Trauriger Wochenanfang

Darius *19. Dezember 1994 - ? 26. März 2012
Schon Dein Start ins Leben war holprig. Kaum vier Tage alt warst Du, da wurde Deine Mutter überfahren und Du und Deine Geschwister mussten von Hand aufgezogen werden. Deswegen kamst Du auch schon mit nur 8 Wochen zu uns. Ein kleines silbriggraues Bündelchen Kater mit schwarzer Gesichtsmaske, schwarzem Schwanz und schwarzen Beinchen - und ja, einen kleinen Floh hast Du auch mitgebracht. Zum Glück haben wir das schnell gemerkt und Dich und uns von dem Blutsauger befreit. Der Rest Deines Körpers färbte sich dann im Laufe des ersten Lebensjahres komplett schwarz. Rein schwarze Perserkatzen sind inzwischen selten geworden aber Du warst so einer.
Man hat Dir Dein Leben lang angemerkt, dass Du keine Mutter hattest, die Dir die ersten wichtigen Dinge beigebracht hat. Wie putzt man sich richtig? Und überhaupt Fell bürsten ist ja sowaaas von fuuuurchtbar!! Dummerweise warst Du mit einer Unterwolle versehen, die zum Verfilzen neigte und so mussten wir gerade Dir oft mit Kamm und Bürste ans Fell. Bei diesen Aktionen haben wir alle Blut und Wasser geschwitzt aber wir haben es geschafft, dass Du nie vom Tierarzt hättest geschoren werden müssen.
Am Anfang hattest Du auch so viel Angst. Jede Nacht hast Du bei mir gelegen und mindestens einmal in der Nacht bist Du aufgewacht und hast jämmerlich gerufen, als hättest Du Angst plötzlich ganz allein zu sein. Dann habe ich meine Hand auf Deinen Kopf gelegt, Dich ein bisschen gestreichelt und Du hast Dich wieder beruhigt und weitergeschlafen. Nach fast genau einem Jahr hast Du endlich geglaubt, dass wir Dich nicht plötzlich alleine lassen würden und von da ab hast Du auch allein geschlafen und nachts nicht mehr geschrieen.
Du mochtest Deine Mitkater und wolltest so gerne mitspielen aber manchmal hast Du es vor lauter Begeisterung übertrieben, hast ihre Zeichen nicht schnell genug verstanden und dann hast Du auch mal eins von ihnen hinter die Öhrchen bekommen. Wir haben Dich getröstet und versucht, Dir zu helfen und beizubringen, dass weniger manchmal mehr ist. Mit den Jahren hast Du Dich dann prima entwickelt und bist mit allen gut ausgekommen. Du hattest ein mitleidiges Herz und wenn es einem Deiner Mitkater und uns Menschen mal nicht gut ging, dann bist Du auf leisen Pfoten gekommen und hast versucht zu trösten.
Für Futter und ganz besonders Oliven und Käse hättest Du alles getan und Dein liebstes Spielzeug war die Gummiband-Maus, die so schön in der Gegend »herumsprang«. Du wurdest nicht müde, mit ihr zu spielen, bis sie irgendwann völlig auseinander fiel. Einen gleichwertigen Ersatz haben wir leider nie mehr gefunden. Die neuen Gummiband-Mäuse zerlegtest Du blitzschnell oder die Gummibänder taugten für Dich nicht richtig. Zum Glück hattest Du Deine Mitkater und konntest mit ihnen spielen.
Gesundheitlich warst Du ein robuster gesunder Kater und hast auch nie Probleme mit Deinen Zähnen gehabt. Erst jetzt ganz am Ende, hattest Du das erste Zahnproblem. Wenn Deine Mitkater erkältet waren, dann Du ganz bestimmt NICHT. Leider aber bist Du in den letzten Jahren zunehmend altersdement geworden. Deswegen haben wir uns auch Sorgen gemacht, wie Du wohl den Umzug verkraften würdest aber den hast Du mit Links gewuppt, ja bist fast nochmal ein bisschen aufgeblüht.
Deine Arthritis im hinteren Rückenbereich hat Dich in den letzten Jahren zunehmend eingeschränkt und jetzt waren dann auch die hinteren Nerven und damit Deine Hinterbeine und die Darmtätigkeit in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem hast Du Dich weiter tapfer geschlagen, doch jetzt waren Deine Kräfte erschöpft und wir haben gesehen, dass Du angefangen hast, Dich zu quälen. Du hast uns signalisiert, dass es genug war und wir haben Dich schweren Herzens gehen lassen.
Du kleines Sorgenkaterchern bist in Deinen königlichen Namen hineingewachsen und ein prächtiger Kater mit großen »Eulenaugen« geworden und wir werden Dich sehr vermissen.