Privates ·Tagesnotizen 2015

Tagesnotizen

Ih ih ih ih ih watiwatiwati!
Diwati quoi quoi quoi quoi quoi qui
Ita lülülülülülülülülülü watiwatiwatih!
Ihih titagirarrrrrrr itz
Lü lü lü lü lü lü lü watitititit;
Twoi woiwoiwoiwoiwoiwoi ih,
Lülülülülülülü dahidowitz,
Twor twor twor twor twor twor tih!
Dadada jetjetjetjetjetjetjetjetjet,
Tü tü tü tü tü tü tü qui zatnzatnzatnzi;
Iht iht iht iht iht iht zirhading,
I i i i i i i i i a zatn zi,
Rihp rihp rihp rihp rihp rihp rihp rihp rihp ih!
Zezezezezezezezezäzäzäzäzäzäzäzazazazazazazazi,
Ji jih güh güh güh güh güh dadahidowitz.

Rotkehlchengesang nach Johann-Friedrich Naumann

*

In der letzten Zeit habe ich viel darüber nachgedacht, was es bedeutet, sein Bestes zu geben. Macht das überhaupt Sinn? Was ist mein Bestes? Was, wenn ich gar nicht bereit bin, mein Bestes zu geben? Was bedeutet es, wenn andere von mir erwarten, dass ich mein Bestes gebe? Was, wenn ihnen mein Bestes nicht ausreicht? Was motiviert mich, mein Bestes zu geben? Wie kann ich andere motivieren, ihr Bestes zu geben? Heute teile ich mal mit Euch, was ich bisher dazu herausgefunden habe.

Du kannst nie wirklich wissen, was passieren oder wie etwas enden wird. Wenn Du auf Gewissheiten in dieser Hinsicht wartest, wirst Du nicht voran kommen. Egal worum es geht, es liegt nicht in Deiner Macht zu kontrollieren, was passieren wird, welche Ergebnisse Du erzielen wirst, ob Dein Plan tatsächlich aufgehen wird, ob Du Deine gesetzten Ziele erreichen wirst, ob eine Beziehung sich gut entwickeln wird oder nicht. Alles, was in Deiner Macht liegt, ist dass Du Dein Bestes gibst. Darauf hast Du Einfluß.

Kein anderer Mensch, keine Umstände haben darauf Einfluß. Nur Du. Gibst Du nicht Dein Bestes, egal ob es um große und wichtige oder um kleine und (scheinbar) unwichtige Dinge geht, schenkst Du das einzige her, über das Du wirklich Kontrolle hast.

Es geht nicht darum „perfekt“ zu sein. Niemand von uns ist perfekt. Wir sind Menschen und Menschen machen Fehler. Das gehört dazu. Das ist nicht schlimm. Schlimm wird es erst, wenn wir aufhören unser Bestes zu geben. Denn dann wiederholen wir unsere Fehler, statt daraus zu lernen und es deswegen beim nächsten Mal besser zu machen. Nicht perfekt, sondern besser.

Ob Du Dein Bestes gibst, also das was Dir in dem Moment unter den gegebenen Umständen möglich ist, ist ganz allein Deine Entscheidung. Niemand kann Dich zwingen nicht Dein Bestes zu geben, genausowenig, wie Dich jemand zwingen kann Dein Bestes zu geben. Du entscheidest.

Was könnten also Gründe dafür sein, dass Du nicht bereit bist, Dein Bestes zu geben? Dass Dir jemand oder etwas nicht wichtig genug ist. Dass Du gleichgültig und/oder zu bequem bist. Dass Du die Freude, die es Dir selbst bringt, wenn Du Dein Bestes gibst, gar nicht kennst. Dass Dir nicht klar ist, wie sehr es Dein Leben bereichern und verändern kann, wenn Du ernsthaft versuchst immer Dein Bestes zu geben, egal wie die Umstände sind, egal was andere von Dir erwarten oder nicht erwarten.

Nochmal, es geht überhaupt nicht um Perfektionismus. Es geht darum, jederzeit alles zu investieren und zu geben, was Dir in dem Moment möglich ist. Es geht darum, etwas auch dann gründlich zu tun, wenn niemand da ist, der es sieht oder kontrolliert. Es geht darum achtsam und aufmerksam durch den Tag zu gehen. Im jeweiligen Moment ganz konzentriert da zu sein, nicht mit dem Kopf in der Vergangenheit oder Zukunft herumzuspazieren. Hier, jetzt, in diesem Augenblick bist Du mit dem Dir möglichen Besten gefragt.

Wenn Du Dein Dir mögliches Bestes gibst, gibt es auch keine Überforderung. Dann hast Du Dir nichts vorzuwerfen. Wenn andere Dir etwas vorwerfen, kannst Du ruhig und gelassen bleiben, weil Du weißt, Du hast Dein Bestes gegeben und das ist genug. Wenn Dein Bestes jemand anderem andauernd oder häufig nicht reicht, dann seid ihr nicht füreinander gedacht. Dann seid ihr kein gutes Team, keine guten Partner, keine guten Freunde. Das klingt krass? Ja, ist aber wahr.

Unter Umständen musst Du sogar erst einmal herausfinden, was Dein mögliches Bestes jeweils ist. Mit der Zeit wirst Du ein Gespür dafür entwickeln. Aber am Anfang bedeutet es erstmal etwas Arbeit, hinzuschauen, hinzufühlen und hinzuhören, um herauszufinden, was Dein Bestes tatsächlich ist. Es kann sogar sein, dass Du feststellen wirst, das Dein Dir mögliches Bestes in einer bestimmten Situation mehr ist, als Du zunächst gedacht oder vermutet hast. Genauso kann es sein, dass Du feststellst, dass da, wo Du Dich besonders „anstrengst“ zwar viel Krampf, Kampf und Stress ist, aber es nicht Dein Bestes ist. Es ist etwas anderes. Vielleicht der Versuch es anderen recht zu machen, die (rücksichtslosen?) Erwartungen anderer zu erfüllen. Dein Dir mögliches Bestes zu geben, kann zwar auch mal anstrengend sein aber es ist eine positive Art von Anstrengung. Nicht die Art von Anstrengung, die Dich dauerhaft schwächt, erschöpft, entmutigt, traurig und müde macht.

Zum „Dein Bestes geben“ gehört auch eine große Portion Ehrlichkeit. Ehrlichkeit Dir selbst gegenüber. Wenn Du Dir selbst (aus welchen Gründen auch immer) in die Tasche lügst, wirst Du am Ende nicht Dein Bestes geben. Versuche mal, Dich nur einen Tag lang bei allem, was Du tust, zu fragen: „Gebe ich jetzt gerade wirklich mein mir mögliches Bestes?“ Das ist ein interessanter Test, der überraschende Ergebnisse zutage fördern kann. Ein Test, der Gedankenprozesse in Gang setzen kann, die Dein Leben sehr auf den Kopf stellen könnten.

Dein Dir mögliches Bestes zu geben ist einerseits sehr leicht und andererseits gerade am Anfang gar nicht so einfach. Das ist eine Haltung, eine Art zu leben, die eingeübt werden will, aber es lohnt sich wirklich. Es hilft dazu, sich selbst besser kennen und einschätzen zu lernen. Es hilft dazu, Dir darüber klar zu werden, was Du wirklich willst, wohin Du willst. Wofür Du bereit bist Dein mögliches Bestes zu geben. Die Dinge, für die Du nicht bereit bist, Dein mögliches Bestes zu geben, solltest Du gründlich überdenken. Wenn Du einen Job hast, in dem Du nicht Dein mögliches Bestes gibst, solltest Du ernsthaft erwägen, Dir einen neuen Job zu suchen. In Deinen Beziehungen zu anderen Menschen, in denen Du nicht bereit bist, Dein Dir mögliches Bestes zu geben, solltest Du überlegen, woran das liegt und was passieren müsste, damit Du bereit bist, Dein Dir mögliches Bestes zu geben. Wenn es Dir aussichtslos erscheint, dass das geschieht, überlege Dir, ob Du diese Beziehung wirklich weiter fortsetzen willst. Ich sage nicht, gib sie sofort auf. Ich sage nur, so eine Beziehung ist langfristig nicht gesund und nicht gut für Dich und übrigens auch nicht für Dein Gegenüber. Und manchmal muss man nur den Blickwinkel etwas verändern oder einige Dinge ändern, um eine Beziehung wieder zu einem positiven Teil des Lebens zu machen. Die Frage, bin ich bereit in einer Beziehung mein mir mögliches Bestes zu geben, ehrlich beantwortet, kann einem einen guten Hinweis darauf geben, wie es um eine Beziehung steht, egal ob es nun der eigene Partner, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Kollegen, etc. etc. sind.

Ich habe die Formulierung „Dein DIR MÖGLICHES Bestes“ für diese Gedanken verwendet, um deutlich zu machen, dass es nicht um ein fixiertes Bestes geht. Es geht nicht um eine fixe Vorgabe, wie Dein „Bestes“ auszusehen hat. Leg Dir also nicht selbst eine Art „Messlatte“ hin und verlange nicht von Dir diese Messlatte dauernd zu erreichen bzw. wohlmöglich noch zu überspringen. Das wird nur in Erschöpfung und Enttäuschung enden. Das ist kein Wettbewerb à la höher, schneller, weiter.

Es geht darum, dass Du Dir bewusst bist, was Du jetzt gerade tust, und dass Du es so gut wie Du nur kannst tust. Es bedeutet, dass Du in einer Begegnung mit jemand anderem, wirklich ganz da, ganz anwesend bist und Dein Bestes gibst, egal was das in dem Moment gerade bedeuten mag.

Es bedeutet auch das Ende der Selbstvorwürfe. Wenn Du ehrlich zu Dir selbst sagen kannst, ich habe wirklich mein mir mögliches Bestes in einer bestimmten Situation oder in der Begegnung mit jemand anderem gegeben, dann hast Du Dir nichts vorzuwerfen. Mehr als sein Bestes geben kann niemand! Du hast dann auch eine ganz andere Stellung, wenn andere Dir Vorwürfe machen, weil Du weisst, dass Du Dein Bestes gegeben hast.

Zum Schluß noch ein ganz wichtiger oft übersehender Punkt: Freunde Dich an mit Deinem eigenen Dir möglichen Besten. Sieh es nicht als Deinen Feind oder ein Hindernis an, den bzw. das Du ständig überwinden musst. Damit würdest Du Dich auf längere Sicht hin überfordern. Natürlich kannst Du dazu lernen, Deine Fähigkeiten erweitern, Deine Kondition verbessern, etc. und das wird dann Auswirkungen darauf haben, was Dein mögliches Bestes ist. Du erinnerst Dich, Dein Bestes ist keine fixe Größe! Es kann sein, dass Dein Dir mögliches Bestes heute anders aussieht als gestern und morgen wieder anders. Freunde Dich an mit Deinem eigenen Dir möglichen Besten und tue es nicht einfach selbst als nicht bedeutsam oder nicht ausreichend ab. Lerne es zu schätzen und zu würdigen, egal was andere dazu sagen oder meinen. Wenn Du das lernst und kannst, bist Du viel unabhängiger von den Urteilen anderer und garantiert auch zufriedener mit Dir selbst und Deinem Leben.

*

Für diese Woche sind das die letzte Tagesnotizen. In der kommenden Woche geht es dann weiter mit den Tagesnotizen.

6 Gedanken zu „Tagesnotizen

  1. Das Beste geben- das tat mit Sicherheit jemand, auf dessen Grabstein oder in der Todesanzeige steht:
    Ihr/Sein Leben war Arbeit und Sorge um die Seinen.

    Mein Mundwinkel verzieht sich leicht- und mein inneres Freiheitselfchen denkt: Was bist doch du dagegen für eine egoistische Lebenslusttuss!
    🙂

  2. Liebe Liisa, nachträglich alles Liebe und Gute und willkommen im Club! 🙂
    (Ich hoffe jetzt mal sehr, dass ich mich nicht im Datum geirrt habe….)

  3. @ Sonja – Nee, so verstehe ich „das Beste geben“ eben eher nicht. Ach, ich weiß auch nicht, wie ich es verständlicher formulieren könnte. Es geht gerade nicht um schnöde Pflichterfüllung, Plackerei, etc.

  4. @ Bianka – wenn man erstmal anfängt, darüber nachzudenken, merkt man erst, was für ein „Fass“ das ist. 🙂

  5. @ pepa – Ganz lieben Dank für die guten Wünsche! 🙂
    Es war der 5.3.

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