Interviews ·Mecklenburg-Vorpommern

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt - die Interview Serie

© Kai Küken

Name …
Kai Küken

Ursprünglich aus ?
…Hannover (Niedersachsen)

Nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen ?
…vor acht Jahren nach Rostock, für die Liebe in die Stadt der Liebe

Kröpeliner Tor in Rostock - © Kai Küken

Heute lebe ich in …
seit März 2014 wieder in Hannover

Meinen Lebensunterhalt verdiene ich ?
…als Kameramann und Cutter. Zur Zeit bin ich bei einer großen Produktionsfirma in Hannover angestellt. Meine Ausbildung habe ich in Rostock absolviert, wodurch ich das Land und seine Menschen gut kennen lernen konnte.

Jemals darüber nachgedacht, in eine größere Stadt zu ziehen oder etwa Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen?
Eigentlich nicht. Ich habe mich in Rostock sehr wohl gefühlt, viele nette Menschen kennen gelernt, meine Liebe geheiratet, bin auf den Hund gekommen und letztes Jahr wurde mein Sohn hier geboren.

Wenn man erstmal weg ist, merkt man schnell, was einem alles fehlt. Ich vermisse nicht nur unsere Freunde, die gute Luft und das Meer vor der Tür. In einer Stadt wie Rostock ist alles etwas gebündelter. In der KTV 1 z.B. kommt viel Kreativität zusammen, am Stadthafen die Partys.
In einer großen Stadt wie Hannover muss man größere Distanzen überwinden, um etwas zu finden, was einem gefällt. Daran muss ich mich erst gewöhnen.

An einem sonnigen Sommertag …
…haben wir in Rostock Kind und Hund eingepackt und sind einfach ein paar Kilometer raus gefahren. Norden - Süden, Links - Rechts, Müritz oder Darß ist eigentlich egal. In Mecklenburg gibt es viele schöne Plätze, die nur darauf warten erkundet zu werden. Für Naturfreunde genau das Richtige.

Mecklenburg-Vorpommern - © Kai Küken

Auf dem Darß - © Kai Küken

An einem verschneiten Wintertag …
… freut sich der Hund über das Toben durch den Schnee. Gerne auch am Strand. Die Ostsee ist nämlich zu jeder Jahreszeit und Wetterlage einen Ausflug wert.

© Kai Küken

© Kai Küken

Gut essen …
Grillen am Strand ist ein klasse Erlebnis. Wenn die Sonne im Meer versinkt, schmeckt die Wurst gleich doppelt so gut.

Wer auf indisches Essen steht, sollte sich das »Arjun« am Brink nicht entgehen lassen. Auch die Wismarsche Straße ist mit »Holy Pizza« und dem »Kumpir Haus« einen Besuch wert.

Natürlich darf man sich bei einem Besuch in Warnemünde auch das typische Fischbrötchen, zum Beispiel von Backfisch Udo, nicht entgehen lassen.

Alter Strom in Warnemünde - © Kai Küken

Westmole Warnemünde - © Kai Küken

Theater, Konzerte, Museen, Festivals …
Wer etwas erleben will, sollte einmal beim Eastcoastrun vom zuparken Festival mitfahren. Das ist eine Gaudi. Mit dem VWBus durch die Rostocker Innenstadt bis nach Kägsdorf und dort dann drei Tage lang Strand, Surfen, Musik und im Bulli schlafen. Sehr erholsam das Ganze.

Genauso wie das Immergut in Neustrelitz. Ein schönes, kleines Festival mit gut ausgesuchten Bands.

Wenn keine Festivals anstehen, lohnt sich ein Besuch im Heimatmuseum in Warnemünde. Hier gibt es Eindrücke vom Leben des Fischerdorfes vor Gosch 2 und den ganzen Touristen.

Wenn ich hier etwas ändern könnte …
Rostock sollte durch die ganzen neuen Bauprojekte nicht zu einer Einheitsmetropole verkommen. Ich würde mir auch sofort die alten Wahrzeichen, wie die Georg Büchner 3 oder den Hansa Filmpalast zurück wünschen.

Für Mecklenburg-Vorpommern würde ich mir mehr Möglichkeiten und Chancen für junge Menschen wünschen. Es ist schade, dass so viele aus beruflichen Gründen das Land und ihre Heimat verlassen müssen.

Die Einheimischen …
…sind alle furchtbar nett, gar nicht so »norddeutsch verschlossen« wie man immer denkt und stellen viel auf die Beine.
Hier in Hannover vermissen wir Aktionen wie »Ponyhof«, »Rock the Ramp«, »Monsterpeng Party« oder »KTVlenzen«.

Zugezogene aus anderen Bundesländern …
…sind erstmal erstaunt wie direkt und ehrlich die Leute sind - für manche ist das ungewöhnlich.
Ich persönlich habe mich damals sehr schnell hier eingelebt und habe in Rostock meine neue Heimat gefunden. Irgendwann kommen wir sicher zurück.

Wenn ich alt werde …
…möchte ich wieder in Mecklenburg-Vorpommern leben.
Vielleicht sitze ich dann mit meiner Liebe auf der Ulmenbank und gucke den jungen Hipstern zu.

Ein Tipp …
Auf jeden Fall sollte man Standuppaddeln auf der Warnow ausprobieren und sich in die Schlange vor der »Eisscholle« einreihen, um das leckerste Eis überhaupt zu futtern.

Standup Paddeln - © Kai Küken

Wer auf Kreatives und Selbstgemachtes steht, kommt an Nähmarie nicht vorbei. Ihr Laden in der Niklotstraße in Rostock ist ein wahres Kleinod an schönen DIY Dingen.

Ein Wunsch für Mecklenburg-Vorpommern …
Ich wünsche mir, dass junge Leute in ihrer Heimat bleiben und mehr Mut aufbringen, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Ich habe das leider erst zu spät begriffen.

Außerdem sollte Rostock nicht durch futuristische Bauvorhaben verschandelt werden. Die Stadt hat so viele, wertvolle historische Ecken, die keinesfalls durch zu moderne Konsumarchitektur verdrängt werden dürfen.

Ein sehr persönlicher Wunsch wäre, dass Paul Kamp endlich ein Album veröffentlicht. Seine Musik spiegelt für mich einen Großteil des Lebensgefühls in Rostock wider.

Ostseestrand in MV - © Kai Küken

Mecklenburg-Vorpommern hol mich zurück…!

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Danke Dir sehr Kai, dass Du zum Interview bereit warst, obwohl es sicher die Heimwehwunden nach Mecklenburg-Vorpommern und besonders Rostock wieder ein bisschen aufgerissen hat. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben, dass Ihr nicht zu lange warten müsst, bis Ihr wieder nach Mecklenburg-Vorpommern zurückkehren könnt!

Alle Fotos und natürlich auch die Videos in diesem Interview sind von Kai höchstselbst!
Mehr von Kai findet ihr z.B. hier, hier und hier.

1KTV ist die Abkürzung für die »Kröpeliner-Tor-Vorstadt«, einem Stadtteil von Rostock
2Gosch ist eine Sylter Fischrestaurantkette, die 2009 auch in Warnemünde eines ihrer Restaurants eröffnet hat
3Die »Georg Büchner« war ein unter Denkmalschutz stehendes Schiff, das bis Ende Mai 2013 im Rostocker Stadthafen lag und als Jugendherberge und Hotelschiff genutzt wurde. Leider musste sie verkauft werden, verließ am 28. Mai 2013 den Hafen und sank zwei Tage später am 30. Mai 2013 nördlich der Halbinsel Hel und westlich von Danzig in der Ostsee. Mehr Informationen zum Schiff

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2 Gedanken zu „Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt - die Interview Serie

  1. Dieses Interview macht ja wieder richtig Appetit….. 🙂
    Tolle Bilder und Videos. Danke!

  2. @ Holunder - So soll es sein! Die Interviews sollen neugierig machen auf Mecklenburg-Vorpommern und seine Menschen und zeigen, was für eine Bandbreite es hier gibt.

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