Film ·Literatur & Lyrik ·Privates ·Tagesnotizen 2018

Kino, Kino - Bücher, Bücher

Gestern hatte ich einen rundum schönen Tag. Ich war unter anderem im Kino und habe gleich zwei Filme hintereinander weg gesehen.

Als erstes den Film »Das schweigende Klassenzimmer« (Regie: Lars Kraume), der auf einer wahren Begebenheit beruht.

Ich war gespannt, hatte aber keine sehr großen Erwartungen, auch wenn Markus am Tag zuvor den Film in seinem Bericht von der Berlinale als einen der zehn besten Filme, die er dort gesehen hat, aufgeführt hatte, aber ich bin deutschen Filmen gegenüber grundskeptisch und erst recht, wenn es um Filme geht, die mit der DDR zu tun haben.

Tatsächlich überraschte mich der Film. Ganz toll! Gut erzählt, tolle Schauspieler und eine Geschichte, die uns packte und nachdenklich machte. Wir unterhielten uns noch lange über einzelne Aspekte der Geschichte.

Bonus: Ronald Zehrfeld spielt mit, was ich voher nicht wusste, mich aber sehr freute, als er auf der Leinwand auftauchte.

Ich wüsste zu gerne, wie die Schicksale der einzelnen Protagonisten später weitergegangen sind!

Der zweite Film war »Die Verlegerin« mit Meryl Streep und Tom Hanks (Regie: Steven Spielberg).

Das Thema Pressefreiheit ist natürlich wichtig und aktuell. Parallel wird sowas wie eine Emanzipationsgeschichte - eben über die Verlegerin Katharine „Kay“ Graham (Meryl Streep) erzählt. Letzteres aber nicht überzeugend.

Ich hatte die ganze Zeit den Eindruck, dass Meryl Streep nur eine Nebenrolle spielt, der nur Bedeutung zukommt, weil halt dummerweise die Washington Post zur Zeit der Veröffentlichung der sogenannten Pentagon Papers gerade eine Verlegerin hatte. Natürlich trifft sie am Ende die bedeutsame Entscheidung die Papiere zu veröffentlichen, riskiert damit alles und gewinnt, aber wirklich überzeugend gespielt war das für mich nicht. Nur in wenigen Szenen bekommt die Figur der Verlegerin wirklich etwas Gewicht und überzeugt.

Ansonsten schlich sich bei mir immer mehr der Verdacht ein, dass Spielberg sich überlegt hat: Okay, Pressefreiheit (und Enthüllungsjournalismus) sind gerade wieder ein Thema, gibt es da nicht eine bisher unverfilmte Geschichte, die ich mit zwei schauspielerischen Schwergewichten besetzen könnte?, und dann die Geschichte recht langatmig und uninspiriert (lustlos / lieblos?) erzählt und verfilmt hat. Schade!

Ich hätte gerne auch noch »Shape of Water - Das Flüstern des Wassers« gesehen, aber der Film wurde ausgerechnet gestern nicht gezeigt. Muss ich halt bald nochmal nach Rostock, um den Film zu sehen. Abends erfuhr ich dann, dass der Film vier Oscars unter anderem den für Bester Film abgeräumt hat, was meine Spannung und Vorfreude noch steigert.

*****

Ansonsten bin ich reich mit Büchern (teils von meiner Wunschliste, teils abseits davon) beschenkt worden und würde jetzt am liebsten erstmal komplett abtauchen, um sie alle ungestört und am Stück lesen zu können. 🙂

Johanna Romberg
Federnlesen - Vom Glück, Vögel zu beobachten
Lübbe

John Lewis-Stempel
Ein Stück Land - Mein Leben mit Pflanzen und Tieren
Dumont

Nigel Hinton
Im Herzen des Tals
Reihe Hanser

Svealena Kutschke
Stadt aus Rauch
Eichborn

Milena Michiko Flasar
Herr Kato spielt Familie
Wagenbach

Da schlägt mein Leseherz in großer Vorfreude!

Interessant fand ich übrigens den Artikel »I have forgotten how to read«, in dem es darum geht, wie die neuen Medien unser Lesen verändern (können).

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Cat and Co Content ·Film ·Privates ·Tagesnotizen 2018

Februar-Fragmente

Wir leben ja in einer Dachwohnung mit dazugehörigen Dachschrägen und Balken. An einem dieser Balken im Wohnzimmer ist eine Lampe angebracht, die per Zugschalter an- und ausgeschaltet werden kann. Zugschalter bedeutet, es gibt ein kurzes hängendes »Bändchen« an dem man ziehen muss.

Wie regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, haben wir seit einigen Wochen einen kleinen Kater namens Aurelio.

Aurelio liebt hängende Schnüre, Kabel, Bändchen, etc, weil sich damit so wunderbar spielen lässt.

Leider hat er jetzt das Bändchen an der Lampe entdeckt und sobald er im Wohnzimmer ist, ist er magisch davon angezogen. Da er aus diversen Gründen nicht unbeaufsichtigt im Wohnzimmer sein darf, entbrennt jedes Mal der Kampf ums Lampenbändchen.

Aurelio ist wie besessen von diesem Bändchen. Er erreicht es, wenn er auf der Rückenlehne des Sofas steht. Ich weiß nicht, wie viele Male ich ihn schon da heruntergepflückt und zurück auf den Boden gesetzt habe.

Aurelio zeigt sich unbeirrt und versucht es immer und immer wieder aufs Neue. Er arbeitet mit allen Tricks und Kniffen. Schafft er es doch an uns vorbei, spielt er Licht an
- Licht aus - Licht an - Licht aus. Gaaanz toll! Findet er! WIR NICHT!

Sofa umstellen geht nicht. Die Lampe wird benötigt und zwar an genau dieser Stelle, kann also nicht umgehängt werden.

Hat jemand eine Idee oder einen Tipp, wie man das Problem lösen könnte?

*****

Ich habe mal wieder ein Paar Socken fertig gestrickt. Es ist das - halten Sie sich fest! - 14. Paar gewesen! Das 15. Paar ist auf den Nadeln. Wenn mir das jemand noch vor zwei Jahren gesagt hätte, dass aus mir nochmal eine passionierte Sockenstrickerin wird, ich hätte es nicht geglaubt und dagegen gewettet. So kann’s gehen!

Für dieses Jahr, habe ich mir etwas Neues vorgenommen: ich will mich daran wagen Handschuhe zu stricken. Da habe ich ähnliche Manschetten vor, wie einstmals vor dem Sockenstricken. Mal sehen, wann ich mich an dieses Projekt mache. Ich schaue jedenfalls schon eifrig Tutorials und Anleitungen an. Sie dürfen gespannt sein!

Wie heißt es so schön? Man wächst mit den Herausforderungen. *räusper*

*****

Gedoodelt, gezeichnet und gemalt habe ich in den vergangenen Tagen auch und hatte wieder viel Freude dabei. Zumal ich endlich meinen neuen White Nights Aquarellfarbkasten, den ich Weihnachten geschenkt bekam, antesten konnte. So weit so schön und gut.

Allerdings frage ich mich inzwischen ernsthaft, ob man zu blöd sein kann, mit Wasser- bzw. Aquarellfarben zu malen?

Ich meine, jedes kleine Kind kann das!! Aber ich mache offenbar irgendwas mache ich falsch. Ich bekomme einfach nicht das richtige Mischungsverhältnis von Wasser und Farbe heraus.

Entweder es ist nur eine Spur von Farbe zu erahnen, oder die Farbe ist zu dick, oder ich habe Farbpfützen, also eine einigermaßen »richtig« aussehende Fläche, in der dann plötzlich intensivere Farbflecken sind. Wie kann das sein?? Ich hab es mit verschiedenen Pinseln versucht, mit unterschiedlichen Papieren, ich weiß nicht, was ich falsch mache, oder wieso es mir nicht gelingt das richtige Mischverhältnis zu finden. Das kann doch nicht so schwer sein?!!

Vielleicht muss ich doch mal anfangen für eine Aquarellmalen-Privatstunde bei Kiki und dem Bären zu sparen … vorausgesetzt natürlich, sie geben überhaupt Privatstunden!

*****

Ach ja, im Kino war ich auch. Diesmal wieder das Kino im größeren kleinen Städtchen in der Nachbarschaft. Da gibt es eines dieser Kinos aus der CineStar-Kette.

Bedeutet: es laufen in der Regel die Blockbuster (oft aber auch nicht oder erst verspätet, oder zu nachtschlafender Zeit) und ansonsten überwiegend Kinderfilme. Die scheinen noch am ehesten wenigstens halbwegs ausreichend Besucher ins Kino zu ziehen.

Wobei ich mich schon gefragt habe, ob vielleicht doch mehr Leute ins Kino kämen, wenn nicht dauernd und überwiegend Kinderfilme gezeigt würden, aber was weiß ich schon?!

Noch öfter frage ich mich, wie sich das Kino überhaupt halten kann?

Das Kino verfügt über 3 Säle mit insgesamt 466 Plätzen. Ich habe dort nie ein volles oder wenigstens halbvolles, ja nicht mal ein viertelvolles Kino erlebt. Ich glaube, die größte Zuschaueranzahl, die ich in diesem Kino erlebt habe, war so an die 20 Personen! Ansonsten mal 6, mal 8, auch schon mal 4. Gut, ich gehe nicht unbedingt am Wochenende ins Kino, oder in die Spätvorstellungen, vielleicht sind die ja krachend voll??

Bei meinem jetzigen Besuch, dann die Premiere: Ich saß mutterseelenallein im Kinosaal (100 Plätze)!

Mit anderen Worten, ich bekam eine Privatvorstellung von »Black Panther«!

Der Vorteil: kein Gekruschtel, kein knackendes Popkorn, kein »crunch crunch« weil jemand Taccos futtert, kein Dazwischenquatschen, kein Handyklingeln.
Der Nachteil: der Raum war nicht gut geheizt, und je länger der Film lief, desto kühler wurde mir.

Aber im Ernst: Wie um alles in der Welt, kann sich ein Kino mit so wenig Besuchern (ich beobachte das jetzt über Jahre zu unterschiedlichen Zeiten) halten?

Entweder, die nehmen Unmengen ein mit all dem Merchandising-Zeugs für die Kinderfilme (der helle Wahnsinn!) und für Getränke und Snacks, oder die werden kräftigst subventioniert.

»Black Panther« selbst hat mir ausgesprochen gut gefallen. Einer meiner Favoriten aus der Marvel-Filmreihe.

Das vollste »Kino« hier auf dem Land hab ich übrigens zu Beginn dieses Monats erlebt, und es war nicht das besagte CineStar!

Im nächstgelegenen kleinen Städtchen gibt es, wie ich erst kürzlich erfuhr, einen gemeinnützigen Verein, der neben anderen Angeboten, einmal im Monat auch einen Film zeigt. Das können Filme aus Vorjahren sein, oder auch mal Spartenfilme, Dokumentationen oder Reisefilme.

In einem großen Saal sind halbwegs bequeme Stühle aufgestellt, es gibt einen schlichten Filmprojektor (kein 3D!) und die Akustik ist akzeptable, zumindest wenn man nicht mit der Akustik der heutigen Kinos aufgewachsen ist.

Die Filme werden an besagtem Tag zweimal gezeigt, eine Nachmittags- und eine Abendvorstellung.

Ich war mit der weltbesten WG-Genossin zur Nachmittagsvorstellung dort und hatte nach den CineStar-Erfahrungen gedacht, da sitzen auch nur drei Hansel und/oder Gretel mit uns drin.

Ja, von wegen! Das Ding war voll, und ich entnahm mehreren Gesprächen um mich herum, dass das wohl immer so ist!

Es gibt dort übrigens vor der Nachmittagsveranstaltung auch die Möglichkeit, sich in einem kleinen vom Verein betriebenen »Café« mit Kaffee, Tee und Kuchen zu stärken und mit den anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Der Film, den wir sahen, war »Willkommen in Norwegen«.

Ich hatte mir etwas mehr vom Film erwartet, aber es war okay, und für den ein oder anderen Lacher hat es auch gereicht.

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Film ·Soziales

Was es bedeutet Mensch zu sein

Am Wochenende habe ich mir die Dokumentation »Human« von Yann Arthus-Bertrand angeschaut. Wenn Euch der Name bekannt vorkommt, das ist der Fotograf und Filmer, der die Welt von oben fotografiert und gefilmt hat. Auch das schon ein Projekt, dass sehr beeindruckend war.

Die neue Dokumentation »Human« geht der Frage nach, was es bedeutet Mensch zu sein. Dafür hat Arthus-Bertrand mit seinem Team über 2000 Menschen in mehr als 60 Ländern interviewt und gefilmt und daraus dann für die Dokumentation ausgewählt.

Alle großen Themen des Lebens kommen vor, Geburt und Tod, Hass und Liebe, Krieg und Frieden, Reichtum und Armut, Überfluß und Hunger und vieles mehr. Durch die Nahaufnahmen und frontalen Ansprachen ist die Wirkung unmittelbar. Manche Schilderungen und Berichte sind schwer zu ertragen, aber wichtig.

Herausgekommen ist eine der großartigsten und berührendsten Dokumentationen, die ich in meinem Leben gesehen habe. Wenn es Euch irgendwie möglich ist, nehmt Euch die Zeit und schaut Euch die drei Teile dieser Dokumentation an. Ich werde sie mir mit Sicherheit nochmal anschauen und schon jetzt weiß ich, dass vieles, das ich darin gehört habe mich gedanklich noch lange beschäftigen und mir nachgehen wird. Diese Dokumentation rückt Perspektiven zurecht und vermittelt den Reichtum und das Spektrum menschlichen Daseins, Lebens und Empfindens. Diese Dokumentation macht inmitten aller Konflikte und Probleme Hoffnung und spornt dazu an, seinen Teil dazu beizutragen, dass wir alle ein gutes oder wenigstens besseres Leben auf diesem Planeten führen können.

Always smile because smiling is the only language everyone understands.

Hier geht es zu Teil 2 und Teil 3.

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Film ·Findlinge ·Fotografie ·Nordisches ·Weihnachten

Findlinge

© hannes_becker

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© local_milk

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© nina_matilde

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© bybrittm

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Wie immer so auch diesmal zuerst einige meiner Instagram-Favoriten der Woche. Wenn ich hier bisher auch vergeblich auf Schnee warte (die wenigen Flöcklein, die vor zwei Tagen hier mal fielen, akzeptiere ich als »Anzahlung«), so ist mein Instagram-Stream doch schon recht angefüllt mit herrlichen Winterlandschaften und -szenerien.

Von mir aus, kann jetzt hier gerne auch reichlich von dem weißen Zeug vom Himmel fallen. Wobei auch das kann ungemütlicher sein, als man landläufig so glaubt. Diese Woche stieß ich auf den isländischen Begriff »gluggaveður«, was man etwa mit »Fenster-Wetter« übersetzen könnte. Damit wird ein Wetter bezeichnet, das durch’s Fenster betrachtet geradezu romantisch und pittoresk wirkt, bis man tatsächlich vor die Tür tritt und feststellt, dass man dieses Wetter besser doch von innen durch’s Fenster genießt. 😉

Wieso, die Isländer gerade dafür ein eigenes Wort haben, verdeutlichte mir dann dieses Video, das die Dänin Re­becca Os­ten­feld, die mit Mann und ihren Kindern auf einer Farm in Hólar im Bezirk Dalasýsla im Westen Islands lebt, vor zwei Tagen aufgenommen hat. Man hört sie auf dänisch sagen »Nun, jetzt ist Morgen. Lasst uns einen Blick auf das wunderbare isländische Wetter werfen«, bevor sie die Tür öffnet.

Aber macht Euch keine Sorgen, vorerst wird’s hier bei uns wohl zunehmend eher stürmisch und naß. Mach ich es mir also - soweit das möglich ist - drinnen gemütlich und kuschelig. Ich hoffe, Ihr haltet es wenigstens ab und an auch so! Vielleicht ja am Wochenende, wo wir schon die 3. Kerze anzünden können.

Dann schauen wir mal, was sich diese Woche für besondere Findlinge angesammelt haben!

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich schon von meiner Herkunft her einen Hang nach dem hohen Norden Europas habe. Gerne mag ich natürlich auch die Advents- und Weihnachtszeit in diesen Ländern. Diese Woche fand ich einige Bilder die zeigen, dass man dort oben auch ein Talent hat, sehr schlicht aber schön weihnachtlich zu schmücken.

Hier das erste Beispiel:

© linnea press

© linnea press

© linnea press

© linnea press

© linnea press

Das zweite Beispiel:

© Carina olander

© Carina olander

© Carina olander

© Carina olander

Dann bin ich noch auf den Tumblr »Souls in a Box« der italienischen Fotografin Alessandra Mannisi gestoßen. Sie porträtiert Kreative und ihre ganz intimen Räume in Berlin. Jede Wohnung ist eine Sammlung von Erinnerungen, Träumen, Leidenschaften, Hoffnungen und Sichtweisen, und es ist ein erstaunliches und manchmal auch etwas verstörendes Kaleidoskop, das sich einem da eröffnet.

Dann las ich den Artikel »Der Zapfenstreit«, und während ich den Artikel las, begann ich mich zus ehnen, zurück in jene Zeit, als man noch Kind war und sich einfach an einem Weihnachtsbaum freute, weil man ja noch keine Ahnung hatte … wobei, die im Artikel beschriebene Situation ja auch noch gar nicht so lange gegeben ist. Früher war halt doch manches (noch etwas) besser. 😉 Jedenfalls ist der Artikel in mehrfacher Hinsicht so etwas wie ein Augenöffner. Der arme schlichte schöne Tannenbaum …

Wie haltet Ihr es denn mit dem Weihnachtsbaum? Gibt es bei Euch einen Weihnachtsbaum? Schlagt Ihr (oder Eure Partner) ihn ganz rustikal selbst oder buddelt ihr ihn aus und pflanzt ihn nach Weihnachten wieder irgendwo ein? Kommt euch gar kein Baum ins Haus oder wenn, dann kein echter? Oder muss es ein echter sein und wenn ja, welche Sorte favorisiert ihr? Und was kommt an Euren Weihnachtsbaum? Habt Ihr etwas, das an Eurem Baum auf keinen Fall fehlen darf? In welchen Farben schmückt ihr ihn? Habt Ihr ein Lieblingsstück unter Euren Anhängern? Gibt es vielleicht sogar einen ererbten Weihnachtsanhänger, der immer an den Baum muss? Erzählt doch mal!

Zum Abschluß für diese Woche noch ein zwar unweihnachtlicher aber trotzdem irgendwie rührender Kurzfilm über ein wanderndes Haus, den ich bei Kiki gefunden habe, die auch regelmäßig ihre Lieblinks zum Wochenende auf ihrem Blog veröffentlicht.

Euch allen einen gemütlichen und schönen 3. Advent und eine gute neue Woche!

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Cat and Co Content ·Film ·Findlinge ·Fotografie ·Literatur & Lyrik ·Reisen ·Weihnachten

Findlinge

Diese Woche hatte ich noch mit den Auswirkungen des Hexenschusses zu kämpfen, aber jetzt scheint alles wieder in Ordnung zu sein. Inzwischen ist es in und um’s Haus adventlich geworden und ich warte sehnsüchtig auf den ersten Schnee. Die weltbeste WG-Genossin hat ihre OP am Montag auch gut überstanden und wird heute aus dem Krankenhaus entlassen. Dann heißt es zwar noch 4 Wochen liegen aber das kann man zuhause doch besser als im Krankenhaus. Wir werden es uns schön gemütlich machen.

Anfang der Woche habe ich zum ersten Mal einen sog. »Simmer Pot« aufgesetzt. Darin frische Cranberries, Granatapfelkerne, Mandarinenhälften, Vanilleschote und -aroma, Zimtstangen, ganze Gewürznelken, ein Stückchen frischen Ingwer, (wer Lakritzgeruch mag, kann auch noch etwas Anis hinzufügen, ich hab den Anis weggelassen, erinnert mich zu sehr an Hustenbonbons) frische kleine Tannenzweige, Apfel Cidre und Wasser. Das ganze einmal kurz zum Kochen bringen, dann die Temperatur herunterdrehen und alles nur noch vor sich hin simmern lassen, solange man möchte. Natürlich muss man den Topf ein bisschen im Auge behalten und ab und an etwas Wasser nachfüllen. Kurze Zeit später riecht es im Haus angenehm weihnachtlich und bringt einen in gute Stimmung. Man kann den Topf nach ein paar Stunden abkühlen lassen und am nächsten Tag erneut erhitzen und simmern lassen (Wasser auffüllen nicht vergessen!). Wer mag, kann das ganze dann durchseihen und die reine Flüssigkeit in ein geeignetes Gefäß abfüllen und z.B. in kleinen Mengen in einer Duftlampe verdampfen lassen.
Es könnte eine neue adventliche Tradition bei uns werden, in der Advents- und Weihnachtszeit ab und an mal so einen Simmer Pot aufzusetzen.

In der nächsten Woche läuft mit »Die Schlacht der fünf Heere« der letzte Teil der Verfilmung von »Der Hobbit« in den deutschen Kinos an. Ich freu mich schon sehr darauf den Film hoffentlich noch vor Weihnachten zu sehen. Kommt ein bisschen darauf an, wann er hier bei uns auf dem platten Land gezeigt wird.

Als kleine »Vorbereitung« habe ich diese Woche die Doku »Herr der Worte, Herr der Welten« über J.R.R. Tolkien gesehen, die bei ARTE gezeigt wurde. Wirklich eine interessante Doku inklusive Originalaufnahmen von Tolkien in denen er sich selbst äußert. Zugleich verschaffte mir die Doku einen heftigen Sehnsuchtsschub nach Oxford. Ich würde gerne nochmal dorthin reisen und vielleicht sogar mal in der Adventszeit, wenn dort auch die tollen Konzerte stattfinden und überhaupt hachz!

Außerdem zeigt ARTE gerade eine weitere fünfteilige Doku mit dem Titel »Auf den Spuren der Hobbits«. John Howe, der als Illustrator der Werke Tolkiens und als Concept Artist bei den Verfilmungen von Peter Jackson bekannt wurde, hat sich auf die Reise gemacht und nach den Orten und Geschichten gesucht, die J.R.R. Tolkien inspiriert haben könnten, die Hobbits zu erfinden.
Jeden Sonntag gibt es eine neue Folge, die natürlich jeweils weitere 7 Tage lang in der ARTE-Mediathek abgerufen werden kann.

Dann konnte ich diese Woche endlich anfangen John von Düffels »Wassererzählungen« zu lesen, die mir die liebe Smilla geschenkt hat. Schon mit der ersten Erzählung hat mich John von Düffel wieder am Haken, aber dazu hoffentlich in Kürze mehr.

In (fast aller Munde) ist diese Woche der erste Teil von #1000Tode. Christiane Frohmann, die 2012 den Frohmann Verlag gegründet hat, hat das ambitionierte Projekt »1000 Tode schreiben« initiiert. Sie selbst beschreibt das Projekt folgendermaßen:

»Die Idee war und ist, in Form von tausend kurzen Texten tausend höchst subjektive Ansichten auf den Tod zu versammeln, damit diese zusammenwirkend einen transpersonalen Metatext über den Tod schreiben, aus dem wiederum ein plausibles Bild dessen entsteht, wie der Tod in der heutigen Gesellschaft wahrgenommen wird, welche Realität er hat, wie und was er ist. Ich habe Autor*inn*en angesprochen und Menschen, die beruflich oder privat mit dem Tod zu tun haben. Viele dieser Menschen haben weitere Mitwirkende dazugeholt. …«

Nun ist also der erste Teil mit 135 Texten veröffentlicht und kann gelesen werden. Es sind sehr unterschiedliche, sehr persönliche und berührende Texte, die viel Stoff zum Nachdenken liefern. Nach und nach werden weitere Teile veröffentlicht bis (wohl zur Leipziger Buchmesse) alle 1000 Texte beieinander sind. Schon jetzt gibt es an einigen Orten erste Lesungen ausgewählter Texte. Das ebook kostet ? 4,95 und wer das eBook einmal gekauft hat, erhält die folgenden Ausgaben als aktualisierte Version. Sehr schön fnde ich, dass die Autor- und Herausgeberanteile am Erlös als Spende an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow gehen.
https://minimore.de/shop/christiane-frohmann-hg-tausend-tode-schreiben-version-14/

Ich bin sehr selten neidisch, aber diese Woche war es mal wieder soweit. Ja, ich bin neidisch auf Zach Baron. Warum? Weil der das Glück hatte Tilda Swinton in Schottland besuchen zu dürfen und zwar nicht in einem Pulk mit weiteren Journalisten sondern nur er und Tilda! Wie cool ist das denn bitte? Gut, die Anreise war etwas schwierig und er musste dafür das schottische Nationalgericht »Haggis« probieren aber was tut man nicht alles für eine persönliche Begegnunge mit Tilda Swinton? Wenigstens hat er einen ausführlichen Artikel über seinen Besuch und die Begegnung mit Tilda geschrieben und den hab ich gerne gelesen.

Wenn Ihr Paris-Liebhaber seid oder in absehbarer Zeit einen Parisbesuch plant, hab ich noch folgenden Linktipp für Euch. Schaut mal bei »My Little Paris« vorbei, da erfahrt Ihr, wo der älteste Baum (411 Jahre! Wen und was hat der alles in seinem Leben gesehen und gehört?!) in Paris steht, wo ihr über den Dächern von Paris in einem privaten Pool schwimmen und von dort den Ausblick über die Stadt und auf den Eiffelturm genießen könnt, wo die besten Patisserie in der Stadt zu finden sind und vieles vieles mehr.

Zum Abschluß für heute gibt’s noch das Christmas Special von Simon’s Cat »Catnip«

Euch allen einen wunderbaren 2. Advent und eine gute neue Woche!

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Film ·Findlinge ·Fotografie ·Kultur ·Kunst ·Literatur & Lyrik

Findlinge

Gerade rechtzeitig für die Findlinge, bin ich wieder online. Ich war ja Donnerstag vor einer Woche erst von einigen Tagen an der Ostsee zurückgekehrt und hab dann die Findlinge für letzte Woche hochgeladen. Kurz danach war’s das dann mit Telefon und Internet im Haus. Ihr kennt das! Erst ein Feiertag, gleich anschließend Wochenende. Dann warten, dass der Techniker vorbeikommt. Dann warten auf das Ersatzteil, etc. etc. Erst seit gestern Nachmittag sind wir wieder online. Daher gibt’s von der vergangenen Woche auch nicht so viele Instagram-Favoriten und daher diesmal nur ein Foto, dafür aber ein besonders schönes. Sowas sehen wir hier gerade oft, denn die Kraniche und Wildgänse ziehen in Massen über uns hinweg.

Tja, was hab ich sonst noch für Euch? Zum Beispiel habe ich diesen Artikel hier von Christine Hyung-Oak Lee gelesen. Sie hatte mit 33 Jahren einen Schlaganfall und erzählt, wie sie ihn erlebt hat und über die Zeit danach.

Auch gelesen habe ich die Multimedia-Reportage »Stirb nicht« Erschütternd! Mich jedenfalls! Ich komme langsam aber sicher gar nicht mehr raus aus dem Schämen über unser Verhalten gegenüber Flüchtlingen. Ein Hohn, wie sich die EU (immerhin erst vor zwei Jahren mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet!), verhält! Ich frage mich mittlerweile, ob unsere Kinder und Enkel uns mal fragen werden »Wie konntet Ihr das zulassen?« »Ja, habt Ihr denn nichts davon gewusst?«

Gut gefallen hat mir die Fotoserie »Two Sisters« von Nadia Sablin. Darin portraitiert sie ihre beiden altgewordenen Tanten, die gemeinsam in einem alten Haus leben. Wunderbare stille Fotos!

Außerdem bin ich auf das Interview-Foto-Projekt »Im Augenblick« von Nicola Holtkamp gestoßen. Sie portraitiert darin Menschen aus ihrem Umfeld und stellt ihnen zusätzlich fünf Fragen. Sowas ist ja immer interessant zu lesen.

Gesehen habe ich den Trailer des Films »In No Great Hurry« über den Fotografen Saul Leitner. Den Film würde ich gerne komplett sehen.
Genauso wie den gerade in unseren Kinos angelaufenen Film »Mr.Turner - Meister des Lichts« von Mike Leigh. Die recht umfangreiche Turner-Ausstellung in Hamburg von vor ein paar Jahren, ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Ein grandioser Maler!

Vom relativ neuen Podcast »Fehlfarben« habt Ihr vielleicht schon gehört. Da unterhalten sich Anke (@ankegroener), Felix (@sammykuffour), Florian (@munifornication) und Kai (@probek) über Ausstellungen bzw. Kulturereignisse, die sie besucht haben. Nebenbei trinken sie anonymisierten Wein und fällen am Ende auch über die Weine ihr Urteil, bevor enthüllt wird, um welche Weine es sich gehandelt hat.
Inzwischen ist die dritte Folge online und darin ging es gleich um zwei Ausstellungen und Künstler. Der Teil der Unterhaltung über die Ausstellung »Stille Kulisse und wandernde Komparsen« von Hans op de Beeck in der Sammlung Goetz in München hat mich neugierig gemacht. Nun ist München natürlich sehr weit weg von mir. Glücklicherweise gibt es aber eine Webseite von Hans op de Beeck und da kann man viele (alle?) seiner Werke sehen. Ist natürlich nicht dasselbe wie direkt in der Ausstellung, aber immerhin mehr als gar nix.
Total bezaubert bin ich bisher jedenfalls von »Staging Silence I und II« (wobei mir Version II etwas besser gefällt). Zwei kleine, wunderbare Filme, für die man sich etwas Zeit nehmen muss darf, vielleicht mit einer guten Tasse Tee. Ich werde glaube ich noch eine Weile damit beschäftigt sein, seine Seite durchzuschauen und mir das ein oder andere seiner Werke genauer anzuschauen. Jedenfalls bin ich sehr dankbar, durch den tollen Fehlfarbenpodcast auf diesen Künstler aufmerksam geworden zu sein.

Zufällig bin ich noch auf das Buch »Why Did The Chicken Cross The World« von Andrew Lawler gestoßen. Eine Kulturgeschichte des Huhns also. Mit sowas kriegt man mich ja leicht. Es ist auf jeden Fall gleich auf meine Bdignlw-Liste gekommen. *Bdignlw = Bücher, die ich gerne noch lesen würde

Für alle von Euch, die sich noch ein bisschen oder sogar viel vom kindlichen Herz bewahrt haben und »Die unendliche Geschichte« von Michael Ende geliebt haben bzw. sie immer mal lesen wollten, aber doch nicht geschafft haben (kann ich mir kaum vorstellen, denn gefühlt hat damals jeder, wirklich jeder, dieses Buch gelesen!), die frohe Kunde, dass es jetzt ein sechsteiliges Hörspiel gibt, das neu eingespielt wurde.
Den Besprechungen nach, muss es außergewöhnlich gut gelungen sein. Seit heute, Freitag, den 7. November, wird es jeden Freitag um 14:10 Uhr und als Wiederholung um 17:05 auf WDR 5 ausgestrahlt. Wenn Ihr jetzt wegen der Zeiten mit den Augen rollt, keine Sorge, man kann jede Folge zur genehmen Zeit für die jeweils folgenden 7 Tage nachhören und zwar hier. Ich habe die erste Folge schon gehört und mir hat’s gefallen. Ist auch was für lange dunkle Herbst- bzw. Wintertage oder nebenher beim Bügeln oder was immer ihr sonst tun wollt.

Und zum Abschluß noch für alle Katzenfreunde unter Euch, das brandneue Video von Simon’s Cat

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