Zeichen setzen

Die Bezirksregierung von Madrid hatte für die Modewoche »Pasarela Cibeles« - die inzwischen vorüber ist - beschlossen, nur Models ab einem Körpermaßindex 18 zuzulassen. Dies entspricht beispielsweise 56 Kilogramm Gewicht bei einer Größe von 1,75 Metern. Mit der drastischen Maßnahme wollte die Bezirksregierung ein Zeichen im Kampf gegen Magersucht setzen.

Das fand ich eine richtig gute und heutzutage auch mutige Entscheidung und wollte das, wenn auch etwas spät, mal noch hier loswerden. Man soll ja nicht immer nur Mißstände anprangern, sondern auch würdigen, wenn mal irgendwo tatsächlich was dagegen unternommen wird.

Hintergrund dieser Entscheidung war übrigens, daß nach Schätzungen des spanischen Gesundheitsministeriums bereits über eine Million Spanierinnen mager- und brechsüchtig sind. Im Kampf gegen die beiden lebensgefährlichen Krankheiten wird die spanische Modebranche demnächst sogar üppigere Schaufensterpuppen ausstellen, um den Mädchen kein Schönheitsideal vorzugeben, das der Wirklichkeit gar nicht entspricht.

Der zusammen mit der Modebranche ausgearbeitete Richtlinienkodex für die Anpassung der »Konfektionsgrößen an die Realität« soll nun in Spanien auch gesetzlich verankert werden. Der spanische Senat war bereits 1999 mit der Empfehlung an die Textilbranche herangetreten, keine Models mehr mit Konfektionsgrößen unter 38 auf den Laufsteg zu schicken. Die neusten statistischen Daten und Zahlen zur Verbreitung von Essstörungen in Spanien veranlassten das Gesundheitsministerium aber nun, gesetzliche Richtlinie zu erarbeiten, um die Modebranche auch zur Mitarbeit zu verpflichten.

Interessant in diesem Zusammenhang sind die Reaktionen an anderen Zentren der Modewelt. In Paris hat man mit teils belustigtem Kopfschütteln bis hin zu Unverständnis auf die Madrider Entscheidung reagiert.

In London, wo gerade jetzt die »London Fashion Week« läuft, hatte die britische Kulturministerin Tessa Jowell an die Organisatoren appelliert, »spindeldürren« Models die Teilnahme zu verbieten. Die britische Ministerin drängte die heimischen Organisatoren dem Beispiel der Spanier zu folgen.

Nächste Woche steht dann die Mailänder Modenschau an. Bürgermeisterin Letizia Moratti hat angekündigt, ähnlich wie in Madrid ein Teilnahme-Verbot für sehr dünne Models zu erwirken.

Und hier die Fakten und Zahlen was die Situation in Deutschland betrifft.

4 Kommentare

Ja, ich finde es wichtiges Zeichen, das hier gesetzt wird. Schrecklich bloß, dass Großbritanniens Mütter ihre Kinder mit Fastfood versorgen wollen, weil sie das (mittlerweile) gesunde Essen in den Schul-Kantinen für Dreck halten… Was für eine Welt ist das eigentlich?

Was für eine Welt das eigentlich ist? Die Frage stelle ich mir auch immer öfter.

ich finde die »undünnen« Gören immer noch zu dünn!

Ja, Connie, ich eigentlich auch, aber zumindest ist mal ein Anfang gemacht …

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