Cat and Co Content ·Privates ·Tagesnotizen 2015

Traurige Nachrichten

Aljoscha - © Liisa

Aljoscha
* 07. April 2007 - 10. Dezember 2015

Du kamst als zartes puscheliges Katerchen zu uns. Dein Fell war und blieb samtig weich und so hattest Du schnell Deinen ersten Spitznamen weg: »Samtelchen«.

Du warst mit Sicherheit der intelligenteste aller Kater, die je bei uns gelebt haben. Du hast immer alles höchst aufmerksam beobachtet und Dir ist nichts aber auch gar nichts entgangen. Zusammen mit Deinem fröhliches Gemüt und Deinen Fähigkeiten, die die der anderen Kater in vielem übertrafen, hattest Du bald einen weiteren Spitznamen. Du warst unser »Jolly Jumper«.

Mit Deiner Gelassenheit und Nervenstärke hast Du sogar unseren Casimir, der bis dahin die Position als nervenstärkster unserer Kater hielt, um Klassen geschlagen. Dich konnte wirklich gar nichts erschüttern. Wo Du lagst, da lagst Du. Mussten wir Menschen eben über Dich hinwegsteigen, oder um Dich herum staubsaugen oder putzen. Kamen fremde Menschen oder kleine Kinder, die begeistert loskreischten bei Deinem Anblick, bliebst Du als einziger der Kater gelassen liegen, hast Dich streicheln lassen, auch wenn es anfänglich manchmal bei den kleinen Kindern etwas ruppiger ausfiel. Es konnte Donnern und Krachen, es konnte Feuerwerken, Du warst nicht zu erschüttern.

Du warst neugierig ohne Ende, immer bereit für das nächste Abenteuer. Wenn sich auch nur die kleinste Gelegenheit für Dich ergab, Dein »Revier« zu erweitern, hast Du sie blitzschnell genutzt. Nach unserem Umzug nach Mecklenburg, hast Du das Haus wirklich bis zum letzten Winkel in Keller und Dachboden erkundet. Manchmal, ohne dass wir es mitbekommen haben. Einen klitzekleinen Dämpfer bekam Deine Abenteuer- und Expeditionslust allerdings, als Du einmal hinter unserem Rücken auf den Dachboden geklettert bist, wir wieder runterstiegen und die Klappe schlossen. Erst nach einer Weile fiel mir auf, dass es so verdächtig still war und ich Dich länger nicht gesehen hatte. Wir suchten Dich erst überall in der Wohnung, fanden aber keine Spur. Irgendwann fiel mir dann ein, dass wir auf dem Dachboden gewesen waren. Ich kletterte hoch, öffnete die Tür und da standest Du und maunztest mich ein bisschen vorwurfsvoll aber auch erleichtert an. Diese Erfahrung hat Dich aber nicht davon abgehalten, es jedes Mal wieder zu versuchen, Dich hinter unserem Rücken auf den Dachboden zu schleichen.

Begeistert warst Du, wenn es in den Garten ging und hast dort Deine ausgiebigen Erkundungstouren gemacht, nicht ohne dabei Unmengen an Gras zu futtern. Gerne hast Du neben mir auf der Terrasse oder direkt auf dem Rasen gelegen und die Sonne genossen.

In Deinen letzten Jahren hast Du Dich zu einem kleinen Brot-Fanatiker entwickelt. Wehe wir ließen irgendwo ein Brot liegen oder stehen. Wir haben Dich mehr als einmal dabei erwischt, wie Du versucht hast ein Brot zu rauben und zu verschleppen - notfalls sogar aus dem Toaster - wohlgemerkt, ohne Dir dabei die Pfoten zu verbrennen!

Du warst ein großer Schmuser und konntest das hingebungsvoll und lange tun, dabei wunderbaren Schnurren und uns so hingebungsvolle Blicke zuwerfen, dass wir völlig willen- und widerstandslos streichelten und streichelten und streichelten …

Leider bist Du mit einer wohl angeborenen Schwäche Deiner Bauchspeicheldrüse zur Welt gekommen. Das führte dazu, dass wir Dich schon gleich am Anfang fast verloren haben. Nur dem unermüdlichen Einsatz von mehreren sehr engagierten Ärzten in einer Tierklinik bei Tübingen war es zu verdanken, dass Du damals - nur wenige Wochen alt - überlebt hast. Von da an war auch klar, dass Du immer eine Spezialdiät bekommen musstest. Das in einer ganzen Schar von Katern zu gewährleisten, war eine besondere Herausforderung für uns Menschen. So gern Du vom Futter der anderen gefressen hättest, so gern, wie Du Trockenfutter mochtest, wir mussten hart bleiben und Du hast es dann auch relativ schnell gelernt, dass das Futter der anderen Kater für Dich tabu war … also, so lange wir in Sichtweite waren, natürlich nur. Wenn sich doch mal die Chance ergab, hast Du Dich blitzschnell über Trockenfutter, das wir aus Versehen nicht gleich wieder verräumt hatten, her gemacht. Leider musstest Du die Rechnung dafür dann recht schnell selbst bezahlen. Das tat uns leid, aber ab und an, hast Du Dir dieses zweifelhafte Vergnügen gegönnt.

Aufgrund Deiner angeborenen Schwäche und den damit zusammenhängenden Erkrankungen hast Du mehr gespuckt als alle unsere anderen Kater zusammen. Wir waren Dir sehr dankbar, dass Du Dir früh angewöhnt hast, das im Katzenklo zu erledigen. Nur in Ausnahmefällen, wenn es wirklich nicht anders ging, hast Du auch mal irgendwo anders hingespuckt.

Noch zweimal ging es Dir gesundheitlich wirklich übel, so dass nicht sicher war, ob Du es schaffen würdest oder nicht. Aber Du hast alle Prognosen Lügen gestraft und Dich zu aller Überraschung jedesmal schnell wieder gefangen und Dich erstaunlich schnell davon erholt. In Deinen guten Phasen, warst Du wie jeder andere Kater und tatsächlich haben wir uns manchmal gefragt, ob Du ohne Deine gesundheitliche Schwäche überhaupt zu bändigen gewesen wärst. Wir hätten Dir trotzdem gewünscht, dass Du gesund und ohne Beeinträchtigungen Dein Leben hättest leben können. Du hast aber wirklich das Allerbeste aus Deinen Möglichkeiten gemacht. Das fanden wir toll.

Deine letzte Großtat, die in die Katzen-Historie in diesem Haus eingegangen ist, liegt noch nicht lange zurück und hat Dir einen weiteren (liebevoll gemeinten) Spitznamen eingebracht: »Mämö«

In den letzten sechs Monaten hast Du deutlich an Gewicht verloren. Bei Dir gab es aufgrund Deiner Erkrankung ja immer starke Gewichtsschwankungen aber diesmal war klar, das geht darüber hinaus. In den letzten Wochen wurdest Du ruhiger und hast schließlich mehr geschlafen als wir es von Dir kannten.

Vergangenen Freitag sind wir mit Dir zur Tierärztin gefahren - mal wieder. Blut wurde abgenommen und die Tierärztin hat zum X-ten Mal geäußert, was für ein toller und ungewöhnlicher Kater Du bist, denn Du hast alles gut mitgemacht und klaglos über Dich ergehen lassen. Das Ergebnis der Blutuntersuchung war nicht gut, aber - wie wir dachten, auch (noch) nicht lebensbedrohlich. Du hattest eine schwere Anämie entwickelt. Wir wollten mit Dir in die nächstgelegene Tierklinik fahren, um dort herausfinden zu lassen, was die Ursache dafür war und ob man Dir helfen könnte.

Gestern Nachmittag ging es Dir mit einem Mal rapide schlechter. Ich habe es zum Glück sofort mitbekommen und mich um Dich gekümmert, so gut es ging. Wir mussten zusehen, wie sich Dein Zustand von Minute zu Minute verschlimmerte. Ein Anruf bei der Tierärztin, in dem wir uns mit Dir als Notfall ankündigten. Dann fingst Du an nach Luft zu ringen, zuwenig Sauerstoff in Deinem Blut. Es hat weh getan, Dich so leiden zu sehen. Du hast zweimal erbärmlich geschrieen. In dem Moment habe ich das allererste Mal so etwas wie Angst in Deinem Blick gesehen. Ich habe Dich auf den Arm genommen und mit Dir geredet und versucht Dich zu beruhigen und es hat funktioniert. Du hast mich angeschaut und angeschaut und hast Dich etwas beruhigt. Ich habe Dich auf meinen Armen ins Auto getragen, wir sind zur Tierärztin gerast. Sie hat sofort gesehen, dass Dir mit keiner Therapie und Medikamentengabe mehr geholfen werden konnte. Wir wollten nicht, dass Du jämmerlich erstickst und sich in Deinen Augen wieder diese panische Angst zeigt. So haben wir die Entscheidung getroffen, Dir zu helfen und Dich gehen zu lassen.

Ich habe Dich auf meinen Armen zurück ins Auto getragen und den ganzen Weg zurück nach Hause weiter gestreichelt, während meine Tränen auf Deinen kleinen, nun ruhigen und nicht mehr von Zuckungen geschüttelten Körper, getropft sind. Du liegst nun neben Deinem alten Freund Galileo, der Dir vorletztes Jahr vorausgegangen ist.

Wir können es noch nicht fassen, dass Du nicht mehr hier bei uns bist. Den gestrigen Tag mit unserem Erleben müssen wir erstmal verarbeiten und Deine beiden Kumpel Jaromir und Filippo trösten, die auch noch nicht verstanden haben, dass Du für immer weg bist.

Wir haben trotz aller Herausforderungen, die Deine gesundheitliche Kondition mit sich brachte, keinen Tag bereut, das Du Teil unseres Lebens geworden bist und hätten Dich zu gerne noch länger bei uns gehabt. In unseren Herzen und Erinnerungen wirst Du immer bleiben.

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Gartenfreude ·Politik ·Privates ·Soziales ·Tagesnotizen 2015

Tagesnotizen

Paprikaernte - © Liisa

Es wird langsam aber sicher immer herbstlicher. Da bin ich es noch schuldig vom Fortgang des Projekts »Das erste Mal im Leben Gemüse auf dem eigenen Balkon ziehen« zu berichten.

Die beiden Tomatenpflanzen haben wirklich reichlich getragen. Beide Sorten haben uns sehr gemundet, wobei die »Zuckertraube« die Nasenspitze vorne hatte. Ein paar Nachzügler reifen jetzt noch, aber die beste Zeit liegt hinter den Pflanzen.

Zu meiner großen Freude zahlte sich meine Geduld aus, und die drei Paprikapflanzen, die sich lange Zeit ließen überhaupt Früchte auszubilden und dann über Monate grüne Paprika trugen, fingen doch noch an, sich zu färben. An zweien erstrahlten die Paprika nach und nach in sattem tiefen Rot und an der verbliebenen dritten Paprika färbten sie sich in ein schönes gelb-orange. Letztere die den Namen »Corno giallo« trägt, hat uns am meisten überzeugt. Sehr schöne große Paprika mit grandiosem Geschmack. Die beiden roten Sorten (»Sweet Dreams« und »Korosko« brachten geschmacklich eher durchschnittliche Paprika hervor, und die auch nicht so zahlreich und größtenteils eher klein. Ich bin nicht sicher, wie ich sie beurteilen soll, da ich den Verdacht hege, dass die Ernte bei den beiden sehr stark vom eher ungünstigen Wetter dieses Jahr beeinflusst war. Unter Umständen tragen sie unter besseren Umständen deutlich mehr, größere und schmackhaftere Paprika.

Aber egal! Das Projektziel war (sehr bescheiden formuliert) von jeder Sorte wenigstens eine Frucht ziehen und selber essen können. Das ist bei zwei von drei Tomatenpflanzen (die grüne Zebra ist ja leider einen tragischen frühen Tod gestorben) und den drei Paprikapflanzen gelungen, und es gab sozusagen noch reichlich Bonuspunkte bzw. Bonusernte.

Ich bin also insgesamt sehr glücklich und zufrieden mit dem Experiment, das über Monate hinweg für viel Spannung und Freude gesorgt hat. Schön, dass ich wenigstens einmal im Leben selber Gemüse auf dem Balkon gezogen habe … und vielleicht ja nicht zum letzten Mal.

*

Ansonsten mache ich mir gerade sehr viele Gedanken, wie wahrscheinlich (fast) jeder. Themen und Anlässe gibt es ja reichlich dieser Tage. So beobachte ich mit einer Mischung aus Entsetzen und Nichtglaubenkönnenwollen, wie die Politik in Deutschland und in ganz Europa sowas von versagt, dass es … eben! … kaum zu glauben ist! Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das Methode hat oder ob die wirklich so unfähig sind.

Gleichzeitig freue ich mich über die vielen Beispiele von Bürgern, die überall mit anpacken und versuchen das Versagen der Politik, Behörden und Verantwortungsträger, etwas abzufedern bzw. auszugleichen. Das ist wirklich sehr beeindruckend zu sehen und mitzuerleben.

Über die vergangenen Wochen hinweg, kam mir sogar der sich erhärtende Verdacht, dass es vielleicht sogar ganz gut ist, dass die Politik und Behörden vor Ort sich so »vornehm« zurückhalten. Denn da, wo sie sich irgendwann doch berappelt haben und mit eingeschalten haben, brach sofort das Chaos aus. Sie schalteten sich nämlich ein mit? Na, raten Sie es? Richtig, Bürokratie! Und mit dieser Bürokratie brachten sie innerhalb kürzester Zeit reibungslos funktionierende Systeme ins Trudeln und teilweise sogar zum (vorläufigen) Stillstand. Was natürlich blöd ist, wenn Menschen davon abhängen.

Ein weiterer Gedanke, der mich in diesem Zusammenhang streifte, war dass das, was die Politik da gerade an Trauerspiel abliefert, nicht gerade dazu beiträgt, das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik zu stärken. Ich bin gespannt auf die kommenden Wahlen und ob sich dieser Vertrauensverlust in noch niedrigerer Wahlbeteiligung abbildet. Ich fürchte ja.

*

Haben Sie schon mal darauf geachtet, wie oft Sie binnen eines Tages »für dumm verkauft« werden oder zumindest der Versuch unternommen wird? Ich hab mal bewusst darauf geachtet und war über das Ergebnis doch einigermaßen erschüttert. Es ist unglaublich, wer alles glaubt, es ja mal versuchen zu können: die Politik, die Werbung, bestimmte Medien (gut, das ist nichts neues, die üblichen Verdächtigen halt, aber das Ausmaß hat deutlich zugenommen) und ja, auch Hinz und Kunz.

Wann ist das eigentlich gesellschaftsfähig geworden? Offenbar funktioniert es ja prächtig, sonst würden nicht so viele zu diesem Mittel greifen. Ich bin es ehrlich gesagt ziemlich müde und satt. Wollen wir etwa belogen und betrogen werden? Oder sind wir alle so gestresst und unter Druck, dass wir schlicht nicht mehr die Energie haben, uns gegen all diese Versuche zu wehren, und akzeptieren es inzwischen bis zu einem gewissen Grad? Unglaublich, wie viel Energie wir im Grunde verpulvern müssen, um solchen Versuche a) erstmal auf die Schliche zu kommen (manche kommen sehr plump daher, andere sind sehr raffiniert angelegt) und sie b) dann abzuwehren.

Achten Sie mal darauf!

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Privates ·Tagesnotizen 2015

Tagesnotizen: WMDEDGT?

6:30 Uhr: Eine Stunde bevor der Wecker klingeln sollte aufgewacht. Kurz überlegt, ob so tun, als ob ich es nicht bemerkt hätte. Dagegen entschieden.

Balkontür auf und tatsächlich noch kühle frische Luft hinein gelassen.

6:50 Uhr: Fixes Frühstück: Toast & Tweets. Dabei in einem Tweet gelesen, dass heute WMDEDGT? (Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?)-Tag ist (wie jeden 5. eines Monats! und ausgerufen von Frau Brüllen) und gedacht: Toll, ich muss heute Abend nicht zum drölfzigmillionsten Mal denken: Mist, heute war WMDEDGT?-Tag und ich hab’s wieder verpasst mitzumachen! Wie so häufig bin ich Spätzünder oder »Late Bloomer«. Überhaupt, eine meiner Superkräfte: mit Elan auf den Zug aufspringen, wenn der schon in den Zielbahnhof einfährt und abbremst, und mich kurz darauf wundern, wieso alle aussteigen und der Zug nicht weiterfährt. 😉

7:30 Uhr: Nicht zu spät, eher zu früh (das halbe Haus schlief noch, inklusive Teile meines Gehirns), an die heute morgen anstehenden Putzaufgaben begeben. Später wird’s eh zu heiß. Während des Putzens wieder versucht eines der großen Rätsel der Menschheit zu lösen. Welches verrate ich, wenn ich die Lösung gefunden habe. Also wahrscheinlich nie oder kurz nachdem jemand anderes sie nicht nur gefunden, sondern bekanntgegeben hat (Sie erinnern sich: Spätzünder -> Zug -> Bahnhof -> EndeGelände).

Während des Putzens außerdem die gestrige Ausgabe der in Schweden beliebten Radiosendung »Sommar«, die dort Kultcharakter hat, nachgehört. Während der Sommerwochen werden dort interessante Menschen aus allen möglichen Bereichen wie Film, Theater, Musik, Literatur, Sport, Politik, Soziales etc. eingeladen und dürfen etwa 1 1/2 Stunden das Programm selbst gestalten. Das ist wirklich meist sehr interessant. Gestern war der Tänzer und Choreograf Alexander Ekman dran und seine Musikauswahl wirkte sich denn auch positiv auf die Putzaktion aus. Kurz unterbreche ich das Putzen, als die Kraniche, wie jeden Morgen, laut rufend über unser Haus hinwegziehen. Ich sehe ihnen gerne nach, wenn sie so im Formationsflug vorbeifliegen.

9:00 Uhr: Nach Abschluß der Putzarbeiten, geduscht. Draußen mittlerweile voller Sonnenschein und steigende Temperaturen. Das wird heute wieder schön warm.

9:20 Uhr: Kurzer morgendlicher Plausch mit einer der WG-Mitbewohnerin.

9:30 Uhr: Ran an den Schreibtisch und einiges weggearbeitet sowie anstehende Telefonate erledigt.

10:45 Uhr: Zwischendrin die Tagesernte grüne Bohnen geschnippelt. Schrieb ich kürzlich hier im Blog:

»Die grünen Bohnen erscheinen meinem Laienauge ein bisschen schwächlich auf der Brust und auch nicht so zahlreich, wie gedacht, aber was weiß ich schon. Vermutlich ernten wir am Ende Massen an Bohnen und wissen nicht mehr wohin damit!«

Jetzt stellt sich heraus, es waren prophetische Worte. Die grüne Bohnen-Ernte fällt dieses Jahr überreichlich aus. 🙂

11:15 Uhr: Noch etwas weiter am Schreibtisch gearbeitet und dann telefonisch einen Besuch Anfang kommender Woche festgezurrt. Also jemand kommt uns besuchen. Höchstwahrscheinlich werden es sogar noch mehr Besucher - es ist Ferienzeit, da erinnern sich viele gerne relativ spontan an ihre Freunde in Ostsee-Nähe. 😉 Aber ja, wir freuen uns! 🙂

12:00 Uhr: Die Glocke läutet und ruft alle WG-Bewohner zum Mittagessen. Es gibt mit Käse überbackenen Nudelauflauf und diesen grandiosen Bohnensalat, selbstverständlich mit frischen Bohnen, Tomaten und Basilikum aus dem Garten. Ein wunderbarer Sommersalat für heiße Tage. Die Reste sicherte ich mir gleich noch für mein Abendessen.

12:45 Uhr Kurzer Ausflug auf die Terrasse. Es ist eindeutig zu heiß, um draußen zu bleiben. Also wieder rein und im etwas abgedunkelten Zimmer nochmal an den Schreibtisch, Weiteres abarbeiten. Die Kater liegen ziemlich demonstrativ faul in der Gegend herum, was meiner Motivation einen kleinen Dämpfer gibt.

13:15 Uhr: Die Post war da und hat mal was für mich gebracht, was nicht Werbung oder Rechnung ist, nämlich eine Postkarte aus Konstanz, und ein handgeschriebener Brief von einer Freundin aus Österreich über den ich mich sehr freue, weil a) handgeschrieben (ist heutzutage ja schon fast eine Seltenheit!), b) wir in 95% über Mails und 3% über Telefon kommunizieren und der Brief daher eine echte Überraschung ist und ich c) weiß, dass sie eigentlich gerade mega viel um die Ohren hat.

Apropos Postkarten, die nehmen auch von Jahr zu Jahr ab. Ich prangere das an! Klar, über Internet geht alles schneller und schließlich hat man ja Urlaub und will nicht ewig und drei (Urlaubs)Tage Postkarten an die Daheimgebliebenen schreiben, aber schön war’s doch, als man als Daheimgebliebener zum Trost wenigstens schöne bunte Postkarten mit Ansichten aus aller Welt bekam. Heute löst schon eine Postkarte aus Konstanz Freudentaumel aus, ich meine Konstanz!!! (Tschuldigung an alle Konstanzer! 😉 )

13:30 Uhr: Ich weiß nicht, ob der Freudentaumel der Auslöser ist oder was anderes aber ich habe eine Eingebung und trage »WMDEDGT?« als wiederkehrenden Termin in mein Todoist ein, inklusive rechtzeitiger Erinnerung. Warum ist mir das nicht schon viel eher eingefallen? \o/

13:40 Uhr: Zeit mal wieder Twitter zu checken. Lese einige längere Texte und Artikel online.

14:30 Uhr: Die Kater haben gewonnen, ich lege eine kurze Mittagspause ein.

15:00 Uhr: Pflaumenkuchen mit gebrannter Mandelkruste dazu Eiskaffee und Schwatz über dies und das mit WG-Mitbewohnerin. Wir verabreden uns für später.

15:30 Uhr: Bisschen weiter arbeiten, Musik hören und zwischendrin das ein oder andere twittern.

16:30 Uhr: 3/4 der WG packen ihre Badesachen und Handtücher, und ab geht’s zu unserem Badesee für eine kleine Abkühlung und Erfrischung. Es tut - wie immer - gut nach der Sitzerei am Schreibtisch den Körper lang zu machen und etwas zu schwimmen. Das Wasser ist nach der Abkühlung heute Nacht relativ frisch, so dass ich versuche in Bewegung zu bleiben, um nicht zu schnell auszukühlen. Bei den angekündigten Temperaturen für die nächsten Tage wird sich auch das Wasser schnell erwärmen. Immer noch kühl genug um sich bei großer Hitze abzukühlen, aber nicht mehr so kalt, dass man schnell anfängt zu frieren.

Während ich so vor mich hinschwimme, entdecke ich Herrn und Frau Schwan, die gerade ihre vierköpfige Kinderschar spazierenschwimmen. Offenbar geht das Paar davon aus, dass der See eigentlich ihnen gehört und nähert sich mit den Kleinen bis auf 2 Meter. Ganz geheuer ist mir das nicht, denn die Elterntiere beäugen mich wachsam und misstrauisch, und bei Schwänen mit Nachwuchs muss man auf alles gefaßt sein. Ich möchte nicht gerne von einem erbosten Schwanenelternteil im Wasser attackiert werden, besonders nicht wenn es so tief ist, dass ich nicht mehr stehen kann. Also schwimme ich möglichst unauffällig nach rückwärts weg von den Schwänen. Die Kleinen piepsen in einem fort und gucken neugierig. Sehr niedlich, aber ich denke die ganze Zeit: kommt bloß nicht auf die Idee das komische Objekt im Wasser genauer anschauen zu wollen! Die Schwaneneltern lotsen ihre Kleinen weiter, machen einen eleganten Bogen und schneiden mir Richtung Ufer quasi den Weg ab. Na toll! Wieder schwimmen sie mit den Kleinen bis auf 2 Meter an mir vorbei. Ich verhalte mich möglichst ruhig und lasse sie ziehen. Endlich orientieren sie sich Richtung Schilfgürtel und verschwinden spurlos darin. Jetzt kann ich ans Ufer zurückschwimmen und bin froh, dass ich ohne Attacke davon gekommen bin. Noch ein bisschen in der Sonne aufwärmen auf dem Steg, dann geht’s wieder nach Hause und unter die warme Dusche, denn inzwischen ist mir doch etwas kalt.

18:15 Uhr: Der Schreibtisch hat mich wieder. Ich will noch ein paar kleinere Sachen erledigen.

19:00 Uhr: Heute Nachrichten und nebenher schnell etwas zu Abend essen. Der Rest Bohnensalat, Sie erinnern sich?! Noch genauso lecker, wie am Mittag. Allerdings vergeht mir sehr schnell der Appetit ob der furchtbaren Meldungen. Wieder viele Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Es ist schier nicht mehr zu ertragen! Unsere Nachkommen werden fragen: »Wie konntet Ihr das zulassen?!« 🙁 Die türkische Luftwaffe bombt mal eben auf Verdacht ein kurdisches Dorf in Schutt und Asche. Es gibt viele zivile Opfer, oder wie es im Militärsprech heißt »Kollateralschäden«. 🙁 In Deutschland kocht die »Landesverrat-Affäre« weiter vor sich hin.
Und den deutschen Milchbauern steht die Milch das Wasser bis zum Hals, weil sie z.Zt. von 51 Cent pro Liter Milch, die in den Discountern bezahlt werden, nur 28 Cent bekommen.

19:30 Uhr: Ich gieße die Erdbeer-, Paprika- und Tomatenpflanzen und freue mich über weitere Tomaten, die in den nächsten Tagen wohl erntereif sein werden. In die Sorte »Zuckertraube« habe ich mich bereits verliebt. Fruchtig-süß mit ganz leichter Säure, ein echter Genuß.

Während ich auf dem Balkon zugange bin, fahren die mächtigen Erntemaschinen vorbei, deren Brummen und Piepsen jetzt wieder bis tief in die Nächte hinein zu hören sein wird.

19:45 Uhr: Den Abend verbringe ich damit, an der »Auftrags-Überraschungsdecke« weiter zu häkeln. Dabei höre ich noch einige Podcast-Episoden, die über Tag herein gekommen sind. Zwischendrin werfe ich einen Blick auf meine Twitter-Timeline fave, retweete, twittere selber und bestelle meine »Hay Day-Farm« und tausche zu meiner großen Freude Nachrichten mit einer lieben Freundin, von der ich in letzter Zeit nichts gehört habe.

Irgendwann zwischen Mitternacht und 1 Uhr werde ich ins Bett wandern, noch ein paar Seiten lesen und spätestens um 2 Uhr das Licht ausmachen. Morgen muss ich früh auf.

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Privates ·Tagesnotizen 2015

Tagesnotizen

Ein herrlicher Tag heute hier in Mecklenburg.

Das Wetter wechselte zwischen Sonne und ab und an kurzen Landregenschauern. Es ging ein böiger Nord-West-Wind, der in die vollbelaubten Bäume fuhr und sie kräftig durchschüttelte. Radfahrer mochte man vielleicht nicht sein, jedenfalls nicht, wenn man gegen den Wind fahren mußte. In der richtigen Richtung unterwegs, flog man wohl heute mit dem Rad seinem Tagesziel entgegen.

Der Himmel hoch und weit und blau mit mächtigen weißen Wolkenschiffen, die majestätisch ihren Weg nahmen. Die Vögel taumelten unter dem blau und weiß umher und zwitscherten und riefen in einem fort. Ich stellte mir vor, wie sie sich gegenseitig über das Tosen des Windes hinweg zuriefen, wie viel Spaß es heute macht am Himmel entlang zu jagen, aufzusteigen und sich dann wieder fallen zu lassen, Kapriolen zu vollführen, um dann irgendwann durchgepustet und erschöpft auf einem Ast zu landen.

In den Gärten viele viele Stare, mit leuchtend kirschroten Schnäbeln, die ihr kleines Sommerparadies genossen, und die Kirschbäume um ihre Früchte erleichterten.

Ich saß und arbeitete vor mich hin und lauschte mit einem Ohr immer nach draußen auf das gewaltige Rauschen der Blätter im Wind. Immer wieder unterbrach ich meine Arbeit, trat hinaus und genoß den Blick auf die Natur, ließ den Wind etwas an mir zerren und schieben und freute mich meines Lebens, dass ich hier leben darf, auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

Ja, heute war ich ein bißchen trunken vor Glück. Es gibt nicht viele Tage im Leben, an denen man trunken ist vor Glück, vor unverdientem Glück. Trunken vor Glück, daß kann man sich nicht kaufen. Man kann es sich auch nicht erarbeiten. Ich weiß nicht, warum heute ein »trunken-vor-Glück«-Tag war. Es ist nichts Außergewöhnliches geschehen. Ich habe schon andere ähnliche Tage hier erlebt und war nicht trunken vor Glück. Das waren schöne Tage, aber keine »trunken-vor-Glück«-Tage.

Trunken vor Glück sein, ist immer ein Geschenk. Es passiert einem, unverhofft, so wie einen der Blitz trifft. Es ist mehr als reine Freude oder normales Glück. Es macht einen ein bisschen schwindelig, entrückt einen für ein paar Momente, eine kurze Zeit, der Welt mit all ihren Problemen und Nöten und auch den eigenen Problemen. Dann fühlt sich das Herz an, als ob es zerbirst und wird zugleich ganz still und ruhig. Dann ist man einfach nur ein bißchen selig, trunken vor Glück.

Am Ende des Tages werde ich diesen »trunken-vor-Glück«-Tag in meine ganz spezielle Erinnerungskiste zu den anderen »trunken-vor-Glück«-Tagen und zu den »ertrunken-in-Tränen«-Tagen legen. Es gibt nicht viele Tage im Leben, an denen man in seinen Tränen ertrinkt. Deshalb sind auch diese Tage kostbar auf ihre Art. Aber heute war kein »ertrunken-in-Tränen«-Tag. Heute war ein »trunken-vor-Glück«-Tag, und ich bin dankbar dafür.

Ich sammle sie, die »trunken-vor-Glück-« und die »ertrunken-in-Tränen«-Tage, wie seltene, kostbare Perlen in meine Erinnerungskiste. Und dann als allerletztes, bevor ich meinen Augen schließe um zu schlafen, werde ich meine Erinnerungskiste wieder an einem geheimen Ort, tief in meinem Herzen, verstecken. Und vielleicht, vielleicht werde ich noch einmal kurz lächeln, bevor ich dem neuen Tag entgegen schlafe.

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Gartenfreude ·Gehäkeltes ·Kreatives ·Privates ·Tagesnotizen 2015

Tagesnotizen

Midsommar liegt hinter uns, nur noch wenige Tage, dann ist der Juni auch schon wieder vorbei und es wird Juli. Ich wage kaum noch zu hoffen, dass es endlich richtig Sommer wird. Es sind eher graue Tage, oft windig, für unsere Gegend auch relativ oft Regen und wenn die Sonne sich blicken lässt, dann erst gegen Spätnachmittag oder Abend. Dementsprechend kühl ist es, die Wärmflasche beklagt sich schon, dass sie auch mal gerne Urlaub hätte. Nutzt aber alles nix. Frieren im Juni ist wirklich ätzend!

*

Für’s Balkongärtnern hab ich mir nicht gerade das idealste Jahr ausgesucht. Vor allem die Tomaten und Paprikapflanzen lechzen nach Wärme und Sonne. Tja, blöd gelaufen. Meine »Green Zebra»-Tomate habe ich zu Grabe tragen müssen. Sie hat sich leider nicht erholt. Wie sich herausstellte, hat sie nach dem Einpflanzen keine neuen Wurzeln gebildet. Vermutlich hat sie den Transport irgendwie nicht verkraftet. Also keine grünen Tomaten für uns dieses Jahr.

Die beiden verbliebenen Cocktailtomatenpflanzen wachsen eigentlich ganz ordentlich. Die »Brandywine Cherry« trägt 1 (in Worten: eine!) kleine Tomate, aber es gibt noch einige weitere Blüten, und ich hoffe sehr, es bleibt nicht nur bei der einen Tomate. Etwas Sorgen macht mir, dass sich einige ihrer Blätter plötzlich gelb verfärbt haben. Da die aber sowieso an den unteren Trieben saßen, hab ich sie entfernt und hoffe, die anderen Blätter ziehen nicht nach.

Die »Zuckertraube« trägt viele Blüten. Wenn das alles Tomaten werden würden, gäbe es eine ansehnliche Ernte. Aber noch sehe ich keine kleine Tomaten wachsen. Auf jeden Fall hab ich beide Tomatenpflanzen jetzt mal gedüngt. Mal sehen, wie sich das auswirkt.

Die drei Paprikapflanzen dümpeln so ein bisschen vor sich hin. Sie scheinen sich im Moment mehr darauf zu konzentrieren, Blüten zu bilden, als in die Höhe zu wachsen. Wobei ich keine Ahnung habe, wie groß Paprikapflanzen etwa werden. Ich hab ihnen was vom Dünger abgeben und harre der Dinge/Früchte die da kommen werden.

Die Erdbeeren hingegen machen mir sehr viel Freude. Während rings um alle klagen, dass die Erdbeeren nicht gut wachsen und kaum Früchte tragen, machen sich meine auf dem Balkon wunderbar. Von der »Maikönigin« habe ich schon einige ernten können. Geschmacklich gefallen uns diese Erdbeeren wirklich gut. Nicht zu süß, nicht zu sauer, eine kleine Geschmacksexplosion auf der Zunge. Fein, fein!

Heute konnte ich dann die erste Erdbeere von »Kaisers Sämling« ernten und verkosten. Der erste Eindruck, etwas mehr Säure als die Maikönigin aber insgesamt sehr schön ausgewogen. Ich muss aber erst noch ein paar mehr von dieser Sorte essen, bevor ich zu einem endgültigen Geschmacksurteil komme.

Die Erdbeeren an »Direktor Paul Wallmann« und »Königin Luise« sind schon zart errötet. Da muss ich aber noch ein bisschen warten, bis sie ganz rot und reif sind.

Auf die Erdbeeren der Sorte »Wunder von Peenemünde« werden wir am längsten warten müssen. Es ist ein sehr späte Sorte, und so sieht sie auch aus. Und ausgerechnet auf diese Sorte bin ich mit am meisten gespannt. Tja, Geduld ist auch im (Balkon)Garten eine Tugend.

Erfreut bin ich über die zahlreichen Ableger, die sich schon gebildet haben. Wenn ich die Pflanzen also heil über den Winter bekomme, könnte ich nächstes Jahr eine kleine Erdbeerplantage starten, d.h. wenn ich Platz dafür finde.

Zwar nicht auf unserem Balkon aber im Garten blühen jetzt die Rosen nach und nach auf. Es ist schön sie zu sehen und da es nicht so brütend warm ist, halten sie auch länger. So hat das eher kühle Wetter auch seine Vorteile.

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Häkeldecke Chevronstyle - © Liisa

Mein letztes Häkelprojekt ist ebenfalls fertig. Ich habe wieder eine Decke gehäkelt. Eine ganz liebe Freundin wollte diese Decke gerne häkeln, kam aber nicht wirklich dazu, was kein Wunder ist, wenn man zwei kleine und ein werdendes Kind und alle Hände voll zu tun hat. Also habe ich ihr angeboten, die Decke für sie zu häkeln. Wolle und Farben hat sie ausgesucht und dass die Decke im Chevronstil sein sollte, war auch ihr Wunsch. Inzwischen ist die Decke trotz Poststreik wohlbehalten bei ihr eingetroffen und ist begeistert in Gebrauch genommen worden. Mir wurde u.a. mitgeteilt, ich sei wirklich »krass«! Jetzt wisst Ihr’s!

Und ratet, was ich als nächstes mache? Richtig, eine weitere Decke! Jemand aus meiner Twitter-Timeline, hat dort das Foto der Streifendecke gesehen und fragte halb scherz-, halb ernsthaft, ob ich nicht auch eine Decke für ihn machen könne. Kurz überlegt, kurz diskutiert und wir waren uns einig. Bis auf wenige Vorgaben wurde mir freie Hand gelassen. Ich machte mich gleich an den Entwurf der Decke, testhäkelte einiges und jetzt steht das »Design« und die Farben und Wolle sind festgelegt. Heute habe ich die ersten Reihen gehäkelt und hoffe inständig, dass die Decke am Ende auf Freude und Wohlgefallen trifft.

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