Mecklenburg-Vorpommern ·Privates ·Tagesnotizen 2017

Ein Besuch im Gutscafé Pohnstorf und Spaziergang nach Karnitz

Herz und Seele des Café Pohnstorf

Nach sehr verregneten Tagen, gab es heute mal wieder richtigen Sonnenschein, und das haben wir gleich genutzt und uns am Nachmittag zu einem Ausflug aufgemacht.

Wer hier schon länger mitliest weiß, dass ich immer mal wieder kleine Loblieder singe auf die Perlen im mecklenburgischen Hinterland.

Ja, die Küsten sind schön, die Ostsee sowieso, aber Mecklenburg-Vorpommern besteht aus mehr als nur den Küsten. Es hat ein großes Hinterland, und es ist ein Fehler, dieses Hinterland zu ignorieren und nur schnell zu den Küsten durchzufahren.

Heute stelle ich Euch also eine weitere kleine Perle (noch, aber sicher nicht mehr lange, ein Geheimtipp) im Hinterland vor, die es verdient entdeckt und bekannter zu werden.

Wir fuhren nach Pohnstorf, einem winzigen Dörfchen mit knapp 40 Einwohnern, das zwischen Teterow und Neukalen liegt, und besuchten dort das kleine aber feine »Café Pohnstorf«.

Direkt vor der Tür einige Tische mit Stühlen und Sonnenschirm, wo es sich Gäste bereits gut gehen ließen.

Wir betraten das Café und wurden gleich von Sophie Junghans, die seit April das Café führt, in Empfang genommen. Sie ist Herz und Seele des Cafés und nimmt einen mit ihrem Enthusiasmus, ihrer Freundlichkeit und Offenheit gleich für sich und das Café ein.

Zuerst zeigte sie uns, welche frisch gebackenen Kuchen heute zu bekommen waren, und wir wählten unsere Kuchen aus und sagten, was wir gerne an Getränken dazu haben wollten.

Detail aus dem Café Pohnstorf

Während Sophie alles fertig machte, schauten wir uns im Café um und bewunderten die sehr schöne und liebevoll zusammengestellte Einrichtung. Wirklich ein Platz zum Wohlfühlen!

Detail aus dem Café PohnstorfDetail aus dem Café PohnstorfDetail aus dem Café PohnstorfDetail aus dem Café Pohnstorf

Neben dem Haus gibt es noch eine große Rasenfläche, wo im Sommer ebenfalls Tische und Stühle stehen und Gäste natürlich auch draußen im Sonnenschein ihren Kaffee und die köstlichen Kuchen genießen können.

Wir entschieden uns heute aber drin zu bleiben, auch um uns noch etwas mit Sophie Junghans unterhalten zu können. Sie erzählte uns, dass es in der Hauptsache Radfahrer und Wanderer sind, die im Café einkehren, aber auch Einheimische und Gäste, die im gleich gegenüber stehenden Gutshaus Pohnstorf Quartier genommen haben und ihren Urlaub in dieser schönen Gegend verbringen.

Der gute Ruf des kleinen Cafés spricht sich inzwischen herum, und so nimmt auch die Anzahl der Gäste und Besucher zu. Besonders an den Wochenenden füllen sich die Plätze drinnen und draußen schnell.

Nach Absprache ist es möglich im Café kleine Feiern abzuhalten. Erste Geburtstage wurden schon in froher Runde dort gefeiert.

Hin und wieder gibt es auch zusätzliche Angebote, wie zur Zeit die »Italienischen Abende«, an denen die Gäste ein dreigängiges italienisches Menü, natürlich auch mit guten italienischen Weinen, serviert bekommen.

Ich stelle es mir übrigens auch sehr schön vor, im Herbst oder Winter, wenn es draußen schon eher unfreundlich ist, im Cafe Pohnstorf einzukehren und es sich neben dem Ofen bei einem der leckeren Kuchen und heißem Kaffee oder Tee (vielleicht sogar mit einem guten Buch, oder Strickzeug) für einen Nachmittag gemütlich zu machen.

Sophie Junghans jedenfalls hat zusammen mit ihrem Freund, der ebenfalls aus der Gastronomie kommt und als Koch arbeitet (zu ihm wohl demnächst noch etwas mehr!) noch so einige tolle Ideen für die Zukunft in der Hinterhand.

Man darf gespannt sein und sich freuen, wenn man das »Café Pohnstorf«, diese kleine Perle im mecklenburgischen Hinterland, kennt.

Wenn Ihr also das nächste Mal auf dem Weg seid an die mecklenburgisch-vorpommerische Küste oder vielleicht sogar in Waren an der Müritz oder sonstwo in der Mecklenburgischen Schweiz Urlaub macht, macht doch mal einen Abstecher nach Pohnstorf, und lasst es Euch im »Café Pohnstorf« gut gehen!
Ihr dürft Sophie Junghans, dann auch gerne von mir grüßen.

Und nein, ich bin nicht mit Sophie Junghans verwandt oder sonstwie liiert, und wir haben den leckeren Kuchen (Erdbeerkuchen und Schoko-Blaubeer-Walnuss-Kuchen) sowie Cappuccino und frische Rhababerschorle mit Minze selbst bezahlt. Ich erzähle Euch vom Café Pohnstorf aus reiner Begeisterung und Überzeugung. 🙂

Nachdem wir uns dann schließlich fröhlich voneinander verabschiedeten (bis zum nächsten Mal!), machten wir noch einen kleinen Spaziergang hinüber ins nächste kleine Dorf namens Karnitz und genossen dabei die wunderschöne Landschaft.

Ich sage Euch, es ist die reinste Idylle in der man - so wie wir heute - Rehe beobachten kann, die in den Feldern herumspringen und Feldhasen, die auf den sonnenbeschienenen Hängen Fangen spielen und miteinander balgen und überhaupt: hachz!!!

Auf dem Rückweg habe ich noch meinen ersten Neuntöter und meinen ersten Wiesenpieper in freier Wildbahn gesehen.

Mecklenburgische Schweiz zwischen Pohnstorf und KarnitzMecklenburgische Schweiz zwischen Pohnstorf und Karnitz

Öffnungszeiten Café Pohnstorf

Juni bis Ende September:
Dienstag, Mittwoch, Freitag von 12 bis 17 h
Samstag und Sonntag von 12 bis 17:30 h
Montag und Donnerstag : Ruhetag

ab Oktober:
Samstag und Sonntag von 12 bis 17:30 h

Kommentar hinterlassen

Mecklenburg-Vorpommern ·Privates ·Reisen ·Tagesnotizen 2017

Hiddensee

Hiddensee

Nun bin ich schon wieder ein paar Tage zuhause, aber mit den Gedanken immer noch halb auf Hiddensee. Ziemlich spontan und kurzfristig hatten wir noch eine vernünftige und für uns bezahlbare Ferienwohnung für eine Woche ergattern können. Also fröhlich die Sachen gepackt und aufgemacht zu meinem geliebten Hiddensee.

Im Frühsommer war ich bisher noch nie da, und es hat mir ausnehmend gut gefallen. Das lag unter anderem daran, dass ich das erstemal das blühende Hiddensee gesehen habe. Bei meinen bisherigen Aufenthalten Ende des Sommers, blühte zwar die Heide gerade aber ansonsten war überwiegend schon alles verblüht/verbrannt. Diesmal aber stand alles in voller Blüte. Die Hecken aus Hundsrosen, Klatschmohn und Goldmohn, Kornblumen, Schafgarbe alles bunt gemischt, die stattlichen Königskerzen, wilde Malven, und jede Menge blühender Wildblumen und Kräuter mehr. Dazu die vielen blühenden Gräser. Die ganze Insel ist voller bunter Farbkleckse. Einfach nur wunderschön, ein Fest für die Augen!

Fotos habe ich diesmal so gut wie keine gemacht, weil ich nicht ständig auf der Suche nach Fotomotiven sein, sondern einfach nur gucken und genießen wollte. Ansonsten hätte ich vermutlich nur fotografiert, weil alles so schön war und ich im Grunde alle paar Schritte schon wieder ein neues Foto hätte machen wollen. 🙂

Ansonsten habe ich mich ordentlich durchpusten lassen, an einigen Tagen war es sehr windig, so dass man mit dem Fahrrad bei Gegenwind kaum vorwärts kam. Lange Spaziergänge am Strand, Baden in der Ostsee, Sonnen in den Dünen, Wandern an der Steilküste und unterhalb der Steilküste, Erkundung des Alten Bessin, die »Gipfelerstürmungen« von Dornbusch und Swantiberg, sehr leckeres Holunderblüteneis und den ebenfalls oberleckeren Kirschstreuselkuchen aus der Eismanufaktur gegessen, das traditionelle Fischbrötchen direkt vom »Fischkutter Willi«, Rehe direkt am Schlafzimmerfenster, Rehe in der weiten Landschaft, ein Fuchs, Pferde, Schafe und Heidschnucken, dass alles und noch viel mehr steckte in diesen Tagen.

Leider hatte ich keine Gelegenheit richtig auf Vogelexkursion zu gehen, was ich eigentlich geplant hatte. Die letzten beiden Tage waren komplett verregnet. Trotzdem habe ich natürlich auch so viele Vögel gesehen. Highlights waren die vielen Buntspechte im Küstenwald, meine ersten Uferschwalben am Enddorn und für mich ebenfalls erstmals die Krähenscharben. Ich meine am Leuchtturm Dornbusch auch einen Neuntöter gesehen zu haben, aber ich bin mir nicht 100%ig sicher, so dass ich weiter auf meine erste gesicherte Sichtung eines Neuntöters warte.

Zum ersten Mal im Leben habe ich eine Marionettentheatervorstellung besucht. Auf Hiddensee ist ja die Seebühne Hiddensee, die 1997 aus dem Figurentheater »Homunkulus« in Berlin hervorgegangen ist, beheimatet. Schon bei meinen vorherigen Aufenthalten wollte ich dort gerne mal eine Vorstellung sehen, aber es hat nie geklappt. Diesmal habe ich schon von zuhause aus Karten reserviert, und als wir dann auf Hiddensee waren, die neue Inszenierung »Moby Dick« nach Herman Melville gesehen. Wirklich ein Erlebnis in der kleinen Seebühne zu sitzen und sich verzaubern zu lassen!

Und endlich habe ich es auch geschafft, mal das Heimatmuseum in Kloster zu besuchen. Ebenfalls sehr lohnenswert, weil wirklich vielseitig und informativ, was die Geschichte der Insel angeht.

Alles in allem waren es wieder sehr schöne erholsame volle Tage, die - auch wie immer - viel, viel zu schnell vorüber waren.

Kommentar hinterlassen

Kunst ·Mecklenburg-Vorpommern ·Privates ·Tagesnotizen 2016

Was schön war diese Woche

Er hat es wieder getan! Bereits 2013 schenkte Christoph Müller, einstiger Verleger, Kunstsammler und Mäzen dem Staatlichen Museum Schwerin seine umfangreiche Sammlung niederländischer Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Die 155 flämischen und holländischen Gemälde sind die größte Schenkung von Altmeistergemälden, die ein deutsches Museum nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten hat. Gezeigt wurden die Gemälde damals in der Ausstellung „Der Kosmos der Niederländer. Die Schenkung Christoph Müller“ die ich besuchte.

Dieses Jahr im April schenkte Christoph Müller nun 375 Werke (152 Gemälde, 172 Zeichnungen und 50 Grafiken) dänischer Kunst aus dem 19. und 20. Jahrhundert dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald. Noch bis kommenden Samstag zeigt das Pommersche Landesmuseum in der Ausstellung »Kopenhagener Malerschule« ausgewählten Gemälde, Zeichnungen und Grafiken aus dieser Schenkung, die ergänzt worden sind durch einige Leihgaben aus der Alten Nationalgalerie in Berlin.

Kurz vor Toresschluß also, schaffte ich es nach Greifswald zu kommen und mir diese Ausstellung anzusehen. Sie ist als »Appetithappen« gedacht, denn es wird noch eine richtig große Ausstellung mit allen Gemälden, Zeichnungen und Grafiken aus dieser Schenkung geben. Der Appetithappen jedenfalls hat mir schon mal sehr gut gefallen und ja, das war schön diese Woche.

Ich freue mich schon sehr auf die große Ausstellung mit allen geschenkten Gemälden, Zeichnungen und Grafiken.

Nachtrag vom 22. November 2016: Heute kam die Meldung, dass das Pommersche Landesmuseum die Ausstellung »Kopenhagener Malerschule« bis zum 29. Januar 2017 verlängert hat.

***

Nach Wochen bzw. Monaten habe ich endlich meinen iMac wieder.

Der hatte nämlich plötzlich angefangen Geräusche von sich zu geben, die eindeutig nicht gut klangen (1. Nervenzusammenbruch meinerseits).

Also zum Händler des Vertrauens. Die Auskunft: Der iMac muss eingeschickt werden (2. Nervenzusammenbruch meinerseits). Zum Glück stellte mir ein Freund ein Vorgängermodell als Ersatzgerät zur Verfügung.

Nach reichlich Zeit kam der iMac als repariert zurück, man habe die Festplatte ausgetauscht (1. Freudentanz meinerseits).

Doch schon während des Versuches, ihn wieder passgerecht für mich einzurichten, wieder Geräusche, die zwar leicht anders aber auch nicht gut klangen (3. Nervenzusammenbruch meinerseits).

Wieder zum Händler des Vertrauens. Die Auskunft: Der iMac muss erneut eingeschickt werden (4. Nervenzusammenbruch meinerseits).

Diesmal kam der iMac etwas schneller zurück, aber es dauert trotzdem einige Zeit bis dahin. Man habe den Lüfter/Ventilator ausgetauscht (kein Freudentanz, ich war misstrauisch).

Wie sich zeigen sollte zu Recht, denn der Rechner war zwar wieder mucksmäuschenleise (wie es sein soll), aber das passgerechte Einrichten stellte sich aus diversen Gründen als schwierig heraus. Es wurde z.B. ein Update verlangt, das wir brav initierten mit dem Ergebnis, dass gar nichts mehr ging. Das haben wir dann, weil es so schön war, zweimal durchexerziert, bevor es endlich klappte (2. Freudentanz meinerseits).

Jetzt läuft der iMac leise, und alles scheint zu funktionieren wie es soll. Ich freue mich also (wenn auch noch etwas zurückhaltend, ich traue dem Frieden noch nicht so ganz).

***

Nachdem ich ja kürzlich wieder eine Häkeldecke fertig gehäkelt habe, dachte ich mir, ich könnte ja zur Abwechslung mal was Kleineres machen. Nur was? Und dann, ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte, machte es Pling (stellen sie sich eine kleine Glühbirne über meinem Kopf vor, die plötzlich aufleuchtet) und eine Stimme wiederholte ständig: »Socken! Socken! Du kannst Socken stricken! Die sind ja (vor allem verglichen mit so einer Decke) klein und fix fertig«.

Nun muss man wissen, dassich ein eher angespanntes Verhältnis zu gestrickten Socken habe. Das kam so: In den ersten beiden Jahren auf der weiterführenden Schule nach der Grundschule hatten wir »Handarbeitsunterricht«. Die Handarbeitslehrerin war eine kleine graue Frau, die versuchte uns die Basics im Häkeln, Stricken und Nähen nahezubringen. Allerdings hatten wir nur eine Doppelstunde alle 2 Wochen, was es äußerst schwierig machte, uns da sinnvoll etwas beizubringen, und hängengeblieben ist zumindest bei mir aus diesen zwei Jahren so gut wie nichts.

Irgendwann also hieß es damals: Wir stricken ein paar Socken! Ich kann mich nicht erinnern, eine vernünftige Anleitung erhalten zu haben. Die Lehrerin teilte uns mit bis wann die Socken fertig zu sein hatten, während der Doppelstunde durften wir daran stricken und ansonsten bitte zuhause fertig stricken.

HORROR! Meine Mutter, die in ihrem ganzen Leben nicht ein einziges Paar Socken gestrickt hat, saß mir im Nacken wegen des Abgabetermins, konnte mir aber nicht erklären, wie man denn Socken strickt. Ich gab mein Bestes, produzierte aber nur ein sehr verkrummeltes, sehr hartes Gebilde, das (selbst bei größtem Wohlwollen) keinerlei Ähnlichkeiten mit einem Socken hatte. Es gab viel Geschrei ihrerseits und viele Tränen meinerseits, was den Fortgang des Projekts Stricksocken nicht zuträglich war. Die Socken wurden nie fertig, ich kassierte die Note »ausreichend« (hochgnädig gewährt, immerhin hatte ich ja wenigstens ein paar Reihen gestrickt), und ich schwor mir selbst unter Tränen, dass ich nie nie nie im Leben nochmal Socken stricken würde. Ich war fertig mit selbstgestrickten Socken, aber sowas von fertig!

Zurück zum Anfang. Sie erinnern sich: leuchtende Glühbirne über meinem Kopf und eine Stimme in meinem Kopf, die mir geradezu enthusiastisch das Stricken von Socken nahelegt! Von diesem Enthusiasmus völlig benebelt, erwärmte ich mich für diese brilliante Idee. Was tut man in so einem Fall? Man schaut mal auf Pinterest. Wow, gibt es da schöne Socken!

Ähm, tja aber wie? Beim ersten Socken-Strick-Tutorial-Video realisiert: Oh Schreck, das war das Teil mit den fünf Stricknadeln (aka Nadelspiel). Langsam rührte sich mein Sockenstricktrauma und eine weitere innere Stimme schaltete sich ein. Wirklich, Du willst Socken stricken??? Überleg Dir das lieber nochmal!!! Das kriegst Du bestimmt nicht hin!

Ich schaute eisern weitere Tutorials an und lernte zu meiner großen Überraschung, dass es diverse Methoden gibt, wie man so eine Ferse stricken kann. Da gibt es z.B. die klassische Ferse, die Käppchenferse, die Bumerangferse, die Herzchenferse, die Spiralferse und vermutlich noch ein paar mehr, die mir bisher noch nicht über den Weg gelaufen sind. Ich kramte die selbstgestrickten Wollsocken, die ich geschenkt bekommen habe, aus der Schublade, bestaunte die Fersen und versuchte zu deuten welche Methode zum Stricken angewandt worden ist. Die Anleitungen zu den erschiedenen Methoden Fersen zu stricken fand ich (bisher) eher verwirrend und/oder beängstigend.

Noch vor wenigen Jahren, hätte ich spätestens jetzt, das Projekt »Selber Socken stricken« aufgegeben. Aber, ich hab ja glücklicherweise wenigstens ein bisschen dazugelernt und meinen Wagemut etwas trainiert. Ich beschloß, trotz Sockenstricktrauma und dieser penetranten warnenden Stimme in meinem Kopf, noch einen Versuch Socken selber zu stricken zu wagen. Statt ein riesen Projekt zu sehen, dass mich einschüchtert, einfach einen Schritt nach dem anderen meistern, und dann wollen wir doch mal sehen, ob ich es nicht doch hinbekomme.

Bevor ich mit »guter Wolle« stricke, will ich erstmal »Test-« oder »Übungssocken« stricken. Als erstes musste ich herausfinden, wie man auf dem Nadelspiel Maschen anschlägt, bzw. die Maschen dann auf den Nadeln verteilt. Dank Youtube-Videos klappte das im zweiten Anlauf. Als nächstes den Sockenschaft stricken. Dabei stellte ich fest, dass ich mich leider verzählt und auf einer der Nadeln zwei Maschen zu wenig hatte. Also wieder aufribbeln. Ganz ruhig, kein Problem, ist ja eine Übungssocke und es kann nicht schaden, nochmal die Maschenaufnahme und -verteilung auf dem Nadelspiel zu üben. Die ersten Reihen gestrickt, das war dann eine relativ einfache Übung.

Mein Fazit bisher: Ich finde es schön, dass ich der warnenden Stimme und meinem Sockentrauma nicht gleich nachgegeben habe, sondern nochmal einen Versuch wage. Sollte es wieder nix werden mit selbstgestrickten Socken, dann ist es eben so und in Ordnung für mich. Aber wenn es klappt, und ich bin (noch) zaghaft zuversichtlich (bin ja noch nicht an der Ferse angelangt), dann hab ich das Sockentrauma überwunden, ein kleines Erfolgserlebnis und wieder viel gelernt, nicht nur stricktechnisch.

***

Uneingeschränkt schön war diese Woche dann noch ein Kinobesuch. Ich habe den gerade angelaufenen Film »Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind« gesehen. Der basiert auf einem Drehbuch von J.K. Rowling. Ja, DER Rowling, der wir Harry Potter und seine Abenteuer verdanken. Es geht wieder um Zauberer und Muggel (wobei die diesmal No-Maj heissen, da die Geschichte in New York spielt) und es gibt weitere kleine Bezüge zum Harry Potter-Universum. Aber es ist ganz klar eine neue Geschichte mit neuen Protagonisten. Mir hat der Film gut gefallen, ich konnte mich wieder freuen an vielen kleinen fantasievollen Einfällen und Ideen, manchen Anspielungen und dem netten Trupp der Hauptfiguren. Schade, dass es nun zwei Jahre dauert, bis der zweite Teil in die Kinos kommen wird.

Kommentar hinterlassen

Liisas Fotos ·Mecklenburg-Vorpommern ·Privates ·Reisen

Der Sommer 2016 und eine Woche auf Hiddensee

Ostseestrand am Leuchtturm Gellen auf Hiddensee

Während der Sommer noch ein letztes Feuerwerk abbrennt und Menschen und Natur unter der Hitze ächzen, schaue ich etwas ungläubig drein, dass der Sommer vorbei ist. Dieser Sommer ist irgendwie ganz anders gelaufen, als ich es geplant und erwartet hatte. Klar, einiges was ich mir vorgenommen hatte, konnte ich in die Tat umsetzen, es gab einige überraschende Entwicklungen und Erlebnisse, die positiv und schön waren, aber eben auch einiges, das so nicht hätte sein müssen. So ein richtiges »Sommergefühl« kam bei mir eher selten auf, aber doch wenigstens hin und wieder.

Ganz besonders in der vergangenen Woche, die ich auf Hiddensee verbringen konnte. Wenigstens dieser lang gehegte Plan konnte umgesetzt werden, auch wenn es kurz vorher kurz so aussah, als ob ich auch diesen Plan hätte begraben müssen. Das hätte mich dann wirklich traurig gemacht, denn auf Hiddensee habe ich mich schon monatelang ganz besonders gefreut, nicht zuletzt, weil ich dort eine liebe Freundin samt ihrer Familie treffen wollte. Man könnte sagen, ich habe darauf hingelebt. Jedenfalls die Woche auf Hiddensee war wirklich schön, wenn auch - wie immer - viiiiel zu kurz. Ich hätte gerne noch zwei, drei, ganz viele Wochen drangehängt.

Eigentlich wäre ich dieses Jahr gerne mal Richtung Lüneburger Heide gefahren. Als ich 6 oder 7 Jahre alt war, war ich einmal mit meinen Eltern dort, aber damals war ich noch zu jung, um zu begreifen, was für eine tolle, bemerkenswerte Landschaft das ist. Ich trottete gelangweilt hinter den Erwachsenen her und war froh, als das verlängerte Wochenende in der Heide vorbei war. Inzwischen würde ich gerne nochmal in die Heide und sie mit anderen Augen anschauen. Ich hatte mich deswegen vor einiger Zeit ein bisschen schlau gemacht, wohin in der Heide man am besten fährt und dabei erfahren, dass dieses Jahr die Heideblüte besonders schön und langanhaltend gewesen ist, weil das Wetter zur Blütezeit ziemlich wechselhaft war. Das befeuerte natürlich meinen Wunsch hinzufahren und mir das selber anzuschauen. Tja, was soll ich sagen, die Pläne zerschlugen sich aus Gründen, und ich sagte am Ende »vielleicht im nächsten Jahr« … wie schon so oft.

DÜNENHEIDE AUF HIDDENSEE

Umso begeisterter war ich, als mir dann aufging, dass ich rechtzeitig zur Heideblüte auf Hiddensee sein würde. Kenner und Liebhaber der Insel wissen, dass es dort die sogenannte Dünenheide gibt, also eine Heidelandschaft direkt hinter den Dünen, hinter denen wiederum die Wellen der Ostsee an den Strand schlagen. Es ist ein 75 Hektar großes Naturschutzgebiet und die letzte erhaltene Küstenheide in Deutschland. Als ich letztes Jahr zum ersten Mal (für drei Tage) auf Hiddensee war, hatte es zeitlich nicht mehr gelangt, auch den Süden der Insel und damit diese Heidelandschaft zu erkunden.

Dieses Jahr war es dann so weit und es war einfach nur wunderschön! Der Gipfel der Idylle war dann natürlich, als ausgerechnet als wir dort unterwegs waren, der Inselschäfer mit der gar nicht so kleinen Schafherde durch die Heide kam und quasi einen halben Meter entfernt an mir vorbeiwanderte, die Schafe und ein paar Ziegen hinterdrein. Hachz!!

Häuschen in der Dünenheide von Hiddensee

Die Inselschafe in der Dünenheide

Die Herde rauhwolliger Pommerscher Landschafe zieht durch die Dünenheide auf Hiddensee

Die Schafe sind übrigens Rauhwollige Pommersche Landschafe, die in den 1980er Jahren so gut wie ausgestorben waren. Die UNO setzte die alte Landschaf-Rasse damals auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierarten. Mit sieben Böcken und etwa 40 Mutterschafen die man noch fand, startete man eine neue Zucht mit der alten Rasse. Heute gibt es wieder einige tausend Schafe dieser Rasse, einige davon auch auf Hiddensee.

Häuschen in der Dünenheide auf Hiddensee

Auch sonst habe ich es sehr genossen auf der Insel zu sein, am Strand und der Ostsee entlang zu spazieren, die Sonne und den leichten Wind zu genießen. Wir hatten weitestgehend grandioses Sommerwetter erwischt, vermutlich besser als manche zur Hochsommerzeit dort.

Neben der Dünenheide inklusive Hirt und Schafherde hatte die Woche noch mindestens drei weitere Highlights.

LEUCHTTURM DORNBUSCH UND DIE STEILKÜSTE AUF HIDDENSEE

Blick auf die Insel Hiddensee, Bodden (links) und Ostsee (rechts) vom Dornbusch aus

Zum einen habe ich es dieses Jahr auch zum Leuchtturm Dornbusch geschafft und bin sogar hinaufgestiegen. Was für ein herrlicher Ausblick von dort oben!

Leuchtturm DornbuschBlick auf die Ostsee von der Steilküste beim DornbuschSanddorn und Leuchtturm DornbuschFerienhäuschen auf der Steilküste beim Klausner auf HiddenseeAusblick auf die Ostsee von der Steilküste beim Klausner auf Hiddensee

STAND UP PADDLING AUF DER OSTSEE

Das zweite Highlight kam ungeplant. Ich entdeckte nämlich, dass auf Hiddensee auch Stand Up Paddling angeboten wird. Kurzentschlossen ergriff ich die Chance und buchte einen 1 1/2-stündigen Schnupperkurs. Kurz vor Beginn des Kurses packte mich dann doch etwas die Panik vor meiner eigenen Courage, aber ich zog es durch. Man wird ja nicht jünger, wer weiß, wann sich eine neue Chance ergibt, etc. etc.

Vor dem Paddling steht jedoch noch eine andere Herausforderung. Ich musste mich, ebenfalls eine Premiere, in einen Neoprenanzug wurschteln. In diesem Fall zum Glück »nur« ein sogenannter Shorty, also kurze Arme und Beine, was das Anziehen etwas erleichterte. Die Dinger sitzen knalleng, und zuerst kam ich mir ein bisschen wie eine Presswurst vor, aber das gab sich erstaunlich schnell. Zwar nicht das erste, aber das zweite, das ich sagte, als ich wieder der Ostsee entstieg war: »So ein Ding will ich haben!« Obwohl die Ostsee an besagtem Tag wirklich kühl war, hab ich nicht eine Minute gefroren. Großartig! Mit so einem Shorty würde sich jedenfalls das Zeitfenster in dem man in unserem See noch schwimmen kann, deutlich vergrößern. 🙂

Die 1 1/2 Stunden Schnupperkurs wurden am Ende 2 volle Stunden, und sie vergingen wie im Flug. Der Lehrer war wirklich sehr angenehm und unsere Gruppe auch überschaubar klein (4 Personen), so dass alle gut und individuell angeleitet und falls nötig auch korrigiert werden konnten. Bis man den Bogen erstmal raus hat, ist das Ganze recht kräftezehrend, also zumindest wenn man nicht voll durchtrainiert und deutlich jenseits des Jugendalters ist. Hat man den Bogen raus, ist es so toll, wie es aussieht, wenn Könner, lässig auf dem Bord stehend gemächlich paddelnd vorbeiziehen. Ich bin auf jeden Fall angefixt und konnte somit unverhofft einen weiteren Punkt von meiner Liste der Dinge, die ich gerne mal ausprobieren oder unbedingt noch machen möchte, streichen. Juchu! Leider hab ich vor lauter Aufregung vergessen, ein Foto von mir im Shorty samt Bord und Paddel machen zu lassen. *gnarf*

LEUCHTFEUER GELLEN

Das dritte Highlight war die Radfahrt zum Leuchtturm bzw. Leuchtfeuer Gellen, das sich im gleichnamigen südlichen Teil der Insel befindet. Dieser Teil ist heute ein Naturschutzgebiet, der südliche Teil des Gebietes gehört als ein bedeutendes Vogelschutzgebiet zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Das Foto über diesem Beitrag zeigt den Ostseestrand am Leuchtfeuer Gellen und den Blick gen Norden über die Insel.

Holzkunst am Leuchtfeuer Gellen

Dünen und Strandzugang am Leuchtfeuer Gellen

Leuchtfeuer GellenBlick über einen Teil des Neuendorfer Hafens

Die Woche auf Hiddensee und die unerwarteten warmen und sonnigen Tage jetzt im September haben mich noch etwas mit dem Sommer 2016 versöhnt. Nun stehen alle Zeichen auf Herbst, und ich hoffe, er wird ähnlich schön wie letztes Jahr. Vielleicht kann ich dann doch noch einige Ausflüge und Unternehmungen starten, die im Sommer nicht zu verwirklichen waren.

Kommentar hinterlassen