Weihnachten

Ein Weihnachtsgruß

An Weihnachten

An Weihnachten,
da wird man still und denkt noch einmal über’s Jahr.
Und wenn es eins wie dieses war, dann fällt es schwer
an Weihnachtsfried und Weihnachtsfreude nur zu denken.
Es scheint die Welt, sie wird von Jahr zu Jahr verrückter,
es herrschen Neid und Mißgunst, Vorurteil und wilder Wahn.

An Weihnachten,
da wurde er geboren,
der trägt den Namen Friedefürst
doch in der Welt da fallen Bomben,
es herrscht ein großes Schlachten
und Blut, das fließt in einem breiten roten Strom
und tränkt die durst’ge Erde
der Himmel ist verfinstert
und auch so viele Seelen.

An Weihnachten,
da will ich mich vergraben und weinen bitterlich,
weil mir so gar nicht weihnachtlich.
Ich mag das Elend nicht verdrängen,
ich mag nicht singen, lachen und so tun,
als wäre alles wunderbar
und anderswo,
da fürchten Menschen um ihr Leben.

An Weihnachten,
da hab ich schon so oft gesungen,
der Friedefürst, er soll in meinem Herzen wohnen,
die Kerzenlichter flackern nur und glimmen
und meine Seele stöhnt, ist fast erdrückt
von all dem Hass und Leiden, das um uns wogt,
ich frage still, wo ist er nur
der Friedefürst,
den wir doch gerade jetzt so bräuchten.

An Weihnachten,
da wird mir plötzlich klar:
der Friedefürst ist trotzdem da,
er wohnt ja längst in meinem Herzen.
Ich öffne froh mein Herz und breit die Arme aus,
Willkommen! dem, der Heimat sucht,
Willkommen! dem, der Frieden liebt,
Willkommen! kommt herein,
hier ist genug zum Leben!

An Weihnachten,
der Hass und Krieg, sie drohn und toben;
ich halte unerschütterlich dagegen
mit meinem kleinen Licht,
und viele andere tun das auch,
es ist noch Hoffnung da,
der Friedefürst ist ja geboren
für Dich und Dich und Dich und mich.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und schöne, besinnliche Feiertage. Macht Eure Herzen und Türen weit, lasst Euer Licht leuchten zu denen, denen es weniger gut geht, sei es in unmittelbarer Nähe oder auch größerer Ferne. Schließt Frieden, wo es Euch möglich ist, helft Frieden zu wahren, wo immer möglich. Besinnt Euch auf die wahre Botschaft von Weihnachten und auf die wahre Weihnachtsfreude, die jenseits aller Geschenkpakete unterm Tannenbaum liegt.

Kommt gut in das neue Jahr 2015, das Euch Gutes bringen soll und in dem Ihr Gutes für andere Menschen bewirken könnt!

Danke Euch allen auch für ein weiteres Jahr hier mit mir und diesem Blog. Es war mir eine Freude mit Euch zu teilen, was mich bewegt hat. Danke für alles Lesen, Begleiten und Kommentieren.

13 Gedanken zu „Ein Weihnachtsgruß

  1. Puh, ja, in diesem Jahr scheint es besonders schwer zu werden mit der Weihnachtsfreude und de Weihnachtsbotschaft. Ich höre gerade das Weihnachtsoratorium, aber es will wie Hohn in meinen Ohren klingen.

  2. @ Friedrike - Einerseits kann ich das gut verstehen und nachvollziehen. Ich ringe ja auch damit. Andererseits sind in der Weihnachtsbotschaft (und auch im Oratorium) Aussagen drin, die trösten und Mut machen, gerade auch in Zeiten wie diesen. Es ist nicht die Weihnachtsbotschaft, die fehlerhaft oder leer wäre, es sind denke ich, eher wir Menschen, die wir oft so unfähig und manchmal auch unwillig sind, sie wirklich zu hören, zu glauben und konsequent danach zu leben. Ich wünsche Dir, dass Dir die Weihnachtsbotschaft nicht wie Hohn in den Ohren klingt, sondern dass Dich der darin steckende Trost und die mutmachenden Zusagen erreichen können.
    Liebe Grüße

  3. Liebe Frau Liisa,
    nun nehme ich mir auch Zeit einen lieben Weihnachtsgruß zu senden.
    Der Text ist sehr berührend und es geht mir ein bisschen wie Friederike, es fiel mir lange schwer, ans Weihnachtsfreudenfest zu glauben…dieses Jahr war so voller schrecklicher Dinge.
    Um so mehr freut es mich, dass meine Gemeinde es geschafft hat, das verwaiste Pfarrhaus in einer Hauruckaktion für eine Flüchtligsfamilie her zu richten, trotz aller Proteste um Heime und Container, die von vielen hier nicht wirklich erwünscht sind.. wenn ich noch einmal das Wort Grundstückswerteverfall hören muss..aber lassen wir das.
    In diesem Sinne, ein Licht, ein kleines, aber helles !
    Ein fröhliches und sehr warmes, helles Weihnachtsfest wünscht die Frau Gräde!

  4. Auch ich schließe mich deinen Worten an, wenigstens im kleinen Umfeld friedlich miteinander umzugehen und damit etwas bewirken, das lass unser Saatkorn sein. Und jedes Licht, das nun leuchtet möge weitere entzünden mit Wärme und Gemeinschaftssinn.

    Danke für das Geschenk, das du mit deinen Worten gemacht hast.

  5. Dieses Blog gibt mir so viel!
    Alle guten Wünsche gehen an Dich zurück! Und weiter so bitte. Im Übrigen schließe ich mich Gabriela gerne an!
    Herzlich-
    Sonja

  6. Liebe Liisa,
    ich wünsche Dir auch von Herzen ein schönes und gesegnetes Weihnachtsfest!
    Hab’ Dank für alles, was Du hier mit Deinen Worten, Deinem Blog gibst.

  7. Ihnen auch noch ein frohes Fest und einen Superstart ins Jahr 2015, auch das werden wir wieder stemmen.
    Ganz herzlich aus Dresden die Trude.
    PS: Bei Ihnen möchte ich mich bedanken, lese hier schon eine lange Zeit mit und habe die Empfehlung des Usedom-Buches auf meinen Wunschzettel geschrieben und auch erhalten! Soviel Weihnachtsfreude für mich, danke für den liebevollen Anstoß dazu.
    So schön bei Ihnen hier.

  8. @ Frau Gräde - Vielen Dank für die lieben Weihnachtswünsche. Freue mich mit über das Flüchtlingsobdach im Pfarrhaus! Ja, viele kleine Lichter ergeben am Ende auch ein helles Licht!

  9. @ Trude - Vielen Dank für die weihnachtlichen Grüße aus Dresden und ich freue mich sehr, dass der Usedom-Tipp so gut angekommen ist!

  10. @ Mo - Danke Mo, das wünsche ich Euch auch und natürlich auch ein gesundes, erfolgreiches und zufriedenstellendes neues Jahr für Euch!

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