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Ich habe ja gestern schon etwas über den Stockholm Junior Water Prize berichtet und da man ja nicht immer nur Negativ-Meldungen bringen soll, wollte ich hier im Blog auch die Gewinner des Preises 2007 und ihr Projekt vorstellen.

Gewinner des Stockholm Junior Water Prize 2007 - © Copyright SIWI and the World Water Week, 2007Gewinner des Stockholm Junior Water Prize 2007: v.l. Kronprinzessin Victoria von Schweden, Carlos Hernández Mejía, Dalia Graciela Díaz Gómez und Adriana Alcántara Ruiz - © Copyright SIWI and the World Water Week, 2007

Gestern Abend wurde also nun in Stockholm das Geheimnis gelüftet und Kronprinzessin Victoria von Schweden enthüllte, wer die Gewinner des diesjährigen Stockholm Junior Water Preises sind und übergab den mit 5.000 US-Dollar dotierten Preis zusammen mit der gläsernen Preis-Skulptur in einer feierlichen Zeremonie an das Team aus Mexiko.

Adriana Alcántara Ruiz, Dalia Graciela Díaz Gómez und Carlos Hernández Mejía, das mexikanische Gewinner-Team, sind allesamt Studenten am »Instituto Cultural Paideia« in Toluca, Mexiko. Ausgezeichnet wurden sie für ihr Projekt »Elimination of Pb(II) from Water via Bio-adsorption Using Eggshell« (»Entfernung von Blei [Pb(II)] aus Wasser durch Bio-Adsorption mit Hilfe von Eierschalen«). Damit haben sie einen ganz neuen Ansatz gefunden blei-belastetes Wasser aus industriellen Abwassern mit Hilfe eines vor Ort massenhaft vorhandenen bio-organischen Abfallprodukts (nämlich Eierschalen) zu reinigen. Indem sie die Eierschalen mit einer flüssigen Blei-Lösung mischten gelang es den drei jungen Mexikanern mehr als 90% der Blei-Verschmutzung aus dem Wasser zu entfernen.

Mit Blei bzw. anderen Schwermetallen belastetes Wasser führt zu schweren Umweltschäden und gesundheitlichen Belastungen für Menschen. So können sich selbst kleinste Mengen Blei langsam im Körper anreichern und z.B. in die Knochen, Zähnen und dem Gehirn eingelagert und nur sehr langsam wieder ausgeschieden werden. Blei kann so eine chronische Vergiftung hervorrufen, die sich unter anderem in Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abmagerung und Defekten der Blutbildung, des Nervensystems und der Muskulatur zeigt. Bleivergiftungen sind besonders für Kinder und Schwangere gefährlich. Es kann auch die Imunabwehr dauerhaft schädigen. Im Extremfall kann die Bleivergiftung zum Tode führen.

Bisher existierten zwar schon Methoden, um Wasser mit solchen Belastungen zu reinigen, die waren aber sehr kostspielig, was wiederum dazu führte, dass die Industrie eher zögerlich war, diese Reinigungsmethoden grundsätzlich einzusetzen. Mit der nun von den jungen Mexikanern entwickelten alternativen kostengünstige und zeit-effizienten Methode kann sich das zukünftig ändern. Zudem kann diese Methode sowohl in mittelständischen wie in großindustriellen Betrieben angewandt werden.

Glückwunsch also an die jungen Mexikaner zur Entwicklung dieser neuen Methode und zum Gewinn des Stockholm Jugend Wasser Preis 2007!

Eine besondere lobende Erwähnung erhielt außerdem das Chinesische Team - bestehend aus Yang Guo, Junhong Wu and Sisi Yu -, für sein Projekt: »The Biochemical Detoxification of Heavy Metals and its Application to the Water-Soil Environment in the Agricultural Wetlands of the Pearl River Delta, China.

Weltwasserwoche 2007Zur Zeit und noch bis zum 18 August findet in Stockholm die diesjährige 17. World Water Week statt. Das Thema lautet: »Progress and Prospects on Water: Striving for Sustainability in a Changing World«. Die »Weltwasserwoche« gilt als die wohl bedeutendste internationalen Konferenzen zum Thema. Rund 2500 Top-Experten aus insgesamt 140 Ländern diskutieren die ganze Woche über die vorgegebenen Themen rund um das Wasser.

Die Notwendigkeit sauberer sanitärer Anlagen ist ein weiteres Schwerpunktthema der Veranstaltung, das unter dem provokativen Slogan »Beeilt Euch: 2,6 Milliarden Menschen stehen vor einer Toilette an« steht.
Mehr als eine Milliarde Menschen habe derzeit keinen Zugang zu Trinkwasser, täglich sterben bis zu 34.000 Menschen durch Wassermangel und fehlende sanitäre Einrichtungen.
Jährlich sterben nach Angaben von Wissenschaftern zwei Millionen Kinder weltweit an Durchfall, den sie sich durch fehlende sanitäre Anlagen und Hygiene eingehandelt haben.
Dabei machen die Experten aber auch deutlich, dass es nicht reiche, allein Geld in Infrastrukturprojekte zu pumpen, vielmehr müsse auch das öffentliche Bewußtsein und Verhalten verändert und geschult werden. Toiletten seien entweder nicht vorhanden oder würden nicht benutzt. Stattdessen landeten Kot und Urin nicht selten in der Trinkwasserleitung. »Viele Regierungen in den Entwicklungsländern haben bereits für die Einrichtung von Latrinen und anderen Hygienemaßnahmen gesorgt. Doch diese werden nicht genutzt. Stattdessen werden Latrinen zu Reislagern oder Ziegenställen umfunktioniert, weil die Menschen dies für sinnvoller halten.« Der landesspezifische Kontext müsse bei der Suche nach Lösungen der Probleme rund um die Hygiene unbedingt mit bedacht werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Weltwasserwoche liegt auf dem Thema Wasser und Klima. So wird schon jetzt in der Landwirtschaft so viel Wasser benötigt, dass Flüsse - aus denen das Wasser entnommen wird - das Meer nicht mehr erreichen. Außerdem werden nun zur Erzeugung sog. Agro- bzw. Biosprits vermehrt Pflanzen wie Zuckerrohr, Raps oder Eukalyptus angebaut, die ebenfalls sehr viel Wasser benötigen. Schätzungen zur weltweiten Entwicklung des Biosprit-Marktes, zeigen, dass der Anbau dieser Energiepflanzen im Jahr 2045 ebenso viel von Wasser benötigen werden, wie die landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion: 11.000 Kubikkilometer, also 11.000 Milliarden Kubikmeter. Weltweit seien aber nur 14.000 Kubikkilometer Süßwasser zugänglich.

Stockholm Water PrizeWährend der Woche werde auch verschiedene Preise verliehen. Der »Stockholm Water Prize« geht dieses Jahr an Professor Perry L. McCarty von der Stanford University, Kalifornien. Er wird für seine jahrzentelange Grundlagenforschung im Bereich der Interaktion von Mikroorganismen im Wasser ausgezeichnet. Professor McCarty, fand im Rahmen seiner Forschungen an der Interaktion von Mikroorganismen eine effizientere Methode der Abwasseraufbereitung.
Der Preis ist auf 150.000 US Dollar dotiert und wird jährlich für besondere Leistungen im Bereich Wasserschutz und -konservierung vom Stockholm International Water Institute (SIWI) verliehen. Verliehen wird ihm der Preis am 16. August vom schwedischen König Carl XVI. Gustaf.

Stockholm Junior Water PrizeEin weiterer Preis, der während der World Water Week verliehen wird, ist der »Stockholm Junior Water Prize«, der an junge Aktivisten mit überzeugenden Wasserprojekten vergeben wird und heute von Kronprinzessin Victoria von Schweden an die Gewinner, die ebenfalls erst heute bekanntgegeben werden, verliehen wird. Der Preis ist mit 5.000 US Dollar dotiert und feiert dieses Jahr zugleich sein zehnjähriges Bestehen.
Dieses Jahr sind 30 Teilnehmer (oder Kleinstgruppen) aus insgesamt 27 Ländern im Finale. Wirklich sehr interessant, welche Projekte die jungen Aktivisten auf die Beine gestellt haben.
Update: Stockholm Junior Water Prize 2007 geht nach Mexiko

Last but not least wird auch noch der »Stockholm Industry Water Award«, der Unternehmen auszeichnet, die in der Produktion besonders umsichtig mit der Ressource Wasser umgehen, verliehen.

17. World Water Week
Stockholm International Water Institute
Wer sich für das Thema interessiert, kann z.B. das lesenswerte Dossier der taz zur diesjährigen Weltwasserwoche anschauen.
Zur Vertiefung des Themas bietet sich auch die Sammlung »Fakten zum Thema Wasser« des Deutschen Zweigs der IHP/HWRP an.

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Podcasts gibt es mittlerweile ja in Hülle und Fülle und dazu auch in allen möglichen Qualitäten. Heute gibt es hier mal einen Podcast-Tip für alle, die es gern auch mal etwas gehaltvoller mögen. Die Universitätsbibliothek Freiburg hat in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg im April 2006 einen Podcast mit dem Titel »Rede des Monats« initiiert.

Die Idee zu diesem Podcast ist entstanden, weil seit einiger Zeit in Freiburg verstaubte Keller-Tonbänder entstaubt werden. Bei den Tondokumenten handelt es sich um historisch bedeutende Reden Freiburger Professoren. Auf diese Weise können auch sog. »Nachgeborene« wie unsereiner diese berühmten Professoren einmal original hören. Einmal im Monat gibt es einen neuen Podcast mit einer neuen Rede und zwar über verschiedene Fachgebiete hinweg. Man muß sicher nicht alle Reden anhören, aber je nach Interessenlage könnte die ein oder andere Rede doch recht interessant sein.

Die bisherigen Redner und ihre Themen:

2007
August 2007: Hans Heinrich Eggebrecht: Bach als Rhetoriker. 1986.
Juli 2007: Martin Heidegger: Der Satz der Identität. 1957.
Juni 2007: Clemens Bauer: Aufgaben, Leistungen und Geschicke der Stadt in Deutschland vom Mittelalter bis zu den mittleren Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. 1970.
Mai 2007: Helmut Hönl: Griechisches Erbe und neuzeitliche Naturwissenschaft. 1971.
April 2007: Karl Büchner: Tradition und Zukunftschancen lateinischer Bildung. 1972.
März 2007: Magda Staudinger: Hermann Staudinger - der Mensch und der Forscher. 1985.
Februar 2007: Wilibald Gurlitt: Deutsche Orgelmusik des 16. und 17. Jahrhunderts. 1957.
Januar 2007: Max Müller: Philosophie in Freiburg. 1970

2006
Dezember 2006: Wolfgang Müller: Freiburg - von der Pfarrgemeinde zur Bischofsstadt. 1970
November 2006: Richard Gramlich: Ethische und mystische Dimensionen islamischer Glaubenserfahrung. 1973
Oktober 2006: Gerhart Baumann: Paul Celan: Um-Wege zu sich und die offene Frage des Gedichts. 1971
September 2006: Bernhard Hassenstein: Tierjunges und Menschenkind im Blick der vergleichenden Verhaltensforschung. 1969.
August 2006: Hugo Friedrich: Einführende Gedanken zur modernen Lyrik. 1971.
Juli 2006: Karl Lehmann: Die lateinische Denkform und die katholische Theologie der Zukunft. 1972.
Juni 2006: Eugen Fink: Die Weltbedeutung des Spiels. 1972.
Mai 2006: Max Müller: Vollendung, Ende und Anfang - philosophische Reflexion im Hinblick auf Martin Heidegger. 1970.
April 2006: Bernhard Welte: Determination und Freiheit. 1969.

Alles weitere inklusive Link zum abonnieren des Podcasts gibt es hier.

Hinweisen möchte ich auch noch auf den Podcast zur Ring-Vorlesung »Dichter und Denker in Freiburg« anläßlich des 550jährigen Jubiläums der Universität Freiburg im vergangenen Jahr und auf den Podcast zur Ringvorlesung des Sommersemesters 2007 mit dem Thema »Freiburger Büchergeschichten«.

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Biomedizinische FotosTolle Fotos aus dem Bereich Biomedizin kann man beim Biomedical Image Award sehen.

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