Allgemein ·Weihnachten

Weihnachtswunsch

Licht

für alle, die dunkle Stunden erlebt haben,
durch ein dunkles Tal wandern,
sich verloren und allein fühlen
und denen so gar nicht nach feiern ist

Hoffnung

für alle, die nicht weiter wissen,
müde, abgekämpft und am Ende sind

Trost

für alle, die dieses Weihnachtsfest jemanden
vermissen, den sie verloren haben
und für alle die enttäuscht, niedergeschlagen
und traurig sind

Friede

für alle, die sich danach sehnen

Freude

für alle, die sich inmitten von Leid,
Kummer und Sorge
etwas Freude wünschen

Allen meinen Lesern und Besuchern
wünsche ich ein Weihnachten,
das Ihnen bringt, was sie gerade
am meisten brauchen!

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Privates ·Weihnachten

Weihnachtsgruß

»Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war,
auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.«
Lukas 2,1-14

Euch allen,
meinen Lesern, Freunden und zufälligen Besuchern,
wünsche ich ein friedliches und frohes Weihnachtsfest
und ein glückliches und gesundes neues Jahr.

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Weihnachten

Ein Weihnachtsgruß

An Weihnachten

An Weihnachten,
da wird man still und denkt noch einmal über’s Jahr.
Und wenn es eins wie dieses war, dann fällt es schwer
an Weihnachtsfried und Weihnachtsfreude nur zu denken.
Es scheint die Welt, sie wird von Jahr zu Jahr verrückter,
es herrschen Neid und Mißgunst, Vorurteil und wilder Wahn.

An Weihnachten,
da wurde er geboren,
der trägt den Namen Friedefürst
doch in der Welt da fallen Bomben,
es herrscht ein großes Schlachten
und Blut, das fließt in einem breiten roten Strom
und tränkt die durst’ge Erde
der Himmel ist verfinstert
und auch so viele Seelen.

An Weihnachten,
da will ich mich vergraben und weinen bitterlich,
weil mir so gar nicht weihnachtlich.
Ich mag das Elend nicht verdrängen,
ich mag nicht singen, lachen und so tun,
als wäre alles wunderbar
und anderswo,
da fürchten Menschen um ihr Leben.

An Weihnachten,
da hab ich schon so oft gesungen,
der Friedefürst, er soll in meinem Herzen wohnen,
die Kerzenlichter flackern nur und glimmen
und meine Seele stöhnt, ist fast erdrückt
von all dem Hass und Leiden, das um uns wogt,
ich frage still, wo ist er nur
der Friedefürst,
den wir doch gerade jetzt so bräuchten.

An Weihnachten,
da wird mir plötzlich klar:
der Friedefürst ist trotzdem da,
er wohnt ja längst in meinem Herzen.
Ich öffne froh mein Herz und breit die Arme aus,
Willkommen! dem, der Heimat sucht,
Willkommen! dem, der Frieden liebt,
Willkommen! kommt herein,
hier ist genug zum Leben!

An Weihnachten,
der Hass und Krieg, sie drohn und toben;
ich halte unerschütterlich dagegen
mit meinem kleinen Licht,
und viele andere tun das auch,
es ist noch Hoffnung da,
der Friedefürst ist ja geboren
für Dich und Dich und Dich und mich.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und schöne, besinnliche Feiertage. Macht Eure Herzen und Türen weit, lasst Euer Licht leuchten zu denen, denen es weniger gut geht, sei es in unmittelbarer Nähe oder auch größerer Ferne. Schließt Frieden, wo es Euch möglich ist, helft Frieden zu wahren, wo immer möglich. Besinnt Euch auf die wahre Botschaft von Weihnachten und auf die wahre Weihnachtsfreude, die jenseits aller Geschenkpakete unterm Tannenbaum liegt.

Kommt gut in das neue Jahr 2015, das Euch Gutes bringen soll und in dem Ihr Gutes für andere Menschen bewirken könnt!

Danke Euch allen auch für ein weiteres Jahr hier mit mir und diesem Blog. Es war mir eine Freude mit Euch zu teilen, was mich bewegt hat. Danke für alles Lesen, Begleiten und Kommentieren.

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Film ·Findlinge ·Fotografie ·Nordisches ·Weihnachten

Findlinge

© hannes_becker

© hannes_becker

© local_milk

© local_milk

© nina_matilde

© nina_matilde

© bybrittm

© bybrittm

Wie immer so auch diesmal zuerst einige meiner Instagram-Favoriten der Woche. Wenn ich hier bisher auch vergeblich auf Schnee warte (die wenigen Flöcklein, die vor zwei Tagen hier mal fielen, akzeptiere ich als »Anzahlung«), so ist mein Instagram-Stream doch schon recht angefüllt mit herrlichen Winterlandschaften und -szenerien.

Von mir aus, kann jetzt hier gerne auch reichlich von dem weißen Zeug vom Himmel fallen. Wobei auch das kann ungemütlicher sein, als man landläufig so glaubt. Diese Woche stieß ich auf den isländischen Begriff »gluggaveður«, was man etwa mit »Fenster-Wetter« übersetzen könnte. Damit wird ein Wetter bezeichnet, das durch’s Fenster betrachtet geradezu romantisch und pittoresk wirkt, bis man tatsächlich vor die Tür tritt und feststellt, dass man dieses Wetter besser doch von innen durch’s Fenster genießt. 😉

Wieso, die Isländer gerade dafür ein eigenes Wort haben, verdeutlichte mir dann dieses Video, das die Dänin Re­becca Os­ten­feld, die mit Mann und ihren Kindern auf einer Farm in Hólar im Bezirk Dalasýsla im Westen Islands lebt, vor zwei Tagen aufgenommen hat. Man hört sie auf dänisch sagen »Nun, jetzt ist Morgen. Lasst uns einen Blick auf das wunderbare isländische Wetter werfen«, bevor sie die Tür öffnet.

Aber macht Euch keine Sorgen, vorerst wird’s hier bei uns wohl zunehmend eher stürmisch und naß. Mach ich es mir also - soweit das möglich ist - drinnen gemütlich und kuschelig. Ich hoffe, Ihr haltet es wenigstens ab und an auch so! Vielleicht ja am Wochenende, wo wir schon die 3. Kerze anzünden können.

Dann schauen wir mal, was sich diese Woche für besondere Findlinge angesammelt haben!

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich schon von meiner Herkunft her einen Hang nach dem hohen Norden Europas habe. Gerne mag ich natürlich auch die Advents- und Weihnachtszeit in diesen Ländern. Diese Woche fand ich einige Bilder die zeigen, dass man dort oben auch ein Talent hat, sehr schlicht aber schön weihnachtlich zu schmücken.

Hier das erste Beispiel:

© linnea press

© linnea press

© linnea press

© linnea press

© linnea press

Das zweite Beispiel:

© Carina olander

© Carina olander

© Carina olander

© Carina olander

Dann bin ich noch auf den Tumblr »Souls in a Box« der italienischen Fotografin Alessandra Mannisi gestoßen. Sie porträtiert Kreative und ihre ganz intimen Räume in Berlin. Jede Wohnung ist eine Sammlung von Erinnerungen, Träumen, Leidenschaften, Hoffnungen und Sichtweisen, und es ist ein erstaunliches und manchmal auch etwas verstörendes Kaleidoskop, das sich einem da eröffnet.

Dann las ich den Artikel »Der Zapfenstreit«, und während ich den Artikel las, begann ich mich zus ehnen, zurück in jene Zeit, als man noch Kind war und sich einfach an einem Weihnachtsbaum freute, weil man ja noch keine Ahnung hatte … wobei, die im Artikel beschriebene Situation ja auch noch gar nicht so lange gegeben ist. Früher war halt doch manches (noch etwas) besser. 😉 Jedenfalls ist der Artikel in mehrfacher Hinsicht so etwas wie ein Augenöffner. Der arme schlichte schöne Tannenbaum …

Wie haltet Ihr es denn mit dem Weihnachtsbaum? Gibt es bei Euch einen Weihnachtsbaum? Schlagt Ihr (oder Eure Partner) ihn ganz rustikal selbst oder buddelt ihr ihn aus und pflanzt ihn nach Weihnachten wieder irgendwo ein? Kommt euch gar kein Baum ins Haus oder wenn, dann kein echter? Oder muss es ein echter sein und wenn ja, welche Sorte favorisiert ihr? Und was kommt an Euren Weihnachtsbaum? Habt Ihr etwas, das an Eurem Baum auf keinen Fall fehlen darf? In welchen Farben schmückt ihr ihn? Habt Ihr ein Lieblingsstück unter Euren Anhängern? Gibt es vielleicht sogar einen ererbten Weihnachtsanhänger, der immer an den Baum muss? Erzählt doch mal!

Zum Abschluß für diese Woche noch ein zwar unweihnachtlicher aber trotzdem irgendwie rührender Kurzfilm über ein wanderndes Haus, den ich bei Kiki gefunden habe, die auch regelmäßig ihre Lieblinks zum Wochenende auf ihrem Blog veröffentlicht.

Euch allen einen gemütlichen und schönen 3. Advent und eine gute neue Woche!

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Nachdenkliches ·Weihnachten

Die Frau mit der Blockflöte

Gestern war ich zwecks noch zu erledigender Einkäufe in der Altstadt von Rostock. Dort, mitten im vorweihnachtlichen Getrubel vor einem Buchladen stand eine Frau. Sie war deutlich jenseits der 60, ihre Kleidung wirkte ärmlich und eher dünn. Sie sah verhärmt, müde und auch ein bisschen verfroren aus. Von den Buden des Weihnachtsmarktes, die sich durch die ganze Altstadt ziehen, zogen die tpyischen Weihnachtsmarktgerüche nach Glühwein, Bratwürstchen, gebrannten Mandeln und heißen Mutzen herüber. Darüber der unvermeidliche Klang von dudelnden Weihnachtspopsongs, die abenteuerlich miteinander um die Oberhoheit konkurrierten.

Da stand die Frau also und spielte auf einer einfachen Blockflöte. Sie spielte Weihnachtslieder. Keine kunstvollen Arrangements oder Improvisationen, sondern nur die schlichten Melodien. Irgendwie wirkte sie etwas wie aus der Zeit und Welt gefallen. Ich beobachtete die Szene und die Menschen, von denen die meisten achtlos an ihr vorbei hasteten. Das lag vielleicht auch daran, dass sie sich offensichtlich nicht allzu wohl fühlte bei dem, was sie da tat. Sie spielte und wirkte dabei, als ob sie sich gleichzeitig schon dafür entschuldigen wollte, dass sie es überhaupt wagte, hier zu stehen und zu spielen. Beim Flöten waren ihre Augen meist gen Boden gerichtet. Nur ab und an warf jemand ein bisschen Kleingeld in den Becher, der vor ihren Füßen platziert war. Immer dann und nur dann, hob sie den Blick, schaute die- oder denjenigen direkt an, unterbrach das Flötenspiel kurz und sagte deutlich »Dankeschön«. Dann irrte ihr Blick wieder gen Boden und sie flötete weiter.

Ich fragte mich, welche Notlage sie wohl dazu gebracht hatte, sich dort hin zu stellen und zu flöten. Große Reichtümer konnte sie auf diesem Wege jedenfalls nicht anhäufen. Es waren nicht sehr viele, die etwas in ihren Becher warfen und es war deutlich vernehmbar nur Kleingeld. Stehen blieb auch fast keiner. Kinder, die auf Musikinstrumenten Weihnachtslieder spielen, haben vermutlich einen größeren Niedlichkeitsfaktor. Die meisten der Vorbeieilenden nahmen die Frau gar nicht wahr bzw. bemühten sich offensichtlich mehr recht als schlecht, sie auszublenden. Wieder andere warfen ihr irritierte oder gar empörte Blicke zu. Einige Jugendliche zeigten mit den Fingern auf sie und machten respektlose Bemerkungen, bevor sie verächtlich lachend weiter zogen. Die Frau mit der Blockflöte spielte unbeirrt eine Weihnachtsmelodie nach der anderen.

Ich überlegte, was sie wohl mit dem gesammelten Geld machen würde? Sich vielleicht eine warme Mahlzeit am Abend leisten? Das Geld über längere Zeit sammeln und vielleicht davon ein Weihnachtsgeschenk für jemanden kaufen, der ihr lieb und teuer ist? Eine längst fällige Rechnung bezahlen? Sich am Weihnachtsabend etwas zum Essen leisten, das sie sich sonst nicht leisten könnte? Vielleicht ja auch für einen anderen guten Zweck spenden?

Die Tür des nahegelegenen Buchladens öffnete sich. Eine Verkäuferin entließ eine vollbepackte Kundin. Die wiederum nahm die Flötenklänge und die Frau, von der die Flötentöne kamen, wahr. Sie fragte die Buchhändlerin irgendetwas, was ich nicht verstand. Daraufhin meinte die Buchhändlerin, die Frau stünde schon seit Stunden dort und spiele auf ihrer Flöte. Sie warf einen mitleidigen Blick in Richtung der Frau. Die Kundin verabschiedete sich und hetzte nach einem letzten Blick auf die Flötenspielerin in die entgegengesetzte Richtung davon. Die Buchhändlerin verschwand wieder im Ladeninneren.

Dann näherte sich eine weitere Frau der Flötistin. An ihrem Aussehen und ihrer Kleidung war zu sehen, dass sie eindeutig um einiges besser gestellt war. Sie kramte in ihrem Geldbeutel und legte etwas in den Becher. Es klimperte nicht. Die Frau mit der Flöte hatte natürlich registriert, dass da jemand an ihren Becher heran trat und vermutlich - genauso wie ich - auf das Klimpern der Geldstücke im Becher gewartet, um dann wieder ihr »Dankeschön« zu sagen. Doch das Klimpern blieb diesmal aus. Überrascht hob sie den Kopf, schaute kurz in den Becher und erhaschte die Frau, die sich schon halb abgewandt hatte und weitergehen wollte, gerade noch am Mantelärmel. »Bitte warten sie doch«, sagte sie. Besann sich einen Moment, richtet sich dann kerzengerade auf, sah der Geberin gerade in die Augen und spielte ein etwas anspruchsvolleres Weihnachtslied auf der Flöte. Die Dame, für die sie spielte, schaute ihr ebenso und mit voller Konzentration ins Gesicht, wiegte ein wenig im Takt des Liedes ihren Kopf und hörte sich das Stück geduldig bis zum Ende an. Dann hob sie ihre Hände und legte sie vor ihrer Brust zusammen und verbeugte sich vor der Frau mit der Blockflöte und sagte vernehmlich »Vielen Dank für dieses schöne Weihnachtslied!«

Ich hatte das Gefühl, dass das ganze trubelige Drumherum in diesem Moment für die beiden - und irgendwie auch für mich - vollkommen inexistent war. Hier fand eine Begegnung auf Augenhöhe statt. Hier machte ein Mensch einem anderen ein Geschenk. Ein schlichtes, einfaches Geschenk mit den wenigen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen. Und sein Gegenüber empfing dieses Geschenk mit Freude und Dankbarkeit.

Die Dame wandte sich zum Weitergehen. Die Frau mit der Blockflöte senkte den Blick wieder zum Boden und begann ein weiteres Weihnachtslied zu flöten.

Ich glaube, das war das Weihnachtlichste, was ich gestern in Rostock gesehen habe, ja sogar das Weihnachtlichste der Adventszeit bisher.

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