Privates ·Tagesnotizen 2019

1000 Fragen an mich (361 - 380)

der heutige Himmel

361. Was war deine schlimmste Lüge?

Keine Ahnung. Ich halte es eher mit der Wahrheit (oft genug zu meinem eigenen Nachteil) und ecke damit durchaus auch an oder ernte zumindest befremdete Blicke. Ich bin ehrlich gesagt oft erstaunt, was viele für okay halten, oder einfach als »Halbwahrheiten« oder »Notlügen« bezeichnen. Aber vermutlich verstehe ich mal wieder irgendwas an menschlicher Kommunikation und menschlichen Beziehungen nicht wirklich oder nur halb. Jedenfalls ich achte sehr darauf nicht zu lügen. Bewusst »schlimm« lügen tue ich nicht - jedenfalls bisher nicht (und ich hoffe für mich selbst, dass es auch so bleibt).
Aber ich habe natürlich auch günstige Bedingungen - ich weiß zum Beispiel nicht, ob ich lügen würde, um jemandem das Leben zu retten. Klassisches Beispiel: bei mir versteckte Menschen, die gesucht werden und vom Tode bedroht sind. Es kommen Soldaten oder wer auch immer und fragen mich, ob ich sie gesehen habe. Da weiß ich wirklich nicht, ob ich bei der Wahrheit bleiben oder lügen würde. Es ist eine Situation, bei der ich mir zumindest vorstellen kann, dass ich bewusst lügen würde. Aber in solch ethisch schwierige Situationen bin ich zum Glück bisher nicht geraten.
Gibt es eigentlich eine offizielle Definition was eine okaye Lüge, eine schlimme Lüge und eine ganz schlimme Lüge ist? Ist Lüge nicht Lüge? Klar, die Auswirkungen oder Konsequenzen können unterschiedlich und schlimm, schlimmer, am schlimmsten sein, aber die Lüge an sich? Und wenn man eine Lüge so kategorisieren könnte, kann dann nicht nur der oder die Belogene entscheiden, wie schlimm die jeweilige Lüge war?

362. Erweiterst du deine eigenen Grenzen?

Ich versuche es immer mal wieder. Mal mit Erfolg, mal ohne. Es ist ein Balance-Akt zwischen Grenzen überwinden und Grenzen akzeptieren.

363. Kannst du gut Witze erzählen?

Wenn ich einen guten Witz gehört oder gelesen und ihn mir habe merken können, glaube ich ja. Aber das kommt nicht so oft vor.

364. Welches Lied handelt von dir?

Keine Ahnung.

365. Welche kleinen Dinge kannst du geniessen?

Ich habe früh gelernt, auf die (angeblich) kleinen Dinge zu achten, sie wahrzunehmen und zu genießen. Das kann also alles Mögliche sein. Eine schöne Blume, der Gesang eines Vogels im Garten, eine warme Tasse Tee, der Geruch von frisch gebackenem Brot oder Kuchen, das Lächeln eines fremden Menschen, ein freundliches Wort von jemandem, eine Ersatzrolle Klopapier in Reichweite, wenn auf der aktuellen Rolle nur noch zwei Blätter sind, jemand der mir die Tür aufhält, wenn ich keine Hand frei habe, jemand, der mir für ein paar Minuten seine Aufmerksamkeit schenkt, ein freundlicher bzw. konstruktiver Kommentar hier im Blog, usw. usf.

366. Wofür darf man dich nachts wecken?

Sofern man es überhaupt schafft, mich aus dem Schlaf zu reißen … wenn jemand in Not ist, immer. Das Zeitfenster, in dem ich schlafe, ist eh ziemlich klein. ;-)

367. Was würdest du gern an deinem Äusseren ändern?

Mal wieder einen richtig richtig guten Haarschnitt haben, wäre nicht zu verachten. Hier gibt es zwar jede Menge „Friseure“ aber irgendwie … so wirklich 100%ig zufrieden bin ich bisher jedenfalls nicht gewesen. Ist aber auch keine Katastrophe.

368. Was soll bei deiner Beerdigung mal über dich gesagt werden?

Keine Ahnung. Ich hoffe, wenn schon was gesagt werden muss, dann die Wahrheit.

369. Lässt du dich leicht zum Narren halten?

Nein (hoffe ich zumindest).

370. Was würdest du gerne einmal tun, vorausgesetzt dass es keinesfalls schiefgehen könnte?

Weiß ich nicht. Zu allem, was wir im Leben tun, gehört das Risiko, dass es auch schiefgehen kann. Sonst wäre es doch auf Dauer langweilig.

371. Muss man immer alles sagen dürfen?

Nein. Jedenfalls nicht allen und jedem! Ein Erwachsener hat gelernt, dass es auch Situationen gibt, in denen man besser schweigt. Was passiert, wenn alle glauben, es wäre ihr Recht, allen alles sagen zu dürfen (wohlmöglich auch noch in unangemessenem Ton), das sieht man ja besonders im Internet sehr deutlich, aber zunehmend leider auch im offline-Leben.

372. Wem solltest du mehr Aufmerksamkeit schenken?

Mir. (Ich winde mich innerlich, das so zu schreiben, aber es ist so)

373. Kannst du gut loslassen?

Kommt darauf an. Materielle Dinge - ja. Bei Menschen fällt es mir schon bedeutend schwerer. Nicht dass ich Menschen nicht ziehen lassen würde, wenn sie das wollen, aber es macht mir innerlich weit mehr zu schaffen, als es nach außen den Anschein haben mag.

374. Wofür bist du dankbar?

Für sehr sehr vieles, und das muss nicht nur Schönes oder Angenehmes sein. Alles, was mir im Leben begegnet prägt und verändert mich und sorgt dafür, dass ich die bin, die ich bin.

375. Sind Komplimente von Leuten, die du nicht gut kennst, wichtig für dich?

Wichtig nicht, aber wenn ich den Eindruck habe, es sind ehrlich gemeinte Komplimente, freue ich mich darüber.

376. Vor welchem Tier hast du Angst?

Das kommt auch wieder auf die Situation an. Eigentlich habe ich keine Angst vor Hunden, auch nicht vor großen Hunden. Aber wenn ich irgendwo in der freien Landschaft einem riesigen Hund begegnen würde, der wie wild kläfft und knurrt, und weit und breit ist kein Besitzer zu sehen, hätte ich sicher Angst (auch wenn ich sehr bemüht wäre, sie mir nicht anmerken zu lassen).

Wenn ich einen Bären im Zoo sehe, habe ich keine Angst, wenn er mir unverhofft im Wald begegnen würde, hätte ich sicher Angst.

Ich mag Wölfe sehr und freue mich, dass sie zurück sind in Deutschland. Einem unverhofft in freier Wildbahn zu begegnen, ist aber nochmal eine ganz andere Nummer.

Kleine Fische im Aquarium sehen ist schön und da habe ich keine Angst. Im Roten Meer schwimmen, wissend, da gibt es auch giftige Fische und dann schwimmt ein winziger gelber Fisch, den ich nicht kenne und von dem ich nicht weiß, ob er einer der giftigen ist, sehr resolut direkt auf mich zu … da kann ich sehr schnell Richtung Strand schwimmen … aus Angst! (tatsächlich passiert; wir lachen heute noch darüber ;-) )

377. Weswegen warst du zuletzt vollkommen verwirrt?

Ach, ich bin öfter mal vollkommen verwirrt. Manchmal sind das Leben und die Menschen und ihre Kommunikation ein großes Rätsel für mich.

378. Was hast du immer im Kühlschrank?

Butter, Quark, Käse, Eier, Schmand, Eiswürfel, …

379. Genierst du dich dafür, dass du bestimmte TV-Sendungen schaust?

Nein. Wenn ich fernsehe, dann bewusst gewählt, und für das, was ich sehe, schäme ich mich nicht. Warum auch? Andere haben genauso wenig darüber zu urteilen, wie ich über das, was andere gerne sehen.

380. Wann hattest du die beste Zeit deines Leben?

In den Jahre seit ich hier in Mecklenburg-Vorpommern lebe.

Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow Magazin, und Beyhan hat daraus eine PDF-Datei erstellt. Viele Blogger aus meinem Umfeld haben die Fragen schon im letzten Jahr beantwortet, einige sind noch dabei und einige haben, wie ich, jetzt erst damit angefangen. Zum Beispiel Frau Rotkraut. Ich wurde von Carola von der Frischen Brise angesteckt, die die 1000 Fragen tatsächlich schon geschafft hat. Das Foto über diesem Beitrag zeigt den Himmel, wie er heute hier aussieht.