Privates ·Tagesnotizen 2015

Tagesnotizen

Ich lese mit großem Vergnügen „Vögel – Von eleganten Elstern, graziösen Gänsen und zaghaften Zeisigen“ von Malcolm Tait und Olive Tayler. Wunderbar geeignet, immer mal wieder einen zwischendrin ein bisschen darin zu blättern und zu lesen. Und natürlich überaus lehrreich, wenn man sich für Vögel interessiert.

Ich lernte z.B. dass das Winterhähnchen sich der Kälte überaus gut anzupassen versteht. Während einer 18 Stunden-Periode mit Minustemperaturen von mehr als 25°C überlebten Winterhähnchen, indem sie Fettreserven aufzehrten, die zwanzig Prozent ihres Körpergewichts, das maximal 8 Gramm (!) beträgt, ausmachten.
Ich dachte, dass es bei vielen Menschen ja genau umgekehrt ist. Wir hocken im Winter warm eingemummelt drinnen und futtern fettreich und schokoladenlastig vor uns hin. Resultat: Wir legen ordentlich Kilos zu, und geraten spätestens bei Anbruch des Frühlings deswegen in die Krise.

Ich lernte, dass die Kohlmeise über mindestens 80 verschiedene Rufe verfügt. Wissenschaftler haben nachgewiesen, das Kohlmeisen die in der Stadt leben, um zu kommunizieren, wegen des Verkehrslärms und anderer Stadtgeräusche, deutlich lautstärker sind als ihre ländlichen Artgenossen. Andere Vögel, die nicht über die Lernfähigkeit der Kohlmeisen verfügen, waren nicht in der Lage, diese Fähigkeit zu entwickeln.
Ich dachte, da sitzt dann also z.B. ein Vogel und piepst verzweifelt gegen den Krach der Stadt an. Leider nicht laut genug, so dass ihn ein anderer Vogel seiner Art nicht hört. Beide sind vielleicht gar nicht so weit von einander entfernt. Aber weil sie sich nicht mehr hören können, denken sie, sie sind allein und vereinsamen in der Stadt. In dem Zusammenhang ist es vielleicht auch gar nicht mehr so verwunderlich, dass viele einheimische Vogelarten zahlenmäßig so abnehmen. Bei der um sich greifenden Verstädterung hören sie einander nicht mehr und finden sich nicht mehr ausreichend zu Paaren zusammen, die Nachwuchs haben könnten.

Ich lerne, dass der wissenschaftliche Name „Alle alle“ den Krabbentaucher bezeichnet.

Sehr entzückt bin ich auch über die Idee, die Seitenzahlen im Buch zu nutzen um die Leser mit weiteren Informationen zu Vögeln zu versorgen. So weiß ich jetzt, dass das Höchstgewicht einer Sumpfmeise 13 g beträgt, dass ein Vogel 15 Minuten braucht, um Beeren zu verdauen und wieder auszuscheiden, wie alt eine Kornweihe höchstens wird, nämlich (S.) 16 oder dass eine Gans über 19 Wirbel verfügt.

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Dazu passend hat Smilla tapfer gefroren und geduldig die Vögel in ihrem Garten fotografiert.

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Und dann stolperte ich noch über die großartigen Eulenportraits von Brad Wilson

2 Gedanken zu „Tagesnotizen

  1. das buch hab ich auch grad gekauft (keine ahnung mehr, wo ich davon gelesen hatte). so ein schönes buch!

    und so wunderbare eulen-photos. danke für den link.

  2. @bildstoerung – Du kannst Dich auf die Lektüre wirklich freuen! So ansprechend aufbereitet, interessant und schön, das Büchlein! Ich hatte es auf meiner Wunschliste und bekam es zu Weihnachten geschenkt.

    Ja, nicht wahr? Die Eulen-Portraits sind der Hammer!!

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