Kultur

Sie durchstöbern gerade Archiv zum Thema Kultur.

Am Wochenende lief im ZDF Infokanal die Dokumentation »24 Stunden Südafrika: Ein Land - Ein Tag«. Für das ZDF ein Experiment und ein Wagnis, für das unter anderem die sehr erfolgreiche Dokumentation »24h Berlin – Ein Tag im Leben« vom vergangenen Jahr, Pate gestanden hat.

Am Samstag um 6.00 Uhr früh begann das ZDF, die Doku über das Gastgeberland der Fußball-WM ohne Unterbrechungen wie Werbepausen etc. zu zeigen. Kreuz und Quer durch das Land, lernt man als Zuschauer Südafrikaner aus unterschiedlichen Schichten kennen und erlebt quasi einen Tag in ihrem Leben mit. Zugleich bildet sich so ein sehr interessantes Bild mit vielen Hintergründen zur Lebenssituation in Südafrika ab und gewährt ungewöhnliche Einblicke.

Da ist der Rastamann, der als erster in seiner Familie überhaupt einen Schulabschluß gemacht und es jetzt an eine Elite-Uni in Stellenbosch geschafft hat, da ist die milliardenschwere Baulöwin, Drogenabhängige wie Internatszöglinge, ein Schwimmlehrer aus einem der Township, eine Sanguma, eine alleinerziehende und selbstständig im familieneigenen Gewürzladen arbeitende Inderin, ein Krokodilflüsterer oder ein Rinderzüchter, und und und.

Die komplette Dokumentation ist bereits in der ZDF-Mediathek verfügbar und man kann sie, wenn man die Erstausstrahlung am Wochenende verpasst hat, jetzt über die Mediathek ansehen, so wie man gerade etwas Zeit hat. Wer die Doku nicht über das Internet sehen will, hat noch eine weitere Chance: in den Tagen vor dem WM-Auftakt am 11. Juni werden jeweils zweistündige Ausschnitte im ZDF-Nachtprogramm gesendet.

Klar gibt es im Internet auch eine umfangreiche und interaktive Aufarbeitung der Dokumentation.

Von mir eine dicke Empfehlung, sich diese Dokumentation nicht entgehen zu lassen, weil sie vieles vermittelt, was insgesamt für das Verständnis Afrikas hilfreich und wichtig ist.

Dein Kommentar?

Rublev and Daniil’s The Deesis Tier, State Tretyakov Gallery - © Andy Freeberg

Michelangelo’s Moses and the Dying Slave, Pushkin Museum - © Andy Freeberg

2nd Century Mummy Masks, Pushkin Museum - © Andy Freeberg

Malevich’s Self Portrait, Russian State Museum - © Andy Freeberg

Konchalovsky’s Family Portrait, State Tretyakov Gallery - © Andy Freeberg

Kugach’s Before the Dance, State Tretyakov Gallery - © Andy Freeberg

Grandios und komisch zugleich sind die Fotos, die der amerikanische Fotograf Andy Freeberg in russischen Museen von den dort angestellten Museumswächterinnen gemacht hat. Teilweise fragt man sich beim Betrachten der Serie »Guardians«, ob die Museumsleitung diese Damen ganz bewußt dort platziert hat, wo Andy Freeberg sie dann fotografierte. ;o) Übrigens, schaut Euch die Fotos unbedingt auf seiner Webseite an, da sie dort größer und deutlicher zu sehen sind.

Zu diesem Foto-Projekt sagt Andy Freeberg folgendes:

In the art museums of Russia, women sit in the galleries and guard the collections. When you look at the paintings and sculptures, the presence of the women becomes an inherent part of viewing the artwork itself. I found the guards as intriguing to observe as the pieces they watch over. In conversation they told me how much they like being among Russia’s great art. A woman in Moscow’s State Tretyakov Gallery Museum said she often returns there on her day off to sit in front of a painting that reminds her of her childhood home. Another guard travels three hours each way to work, since at home she would just sit on her porch and complain about her illnesses, “as old women do.” She would rather be at the museum enjoying the people watching, surrounded by the history of her country.

Hier noch ein Interview mit Andy Freeberg, in dem er sich auch zu diesem Fotoprojekt äußert.

4 Kommentare

Spannend!

© Courtesy Werner Spillmann collection

Ignaz Schiffermüller, Farbkreis, 1772
© Werner Spillmann Kollektion

© Courtesy New York Public Library, Astor, Lenox and Tilden Foundations

Richard Waller, Farbtabelle, 1772
© New York Public Library, Astor, Lenox and Tilden Foundations

The Creation of Color in Eighteenth-Century Europe von Sarah Lowengard

falls es noch jemand anderen als mich interessiert.

2 Kommentare

Avatar

Avatar

So, ich war dann auch in »Avatar« und natürlich in der 3D-Version. Das Kino war gerappelt voll und eher die älteren Semester (also ab 30 aufwärts), also nicht wie sonst meistens, die Küken in der Überzahl, was auch daran zu merken war, dass während der ganzen Vorstellung kein einziges Handy klingelte und es auch keine Teenies gab, die sich ausgerechnet während eines Kinofilms ihren neuesten Liebeskummer o.ä. erzählen mussten.

Für mich war es der erste abendfüllende Film in 3D-Technik und ich muss sagen, ich bin recht beeindruckt von dem, was ich da zu sehen bekam. Ganz zu Anfang gab es einige Szenen, bei denen ich das Gefühl hatte, mir würde leicht schwindelig aber das Gehirn stellt sich sehr schnell um. Übrigens, auf den Bildern/Fotos die man z.B. vorab im Internet sehen kann, sehen die Außerirdischen namens Na’vis und die Figur des Avatars ziemlich künstlich aus. Da war ich etwas skeptisch aber im Film wirken sie ganz anders und sehr schnell überhaupt nicht mehr künstlich - fremd, ja aber nicht so künstlich, wie die Fotos einen vermuten lassen. Also davon nicht abschrecken lassen (ähm okay, dass die Na’vis eine blaue Hautfarbe haben, hat mich natürlich gleich sehr für sie eingenommen! ;o) )

Wer hyperkritisch auf den Film schaut, wird sicher was auszusetzen finden. Wer aber bereit ist sich etwas erzählen zu lassen und sich sozusagen in einen fremde Welt entführen zu lassen, der erlebt ein schönes Stück Kino mit grandiosen Bildern, einige davon werden sicher lange hängenbleiben.

Von mir also, wie von so vielen anderen auch schon, eine Empfehlung sich den Film anzuschauen und zwar in 3D!

5 Kommentare

Margareta Kern

Julka, Clothes For Death Series - © Margareta Kern

Jelka, Clothes For Death Series - © Margareta Kern

Ljublica, Clothes For Death Series - © Margareta Kern

Liza, Clothes For Death Series - © Margareta Kern

Obige Fotos wurden von der 1974 in Kroatien/Bosnien-Herzegowina und heute in London lebenden Fotografin Margareta Kern für ihr fortlaufendes Dokumentations-Fotoprojekt »Clothes For Death« (Kleider für den Tod) darüber, wie Frauen aus Kroatien und Bosnien-Herzegovina die Kleidung, in der sie beerdigt werden möchten, vorbereiten, aufgenommen.

Sie ließ sich von den Frauen, die sie traf und fotografierte, zeigen welche Kleider sie gewählt haben, um sich einmal darin beerdigen zu lassen. Einige Frauen, die Margareta Kern getroffen hat, sind bereits um die 90 und ihr Leben ist bewegt worden von der unruhigen Geschichte und dem Krieg in den Balkanländern. Die Grabkleider werden von den Frauen wohl verwahrt und verpackt in Stoff oder Plastiktüten und Taschen, damit sie bereit liegen, wenn die Zeit gekommen ist, vor den Schöpfer zu treten, oder auch um den Familien den Abschied auf diese Weise vorbereitet zu erleichtern.

Wie ich finde ein sehr berührendes Fotoprojekt. Erstaunlich, dass diese alten Frauen sich der jungen Margareta Kern öffneten und ihr diese doch sehr intimen Einblicke in ihr Leben erlaubten. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass in dieser Region das Thema Tod noch längst nicht so tabuisiert ist, wie bei uns. Vielleicht auch weil dort so häufig Krieg war und den Menschen so viel bewußter ist, dass der Tod ein Teil des Lebens ist. Vielleicht spielt auch die tiefe Religiosität, die auf vielen der Fotos anhand der Bilder, Kreuze etc. an den jeweiligen Wänden, dokumentiert ist dabei eine Rolle.

Auf mich wirken viele der Fotos durch die Art und Weise wie Margareta Kern sie aufgenommen hat auch so, als ob die alten Frauen fertig vorbereitet wirklich nur noch auf den offensichtlich herannahenden Tod warten. Genauso wie ich mich beim Anblick der Gesichter und teilweise auch Hände gefragt habe, was für Lebensgeschichten diese alten Frauen wohl zu erzählen hatten, welche Verluste sie in ihrem Leben erlitten haben und was ihre Sicht auf das Leben und den Tod geprägt hat. Abgesehen davon, finde ich es auch sehr interessant, bei diesen Fotos den Blick nicht nur auf die alten Frauen und die bereitliegende Kleidung zu richten, sondern die jeweilige abgebildete Lebenswelt zu betrachten. Diese Fotos erzählen sehr viel mehr als es auf den ersten und schnellen Blick scheinen mag.

Sehr interessant und informativ sind auch die zusätzlichen Notizen (direkt unter den auf ihrer Webseite gezeigten Fotos), die sie zu diesem Fotoprojekt gemacht hat.

Übrigens werden die Fotos dieser Serie von Margareta Kern zusammen mit Fotos ihrer Serie »Graduation Dresses« (Abschlußballkleider) seit dem 11. Oktober und noch bis zum 8. November in der Ausstellung »Kleider für Leben und Tod« im Kunstverein Worms gezeigt.

2 Kommentare

untitled - © Jennifer Khoshbin

untitled - © Jennifer Khoshbin

untitled - © Jennifer Khoshbin

Masked Leap - © Jennifer Khoshbin

Masked Leap - © Jennifer Khoshbin

untitled - © Jennifer Khoshbin

Clipped - © Jennifer KhoshbinPhoto: Victor Schrager

Deer; B & W Wallpaper - © Jennifer Khoshbin

 Ursa Major - © Jennifer Khoshbin

Jennifer Khoshbin verfügt über viel Kreativität, Talent und offensichtlich auch Geduld, was einem spätestens dann klar wird, wenn man ihre Buchskulpturen anschaut. Aber auch ihre Illustrationen und anderen Arbeiten strotzen nur so vor Ideenreichtum und Phantasie. Die Fotos oben zeigen einen kleinen Querschnitt durch ihre künstlerische Arbeit und zudem eine kleine Erklärung wie sie ihre Buchskulpturen erstellt und wie lange sie jeweils für die einzelnen Arbeitsschritte benötigt.
Nur für den Fall der Fälle: Jennifer Khoshbins Etsy-Shop

3 Kommentare

« Ältere Artikel

Close
E-mail It