Gartenfreude ·Privates ·Tagesnotizen 2015

Tagesnotizen

Obstgalerie - © Liisa

Als ich vergangene Woche auf der Buchmesse herumwanderte, fiel mir ein Stand auf, der wunderschöne Büchlein ausstellt. Schon die Cover die Büchlein zogen mich fast magisch an. Sie zeigten nämlich herrliche alte Illustrationen verschiedener Obstsorten. Es war der Stand des Vacat Verlags. Der veröffentlicht u.a. die Reihe „Potsdamer Pomologische Geschichten„; herausgegeben von Marina Heilmeyer.

Ich glaube, ich habe fast jedes Büchlein dieser Reihe in der Hand gehabt und hineingeblättert. Ich war hin und weg. Am liebsten hätte ich mir die komplette Reihe sofort zugelegt. Man erfährt sehr viel über die jeweiligen Früchte, deren Geschichte und dazu gibt es diverse Rezepte. Alles sehr liebevoll bebildert und illustriert. Ich konnte mich kaum von den schönen Büchlein trennen. Zum Glück gab es am Stand auch einige Postkarten mit den herrlichen Illustrationen. Ich habe mir einige davon mitgenommen und jetzt zuhause meine eigene kleine Galerie damit gebastelt. Die Büchlein sind allesamt auf meine Wunschliste gewandert.

*

Durch die Bücher wurde ich auch wieder daran erinnert, dass ich schon in den vergangenen Jahren mit der Idee schwanger ging, auf unserem Balkon ein bisschen zu gärtnern. Blumen haben wir ja eh immer auf dem Balkon. Ich würde gerne auch ein bisschen Obst, Gemüse und Kräuter dort wachsen lassen.

In der Vergangenheit hab ich hier ja schon darauf hingewiesen, dass meine bisherigen Erfahrungen in Sachen Pflanzen und Garten eher darauf hinweisen, dass ich nicht mit einem grünen Daumen gesegnet bin. Meine Gartenerfahrungen sind höchst rudimentär, was daran liegt, dass wir – als ich ein Kind war – nur etwa ein Jahr überhaupt einen eigenen Garten hatten, und somit auch meine Eltern wenig Gartenerfahrung hatten, in dem einen Jahr auch nicht sammeln, geschweige denn an uns Kinder weitergeben konnten.

Erst seit ich hier in Mecklenburg lebe, beginnt sich das langsam zu ändern. Zwei der WG-Mitbewohner sind nämlich recht erfahrene Gärtner, und nachdem ich meine Garten-Fremdelphase hinter mir hatte, habe ich inzwischen das ein oder andere durch Beobachtung, Fragen und aktive Arbeit dazu lernen dürfen. Verglichen mit echten Gärtnern ist das natürlich immer noch eher lächerlich. Es reizt mich aber zunehmend doch, mich der Materie noch mehr anzunähern. Daher die Idee, ein bisschen Gärtnern auf dem Balkon!

Bis jetzt bin ich noch dabei, mich erstmal mehr zu informieren und zum Thema zu recherchieren, aber eigentlich würde ich gerne noch dieses Jahr wenigstens im kleinen Rahmen anfangen, die Idee zu realisieren. Das ist aber für so einen blutigen Neuling wie mich schon der helle Wahnsinn. Es gibt Unmengen an Literatur, Webseiten, Magazinen, Ratschläge, Tipps, Obst- und Gemüsesorten, etc. etc. Kaum habe ich auf eine Frage eine Antwort, tauchen zehn neue Fragen auf.

Alles sehr spannend, aber irgendwie auch etwas beängstigend. Also mich schüchtert es eher etwas ein. „Vermutlich ist es doch alles zu kompliziert, und Du lässt besser die Finger davon!“, flüstert es in mir. „Bei Dir geht wahrscheinlich eh alles gleich wieder ein! Außerdem kostet so ein Gärtchen, selbst wenn nur auf dem Balkon, wieder zusätzliche Zeit, mal ganz abgesehen von dem Geld! Du hast doch genug anderes um die Ohren! Nee, lass das mal lieber!“

ARGH!! Ich halte also dagegen! „So schlimm ist das schon nicht. Ich kann ja klein starten! Wenn nur ein winziges Tomätchen oder „Erdbeerchen“ reifen sollte, ist das schon ein Erfolg!! Was heißt hier Erfolg? Es geht nicht um Erfolg. Es geht um den Spaß, die Arbeit, die Freude (zumindest die Pflanzen und Blättchen werden von alleine wachsen!). Außerdem hängt nicht die Ernährung der kompletten WG, geschweige denn der Welt davon ab. Ich kann also vollkommen entspannt einfach loslegen und mich überraschen lassen. Erfahrungen werde ich auf jeden Fall sammeln. Und – ganz wichtig! – bevor ich es nicht ausprobiert habe, wird a) die Idee keine Ruhe geben und weiter in meinem Hinterkopf herumgeistern und b) werde ich nicht mit Sicherheit wissen, ob es nicht doch funktioniert, und ich vielleicht doch wenigstens ein bisschen Talent zum Gärtnern habe.“

Heute habe ich dann einen Züchter und Verkäufer für Obst- und Gemüseraritäten entdeckt, der sogar hier in Mecklenburg ansässig ist. Herrliche Pflanzen und Samen gibt es da zu entdecken. Ich möchte am liebsten gleich einkaufen, aber hey, nicht so schnell mit den jungen Pferden!! Was brauchen die Sorten überhaupt an Sonne, Schatten, Böden, Pflege, sind sie einjährig, zweijährige, ewiglebend und fruchttragend? Wie groß werden die Pflanzen überhaupt? Was, die Maulbeeren werden 3 Meter hoch? Okay, dann wohl eher nicht für den Balkon geeignet. So geht es in einem fort.

Natürlich braucht man zum Gärtnern auch Werkzeuge, Blumenkübel, Schnick und Schnack und da stößt man im großen weiten Internet selbstverständlich ebenfalls auf massenweise schöner Dinge, die man als Junggärtnerin uuuuunbedingt braucht *räusper* …

Zwischendrin komme ich mir dann vor, wie so ein prall gefüllter Luftballon, der eigentlich jeden Moment losfliegen will, und dann sticht jemand mit der Nadel hinein und pffrrrttt …

Das wird also in den nächsten Tagen und Wochen noch spannend hier. Ich bin gespannt, was aus der Idee wird, und ob ich später im Jahr hier „Mini-Balkon-Gärtchen“-Berichte abliefern werde oder doch noch ein Jahr warte … oder zwei … oder …

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Endlich habe ich jetzt den FilmShirley – Visions of Reality“ von Gustav Deutsch gesehen. Die Story selbst, die Geschichte einer Frau (Shirley) im Amerika der 30er, 40er, 50er und frühen 60er Jahre, hat mich jetzt nicht sonderlich begeistert. Viel interessanter fand ich wie der Film selbst gemacht ist, nämlich indem dreizehn Gemälde des amerikanischen Malers Edward Hopper quasi zum Leben erweckt werden. Wie die Idee im Film umgesetzt wurde, ist schlicht grandios.

4 Gedanken zu „Tagesnotizen

  1. Warum denn auf dem Balkon gärtnern. Im Garten ist es doch kostengünstiger (keine Kübel und sonstiges drumherum) und man hat den Dreck nicht vor der Tür.

  2. Ein bisschen Gärtnern auf dem Balkon hat so ein kleines bisschen mit Kunst zu tun. Da will man ja keine Kartoffeln oder Bohnen anpflanzen, sondern meist sind es Kräuter in besonderen Töpfen oder/und ein, zwei Erdbeerpflanzen.
    Einen Maulbeerbaum müßte man allerdings in den Garten pflanzen! 😉
    Ich hatte vor Jahren mal Tomatenpflanzen auf dem Balkon. Das war eine sehr leckere Sorte. Und außerdem sollen sie angeblich Mücken fern halten! 🙂
    Bin gespannt, ob Du etwas von Deinen Träumen umsetzen kannst und was Dir dabei gelingt.

  3. @ Bernie – Wenn es ein Plätzchen oder Eckchen im Garten gibt, das sich eignet und das noch nicht bepflanzt ist, etc. 😉

  4. @ Birkenpolle – Das finde ich ja einen interessanten Ansatz – Balkongärtnern als „Kunst“ verstehen. 🙂

    Tomaten, die Mücken fernhalten? Großartig. Werde eine Tomatenplantage auf dem Balkon anlegen! 😉

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