Yang Yi
Viele diktatorisch oder zumindest stark repressive politische Systeme lieben monströse Staudammprojekte. Dafür werden Millionen Menschen teils zwangsumsiedelt und ihrer manchmal jahrhundertealter Siedlungsgebiete und Heimatorte beraubt. Dörfer und Städte werden zerstört, unschätzbare Kulturgüter verschwinden in den Wassern der Mega-Stauseen. Was das für die Menschen bedeutet, die dort gelebt haben und die ihrer Wurzeln beraubt werden, ist noch gar nicht in vollem Ausmaß erforscht und erfasst.
Der chinesische Fotograf Yang Yi stammt aus einer Kleinstadt am Yangtse, die in den Fluten des ebenfalls sehr umstrittenen Drei-Schluchten-Damms untergegangen ist. Geboren im Jahr 1971 lebte er in dieser Stadt bis er 22 Jahre alt war.
Yang Yi ist es mit seinem Foto-Projekt »Uprooted« (Entwurzelt) gelungen, etwas von der Zerstörung und Dramatik, die diese Staudammprojekte für die ansässige Bevölkerung beinhaltet, bildlich einzufangen und darzustellen. Dafür hat er die letzten Bewohner seiner Heimatstadt kurz vor auch deren Zwangsumsiedlung in der teilweise schon zerstörten und demontierten Stadt fotografiert. Die Fotos hat er dann nachträglich digital bearbeitet, so als ob die Landschaft schon zum Zeitpunkt der Aufnahme der Fotos unter Wasser gestanden hätte. So ist eine absolut faszinierende und berührende Fotoserie entstanden, von der ich Euch hier heute einige Fotos zeigen möchte.











