Film ·Soziales

Was es bedeutet Mensch zu sein

Am Wochenende habe ich mir die Dokumentation »Human« von Yann Arthus-Bertrand angeschaut. Wenn Euch der Name bekannt vorkommt, das ist der Fotograf und Filmer, der die Welt von oben fotografiert und gefilmt hat. Auch das schon ein Projekt, dass sehr beeindruckend war.

Die neue Dokumentation »Human« geht der Frage nach, was es bedeutet Mensch zu sein. Dafür hat Arthus-Bertrand mit seinem Team über 2000 Menschen in mehr als 60 Ländern interviewt und gefilmt und daraus dann für die Dokumentation ausgewählt.

Alle großen Themen des Lebens kommen vor, Geburt und Tod, Hass und Liebe, Krieg und Frieden, Reichtum und Armut, Überfluß und Hunger und vieles mehr. Durch die Nahaufnahmen und frontalen Ansprachen ist die Wirkung unmittelbar. Manche Schilderungen und Berichte sind schwer zu ertragen, aber wichtig.

Herausgekommen ist eine der großartigsten und berührendsten Dokumentationen, die ich in meinem Leben gesehen habe. Wenn es Euch irgendwie möglich ist, nehmt Euch die Zeit und schaut Euch die drei Teile dieser Dokumentation an. Ich werde sie mir mit Sicherheit nochmal anschauen und schon jetzt weiß ich, dass vieles, das ich darin gehört habe mich gedanklich noch lange beschäftigen und mir nachgehen wird. Diese Dokumentation rückt Perspektiven zurecht und vermittelt den Reichtum und das Spektrum menschlichen Daseins, Lebens und Empfindens. Diese Dokumentation macht inmitten aller Konflikte und Probleme Hoffnung und spornt dazu an, seinen Teil dazu beizutragen, dass wir alle ein gutes oder wenigstens besseres Leben auf diesem Planeten führen können.

Always smile because smiling is the only language everyone understands.

Hier geht es zu Teil 2 und Teil 3.

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Gestricktes ·Kreatives

Frühlingssocken

Frühlingssocken

Der Chronistenpflicht wegen: wieder ein Paar Socken fertig.

Für das Paar habe ich zum ersten Mal die Wolle »Fabel« von Drops getestet und bin sehr zufrieden damit. Wie sich die Wolle langfristig verhält, kann ich natürlich noch nicht sagen. Aber verstricken ließ sie sich ausgezeichnet und die Farben mag ich sowieso sehr. Schön frühlingshaft, auch dann, wenn es draußen immer noch grau und kalt und nass ist.

Ich war nur viel zu schnell fertig mit dem Paar, was aber auch daran lag, dass mich leider mal wieder ein Infekt erwischt und lahmgelegt hat. Das hieß, jede Menge Zeit zum Stricken. Frei nach dem Motto: »Gibt Dir das Leben Viren, mach Socken draus!«

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Gestricktes ·Kreatives ·Privates ·Tagesnotizen 2017

10 Dinge, die diese Woche schön waren

Sonnenscheintage

Ich kann gerade nicht genug von ihnen bekommen. Selbst wenn es zwischendrin noch einzelne Tage gibt, in denen es regnet oder sich sogar Schneeflocken in den Regen mischen, es ist unverkennbar, dass der Frühling auf dem Vormarsch ist. Die Winterblässe weicht langsam aber stetig aus dem Gesicht!

Tagestripp nach Berlin

Wir waren einen Tag als komplette WG in Berlin, um dort das Naturkundemuseum zu besuchen.

Ich hielt mich relativ lange in der Vogelabteilung auf. Unter anderem hatte ich ein echtes »Ach-so!-Erlebnis«, als ich begriff, dass der mysteriöse »Ortolan« von dem ich hier in der Gegend schon öfter hörte und mich wunderte, was das für ein Vogel sein könnte, nur eine andere Bezeichnung für die Gartenammer ist.

Ich war sehr überrascht, wie winzig z.B. die Eier von Kohlmeisen sind.

Überhaupt glich ich die Größenverhältnisse mancher Vögel mit meiner Vorstellung davon ab.

Absolut begeistert war ich von einer Gruppe Goldfasane. Was für herrliche Farben diese Vögel haben.

Schade nur, das natürlich alle Vögel tot waren - lebendig sind sie mir lieber!

Interessant fand ich auch die Abteilung, in der sehr ausführlich und anschaulich erklärt wird, wie die Tierpräparation in der Vergangenheit und heute funktioniert.

In dem Zusammenhang erinnerte ich mich an das Museum König in Bonn. Zu meiner Bonner Zeit (die inzwischen echt lange her ist), kannte ich den Chef-Präparator des Museums, der immer recht interessante Geschichten zu erzählen wusste. Kurze Zeit hatte ich sogar überlegt, ob das eventuell ein Beruf für mich sein könnte. Letztlich wollte ich dann aber doch nicht immer nur mit toten Tieren zu tun haben. Ich begriff allerdings schon damals, was für ein vielseitiger und anspruchsvoller Beruf das ist.

Ich glaube, wenn ich mal wieder in Bonn bin, plane ich einen Besuch im Museum König mit ein. Da scheint sich über die Jahre viel verändert und weiterentwickelt zu haben. Dass sie auch über eine große ornithologische Abteilung verfügen lockt mich natürlich ebenfalls.

Anschließend kehrten wir noch bei Peter Pane ein und taten uns an den Burgern gütlich. Ich nutzte die Chance endlich mal Süßkartoffel-Pommes zu probieren, von denen viele so schwärmen. Fazit: Schmecken tatsächlich lecker. Kann man durchaus ab und an mal essen. Die normalen Pommes waren dort aber auch nicht zu verachten!

Bachstelze I

Über Mittag war ich mit meinem Yoda in einem der Nachbardörfer. Erst haben wir ein Weilchen direkt am Ufer des großen Sees gesessen und die Wasservögel (Bläßhühner, Haubentaucher, Stockenten, Tafelenten) beobachtet.

Ich freute mich sehr, als ich meine erste Bachstelze dieses Frühjahrs entdeckte. Ich beobachtete sie eine ganze Weile in all ihrer eifrigen Geschäftigkeit.

Dann sind wir etwas am Ufer entlangspaziert. Die Wiesen direkt am See sind noch sehr nass. Ich hatte zum Glück geeignetes Schuhwerk an, mein Yoda nicht. Irgendwann zog sie einfach die Schuhe und Strümpfe aus und marschierte barfuss durch die gefluteten Wiesen.

Erneute Freude, als ich den Ruf eines Kleibers richtig identifizierte, und ihn dann tatsächlich auf einem Baum erspähte. Sagte ich schon, dass ich Kleiber sehr mag?

Zum krönenden Abschluß sahen wir noch ein Kranichpaar, das gerade mit dem Balztanz beschäftigt war.

Bachstelze II

Einen Tag später, entdeckte ich im Garten eine »unserer« Bachstelzen. Seit Jahren haben wir ein Bachstelzenpaar auf dem Gelände, das auch bei uns brütet. Jetzt hoffe ich nur, dass sich die noch fehlende Hälfte des Pärchens ebenfalls bald zeigt. Ein Bachstelzen-Witwer oder eine Bachstelzen-Witwe im Frühjahr im Garten zu haben, wäre doch etwas traurig.

Gesänge in der Nacht

Als ich einmal spät in der Nacht nochmal auf den Balkon hinaustrete, glaube ich meinen Ohren nicht zu trauen. Doch! Da sind sie, die schönen Gesänge klingen klar und laut durch die Nacht. Auch der Sprosser hat sich also wieder eingefunden und wird mir jetzt wieder für einige Wochen jede Nacht seine Lieder singen. Bis sich ihm ein passendes Weibchen zugesellt. So schön!

Wunschmoment

Ebenfalls spät in einer der Nächte sehe ich eine leuchtende Sternschnuppe mit wunderschönem Lichtschweif. Ein toller Moment über den ich mich sehr freue und mir schnell etwas wünsche. Ja, ich weiß, ein Aberglaube, aber irgendwie trotzdem unwiderstehlich.

Herrscher der (mecklenburgischen) Lüfte

Gegen Mittag eines Tages, stürzte mein Yoda in mein Zimmer und rief »Komm schnell gucken, der Seeadler kreist gerade über uns!« Mein stets griffbereites Fernglas gepackt und raus auf den Balkon und tatsächlich, direkt über uns zog der mächtige Seeadler in aller Ruhe seine Kreise. Um ihn Kreise ziehen zu sehen, machen andere extra Urlaub hier in der Gegend. Ich brauche nur auf den Balkon raus. Etwas Besonderes bleibt es trotzdem! Schön! 🙂

Damerower Werder

Freitagnachmittag fuhr ich mit der weltbesten WG-Genossin auf den Damerower Werder, eine Halbinsel im Kölpinsee, die Teil des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide ist. Dort lebt unter anderem eine große Herde Wisente sehr naturnah. Es gibt auch ein Wildgehege, wo Schaufütterungen stattfinden, aber die Saison hat noch nicht begonnen, und so waren wir fast allein dort unterwegs und kamen sogar nah an die Wisente heran. Das sind schon wirklich sehr mächtige und urtümliche Tiere! Nachdem wir genug von den Wisenten gesehen hatten, wanderten wir im Wald herum und der ist überaus reich an Wildtieren und Vögeln.

Highlights für mich waren die vielen Goldammern, ein echter Kolkrabe, sehr schöne Kraniche (manche sehen im Moment noch etwas »zerrupft« oder abgerissen aus), an die wir erstaunlich nah herankamen, ein weiterer Buntspecht, ein Seeadler und zwei Fischadler.

Außerdem entdeckte ich eine Waldmaus, die ich ebenfalls eine ganze Weile beobachten konnte.

Direkt am Waldufer des Kölpinsee fanden wir einen sehr schönen Picknickplatz und genossen dort unsere Kaffeepause mit Blick über den sonnenbestrahlten tiefblauen See. Wirklich traumhaft!

Wir wanderten noch etwas weiter, dann zurück zum Auto und nochmal an den See, wo wir noch ein Weilchen auf einer Bank am Ufer saßen und zusahen, wie sich das spätnachmittägliche Licht über den See ergoß. Hachz!

Shadow Wrap Socken

Stricksocken mit Shadow Wrap-Ferse

Diese Woche konnte ich ein neues Paar Stricksocken fertigstellen. Juchhu!!!

Die Wolle von Lang Yarns hatte ich mir schon im vergangenen Dezember aus Lübeck mitgebracht, weil sie mir so gut gefiel. Das besondere an diesem Paar ist aber nicht nur die Wolle, sondern dass ich eine neue Stricktechnik angewandt habe und zwar bei der Ferse. Sie sieht zwar aus wie eine klassische Bumerang-Ferse, ist aber tatsächlich eine sogenannte Shadow Wrap Ferse.

Als ich für meine Übungssocken nach hilfreichen Tutorial-Videos bei Youtube suchte, war ich auch auf Anleitungen für die Shadow Wrap Ferse gestoßen, hatte die aber erstmal nur gespeichert und für später aufgehoben. Nachdem die ersten beiden Strick-Sockenpaare soweit gut gelungen waren, traute ich mich nun an das Wagnis die neue Technik auszuprobieren.

Zu meiner großen Freude gelang mir die Shadow Wrap Ferse dank dieser Anleitung auf Anhieb. Und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. So zufrieden, dass ich zukünftig die Sockenfersen hauptsächlich auf diese Weise stricken werde. Während bei der klassischen Bumerangferse, immer die Gefahr besteht, dass man irgendwo bei den sogenannten Wickelmaschen die Fäden doch nicht eng genug angezogen hat, und dann die unerwünschten kleinen Löchlein entstehen, bilden die Shadow Wraps ein richtiges (Strick)gewebe, und so gibt es garantiert keine Löchlein.

Lesen, Lesen, Lesen

Obwohl die Woche sehr voll war, hab ich es doch geschafft, in den Büchern, die ich gerade lese, ein gutes Stück weiterzukommen. Gut, dafür waren die Nächte dann fast alle sehr kurz, aber lesen ist halt sooo schön! Und in der kommenden Woche, lese ich dann vermutlich wieder weniger, schlafe aber (hoffentlich) ein paar Stunden mehr (stellen Sie sich an dieser Stelle das laute Gelächter der restlichen WG vor!).

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Kunst ·Privates ·Tagesnotizen 2017

Was schön war diese Woche

Schwimmerinnen

Der Morgen, als ich der Morgenstunde das Gold aus dem Mund holte.

Ich war sehr früh auf, zog mich an, und verließ mit Fernglas in der Hand das Haus und lief los.

Der Himmel so blau, wie ein Himmel nur sein kann. Auf den Wiesen, Äckern und auf dem Laub noch Reif von der kalten Nacht. Die Sonne warf ein sanftes Licht über alles und machte sich daran, den Reif zum Verschwinden zu bringen.

Es zog mich an unseren See und in den Wald drumherum. Die Luft war erfüllt von Vogelrufen. Überall aus den Baumwipfeln erschallte pausenloses Gezwitscher. Ich bewegte mich langsam und leise vorwärts. Blieb immer wieder stehen, lauschte, wer da zu hören war und beobachtete, wo Vögel aufflogen oder von Baum zu Baum wechselten.

Es scheint bestimmte Stellen zu geben, die für verschiedene Vogelarten sehr attraktiv sind. Dort halten sie sich mal mehr, mal weniger friedlich miteinander bevorzugt auf. Findet man heraus, wo solche Stellen sind, ist das natürlich toll, denn dort findet man dann fast immer Vögel, die man beobachten kann.

Was mich (innerlich) verrückt macht ist, wenn ich höre, dass sehr viele Vögel da sind, aber ich kann sie partout nicht entdecken oder eben nur einzelne Exemplare. Das wird, vermute und fürchte ich, immer häufiger der Fall sein, denn jetzt sind die Bäume und Sträucher ja noch ohne Laub, d.h. es sind eigentlich ideale Bedingungen, um Vögel zu entdecken. Wenn aber erstmal alles belaubt ist, wird das unter Garantie viel schwieriger.

Eine ganze Weile beobachtet ich die Kleiber, die geschäftig die Äste hinauf und hinab liefen und ihr Frühstück sammelten.

Wenig später freute ich mich, dass es mir gelang einen Buntspecht auszumachen. Auch den beobachtet ich eine ganze Weile bei seinen Geschäften.

Besonders freute ich mich, als ich zwei Singdrosseln entdeckte. Es muss Jahrzehnte her sein, dass ich das letzte Mal Singdrosseln in freier Wildbahn gesehen habe. Ich bilde mir ein, dass sie in meiner Kindheit zahlreicher und »gewöhnlicher« waren, aber inzwischen seltener zu beobachten sind. Zumindest dort, wo ich mich aufgehalten habe. Ich muss allerdings einräumen, dass ich auch nicht bewusst nach ihnen gesucht oder Ausschau gehalten habe. Aber eben, in meiner Kindheit musste man nicht nach ihnen Ausschau halten. Sie waren einfach in großer Zahl da.

Als ich mich schließlich etwas ausgekühlt doch auf den Heimweg machte, ging ich noch bei »meiner« Gimpelbande vorbei, und sah ihnen noch eine Weile beim Frühstück zu.

Schöner kann man einen Tag wohl kaum starten, und das werde ich in der nächsten Zeit sicher noch öfter tun.

***

Am sonnigsten Tag dieser Woche, habe ich endlich ein Vorhaben in die Tat umgesetzt, das ich schon lange vor hatte. Zusammen mit der weltbesten WG-Genossin fuhr ich hinüber nach Waren und umwanderte endlich den Feisnecksee.

Der Feisnecksee liegt gleich am südöstlichen Stadtrand von Waren, aber man muß nicht lange laufen und man vergisst vollkommen, dass die Zivilisation nicht weit entfernt ist. Der See gehörte früher zur Stadt, aber inzwischen gehört er zum Müritz Nationalpark.

Es war schlicht großartig!! Noch sind kaum Menschen, aka Kurgäste und (Wander)Touristen dort unterwegs, so dass wir die meiste Zeit ganz allein vor uns hin wanderten. Die Landschaft der See, die Natur, alles großartig.

Natürlich war das Fernglas wieder mit dabei, und es gab viel zu sehen und zu beobachten. Eine ganze Weile beobachtete ich die Wasservögel (Stockenten, Schellenten, Bläßhühner), die sich in großer Zahl an der Burgwallinsel aufhielten. Auf der Burgwallinsel befinden sich noch letzte Reste einer typisch slawischen Inselburg aus dem 7. oder 8. Jahrhundert, ähnlich wie auf der gleichnamigen Burgwallinsel im Teterower See, über die ich schon mal berichtet habe und die sogar von der UNESCO zum »Schützenswerten Kulturgut der Menschheit« erklärt worden ist.

Schön war es, die ersten Kormorane, die ich dieses Jahr gesehen habe, zu beobachten, als sie gerade ihr Gefieder in der Sonne trocknen ließen.

Wenig später dann Kraniche auf einer Wiese und etwas weiter einige Rehe nahe dem Waldrand. Mussten natürlich auch ausgiebig beobachtet werden!

Weiter ging’s und juchheißa! drei Fischadler, die direkt über dem Waldrand und den anschließenden Wiesen kreisten, aber auch immer wieder auf den Baumwipfeln niedergingen.

Als wir uns dann irgendwann auf die andere Uferseite vor«gekämpft« hatten, war es Spätnachmittag. Auf dieser Uferseite gibt es eine hölzerne Beobachtungsplattform und dort ließen wir uns für eine Weile nieder, um das Schauspiel zu beobachen, das uns geboten wurde. Hunderte von Enten und Bläßhühnern aber auch weitere Wasservögel kamen vom See her auf uns zugeschwommen, um für die Nacht in den Buchten zu ruhen. In der schon tiefstehenden Sonne kamen sie alle langsam auf dem See zur Ruhe. Zwischendrin kamen noch mehrere Höckerschwäne eingeflogen, die sich in einiger Entfernung dazugesellten. Ich sah auch mehrere Haubentaucherpaare, von denen eines relativ nah zu uns, mit dem Balztanz beschäftigt war und sich dabei gegenseitig eifrig geeignetes Nestbaumaterial präsentierte.

Irgendwann mussten wir dann aber doch weiter und wanderten wieder los. Da offenbar gerade noch Holz- und Aufräumarbeiten im Wald in Ufernähe stattfinden, war der eigentliche Weg für Wanderer abgesperrt, so dass wir auf den etwas weiter vom See entfernten Radweg ausweichen mussten. Dort entlang lagen die frisch geschlagenen und schon entasteten Baumstämme auf mehrere hundert Metern aufgestapelt. Und die Luft war voll mit dem Geruch frisch geschlagenen Holzes. Ich trat mehrfach an die Holzstapel heran und sog diesen Geruch richtig ein. So sehr mir das Herz für die geschlagenen Bäume blutete, so schön war es, diesen Geruch mal wieder so intensiv in der Nase zu haben.

Zum Abschluß entdeckte ich noch zwei Mittelspechte, was ein schöner Abschluß der Vogelbeobachtung war.

Ziemlich müde gelaufen aber glücklich kamen wir schließlich wieder in Waren und an unserem Auto an.

***

Zum ersten Mal in meinem Leben war ich in einem ornithologischen Fachvortrag. Es ging um Wiesenbrüter, wie den Kiebitz, die Bekassine, Rot- und Grünschenkel, den großen Brachvogel, die Uferschnepfe und den Wachtelkönig.

All diese Arten sind wegen der Einschränkung ihrer Lebensräume hier selten geworden, einige stehen kurz vor dem völligen Verschwinden.

Der Schutz dieser Vögel gestaltet sich mühselig, denn viele haben sich darauf verlegt, auf Äckern zu nisten. Dummerweise genau zu der Zeit, wenn der Landwirt genau diese Äcker bewirtschaften will und muss.

Es gibt Schutzprojekte, bei denen Naturschützer, Biologen und Ornithologen versuchen, herauszufinden, wo diese Vögel sich aufhalten und nisten und dann mit den betroffenen Landwirten reden, um sie zu überzeugen, die Nester mit ihren Fahrzeugen großflächig zu umfahren. Stimmen die Landwirte zu, erhalten sie gestaffelte Entschädigungen, je nachdem welche Jahreszeit es ist und wie groß die Fläche ist, auf der sie z.B. wegen verspäteter Aussaat, geringere Erträge hinnehmen müssen.

Obwohl z.B. Kiebitze gar nicht so kleine Vögel sind, sind die Eier aber ziemlich klein und zudem farblich sehr gut getarnt. Es ist also schon eine echte Kunst, diese Gelege auf einem großen Acker überhaupt zu finden. Man muss schon echtes Herzblut für die Kiebitze (oder die anderen Wiesenbrüter) haben, um wochenlang über solche Gelege zu wachen.

Die Küken der Wiesenbrüter sind in der Regel Nestflüchter, d.h. wenn sie schlüpfen sind sie schon weit entwickelt und werden meist schnell von den Vogeleltern vom Gelege weggeführt in sichere Unterschlupfe. D.h. es kann sein, dass ein Vogelschützer wochenlang so ein Gelege überwacht, und dann eines Tages zum Gelege kommt, und die Küken sind geschlüpft und schon weg, und er bekommt sie nicht mal zu Gesicht.

Hier in Mecklenburg gibt es noch Teile des Landes, die eigentlich gute Voraussetzungen für Wiesenbrüter bieten bzw. wieder bieten könnten und es gibt erste Überlegungen, wie man dafür sorgen könnte, dass diese Vögel sicher leben und brüten können, um sie so vor dem Aussterben zu bewahren. Wie viel davon tatsächlich umgesetzt werden kann, ist wie so oft auch eine Frage des Geldes und in der Hinsicht sieht es nicht sehr gut aus. Es wird spannend, ob es den Biologen, Ornithologen und Vogelschützern die sich gemeinsam für die Wiesenbrüter einsetzen wollen, gelingt hier in der Gegend bessere Voraussetzungen für sie zu schaffen.

Ich habe einige Informationen über die genannten Vogelarten aus dem Vortrag mitgenommen. Außerdem Hinweise, wo hier in der Gegend Ecken sind, wo man mit etwas Glück Wiesenbrüter beobachten kann. Ich hoffe, wenigstens den ein oder anderen davon mal mit eigenen Augen in freier Wildbahn sehen zu können.

Mit Sicherheit war das nicht der letzte ornithologische Fachvortrag den ich besucht habe.

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Diese Woche stieß ich noch auf die Arbeiten und Installationen von Cluca. Besonders gefallen mir die Bilder der Schwimmerinnen (s.o.).

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