Wissenschaft

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Tweenbot unterwegs - © Kacie Kinzer
Kacie Kinzer studiert in New York und hat ein Experiment gestartet. Sie baute einen simplen kleinen Roboter mit einem Pappkartonkörper und einem freundlichen Grinsen im Gesicht und der Fähigkeit sich nur geradeaus bewegen zu können. Sie nannte den kleinen Roboter Tweenbot und setzte ihn in der nordöstlichen Ecke des Washington Square Parks aus. Vorher versah sie den Tweenbot allerdings noch mit einem kleinen Fähnchen, auf dem sein Zielpunkt stand: die südwestliche Ecke des Parks.

Tatsächlich ging es ihr in diesem Experiemtent weniger um den Roboter, als vielmehr darum, wie die Menschen auf diesen Roboter, der auf ihre Hilfe angewiesen ist, um sein Ziel zu erreichen, reagieren würden. Da der Tweenbot wirklich klein und »verletzlich« ist und zahlreiche Gefahren für ihn auf dem Weg lauerten, begleitete Kacie Kinzer den kleinen Roboter heimlich mit einer Videokamera in der Tasche und filmte diesen ersten Versuch.

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Das Ergebnis war auch für sie überraschend. Nach nur 42 Minuten und mit der Hilfe von 29 Menschen hatte er sein Ziel erreicht. Inzwischen hat sie noch mehr Tweenbots gebaut und experimentiert mit anderen Strecken weiter. Kein einziger der Tweenbots ist bei diesen Tests je verlorengegangen oder ernsthaft beschädigt worden. Waren sie in einer mißlichen Lage gelandet, z.B. unter einer Parkbank eingeklemmt o.ä. wurden sie immer von Menschen »gerettet« und wieder auf Kurs gebracht.

Kacie Kinzer beobachtete u.a. dass die Menschen die Zielinstruktion ignorierten, wenn das bedeutet hätte, dass der Tweenbot in eine mißliche Lage geraten könnte. Ein Mann dreht den Tweenbot daraufhin in die Richtung, aus der er (der Tweenbot) gerade gekommen war, und sagte laut zu ihm »You can’t go that way, it’s toward the road.« Für Kacie Kinzer ist das faszinierendste Element an diesen Experimenten, die menschliche Empathie für ein mit anthropomorphen Aussehen ausgestattetes Objekt, sichtbar zu machen und zu beobachten.

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Passend zu den Ereignissen dieser Woche, gibt’s hier heute den Large Hadron Rap, bei dem wir ganz nebenbei so einiges über den Teilchenbeschleuniger im CERN lernen können. ;o)

Danke an Anne in Oxford für den Hinweis!

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Ich habe ja gestern schon etwas über den Stockholm Junior Water Prize berichtet und da man ja nicht immer nur Negativ-Meldungen bringen soll, wollte ich hier im Blog auch die Gewinner des Preises 2007 und ihr Projekt vorstellen.

Gewinner des Stockholm Junior Water Prize 2007 -  Copyright SIWI and the World Water Week, 2007Gewinner des Stockholm Junior Water Prize 2007: v.l. Kronprinzessin Victoria von Schweden, Carlos Hernndez Meja, Dalia Graciela Daz Gmez und Adriana Alcntara Ruiz - Copyright SIWI and the World Water Week, 2007

Gestern Abend wurde also nun in Stockholm das Geheimnis gelüftet und Kronprinzessin Victoria von Schweden enthüllte, wer die Gewinner des diesjährigen Stockholm Junior Water Preises sind und übergab den mit 5.000 US-Dollar dotierten Preis zusammen mit der gläsernen Preis-Skulptur in einer feierlichen Zeremonie an das Team aus Mexiko.

Adriana Alcntara Ruiz, Dalia Graciela Daz Gmez und Carlos Hernndez Meja, das mexikanische Gewinner-Team, sind allesamt Studenten am »Instituto Cultural Paideia« in Toluca, Mexiko. Ausgezeichnet wurden sie für ihr Projekt »Elimination of Pb(II) from Water via Bio-adsorption Using Eggshell« (»Entfernung von Blei [Pb(II)] aus Wasser durch Bio-Adsorption mit Hilfe von Eierschalen«). Damit haben sie einen ganz neuen Ansatz gefunden blei-belastetes Wasser aus industriellen Abwassern mit Hilfe eines vor Ort massenhaft vorhandenen bio-organischen Abfallprodukts (nämlich Eierschalen) zu reinigen. Indem sie die Eierschalen mit einer flüssigen Blei-Lösung mischten gelang es den drei jungen Mexikanern mehr als 90% der Blei-Verschmutzung aus dem Wasser zu entfernen.

Mit Blei bzw. anderen Schwermetallen belastetes Wasser führt zu schweren Umweltschäden und gesundheitlichen Belastungen für Menschen. So können sich selbst kleinste Mengen Blei langsam im Körper anreichern und z.B. in die Knochen, Zähnen und dem Gehirn eingelagert und nur sehr langsam wieder ausgeschieden werden. Blei kann so eine chronische Vergiftung hervorrufen, die sich unter anderem in Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abmagerung und Defekten der Blutbildung, des Nervensystems und der Muskulatur zeigt. Bleivergiftungen sind besonders für Kinder und Schwangere gefährlich. Es kann auch die Imunabwehr dauerhaft schädigen. Im Extremfall kann die Bleivergiftung zum Tode führen.

Bisher existierten zwar schon Methoden, um Wasser mit solchen Belastungen zu reinigen, die waren aber sehr kostspielig, was wiederum dazu führte, dass die Industrie eher zögerlich war, diese Reinigungsmethoden grundsätzlich einzusetzen. Mit der nun von den jungen Mexikanern entwickelten alternativen kostengünstige und zeit-effizienten Methode kann sich das zukünftig ändern. Zudem kann diese Methode sowohl in mittelständischen wie in großindustriellen Betrieben angewandt werden.

Glückwunsch also an die jungen Mexikaner zur Entwicklung dieser neuen Methode und zum Gewinn des Stockholm Jugend Wasser Preis 2007!

Eine besondere lobende Erwähnung erhielt außerdem das Chinesische Team - bestehend aus Yang Guo, Junhong Wu and Sisi Yu -, für sein Projekt: »The Biochemical Detoxification of Heavy Metals and its Application to the Water-Soil Environment in the Agricultural Wetlands of the Pearl River Delta, China.

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