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Traurige Ostern

Galileo - © Liisa

Galileo * 25. April 1995 - ? 31. März 2013

Ostern hatte ich mir wirklich anders vorgestellt. Erst erkrankte die weltbeste WG-Genossin plötzlich und heftig am Karfreitag, so dass ich sie in der Nacht auf Samstag als Notfall ins Krankenhaus einliefern lassen musste, wo sie noch immer ist und heute kam dann der nächste Donnerschlag. :(

Das erste Mal haben wir Galileo gesehen, als er 8 Wochen alt war. Ein kleines goldpuscheliges Tierchen mit riesigen Kulleraugen, die neugierig in die Welt schauten. Wir hatten mit der Züchterin Kontakt aufgenommen und waren gekommen, um uns den Wurf anzuschauen, zu dem auch Galileo gehörte, der zu dem Punkt aber noch namenlos war. Er fiel uns gleich auf und als die Züchterin uns erzählte, er sei aus dem Wurf der expeditionsfreudigste, derjenige, der alles zuerst versuchte und ausprobierte und überhaupt ein fröhliches Kerlchen, war die Wahl schnell getroffen.

Einige Wochen später durften wir ihn zu uns nach Hause mitnehmen, wo ja schon der hell-creme-farbene Casimir und der schwarze Darius warteten. Da Galileo seit seiner Geburt nur von hellen Katzen umgeben war, war ihm der gleich begeisterte Darius geradezu unheimlich und Galileo verwandelte sich in ein kleines knurrendes und fauchendes Fellbündelchen.
Dafür war Galileo umso mehr begeistert vom hellen Casimir und warf sich ohne eine Sekunde zu zögern an dessen Hals, was wiederum Casimir höchst irritierte. Casimir versuchte, diesen lästigen kleinen Eindringling irgendwie abzuschütteln aber scheiterte grandios. Auf Schritt und Tritt folgte ihm der kleine Kater, wollte an ihn gekuschelt schlafen und am besten auch mit ihm auf’s Katzenklo. Zum Glück war Casimir eigentlich ein sehr gutmütiger Kater und so kam es nicht zu Raufereien, sondern nach einigen Tagen ergab sich Casimir in sein »Schicksal« und hatte einen Buddy für’s Leben gewonnen. Auch Darius und Galileo sind sich, mit etwas Verzögerung, dann noch nahe gekommen und später bestens miteinander ausgekommen.

Galileo hatte ein sehr lebhaftes Temperament und veranstaltete im ersten Lebensjahr eine Menge an Blödsinn. Er kam auf Ideen, auf die keiner der anderen Kater (die mit uns lebten) je gekommen ist. Er fand Verstecke, die kein anderer fand, er erklomm Höhen, die kein anderer erreichte, er verzapfte Unsinn wie kein anderer. Kurzum, in seinem ersten Lebensjahr durften wir ihn fast nicht aus den Augen lassen, weil ihm ständig neuer Unsinn einfiel und er sich auch mehr als einmal in Gefahr brachte. Irgendwann später habe ich mal gesagt, dass wenn Galileo unser erster Kater gewesen wäre, hätten wir mit Sicherheit keine weiteren Kater mehr aufgenommen (wir hätten ja gedacht, alle Katzen sind »so« ;o)). Nachdem das erste Jahr überstanden war, wurde er ein bisschen ruhiger aber seine Begeisterung für Expeditionen und sein recht sonniges Gemüt behielt er natürlich und diese beiden Attribute hatten uns ja auch bei der Namensvergabe für ihn geleitet.

Er liebte es, Ball zu spielen oder nach Spielzeugmäusen o.ä. zu springen. Er konnte prima auf zwei Beinen stehen und sobald er etwas Grünzeug entdeckte (Gras, Blumen, Zweige was auch immer) oder Bändchen, versuchte er da heranzukommen, koste es was es wolle und entwickelte dabei mal wieder einen erstaunlichen Einfallsreichtum. Selbst als greiser Kater entwickelte er plötzlich wieder ungeahnte Energien, wenn er Grünzeugs oder Bändchen entdeckte. Oh und Tierfilme, auf die stand er total, zumindest wenn darin Vögel oder Großkatzen vorkamen. :) Er kam wunderbar mit den anderen Katern zurecht. Nachdem Casimir gestorben war, wurde Galileo der neue »Boß« der Katerbande und erfüllte den Job zu aller Zufriedenheit. Gleichzeitig war er auch unfaßbar menschenbezogen. Zu erzählen hatte er immer viel und schmusen konnte er bis zum abwinken.

Am Vormittag des Ostersonntag ist unser Galileo für immer eingeschlafen. Obwohl sich in den vergangenen Monaten die Anzeichen körperlicher Altersschwäche und -beschwerden mehrten, kam es nun doch etwas überraschend. Er ist der erste unserer Kater, der zuhause (an einem seiner Lieblingsplätze) gestorben ist.

Wir vermissen ihn schon jetzt sehr.

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