Privates ·Tagesnotizen 2015

Tagesnotizen

Feisnecksee - © Liisa

Heute morgen hantierte ich so vor mich hin und hörte nebenher einen Podcast. Plötzlich fiel der Name, Johann-Friedrich Naumann. Ich horchte auf. Dieser Zeitgenosse war mir nämlich gerade erst im schon mehrfach erwähnten Vogelbuch untergekommen, wo er (bisher zumindest) zweimal in kurzen Abschnitten erwähnt wurde. Diese Abschnitte hatten mich sehr neugierig auf diesen Johann-Friedrich Naumann gemacht. Nun erfuhr ich, dass er heute vor 235 Jahren, also 1780, in Ziebigk bei Köthen in Sachsen-Anhalt geboren wurde. Und noch allerhand mehr aus seinem Leben.

Johann-Friedrich Naumann war ein passionierter Ornithologe. Zusammen mit seinem Bruder, Carl Andreas Naumann, einem herausragenden Jäger und legendären Vogelbeobachter, der ihn bei seinen Forschungen unterstützte, legte er eine der größten Vogelsammlungen an, die seit 1835 im Köthener Schloß besichtigt werden kann. 1280 Vögel sind in dieser Sammlung zu finden. Sein Hauptwerk ist allerdings die „Naturgeschichte der Vögel Deutschlands. Nach eigenen Erfahrungen entworfen“ in 12 Bänden, die in den Jahren 1822-1866 veröffentlicht wurden, und heute als das Grundlagenwerk der modernen Ornithologie gilt. Dort hat er all die Vögel nicht nur auf’s Wunderbarste beschrieben, sondern sie auch selbst in großer Detailgenauigkeit gezeichnet. Er war also nicht nur ein großer Wissenschaftler und Forscher, sondern auch ein Künstler. Heutzutage ist sein Name tragischerweise selbst unter Ornithologen fast vergessen. Dabei war er sogar einer der Mitbegründer der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (1850).

Ich würde zu gerne mal seine Sammlung im Köthener Schloß sehen.

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Ich finde es bemerkenswert, wenn sich Menschen so voller Hingabe einem Thema oder sogar nur einer kleinen Nische innerhalb eines größeren Themas widmen. Durch einen Tweet in meiner Twitter-Timeline wurde ich zufällig gestern auch auf die dreibändige Ausgabe „Die Moose Baden-Württembergs“ aufmerksam.

Ich meine, 3 (!) Bände, nur über Moose in Baden-Württemberg! Insgesamt werden sage und schreibe 835 Moosarten aufgelistet und beschrieben. Da wird u.a. erzählt von Haarmützenmoosen, Koboldmoosen, Echten Birnmoosen, Spaltzahn- und Gabelzahnmoosen, Sternmoosen und ach, ist das nicht großartig? In solche Bücher muss man sich doch verlieben, oder? Oder?!

Der Tweet, durch den ich aufmerksam wurde, enthielt allerdings eine eher traurige Nachricht:

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Von den Sternmoosen komme ich elegant zur Astronomie. Der Nachbar hat heute das ganz große Geschütz aufgefahren und auf dem Balkon montiert und in Stellung gebracht. Was es wohl in dieser Nacht Besonderes am Sternenhimmel zu sehen gibt? Weiß das zufällig jemand von Euch? Eine besondere Konstellation vielleicht? Ein Planet, der zu sehen sein wird, oder ein Komet? Sternschnuppenregen? Ich fürchte allerdings, der Nachbar wird sich warm anziehen müssen. Nachts wird es gerade knackig kalt hier bei uns.

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Als ich kürzlich mein Leid klagte, über die Schwierigkeiten hier an gescheite Wolle zu kommen, wenn man nicht online bestellen will, bekam ich von einer lieben Leserin aus der Nachbarschaft den Hinweis, dass es inzwischen in Waren (Müritz) ein Wollgeschäft gibt. So nutzte ich heute die Gelegenheit und fuhr hinüber nach Waren.

Der Laden, der den netten Namen „Wollfaden“ trägt, liegt sehr schön zentral und ist problemlos zu erreichen. Und tatsächlich entpuppte sich der Laden als eine wunderbare Quelle für hochwertige und sehr schöne unterschiedliche Wolle, für Stoffe, und was man sonst noch so für Handarbeiten brauchen kann. Ich war hell entzückt! Leider war die Besitzerin selbst heute nicht anwesend. Sie hat sich mal einen freien Tag gegönnt. Aber die Aushilfe im Laden war auch sehr hilfsbereit und freundlich.

Auf jeden Fall ist das nun wirklich ein Lichtblick für mich, denn nach Waren komme ich natürlich viel schneller mal, als nach Rostock. Ich werde sicher bald nochmal hinfahren und einen ersten Einkauf tätigen. Klasse auch, dass die Besitzerin des Ladens nicht nur Wolle & Co. verkauft, sondern auch viele Kurse anbietet und ihren Laden als eine Art Treffpunkt für Interessierte aus der Region führt.Tolle Sache das!!

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Ansonsten war das heute ein strahlender Wintertag, über den ich mich nach einer Anzahl sehr grauer Tage richtig gefreut habe. Da ich ja sowieso schon in Waren war, habe ich gleich noch eine Ecke des Städtchens beguckt, in der ich bisher noch nie war, die mir aber aufgrund verschiedener mir zugetragener Informationen sehr vielversprechend erschien. Der erste, allerdings kurze, Erkundungsgang heute, scheint die Vermutung zu bestätigen. Ich plane, mich dort im Frühjahr / Sommer etwas öfter herumzutreiben und richtig auf Entdeckungstour zu gehen.

Im Anschluß fuhr ich gleich weiter nach Malchin, und genoß die Überlandfahrt sehr, zumal die Gegend durch die ich fuhr einen ganz eigenen anderen Charakter trägt, als rundherum. Auch diese Ecke möchte ich gerne mal noch genauer erkunden.

In Malchin angekommen, machte ich im dortigen Krankenhaus wieder einen Krankenbesuch. Mir taten die Patienten heute doppelt leid. Endlich so schönes Wetter, und sie müssen in ihren Betten liegen und können nicht heraus. Im Krankenhaus liegen ist ja nie ein großes Vergnügen (naja, es sei denn vielleicht wenn man gerade entbunden hat, und im Hormonüberschwang und völlig bezaubert von dem neuen Menschlein ist), aber an solchen Tagen wie heute gleich dreimal nicht.

Auf der Rückfahrt nach Hause hätte ich am liebsten noch mehrmals angehalten, weil die Landschaft in so herrlichem Licht lag. Die Sonne begann langsam zu sinken und ganz leichter Dunst lag schon über den Wäldern, Feldern, den Äckern und Alleen. Ich bin immer wieder neu bezaubert davon und so dankbar, dass ich in einer so schönen Umgebung wohnen darf.

4 Gedanken zu „Tagesnotizen

  1. Beim nächsten Wollkauf bestehe ich auf einen Kaffee/Tee in der Nähe, denn da gilt es auch leckere Entdeckungen zu machen!
    *Einladungsgutschein* einzulösen bei:
    Gabriela

  2. @ Gabriela – Ich schau mal, ob es sich einrichten lässt. Und falls nicht, komm ich einfach so mal bei Dir vorbei!

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