit und Reportagen, Dokumentationen und manche Serien auf ARTE (ja, so eine bin ich)

15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen?
Ich war in meinem ganzen Leben höchstens dreimal in einem Vergnügungspark und das letzte Mal ist Jahrzehnte her - eher nicht so mein Ding.

16. Wie alt möchtest du gerne werden?
Ich bin jetzt schon älter, als ich erwartet habe. Alles Weitere ist Zugabe.

17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?
Den Norwegenurlaub vor vielen, vielen Jahren, den Schwedenurlaub, den Urlaub in Finnisch-Lappland, die Hiddenseeurlaube

18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an?
Weiß ich nicht, hatte nie welchen.

19. Hättest du lieber einen anderen Namen?
Der Name, auf den ich seit langem höre, könnte gerne auch im Ausweis stehen. Ein anderer Nachname als der, der im Ausweis steht, wäre aus Gründen auch schön.

20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt?
Ich zweifle leider allzu leicht an mir selbst, arbeite aber daran, mir das noch etwas abzugewöhnen.

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Privates ·Reisen ·Tagesnotizen 2019

Görlitz ist eine (Winter)Reise wert

Straße in GörlitzHäuser am Untermarkt in GörlitzHäuser am Untermarkt in Görlitz u. a. der berühmte FlüsterbogenDas "neue" Rathaus in Görlitz

Die weltbeste WG-Genossin konnte in der vergangenen Woche einen runden Geburtstag feiern, und da das ja nicht so oft vorkommt, haben wir das zum Anlaß genommen, eine kleine Reise zu unternehmen.

Das heißt, Ihr blieb nicht viel anderes übrig, denn sie erfuhr vorher nur, dass sie rund um ihren Geburtstag auf Reisen sein würde, und dass es ratsam wäre warme Kleidung einzupacken.

Zunächst steuerten wir Lübbenau im Spreewald an, wo wir eine längere Pause einlegten und bei schönstem Sonnenschein ein bisschen herumspazierten.

Die weltbeste WG-Genossin dachte das wäre unser Zielort, und ich beließ sie erstmal in dem Glauben. Als wir dann weiterfuhren, dachte sie, es ginge nun zu unserer Unterkunft. Nach einer Weile wunderte sie sich dann aber schon, dass es noch so weit zur Unterkunft sei.

Kurz darauf tauchte der Name unseres eigentlich Zielortes auf einem Schild auf und dann fiel der Groschen. Görlitz war unser eigentliches Ziel. Wir hatten die Stadt schon sehr lange auf unserer noch-zu-besuchende-Städte-Wunschliste.

Wir erreichten am späten Nachmittag Görlitz und hatten erstmal ziemlich Mühe, unsere Unterkunft zu erreichen. Eine Baustelle an für uns höchstungünstiger Stelle und zu viele Einbahnstraßen, ließen mich nach einigem Herumirren schon fürchten, wir würden die Straße, in der unsere Unterkunft lag, nie erreichen. Da nutzten auch alle Navigationsgeräte nix, denn die wollten uns immer nur wieder an die Stelle zurückführen, an der sich besagte Baustelle befand. Ich habe keine Ahnung, wie wir es letztlich geschafft haben, doch noch in die Straße mit unserer Unterkunft vorzudringen (inzwischen war es dunkel geworden), aber wir waren da.

Wir bezogen das gebuchte »Zimmer«, das tatsächlich ein Appartment mit zwei großen Zimmern und Bad war. Nur eine Küche gab es nicht, aber die brauchten wir auch nicht. Unser Zimmer war sehr persönlich und schön eingerichtet, also nicht typisch Ferienwohnung oder Hotelzimmer. So fühlten wir uns sofort wunderbar wohl und aufgehoben. Mitten in der Altstadt, aber in einer kleinen Nebengasse, in der es schön still war.

Untermarkt Görlitz mit RathausturmRathausturm in Görlitz

Die nächsten Tage verbrachten wir damit Görlitz zu erkunden, und auch über die Altstadtbrücke mal auf die polnische Seite nach Zgorzelec zu wechseln.

Wir besuchten das Schlesische Museum, wo wir viel über die schlesische Geschichte und Görlitz lernten.

Portal des Barockhauses Neißstraße 30 in Görlitz

Das zweite Museum, das wir besuchten, war das Barockhaus Neißstraße 30. Dort kann man im ersten Stock die Ameiß’schen Wohnung besichtigen, die einen Eindruck von der bürgerliche Kultur des Barockzeitalters in Görlitz vermittelt.

Der zweite Stock des Hauses ist dem Schwerpunkt „Kunst und Wissenschaft um 1800“ gewidmet und würdigt das Wirken der 1779 gegründeten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Man kann dort übrigens heute noch Mitglied werden.

Portal in der Altstadt von Görlitz

Im zweiten Stock findet sich auch die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften, die mein ehemaliges Bibliothekarinnenherz natürlich höher schlagen ließ.

Portal in der Altstadt von Görlitz

Wir waren sehr beeindruckt vom Fleiß der Mitglieder dieser Gesellschaft, die neben ihrem normalen Alltags- und Berufsleben noch die Zeit fanden zu reisen, zu forschen und zu experimentieren und die unterschiedlichsten Sammlungen zusammenzutragen.

Häuserfassade in der Altstadt von Görlitz

Mein Lieblingsausstellungsstück war eine »Holzbibliothek«, für die der Sammler jeweils Borke und Holz (in einem Stück) verschiedener Bäume gesammelt und dann wie kleine Bücher nebeneinander gereiht hat, wobei die Borke jeweils den »Buchrücken« bildet. Die hätte ich am liebsten mitgenommen und bei mir zuhause aufgestellt. :-)

Wir besuchten außerdem noch die Heiliges-Grab-Anlage und sahen uns das Gelände samt Kapellen und Grabstelle an und wanderten anschließend auf dem Prozessions- bzw. Kreuzweg wieder zurück in die Altstadt.

Neptunbrunnen in Görlitz

Leider konnten wir die Peterskirche nicht besichtigen, da dort gerade restauriert und gebaut wird, und sie zudem im Winter aus kältetechnischen Gründen für einige Zeit geschlossen ist. Ich habe das besonders bedauert, weil ich gerne die berühmte Sonnenorgel gesehen hätte. Nun ja, ein weiterer Grund, vielleicht irgendwann nochmal nach Görlitz zurückzukehren. Wer weiß!?

Wir erkundeten das Villenviertel von Görlitz und bewunderten die prächtigen Villen. Viele sehr schön restauriert, andere leider noch in erbärmlichem Zustand.

Die Obermühle in Görlitz

Außerdem liefen wir noch zu verschiedenen Aussichtspunkten, von denen aus man das Neißeviadukt sehen kann. Das 475 Meter lange Viadukt gehört zu den größten und ältesten Eisenbahnbrücken in Deutschland und ist wirklich beeindruckend.

Neißeviadukt in GörlitzNeißeviadukt in GörlitzNeißeviadukt in Görlitz

Görlitz hat uns wirklich gut gefallen und ist tatsächlich auch im Winter eine Reise wert. Wir haben es jedenfalls neben vielem anderen sehr genossen, dass die Stadt nicht mit Touristen überlaufen war - wie wohl im Sommer -, wir in Ruhe fotografieren konnten und auch keine Mühe hatten, in den angesagten Restaurants einen Platz zu bekommen. Im Sommer muss man wohl auf jeden Fall reservieren, wenn man sicher einen Platz haben möchte. Die Görlitzer waren wirklich ausgesprochen freundlich und mehrfach erlebten wir, dass sie sich hoch erfreut zeigten, dass wir ihre Stadt um diese Jahreszeit besuchten.

Kloster St. Marienthal

An einem der Tage fuhren wir noch zum Kloster St. Marienthal bei Ostritz und bewunderten die riesige Klosteranlage, die noch immer damit zu tun hat, sich vom letzten großen Neiße-Hochwasser im August 2010 zu erholen. Die gesamte Klosteranlage wurde geflutet, in einigen Gebäuden stand das Wasser 2,30 hoch in den Räumen.

Kloster St. MarienthalKloster St. Marienthal

Sehr beeindruckt waren wir dort auch von der wirklich ungewöhnlich schönen Klosterkirche.

Klosterkirche St. MarienthalKlosterkirche St. Marienthal

Von St. Marienthal fuhren wir gleich noch weiter ins Zittauer Gebirge und machten kurze Abstecher in die Kurorte Jonsdorf und Oybin, die wohl sehr beliebt sind. Dort wurde fleißig gerodelt und Ski gefahren (wir nicht!), und wir waren beeindruckt von den Felsformationen in dieser Region.

Am Abreisetag wollten wir eigentlich noch nach Bautzen fahren, um das dortige Sorbische Museum zu besuchen, aber da machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. In der Nacht vorher hatte es angefangen richtig zu schneien (an den Tagen vorher hatte es nur immer mal kurz Schnee gerieselt), und für den Abreisetag wurde noch mit weiteren größeren Schneefällen gerechnet. Also ließen wir Bautzen dann doch ausfallen und machen uns stattdessen über verschneite Landstraßen entlang der Neiße und polnischen Grenze sehr langsam auf den Heimweg.

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