Gartenfreude ·Privates ·Reisen ·Tagesnotizen 2017

Impressionen von der IGA Berlin

Renaissancegarten IGA

Kürzlich bin ich mit der weltbesten WG-Genossin nach Berlin gefahren, um dort die Internationale Gartenausstellung zu besuchen. Wir hatten einen sonnigen Tag erwischt und haben den Tag auf der IGA genossen. Gärten gehen ja immer. Ein paar Impressionen möchte ich Euch zeigen.

Renaissancegarten IGA

Südafrikanisches Gartenkabinett

Interessant fand ich die Idee der Internationalen Gartenkabinette, wo renommierte Landschaftsgestalter aus fünf Kontinenten versucht haben, eine Brücke zwischen Tradition und Zukunft internationaler Gartenkunst zu schlagen. Mein absoluter Favorit war der chilenische Garten von Teresa Mollers »Being under the trees«, ganz schlicht aber wunderschön und poetisch. Diesen Garten hätte ich zu gern auf einer etwas größeren Fläche realisiert gesehen.

Quellgarten IGA

Lotosgarten IGA

Sehr gut gefallen hat uns die »Promenade Aquatica«, Gärten, in denen das Wasser die Hauptrolle spielt. Da sind wirklich sehr interessante Ideen dabei und obendrein war es dort angenehmer Weise ein bisschen kühler, was an diesem heißen Tag gut tat.

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Die Blumenhallen haben wir über die Mittagszeit besucht um die größte Hitze draußen zu vermeiden. Allerdings war nur eine der Hallen zugänglich, da die andere gerade umgebaut und umdekoriert wurde.

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Danach fuhren wir einmal mit der Seilbahn über das ganze Gelände und sahen uns das Ganze von oben an.

Von dort wanderten wir dann die Gärten der Welt ab. Meine Favoriten waren der Orientalische Garten, der Koreanische und der Japanische Garten.

Zu meinem Leidwesen hatte sich das IGA Gelände inzwischen sehr gefüllt, und dementsprechend viel Volk war in diesen Gärten unterwegs. Ich tagträumte davon, diese Gärten mal ganz allein für mich abwandern und genießen zu können. 😉

Erst zurück zu Hause fiel mir dann auf, dass wir offensichtlich den Chinesischen Garten übersehen/verpasst haben.

Blumen auf der IGA

Wir schlenderten dann noch eine Weile über das Gelände, und ich erfreute mich besonders über die Bepflanzung entlang der Wege, die Blumen verschiedener Kontinente oder Länder versammelte. Sehr sehr schön!

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Blumen auf der IGA

Alles in allem ein schöner Ausflug, von dem wir müde aber glücklich heimkehrten.

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Privates ·Reisen ·Tagesnotizen 2017

Stechlin

Blick auf den Stechlin

Ich liebe Wasser. Am allerliebsten natürlich, wenn es als Meer oder »die See« daherkommt. Ich liebe große Flüsse, und ich liebe Seen. Seit ich in Mecklenburg-Vorpommern lebe, habe ich viel Wasser um mich, in allen Formen.

Ich behaupte, das macht etwas mit einem Menschen, oder besser mit der Seele der Menschen. So viele Seen, wie ich in den vergangenen Jahren gesehen und besucht habe, habe ich in meinem ganzen bisherigen Leben zusammen nicht gesehen und besucht. Seen gibt es hier und in erreichbarem Umfeld so viele, dass ich wahrscheinlich noch auf Jahre damit beschäftigt wäre, wollte ich alle wenigstens einmal besuchen. Manche Seen sind eher klein, andere riesig. Manche sind touristisch voll erschlossen, andere verborgene Kleinode, die man nur findet, wenn man weiß wo sie sind und gezielt hinfährt.

Gestern habe ich mir einen langgehegten Wunsch erfüllt und endlich endlich einen See besucht, der schon lange auf meiner Wunschliste stand.

Ich fuhr mit der weltbesten WG-Genossin schon früh am Morgen los, durchquerte den Süden Mecklenburgs, fuhr über die Grenze hinüber nach Brandenburg und noch ein kleines Stückchen.

Das erste, das uns auffiel war, dass offenbar in Brandenburg viel mehr Wildtiere überfahren werden als in Mecklenburg und man die getöteten Tiere auch nicht so konsequent einsammelt, wie in Mecklenburg-Vorpommern. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass Sonntag war und sich die Menschen, die für den Tierkadaver-Räumdienst zuständig sind, einfach nochmal umgedreht und ein bisschen weitergeschlafen haben. Jedenfalls blutete mir erstmal ordentlich das Herz beim Anblick all der überfahrenen Füchse, Hasen, Igel und was weiß ich noch.

Schließlich ereichten wir das Dorf Neuglobsow (250+ Einwohner), das aber trotzdem über ein Parkleitsystem und drei große Parkplätze verfügt. Auf einem der Parkplätze fanden wir locker einen Parkplatz. Der große (Sonntags-/Sommertags-)Run hatte noch nicht eingesetzt. Nur einige wenige Autos parkten dort schon und ein Camper, dessen Insassen sich gerade ihr Frühstück schmecken ließen.

Der Himmel war noch etwas zugezogen, von Sonne noch nicht viel zu sehen, aber das sollte sich laut Wetter-App bald ändern. Wir liefen durch das noch stille Dörfchen und bewunderten die lebensgroßen und lebensechten Figuren die überall herumstanden und saßen und witzelten herum, dass man so die Einwohnerschaft eines Dorfes auch erhöhen könne.
Und dann endlich standen wir am Ufer des Stechlin, oder wie er offiziell heißt, des Großen Stechlinsees.

Fontanekenner wissen natürlich ob des gleichnamigen Romans »Der Stechlin« gleich Bescheid.

Ein paar (noch leere) Strandkörbe standen am Sand-und Wiesenstrand, links dümpelten die Boote des örtlichen Bootsverleihs und vielleicht auch einige Privatboote.

Nun hätten wir es uns natürlich gemütlich machen und einen der Strandkörbe anmieten, oder eben ein Boot oder Kajak/Kanu ausleihen können und damit den See ein wenige erkunden können. Aber ich hatte von Anbeginn meines Wunsches, wenigstens einmal im Leben den Stechlin zu sehen, zugleich gedacht: Ich will einmal ganz um diesen See herumwandern.

Damals wusste ich noch gar nicht, ob das überhaupt möglich ist. Viele Seen in Brandenburg und Mecklenburg können nicht umwandert werden, weil entweder Privatgrundstücke an sie grenzen oder es wegen des Naturschutzes nicht erlaubt ist. Ich weiß nicht mal, warum ich diesen dringenden Wunsch ausgerechnet bei diesem See hatte. Ich wandere nämlich nicht grundsätzlich jeden schönen See komplett ab, selbst wenn das möglich ist.

Als ich irgendwann dann Recherchen anstellte, war ich sehr beglückt, dass der Stechlin nicht zu diesen Seen zählt. Ihn kann man tatsächlich komplett zu Fuß umrunden. Dabei ist der Weg gänzlich naturbelassen und führt direkt am Ufersaum des Sees entlang, nur an wenigen Stellen führt der Weg ein klein wenig weg vom See.

Der Stechlin ist ringsum von Wald umgeben und so wanderten wir frohgemut unter den belaubten Ästen der Bäume über den Weg und versuchten vor lauter schönen Ausblicken auf den See, nicht über die (hinterlistigen) Baumwurzeln zu stolpern, die natürlich über den ganzen Weg verteilt sind. Gar nicht so einfach!

Zunächst waren wir mutterseelenallein unterwegs. Erst nach und nach überholten uns vereinzelte Wanderer oder auch mal ein paar Fahrradfahrer. Ja, man kann/darf den See auch mit dem Fahrrad umfahren. Allerdings, Stichwort: »Baumwurzeln« (und Steine die aus dem Sand ragen), muss man entweder ein entsprechend geländetaugliches Fahrrad haben, oder ein/e lebenslang geübte/r quer-Feld-ein-Radfahrer/in, oder eben jung und draufgängerisch sein.

Erst gegen Mittag bzw. am frühen Nachmittag, auf dem letzten Drittel des Weges tauchten immer mehr Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer auf. So genossen wir unsere Wanderung und das Gefühl, den See fast »ganz für uns allein zu haben«. Die Ausblicke waren einfach bezaubernd schön. Besonders nachdem dann kurz nachdem wir losgewandert waren, tatsächlich der Himmel blau zum Vorschein kam und die Sonne mit ihrem Strahlen die Farben des Sees wachküsste.

Der Stechlin ist ja berühmt für seine Klarheit, auch wenn es kritische Stimmen gibt, die behaupten sooo klar sei der See gar nicht mehr. Wir fanden ihn sehr klar und das Farbenspiel auf ihm einfach nur prächtig! Rund um den See gibt es Sitzmöglichkeiten, so dass man immer mal wieder eine mehr oder weniger lange Pause einlegen kann, um den Blick auf und über den See genießen kann.

Blick über den Stechlin

Wir wunderten uns allerdings doch etwas über den Zustand dieser Sitzgelegenheiten. Die Sitzbänke waren zum Teil sehr kurz, wirkten eher schnell zusammengezimmert oder gleich ziemlich marode und windschief, bei den meisten konnte man sich nicht mal mit dem Rücken anlehnen. Nur an ganz wenigen Stellen gab es, was wir als vernünftige Sitzbänke bezeichnen würden. Und nur an einer Stelle, schon fast wieder in Neuglobsow, gab es zur Bank sogar einen Tisch.

Egal, wir nutzten trotzdem die ein und andere Bank für kurze Pausen. Im Übrigen, kann man sich natürlich an vielen Stellen einfach am Ufer direkt am Boden niederlassen. Für die älteren Spaziergänger und Wanderer wäre es trotzdem schön, wenn die Sitzgelegenheiten die da sind etwas stabiler, größer und zahlreicher wären.

Unsere Mittagspause mit mitgebrachtem Proviant nahmen wir jedenfalls an einer schönen Uferstelle direkt am Boden ein. Danach warf ich zumindest Schuhe und Socken von mir und wanderte ein bisschen im glasklaren Wasser herum. Hätte ich noch Schwimmzeug dabei gehabt, wäre ich sehr verlockt gewesen, ein bisschen herumzuschwimmen. Andere taten das an verschiedenen Stellen im See.

Bei einer späteren auch etwas längeren Pause auf einer windschiefen Bank, ließ ich den Blick versonnen über den See schweifen, als plötzlich etwas weiter von uns entfernt im See … ich stieß sogleich die weltbeste WG-Genossin an und sagte »Schau, da! Ein Haubentaucher!«, um im nächsten Augenblick sehr überrascht festzustellen, dass das was da auftauchte beileibe kein Haubentaucher war, sondern das obere Ende eines herkömmlichen Schnorchels. Kurz zeigte sich der Kopf des Tauchers, dann war er wieder weg. Wir mussten doch ziemlich lachen über diesen »Haubentaucher«.

Glücklich und müde gewandert erreichten wir schließlich wieder Neuglobsow, das sich uns nun ganz anders als am Morgen präsentierte. Das Dörfchen war überflutet mit Touristen und Tagesgästen, Reisegruppen und Sonntagsspaziergängern. Die wenigen Restaurants waren gut gefüllt, ebenso die geöffneten Läden und sonstige touristische Anlaufstellen. Nur das Stechlinsee-Center war geschlossen.

An verschiedenen Stellen im Dorf sind Hinweistafeln aufgestellt, die historisch bedeutsame Orte oder Ereignisse erzählen oder eben Fontane-Roman-Bezüge herstellen oder verneinen. Ich habe nicht alle diese Tafeln gelesen, aber immerhin erfahren, dass auch Hans Fallada schon als Kind in Neuglobsow gewesen ist, was bisher wundersamer Weise völlig an mir vorbeigegangen ist.

Sogar ein leibhaftiger schwedischer Prinz hat zeitweise in Neuglobsow gewohnt. Seine Frau hatte von ihrem Vater eine herrschaftliche Villa in Neuglobsow als Hochzeitsgeschenk bekommen.

Ich würde gerne nochmal wiederkommen nach Neuglobsow und an den Stechlin, und dann Neuglobsow selbst etwas genauer erkunden und ganz gemütlich ein bisschen am Ufer des Stechlin spazieren gehen, oder darin schwimmen oder mit dem Kajak darauf herumpaddeln. Das mache ich dann aber, wenn die Saison vorüber und nicht ganz so viele Menschen da sind.

Nachtrag: Die lebensgroßen und lebensechten Holzfiguren sind gar keine, sie sind aus Beton, wie ich gerade herausgefunden habe!

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Mecklenburg-Vorpommern ·Privates ·Reisen ·Tagesnotizen 2017

Hiddensee

Hiddensee

Nun bin ich schon wieder ein paar Tage zuhause, aber mit den Gedanken immer noch halb auf Hiddensee. Ziemlich spontan und kurzfristig hatten wir noch eine vernünftige und für uns bezahlbare Ferienwohnung für eine Woche ergattern können. Also fröhlich die Sachen gepackt und aufgemacht zu meinem geliebten Hiddensee.

Im Frühsommer war ich bisher noch nie da, und es hat mir ausnehmend gut gefallen. Das lag unter anderem daran, dass ich das erstemal das blühende Hiddensee gesehen habe. Bei meinen bisherigen Aufenthalten Ende des Sommers, blühte zwar die Heide gerade aber ansonsten war überwiegend schon alles verblüht/verbrannt. Diesmal aber stand alles in voller Blüte. Die Hecken aus Hundsrosen, Klatschmohn und Goldmohn, Kornblumen, Schafgarbe alles bunt gemischt, die stattlichen Königskerzen, wilde Malven, und jede Menge blühender Wildblumen und Kräuter mehr. Dazu die vielen blühenden Gräser. Die ganze Insel ist voller bunter Farbkleckse. Einfach nur wunderschön, ein Fest für die Augen!

Fotos habe ich diesmal so gut wie keine gemacht, weil ich nicht ständig auf der Suche nach Fotomotiven sein, sondern einfach nur gucken und genießen wollte. Ansonsten hätte ich vermutlich nur fotografiert, weil alles so schön war und ich im Grunde alle paar Schritte schon wieder ein neues Foto hätte machen wollen. 🙂

Ansonsten habe ich mich ordentlich durchpusten lassen, an einigen Tagen war es sehr windig, so dass man mit dem Fahrrad bei Gegenwind kaum vorwärts kam. Lange Spaziergänge am Strand, Baden in der Ostsee, Sonnen in den Dünen, Wandern an der Steilküste und unterhalb der Steilküste, Erkundung des Alten Bessin, die »Gipfelerstürmungen« von Dornbusch und Swantiberg, sehr leckeres Holunderblüteneis und den ebenfalls oberleckeren Kirschstreuselkuchen aus der Eismanufaktur gegessen, das traditionelle Fischbrötchen direkt vom »Fischkutter Willi«, Rehe direkt am Schlafzimmerfenster, Rehe in der weiten Landschaft, ein Fuchs, Pferde, Schafe und Heidschnucken, dass alles und noch viel mehr steckte in diesen Tagen.

Leider hatte ich keine Gelegenheit richtig auf Vogelexkursion zu gehen, was ich eigentlich geplant hatte. Die letzten beiden Tage waren komplett verregnet. Trotzdem habe ich natürlich auch so viele Vögel gesehen. Highlights waren die vielen Buntspechte im Küstenwald, meine ersten Uferschwalben am Enddorn und für mich ebenfalls erstmals die Krähenscharben. Ich meine am Leuchtturm Dornbusch auch einen Neuntöter gesehen zu haben, aber ich bin mir nicht 100%ig sicher, so dass ich weiter auf meine erste gesicherte Sichtung eines Neuntöters warte.

Zum ersten Mal im Leben habe ich eine Marionettentheatervorstellung besucht. Auf Hiddensee ist ja die Seebühne Hiddensee, die 1997 aus dem Figurentheater »Homunkulus« in Berlin hervorgegangen ist, beheimatet. Schon bei meinen vorherigen Aufenthalten wollte ich dort gerne mal eine Vorstellung sehen, aber es hat nie geklappt. Diesmal habe ich schon von zuhause aus Karten reserviert, und als wir dann auf Hiddensee waren, die neue Inszenierung »Moby Dick« nach Herman Melville gesehen. Wirklich ein Erlebnis in der kleinen Seebühne zu sitzen und sich verzaubern zu lassen!

Und endlich habe ich es auch geschafft, mal das Heimatmuseum in Kloster zu besuchen. Ebenfalls sehr lohnenswert, weil wirklich vielseitig und informativ, was die Geschichte der Insel angeht.

Alles in allem waren es wieder sehr schöne erholsame volle Tage, die - auch wie immer - viel, viel zu schnell vorüber waren.

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Liisas Fotos ·Mecklenburg-Vorpommern ·Privates ·Reisen

Der Sommer 2016 und eine Woche auf Hiddensee

Ostseestrand am Leuchtturm Gellen auf Hiddensee

Während der Sommer noch ein letztes Feuerwerk abbrennt und Menschen und Natur unter der Hitze ächzen, schaue ich etwas ungläubig drein, dass der Sommer vorbei ist. Dieser Sommer ist irgendwie ganz anders gelaufen, als ich es geplant und erwartet hatte. Klar, einiges was ich mir vorgenommen hatte, konnte ich in die Tat umsetzen, es gab einige überraschende Entwicklungen und Erlebnisse, die positiv und schön waren, aber eben auch einiges, das so nicht hätte sein müssen. So ein richtiges »Sommergefühl« kam bei mir eher selten auf, aber doch wenigstens hin und wieder.

Ganz besonders in der vergangenen Woche, die ich auf Hiddensee verbringen konnte. Wenigstens dieser lang gehegte Plan konnte umgesetzt werden, auch wenn es kurz vorher kurz so aussah, als ob ich auch diesen Plan hätte begraben müssen. Das hätte mich dann wirklich traurig gemacht, denn auf Hiddensee habe ich mich schon monatelang ganz besonders gefreut, nicht zuletzt, weil ich dort eine liebe Freundin samt ihrer Familie treffen wollte. Man könnte sagen, ich habe darauf hingelebt. Jedenfalls die Woche auf Hiddensee war wirklich schön, wenn auch - wie immer - viiiiel zu kurz. Ich hätte gerne noch zwei, drei, ganz viele Wochen drangehängt.

Eigentlich wäre ich dieses Jahr gerne mal Richtung Lüneburger Heide gefahren. Als ich 6 oder 7 Jahre alt war, war ich einmal mit meinen Eltern dort, aber damals war ich noch zu jung, um zu begreifen, was für eine tolle, bemerkenswerte Landschaft das ist. Ich trottete gelangweilt hinter den Erwachsenen her und war froh, als das verlängerte Wochenende in der Heide vorbei war. Inzwischen würde ich gerne nochmal in die Heide und sie mit anderen Augen anschauen. Ich hatte mich deswegen vor einiger Zeit ein bisschen schlau gemacht, wohin in der Heide man am besten fährt und dabei erfahren, dass dieses Jahr die Heideblüte besonders schön und langanhaltend gewesen ist, weil das Wetter zur Blütezeit ziemlich wechselhaft war. Das befeuerte natürlich meinen Wunsch hinzufahren und mir das selber anzuschauen. Tja, was soll ich sagen, die Pläne zerschlugen sich aus Gründen, und ich sagte am Ende »vielleicht im nächsten Jahr« … wie schon so oft.

DÜNENHEIDE AUF HIDDENSEE

Umso begeisterter war ich, als mir dann aufging, dass ich rechtzeitig zur Heideblüte auf Hiddensee sein würde. Kenner und Liebhaber der Insel wissen, dass es dort die sogenannte Dünenheide gibt, also eine Heidelandschaft direkt hinter den Dünen, hinter denen wiederum die Wellen der Ostsee an den Strand schlagen. Es ist ein 75 Hektar großes Naturschutzgebiet und die letzte erhaltene Küstenheide in Deutschland. Als ich letztes Jahr zum ersten Mal (für drei Tage) auf Hiddensee war, hatte es zeitlich nicht mehr gelangt, auch den Süden der Insel und damit diese Heidelandschaft zu erkunden.

Dieses Jahr war es dann so weit und es war einfach nur wunderschön! Der Gipfel der Idylle war dann natürlich, als ausgerechnet als wir dort unterwegs waren, der Inselschäfer mit der gar nicht so kleinen Schafherde durch die Heide kam und quasi einen halben Meter entfernt an mir vorbeiwanderte, die Schafe und ein paar Ziegen hinterdrein. Hachz!!

Häuschen in der Dünenheide von Hiddensee

Die Inselschafe in der Dünenheide

Die Herde rauhwolliger Pommerscher Landschafe zieht durch die Dünenheide auf Hiddensee

Die Schafe sind übrigens Rauhwollige Pommersche Landschafe, die in den 1980er Jahren so gut wie ausgestorben waren. Die UNO setzte die alte Landschaf-Rasse damals auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierarten. Mit sieben Böcken und etwa 40 Mutterschafen die man noch fand, startete man eine neue Zucht mit der alten Rasse. Heute gibt es wieder einige tausend Schafe dieser Rasse, einige davon auch auf Hiddensee.

Häuschen in der Dünenheide auf Hiddensee

Auch sonst habe ich es sehr genossen auf der Insel zu sein, am Strand und der Ostsee entlang zu spazieren, die Sonne und den leichten Wind zu genießen. Wir hatten weitestgehend grandioses Sommerwetter erwischt, vermutlich besser als manche zur Hochsommerzeit dort.

Neben der Dünenheide inklusive Hirt und Schafherde hatte die Woche noch mindestens drei weitere Highlights.

LEUCHTTURM DORNBUSCH UND DIE STEILKÜSTE AUF HIDDENSEE

Blick auf die Insel Hiddensee, Bodden (links) und Ostsee (rechts) vom Dornbusch aus

Zum einen habe ich es dieses Jahr auch zum Leuchtturm Dornbusch geschafft und bin sogar hinaufgestiegen. Was für ein herrlicher Ausblick von dort oben!

Leuchtturm DornbuschBlick auf die Ostsee von der Steilküste beim DornbuschSanddorn und Leuchtturm DornbuschFerienhäuschen auf der Steilküste beim Klausner auf HiddenseeAusblick auf die Ostsee von der Steilküste beim Klausner auf Hiddensee

STAND UP PADDLING AUF DER OSTSEE

Das zweite Highlight kam ungeplant. Ich entdeckte nämlich, dass auf Hiddensee auch Stand Up Paddling angeboten wird. Kurzentschlossen ergriff ich die Chance und buchte einen 1 1/2-stündigen Schnupperkurs. Kurz vor Beginn des Kurses packte mich dann doch etwas die Panik vor meiner eigenen Courage, aber ich zog es durch. Man wird ja nicht jünger, wer weiß, wann sich eine neue Chance ergibt, etc. etc.

Vor dem Paddling steht jedoch noch eine andere Herausforderung. Ich musste mich, ebenfalls eine Premiere, in einen Neoprenanzug wurschteln. In diesem Fall zum Glück »nur« ein sogenannter Shorty, also kurze Arme und Beine, was das Anziehen etwas erleichterte. Die Dinger sitzen knalleng, und zuerst kam ich mir ein bisschen wie eine Presswurst vor, aber das gab sich erstaunlich schnell. Zwar nicht das erste, aber das zweite, das ich sagte, als ich wieder der Ostsee entstieg war: »So ein Ding will ich haben!« Obwohl die Ostsee an besagtem Tag wirklich kühl war, hab ich nicht eine Minute gefroren. Großartig! Mit so einem Shorty würde sich jedenfalls das Zeitfenster in dem man in unserem See noch schwimmen kann, deutlich vergrößern. 🙂

Die 1 1/2 Stunden Schnupperkurs wurden am Ende 2 volle Stunden, und sie vergingen wie im Flug. Der Lehrer war wirklich sehr angenehm und unsere Gruppe auch überschaubar klein (4 Personen), so dass alle gut und individuell angeleitet und falls nötig auch korrigiert werden konnten. Bis man den Bogen erstmal raus hat, ist das Ganze recht kräftezehrend, also zumindest wenn man nicht voll durchtrainiert und deutlich jenseits des Jugendalters ist. Hat man den Bogen raus, ist es so toll, wie es aussieht, wenn Könner, lässig auf dem Bord stehend gemächlich paddelnd vorbeiziehen. Ich bin auf jeden Fall angefixt und konnte somit unverhofft einen weiteren Punkt von meiner Liste der Dinge, die ich gerne mal ausprobieren oder unbedingt noch machen möchte, streichen. Juchu! Leider hab ich vor lauter Aufregung vergessen, ein Foto von mir im Shorty samt Bord und Paddel machen zu lassen. *gnarf*

LEUCHTFEUER GELLEN

Das dritte Highlight war die Radfahrt zum Leuchtturm bzw. Leuchtfeuer Gellen, das sich im gleichnamigen südlichen Teil der Insel befindet. Dieser Teil ist heute ein Naturschutzgebiet, der südliche Teil des Gebietes gehört als ein bedeutendes Vogelschutzgebiet zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Das Foto über diesem Beitrag zeigt den Ostseestrand am Leuchtfeuer Gellen und den Blick gen Norden über die Insel.

Holzkunst am Leuchtfeuer Gellen

Dünen und Strandzugang am Leuchtfeuer Gellen

Leuchtfeuer GellenBlick über einen Teil des Neuendorfer Hafens

Die Woche auf Hiddensee und die unerwarteten warmen und sonnigen Tage jetzt im September haben mich noch etwas mit dem Sommer 2016 versöhnt. Nun stehen alle Zeichen auf Herbst, und ich hoffe, er wird ähnlich schön wie letztes Jahr. Vielleicht kann ich dann doch noch einige Ausflüge und Unternehmungen starten, die im Sommer nicht zu verwirklichen waren.

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