Interviews ·Mecklenburg-Vorpommern

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt – die Interview-Serie

© A. Kruse

Name …
André

Das Ludwigsluster Barockschloss - © André

Geboren in …
Ludwigslust, im Krankenhaus Stift Bethlehem der damaligen Kreisstadt meines Heimatorts. Ich denke, es ist ein schöner Ort, um dort das Licht der Welt zu erblicken. Idyllisch am Ludwigsluster Kanal gelegen, gelang dort meines Erachtens die Einbeziehung historischer Bausubstanz in einen heute modernen Krankenhausbetrieb. Auch die Stadt, die von den 1760er Jahren bis 1837 anstelle von Schwerin Residenz der Herzöge Mecklenburg-Schwerins war, kann sich mit dem Schloss, dem Schlosspark und den zahlreichen historischen Bauten durchaus sehen lassen.

Heute lebe ich in …
Schwerin. Von der Ortsgröße her ist die Stadt ein guter Kompromiss zwischen ländlicher Ruhe – um das Wort Langeweile zu vermeiden – und hektischer Großstadt. Von der Infrastruktur her hat man alles in der Nähe. Natur zum Erholen und Sport treiben befindet sich nicht weit vom Stadtkern entfernt. Und mit insgesamt 11 Seen im Stadtgebiet ist immer irgendwo Wasser in der Nähe.

Meinen Lebensunterhalt verdiene ich ?
damit, Leuten etwas zu verkaufen. Ich komme täglich mit verschiedenen Menschentypen unterschiedlichen Alters in Kontakt, auf die ich mich stets einzustellen versuche.

Jemals darüber nachgedacht, in eine größere Stadt zu ziehen oder etwa Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen?
Ich würde mich dem nicht verschließen. Man weiß nie, wohin der Beruf oder die Liebe einen verschlagen werden. Ich würde aber regelmäßig Mecklenburg-Vorpommern besuchen wollen. Eine Großstadt mit mehr als 500.000 Einwohnern wäre für mich nicht die erste Wahl.

© André

An einem sonnigen Sommertag …
setze ich mich gerne auf mein Mountainbike und fahre längere Strecken durch die Natur, am liebsten abseits befestigter Straßen und Wege, an Seeufern oder Küsten entlang, durch den Wald und die Natur. Teilstrecken lassen sich auch gut mit der Bahn zurücklegen. Bei den Touren ist immer eine Fotokamera dabei. Bei Hitze kühle ich mich gerne in Seen oder in der Ostsee ab, ich bin aber niemand, der stundenlang ruhig am Strand liegen könnte.

An einem verschneiten Wintertag …
fotografiere ich ebenfalls gerne, allerdings sind die Fortbewegungsmöglichkeiten bei Schnee und Glätte eingeschränkt.
Wintertage sind auch geeignet, um zu Hause mal einen aufgestauten Papierberg abzuarbeiten, seine Fotos zu sortieren, einen Artikel in einer bekannten Online-Enzyklopädie zu verfassen oder einfach mal bei einer Tasse Tee oder Kaffee auszuspannen.

Gut essen …
Ich gebe es zu, wenn?s schnell gehen muss oder nach der Arbeit kehre ich schon mal bei Mc Donald?s oder Burger King ein. Ich weiß aber frisch zubereitete und ausgewogene Kost in schönem Ambiente durchaus zu schätzen und gebe dafür gerne etwas mehr aus.

Theater, Konzerte, Museen …
Theater- und Konzertbesuche kommen bei mir definitiv zu kurz. Klassische Museen mit Schaukästen und Infotafeln besuche ich nicht gerne. Ich entdecke lieber selbst. Wenn ich auf meinen Touren beispielsweise einen vergessenen Friedhof oder in einer Stadt ein verfallenes historisches Gebäude entdecke, recherchiere ich stets kurz den historischen Hintergrund. Wenn sich dazu nichts im Netz findet, dann bestimmt in der Landesbibliothek.

Wenn ich hier etwas ändern könnte …
würde ich die (mobile) Internetversorgung auch auf dem Land vorantreiben. Es gibt immer noch Gegenden in MV, in denen am Handy kein Datenverkehr zustande kommt. Genau wie die Verkehrsanbindung ist die Internetversorgung mittlerweile ein wichtiger Faktor für die Entwicklung einer Region.
Überhaupt sollte der inzwischen vom Verfall gekennzeichnete ländliche Raum bei der Landesentwicklung nicht vergessen werden. Hier müssen Konzepte her, wie man mit dem Bevölkerungsrückgang am besten umgeht. Das Ganze klappt aber natürlich nur, wenn sich Menschen über die Entwicklungen in ihrer Region informieren und selbst engagieren.

Zugezogene aus anderen Bundesländern …
können für die ruhigen, oft zurückhaltenden Mecklenburger nur eine Bereicherung sein. Alle Zugezogenen, mit denen ich bisher sprechen konnte, schätzen in Mecklenburg-Vorpommern vor allem die Ruhe, die Natur und die Nähe zur Ostsee. Neben Leuten, die es aus beruflichen Gründen nach MV verschlug, scheinen Teile der Zugezogenen Aussteiger zu sein, es sind aber auch viele Rentner dabei. Vielleicht ist das eine Chance für das inzwischen sehr vom Bevölkerungsrückgang geprägte Mecklenburg-Vorpommern.

Wenn ich alt werde …
möchte ich auf jeden Fall in Mecklenburg-Vorpommern wohnen, vielleicht etwas dichter an der Ostsee als jetzt. Ich hoffe, später lange fit zu sein und den Lebensabend genießen zu können. Sorgen um?s Alter mache ich mir trotz des demographischen Wandels aber jetzt noch nicht, man wird sich schon irgendwie durchschlagen.

Ein Tipp …
Bei der Bereisung Mecklenburg-Vorpommerns sollte man unbedingt auch mal vom Auto aufs Rad wechseln. Es gibt viel zu entdecken an Stellen, die man mit Auto nicht erreicht und das auch abseits der Ostseeküste.

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Darüber, dass André mir für das Interview Rede und Antwort gestanden hat, bin ich sehr froh und dankbar. Immerhin ist er der erste und hoffentlich nicht letzte männliche Teilnehmer an der Interview-Serie. 🙂 Ich hoffe, sein Interview bricht auch in dieser Hinsicht ein wenig das Eis. 😉

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2 Gedanken zu „Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt – die Interview-Serie

  1. Vielen Dank fürs Interview. Es ist eine schöne Art, einem auf diese Weise Appetit zu machen, dieses Bundesland zu besuchen…

  2. @ Holunder – Gerne. Freut mich sehr, wenn die Interviews „Appetit auf’s Bundesland“ auslösen. 🙂

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