Privates ·Tagesnotizen 2017 ·Vogelliebe

Was schön war diese Woche

Anfang der Woche waren wir in Rostock, wo wir den schon länger anstehenden Staubsaugerkauf erledigten. Der vorherige Staubsauger war doch schon sehr in die Jahre gekommen, klang inzwischen recht asthmatisch und gequält und war schon »geflickt«.

Nun wohnt ein neuer bei uns und erfreute uns diese Woche schon sehr.

Spannend ist für uns noch, dass es diesmal ein beutelloser Staubsauger geworden ist. Wir gehen also mit der Technik, sind aber noch leicht angespannt, ob das wirklich alles so gut funktioniert, wie angepriesen. Wenn ja freuen wir uns über die zukünftige Kostenersparnis, denn wir müssen dann ja nicht mehr die teuren Staubsaugerbeutel kaufen.

Der neue Staubsauger lässt sich auch viel besser bewegen und ist entweder leiser als der Vorgänger oder läuft auf einer Frequenz, die ich als wesentlich angenehmer empfinde.

Der alte Staubsauger ist auf den Dachboden umgezogen und wird dort sein Gnadenbrot erhalten gelegentlich noch zum Einsatz kommen.

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Im nächstgelegenen Kino wurde in letzter Zeit kein einziger der Filme gezeigt, auf die ich warte. Also schaute ich, bevor wir nach Rostock fuhren, was in den dortigen Kinos gezeigt wird und wurde fündig.

Nachdem wir den Staubsaugerkauf und einige andere Besorgungen erledigt hatten, begaben wir uns also ins Kino und sahen »Lion - Der lange Weg nach Hause«. Die berührende Verfilmung einer wahren Geschichte, die zum Glück nicht ins Kitschige abgleitet. Sunny Pawar, der den jungen Saroo verkörpert, spielt grandios und für mich auch Dev Patel an die Wand!

Wir diskutierten nachher noch eine ganze Weile über verschiedene Aspekte des Films, z.B. das Thema Auslandsadoptionen und Motivationen hinter Adoptionen.

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Freitag gleich nach dem Mittagessen, packte ich meinen kleinen Rucksack und fuhr nach Federow, einem der regionalen Eingangstore zum Müritz Nationalpark. Ich wohne hier nämlich in einer Gegend, in die andere Vogelliebhaber gerne in den Urlaub fahren, weil hier so viele - auch selten gewordene Vögel - noch beobachtet werden können. Mein »vor Ort sein« möchte ich natürlich nutzen.

Es war sonnig und zwar noch etwas kühl, aber erträglich. Ich wanderte frohgemut los Richtung Rederangsee, kam allerdings nur langsam vorwärts, weil ich dauernd damit beschäftigt war nach Vögeln Ausschau zu halten oder entdeckte Vögel zu beobachten. Als erstes erfreuten mich etliche Feldlerchen mit ihrem Flug und Gesangskünsten. Blaumeisen, Kohlmeisen gab es ebenfalls reichlich zu sehen.

Schließlich kam ich aber doch am Rederangsee an, beguckte mir den dort erst kürzlich erneuerten Bohlenweg zum Beobachtungsstand, und erklomm den Beobachtungsstand. Ich war zeitlich zu früh dran, also keine Kraniche an den Seeufern zu entdecken. Aber es waren schon einige über mich hinweggeflogen, und ich konnte ihre charakteristischen Rufe immer wieder hören. Die Kraniche mussten also irgendwo in der Nähe sein.

Erst einmal aß ich den mitgebrachten Schürzkuchen und trank etwas warmen Tee, dann beobachtete ich noch eine Weile die Seeufer, sah aber schließlich ein, dass es wirklich noch zu früh war. Also kletterte ich wieder vom Beobachtungsstand herunter und wanderte weiter in den Nationalpark hinein.

Es war einfach nur herrlich, die schöne Natur, die alten Bäume und außer mir kein Mensch, der mir begegnete. 🙂

In einem Waldstück, das ich durchquerte entdeckte ich insgesamt 4 Buntspechte und einen Mittelspecht, die ich eine ganze Zeit lang bei ihrer Tätigkeit beobachtete. Schließlich riss ich mich aber doch los und lief weiter.

Zum Glück, denn plötzlich entdeckte ich jede Menge Kraniche, Graugänse und Saatgänse, die gemeinsam in der Landschaft rasteten. Vorsichtig und leise näherte ich mich immer mehr. Fand schließlich einen geeigneten Aussichtspunkt und dann beobachtet ich nur noch.

Der Tag neigte sich langsam, und die ganze Szenerie wurde zunehmend in ein wunderschönes weiches goldenes Licht getaucht. Die Vögel waren völlig ungestört und spazierten langsam herum.

Ab und an ließen die Kraniche ihre Rufe hören und immer mehr Kraniche kamen eingeschwebt.

Es hatte wirklich etwas Paradiesisches. Es kam mir vor, als hätte ich plötzlich eine Art mecklenburgische Serengeti vor mir. Ich hätte die Szenerie gerne noch viel länger beobachtet, aber ich wusste, dass der Rückweg noch lang sein würde und wollte ungern im Dunkeln noch im Wald sein. Also schlich ich mich, so leise wie ich gekommen war, wieder davon.

Auf dem Rückweg flogen dann noch in drei »Geschwadern« Singschwäne direkt über mich hinweg, insgesamt 27 Exemplare. Sehr schön!

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Am Samstag nach dem Mittagessen zog es mich schon wieder hinaus. Diesmal wollte ich in den Wald rings um Burg Schlitz. Ich hatte nämlich gelesen, dass diese Wald als »spechtreich« gilt.

Mein Yoda und die weltbeste WG-Genossin wollten diesmal auch mit, und so fuhren wir das kurze Stück bis zu Burg Schlitz und wanderten von dort aus los. Diesen Herbst/Winter haben die Besitzer offenbar im Wald viel gearbeitet bzw. arbeiten lassen, und so waren die Wege ziemlich aufgewühlt und verschlammt, was das Vorwärtskommen etwas erschwerte, aber wir ließen es uns nicht verdrießen.

Leider, sah ich tatsächlich nur einen einzigen Specht, aber juchhu, es war tatsächlich ein Grauspecht! Die sieht man hier meines Wissens nicht gerade häufig. Anfängerglück, würde ich sagen. Der erste Grauspecht meines Lebens, den ich bewußt in freier Natur gesehen habe.

Mein Yoda sah noch einen Buntspecht, den ich aber partout nicht entdecken konnte. Außerdem sahen wir mehrere Kleiber, zwei Vögel, die wir leider (noch) nicht identifizieren konnten, Feldlerchen, Blau- und Kohlmeisen, zwei Rabenkrähen und ein einsamer Stockentenerpel.

Kraniche hörten wir, sahen sie aber nicht.

Und dann zu unser allergrößten Überraschung plötzlich eine Sensationsentdeckung!

Skulptur Pinguine
(fotografiert von der weltbesten WG-Genossin)

Pinguine mit Nachwuchs! Wir haben sehr gelacht!

Beifang: 8 Rehe und 1 Haselmaus.

5 Gedanken zu „Was schön war diese Woche

  1. Die süßen Frackträger sind uns Ende Januar mitten in der Chemnitz Altstadt auch begegnet, auch wir haben uns gefreut und gelacht.
    Ihre Vogelbeobachtungsspaziergänge erleben hoffentlich viele Fortsetzungen und wir dürfen weiterhin teilhaben.

    1. Liebe Frau-Irgendwas-ist-immer,

      ich bin sicher, dass ich ncoht so einiges über Vogelbeobachtungsspaziergänge berichten werde. Und ich freue mich, dass Sie offenbar Gefallen daran finden und mitlesen. Vielen Dank dafür!

  2. Wie schön, die Abendstunden so bei den Kranichen verbringen zu können. Ich glaube, das hätte mich auch sehr glücklich gemacht.

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