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Tweenbot unterwegs - © Kacie Kinzer
Kacie Kinzer studiert in New York und hat ein Experiment gestartet. Sie baute einen simplen kleinen Roboter mit einem Pappkartonkörper und einem freundlichen Grinsen im Gesicht und der Fähigkeit sich nur geradeaus bewegen zu können. Sie nannte den kleinen Roboter Tweenbot und setzte ihn in der nordöstlichen Ecke des Washington Square Parks aus. Vorher versah sie den Tweenbot allerdings noch mit einem kleinen Fähnchen, auf dem sein Zielpunkt stand: die südwestliche Ecke des Parks.

Tatsächlich ging es ihr in diesem Experiemtent weniger um den Roboter, als vielmehr darum, wie die Menschen auf diesen Roboter, der auf ihre Hilfe angewiesen ist, um sein Ziel zu erreichen, reagieren würden. Da der Tweenbot wirklich klein und »verletzlich« ist und zahlreiche Gefahren für ihn auf dem Weg lauerten, begleitete Kacie Kinzer den kleinen Roboter heimlich mit einer Videokamera in der Tasche und filmte diesen ersten Versuch.

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Das Ergebnis war auch für sie überraschend. Nach nur 42 Minuten und mit der Hilfe von 29 Menschen hatte er sein Ziel erreicht. Inzwischen hat sie noch mehr Tweenbots gebaut und experimentiert mit anderen Strecken weiter. Kein einziger der Tweenbots ist bei diesen Tests je verlorengegangen oder ernsthaft beschädigt worden. Waren sie in einer mißlichen Lage gelandet, z.B. unter einer Parkbank eingeklemmt o.ä. wurden sie immer von Menschen »gerettet« und wieder auf Kurs gebracht.

Kacie Kinzer beobachtete u.a. dass die Menschen die Zielinstruktion ignorierten, wenn das bedeutet hätte, dass der Tweenbot in eine mißliche Lage geraten könnte. Ein Mann dreht den Tweenbot daraufhin in die Richtung, aus der er (der Tweenbot) gerade gekommen war, und sagte laut zu ihm »You can’t go that way, it’s toward the road.« Für Kacie Kinzer ist das faszinierendste Element an diesen Experimenten, die menschliche Empathie für ein mit anthropomorphen Aussehen ausgestattetes Objekt, sichtbar zu machen und zu beobachten.

4 Kommentare

Passend zu den Ereignissen dieser Woche, gibt’s hier heute den Large Hadron Rap, bei dem wir ganz nebenbei so einiges über den Teilchenbeschleuniger im CERN lernen können. ;o)

Danke an Anne in Oxford für den Hinweis!

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