Privates ·Tagesnotizen 2019

1000 Fragen an mich (521 - 540)

Himmelsmoment

521. Welcher Dokumentarfilm hat dich beeindruckt?

Ach, das waren viele, spontan fallen mir diese beiden hier ein:

„Das Salz der Erde“ von Sebastiao Salgado und „The Cleaners - Im Schatten der Netzwelt“ von Hans Block und Moritz Riesewieck

522. Machst du in der Regel das, was du willst?

Nein, nur in dem Maße, wie es in verschiedener Hinsicht auch möglich ist.

523. Wie weit hast du deine Vergangenheit hinter dir gelassen?

In Teilen sehr weit, in anderen Teilen, nicht so weit, wie ich es gern hätte, d.h. mit den Folgen bzw. Konsequenzen ringe ich hier und da schon noch ganz schön.

524. Was solltest du eigentlich nicht mehr tun?

Zuviel Rücksicht zu nehmen, und deswegen manchmal Eiertänze aufzuführen, bzw. mir selbst illoyal in den Rücken fallen.

525. Magst du klassische Musik?

Ja

526. Wie aufgeräumt ist es in deinem Kopf?

In manchen Ecken sehr aufgeräumt, in anderen herrscht fröhliches oder kreatives Chaos.

527. Welches Gedicht magst du sehr?

Lines for Winter
By Mark Strand

for Ros Krauss

Tell yourself
as it gets cold and gray falls from the air
that you will go on
walking, hearing
the same tune no matter where
you find yourself—
inside the dome of dark
or under the cracking white
of the moon’s gaze in a valley of snow.
Tonight as it gets cold
tell yourself
what you know which is nothing
but the tune your bones play
as you keep going. And you will be able
for once to lie down under the small fire
of winter stars.
And if it happens that you cannot
go on or turn back
and you find yourself
where you will be at the end,
tell yourself
in that final flowing of cold through your limbs
that you love what you are.

528. Bist du ein guter Verlierer?

Ja, da habe ich überhaupt kein Problem mit. Dieses Wettbewerbs-Gen habe ich einfach nicht abbekommen. Klar, wenn ich gewinne, freue ich mich, aber ich kann auch gut verlieren, und ich kann auch gut anderen den Vortritt lassen, denen das Gewinnen wichtiger ist als mir, oder die nur schlecht verlieren können, oder einfach nur mal wieder ein Erfolgserlebnis brauchen könnten.

529. Wer sollte dich spielen, wenn man dein Leben verfilmen würde?

Keine Ahnung, wer mich spielen sollte. Ich könnte eher sagen, wer bitte meine Rolle auf keinen Fall spielen soll.

530. Wie viel Zeit brauchst du, um dich für einen festlichen Anlass zu stylen?

Fürs Nachdenken was ich anziehen könnte, vermutlich länger als andere - obwohl ich hörte, manche Frauen können Stunden vor ihrem Schrank zubringen, weil sie sich nicht entscheiden können, was von all ihren Sachen sie anziehen wollen/sollen. So lange bräuchte ich dann wohl nicht. Vielleicht kommt mir die Zeit in solchen Situationen auch nur lang vor, weil mich das aus Gründen ziemlich stresst.
Ansonsten „style“ ich ja nicht groß. Duschen, Haare waschen, trocknen lassen, durchkämmen, fertig. Also insgesamt vielleicht zw. 30 und 45 Minuten, zur Not geht es auch wesentlich schneller, also 20 Minuten.

531. Wer hat für dich Vorbildfunktion?

Ach, man kann von den meisten Menschen etwas lernen, wenn man nur offen und willig dazu ist. Aber Vorbildfunktion umfasst natürlich mehr als nur einzelne positive Dinge, die man sich aneignen kann. Ehrlich gesagt, ich bin vorsichtig mit „Vorbildern“. Menschen, die vordergründig einen scheinbar sehr guten Eindruck machen, können im Hintergrund tatsächlich ganz schreckliche Menschen sein. Ich müsste also jemanden schon sehr gut kennen, um auch nur zu erwägen, ihn oder sie als „Vorbild“ zu nehmen. Und wenn ich jemand anderen als Vorbild nehme und versuche ihn oder sie quasi nachzuahmen, ist es ja nicht mehr mein ureigenes. Ich kann andere für bestimmte Eigenschaften oder Charakterzüge, oder Taten bewundern (still und leise für mich) und mir auch wünschen, mir da eine Scheibe abzuschneiden, aber … tja … .

532. Würdest du etwas stehlen, wenn du nicht dafür bestraft würdest?

Nein. Jemand anderes hat dafür gearbeitet, oder dafür gespart oder sonst irgendwas investiert, um etwas zu besitzen. Ihm oder ihr das zu nehmen, wäre für mich nicht akzeptabel, selbst wenn ich nicht dafür bestraft würde. Mein Gewissen würde mir keine Ruhe lassen.

533. Hättest du gern eine andere Haarfarbe?

Nein, ich war und bin zufrieden mit meiner Haarfarbe.

534. Was ist der grösste Unterschied zwischen dir und deinem Partner?

Kein Partner, also keine Antwort.

535. Wo isst du zu Hause am liebsten?

Da, wo es gerade am praktischsten ist.

536. Wenn alles möglich wäre: Welches Tier hättet du gern als Haustier?

Ein Tier, das eigentlich kein Haustier ist, und damit erledigt sich das, weil ich das dem Tier nicht antun wollen würde. Ich bleibe bei den Katern die ich habe. Vielleicht noch mehr davon. :-)

537. Auf welche Frage wusstest du in letzter Zeit keine Antwort?

Auf manche Fragen im Zusammenhang mit der »Bombe«, die kürzlich in meinem Eckchen des Internets hochgegangen ist.

538. Was ist in deinen Augen die grossartigste Erfindung?

Die Alphabete bzw. Schriften der Welt, weil sie es möglich machen, dass wir überhaupt miteinander ins Gespräch kommen können, dass wir uns koordinieren und abstimmen, streiten aber auch wieder versöhnen können, dass wir Wissen bewahren und weitergeben können, was wiederum die Grundlage von allem anderen ist.

539. Wenn du emigrieren müsstet: In welches Land würdest du auswandern?

Das kommt auf den Grund an, der dazu geführt hat, dass ich emigrieren muss. Dann müsste ich nämlich als erstes überprüfen, ob die Länder, die ich Erwägung ziehen würde, da anders aufgestellt sind, und zweitens, ob sie mich überhaupt ins Land lassen würden. Ich schätze, ich hätte da schlechte Karten, denn ich bin nicht mehr so jung und leistungsfähig, dass ich als potentieller Gewinn angesehen würde, und ich bin auch nicht berühmt, oder würde dem aufnehmenden Land irgendwelche anderen „Gewinne“ bringen.

Früher hätte ich geantwortet, ich würde gerne nach Norwegen oder Schweden emigrieren, aber mal angenommen, die Rechten würden sich durchsetzen und hier an die Macht kommen und ihre Vorhaben durchsetzen, und ich würde dann erwägen zu emigrieren, dann müsste ich, was Norwegen und Schweden angeht, gut überlegen, denn leider gibt es auch dort zunehmend Rechte und rechtes Gedankengut und Ausländerfeindlichkeit. Noch nicht so schlimm wie hier, aber das mag daran liegen, dass es beiden Ländern wirtschaftlich immer noch sehr sehr gut geht. Doch auch dort zeigen sich erste Verwerfungen und Risse, also weiß man nicht, wohin die Entwicklung geht. Es würde ja keinen Sinn machen, wegen der Rechten zu emigrieren und dann in ein Land zu gehen, wo die gerade auch am Hochkommen sind.

Also in so einem Fall, fällt mir im Moment nur noch Kanada ein. Aber wie schon oben ausgeführt, ich hätte vermutlich keine guten Chancen.

Ah, doch, mir fällt noch ein Land ein, wo ich vielleicht eher Chancen hätte, nämlich Costa Rica! Die haben 1948 ihre Armee zugunsten der Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abgeschafft, sie gewinnen fast 100% ihres Strombedarfs aus regenerativen Quellen, haben rund 27% der Landesfläche unter Naturschutz gestellt, sind eine stabile Demokratie und haben sich 1983 dauerhaft und aktiv für neutral erklärt. Alles höchst vorbildlich, fortschrittlich und humanitär, wie ich finde. Außerdem hätte ich da schon einen kleinen „Vorposten“, der mir das Fußfassen eventuell etwas erleichtern könnte. Und nicht zuletzt, laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup vom Dezember 2012 zählen die Einwohner des Landes trotz mancher Probleme, die es natürlich auch in Costa Rica gibt, zu den glücklichsten Menschen der Welt. Außerdem gibt es da superschöne Vögel, wie viele Kolibris! :-)

540. Nach welchen Kriterien suchst du einen Film aus?

Das ist unterschiedlich. Manchmal spontan nach meiner gerade vorherrschenden Stimmung, Laune oder Verfassung, manchmal nach meinen Vorlieben, manchmal reizt mich ein Thema oder eine Kurzzusammenfassung, manchmal kann der Regisseur, oder ein/e bestimmte/r Schauspieler/in das ausschlaggebende Kriterium sein.

Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow Magazin, und Beyhan hat daraus eine PDF-Datei erstellt. Viele Blogger aus meinem Umfeld haben die Fragen schon im letzten Jahr beantwortet, einige sind noch dabei und einige haben, wie ich, jetzt erst damit angefangen. Zum Beispiel Frau Rotkraut. Ich wurde von Carola von der Frischen Brise angesteckt, die die 1000 Fragen tatsächlich schon geschafft hat. Das Foto über diesem Beitrag zeigt einen Himmelsmoment vom heutigen Tag.