Privates ·Tagesnotizen 2019

1000 Fragen an mich (761-780)

761. Glaubst du an den Zufall?

Klar gibt es Zufälle.

762. Wie viel Zeit am Tag verbringst du in der Küche?

Mal mehr, mal weniger.

763. In wem hast du dich vor Kurzem wiedererkannt?

Fällt mir gerade niemand ein.

764. Bist du impulsiv?

Ich glaube, eigentlich schon, aber aus Gründen oft eher gebremst. Ich versuche meine Impulsivität öfter mal zum Zug kommen zu lassen.

765. Für wen hast du dich vor Kurzem geschämt?

Wirklich schämen kann ich mich meiner Meinung nach nur für mich selbst. Ich halte nichts von dem Konzept des „Fremdschämens“, das ist Bullshit! Ich kann das Verhalten eines anderen Menschen vielleicht nicht nachvollziehen, mich sogar darüber ärgern, aber mich dafür schämen? Nein. Wenn ich mich schon unbedingt schämen will, finde ich genug Gründe bei mir selbst. ;-)

766. Kannst du mit einer Person des anderen Geschlechts eine Freundschaft haben?

Was ist das für eine Frage? Natürlich!

767. Hast du ein Lächeln, das du nur für Fotos aufsetzt?

Hm … ja, wobei ich mich gerade selber frage, warum ich mit diesem Lächeln, dass ich dann zeige (und das echt ist, also nicht „aufgesetzt“), eigentlich so sparsam bin? (Macht sich eine innere Notiz, öfter mal dieses Lächeln zeigen!). … Nach weiterem Nachdenken, ist mir aufgegangen, dass ich eigentlich auf die Frage mit »nein« antworten muss. Denn ich habe kein »spezielles« Fotolächeln. Es ist mein »normales« Lächeln, dass ich aber ingesgesamt nicht so oft zeige, wie ich es vielleicht könnte/sollte.

768. Wen rufst du zuerst an, wenn du eine gute Nachricht hast?

Die weltbeste WG Genossin und/oder meinen Garten-Yoda

769. Was würdest du tun, wenn du keine Verantwortlichkeiten mehr hättest?

Ich glaube nicht, dass man jemals im Leben einen Zustand erreicht, in dem man keine Verantwortlichkeiten mehr hat. Man hat zumindest immer noch die Verantwortlichkeit für sich selbst. Also wenn ich sonst keine Verantwortlichkeiten mehr hätte, bliebe die für mich selbst, und ich würde versuchen ihr, so gut ich es vermag, gerecht zu werden.

770. Findest du dich selbst attraktiv?

Welche Attraktivität ist gefragt? Wenn es um äußere Attraktivität geht, bin ich zufrieden. Allerdings ist mir viel wichtiger, dass mein Inneres, mein Wesen attraktiv ist. Ich denke, ich bin, was das angeht, attraktiv, aber könnte noch attraktiver sein.

771. Wer hat dich in letzter Zeit stark beeindruckt?

Carola Rackete, die Kapitänin der Sea Watch 3 und Chamseddine Marzoug.

772. Bist du ein gutes Vorbild?

Das weiß ich nicht. Ich bin nicht mal sicher, ob ich überhaupt ein „gutes Vorbild“ sein möchte. Jeder muss doch er oder sie selbst sein und ihren/seinen eigenen Weg finden und gehen. Aber ich würde mich sehr freuen, wenn ich durch irgendetwas an der Art und Weise, wie ich meinen Weg versuche zu finden und zu gehen, wiederum andere ermutigen würde, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Ich würde mich freuen, wenn ich auf diese Weise etwas Positives und Gutes in dieser Welt hinterlassen könnte.

773. Welche Tradition wird überbewertet?

Das kann eigentlich nur jeder individuell entscheiden.
Traditionen können alt, wertvoll und lebendig geblieben sein. Traditionen können jung, wertvoll und lebendig sein. Wahre Traditionen bringen Menschen zueinander und verbinden sie miteinander. Sie sind wandlungs- und anpassungsfähig ohne ihren innersten Kern zu verraten.
Traditionen, die nur noch leere Formen oder Riten sind, die vielleicht sogar Menschen von einander entfremden oder noch schlimmer, Menschen ausgrenzen, sind tote Traditionen. An ihnen festzuhalten würde für mich persönlich bedeuten sie überzubewerten.

774. Packst du Geschenke immer hübsch ein?

Ich bemühe mich jedenfalls nach Kräften. :-) Im äußersten Notfall rufe ich die weltbeste WG-Genossin zur Hilfe.

775. Interessierst du dich für Königshäuser?

Früher sehr, inzwischen nicht mehr ganz so sehr, aber die wichtigsten Entwicklungen bekomme ich immer noch mit.

776. Welche Note von 1 bis 10 würdest du deinem Leben geben?

Gibt man Noten nicht erst am Ende des Schuljahrs? Na gut, Halbjahrszeugnisse gibt es auch.

Ich finde das eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Ich meine, was bewerte ich denn da bitte? Abgesehen davon, mein Leben ist noch nicht zu Ende, und bevor es nicht zu Ende ist, kann ich es auch nicht bewerten oder benoten. Vielleicht, nein, sehr sicher nicht mal am Ende. Unser Blick auf uns selbst und unser Leben ist oft so getrübt und verzerrt, wie könnten wir da ein gerechtes Urteil fällen oder eine gerechte Bewertung abgeben.

Was fließt alles in so eine Note für das Leben ein? Wie viele tolle Urlaube und Erlebnisse ich hatte? Oder wie viele Täler und Tiefen ich, halbtot aber doch, durchschritten habe? Wie viel Geld ich angehäuft habe? Wie viel Geld ich gespendet habe? Wie viel Freunde ich gewonnen habe? Wie viel Feinde ich mir gemacht habe? Wie viel Ruhm und Erfolg? Oder wie verläßlich und treu ich gewesen bin, vielleicht irgendwo hinter den Kulissen oder abseits der großen Bühnen? Wie vielen Menschen ich das Leben schwer oder sogar zur Hölle gemacht habe? Wie vielen Menschen ich das Leben leichter und schöner gemacht habe? Wie viele Kinder ich in die Welt gesetzt habe? Wie erfolgreich diese Kinder und Kindeskinder dann wieder sind? Wie viel Umwelt ich zerstört habe? Wie vielen anderen Menschen ich durch meinen Lebenswandel ihre Lebensgrundlage geraubt habe? Wie viele Niederlagen ich erlebt, wie oft ich gescheitert bin? Oder wie oft ich nach Niederlagen wieder aufgestanden bin, wie oft ich nach einem Scheitern meinen Mut erneut zusammengekratzt habe und es noch einmal versucht habe? Wie viel Liebe ich verbreitet habe? Oder wie viel Hass?

Das Leben an sich ist zu komplex und zu groß. Es entzieht sich einer solchen Benotung oder Bewertung.

777. Fällt es dir leicht, mit Leuten in Kontakt zu kommen?

Das kommt darauf an. Manchmal ja, manchmal nein.

778. Wann hast du zuletzt etwas Neues gelernt?

Ich lerne (fast) täglich etwas Neues. :-)

779. Wie hoch ist die Mauer um dein Herz?

Über diese Frage musste ich erstmal etwas nachdenken. Ich kam zu dem Ergebnis, dass es eine Tür zu meinem Herzen gibt, die ich bei Bedarf schließen und sichern könnte, aber es gibt keine Mauer um mein Herz, die man erst überwinden müsste. Es gibt einen Garten um mein Herz, und wer sich meinem Herz nähert, dem gehe ich in durch diesen Garten entgegen, und je nachdem, wie es dann weitergeht, landen wir früher oder später auch in meinem Herzen oder wir bleiben eben im Garten, machen es uns dort schön und trennen uns dort auch wieder.

780. Machst du manchmal etwas nur widerwillig?

Das kann vorkommen. Allerdings eher selten. Ich denke dann meistens: Es muss ja doch irgendwann gemacht werden und statt mich jetzt in meinen Widerwillen noch richtig reinzusteigern, versuche ich etwas Positives mit der Aufgabe zu verbinden, die ich eigentlich lieber nicht machen würde. Meine Erfahrung ist, wenn ich anfange darüber nachzudenken, was denn positiv daran sein könnte, fällt mir fast immer sehr schnell mindestens eine, meist sogar mehrere Sachen dazu ein und schwups, mach ich es nicht mehr widerwillig. Und sollte mir mal absolut gar nichts Positives dazu einfallen (was wirklich so gut wie nie vorkommt), dann versuche ich etwas Positives hinzuzufügen (also ich belohne mich hinterher mit irgendwas, was mir gut tut, oder ich höre währenddessen etwas das mich interessiert oder mir gefällt und schon ist alles etwas leichter).

Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow Magazin, und Beyhan hat daraus eine PDF-Datei erstellt. Viele Blogger aus meinem Umfeld haben die Fragen schon im letzten Jahr beantwortet, einige sind noch dabei und einige haben, wie ich, jetzt erst damit angefangen. Zum Beispiel Frau Rotkraut. Ich wurde von Carola von der Frischen Brise angesteckt, die die 1000 Fragen tatsächlich schon geschafft hat. Das Foto über diesem Beitrag zeigt einen Himmelsmoment vom heutigen Tag.

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