Fotografie ·Privates

Tattoos

Eigentlich bin ich kein großer Freund von Tattoos. Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, dass sich Menschen ganze Körperteile oder gar den ganzen Körper mit Tattoos verzieren. Geht man heute in ein Schwimmbad oder wie hier an einen Badesee, gibt es kaum noch jemanden unter 40 Jahren, der nicht mindestens ein Tattoo hat. Meist sind es sogar mehrere über den Körper verteilt. Vom Arschgeweih bis hin zu ornamentalen Mustern auf den Armen. Wirklich schöne Tattoos (also für meinen Geschmack) sehe ich selten. Besonders wenn ich Leute sehe, die sehr viele oder zumindest sehr große Tattoos haben, frage ich mich immer auch gleich, ob sie auch daran gedacht haben, wie das mal aussieht, wenn sie alt sind und die Haut faltig wird. Aber jeder bzw. jede wie es ihm oder ihr gefällt.

Jetzt bin ich allerdings auf eine Variante der Tattoos gestoßen, für die sogar ich mich erwärmen könnte. Mini-Tattoos auf der Innenseite des Handgelenks. Der Fotograf Austin Tott hat einige davon in seiner Serie „Tiny Tattoos“ sehr schön in Szene gesetzt. Von den gezeigten Tattoos könnte ich mir das Motiv eines kleinen Segelboots als auch das eines kleinen Fuchses sehr gut für mich vorstellen. Ich kann mir ja noch überlegen, ob ich „ein Tattoo stechen lassen“ auf meine „Wagemut-Liste“ setze. 😉 Allerdings müsste ich dann erstmal einen Tätowierer finden, der sowas künstlerisch auch ordentlich hin bekommt. Mit einem Segelboot, das aussieht, als ob es jeden Moment sinkt, würde ich natürlich nicht herumlaufen wollen.

Und Ihr so? Tragt Ihr Tattoos? Wenn ja, wie viele? Und warum habt Ihr gerade das bzw. diese Tattoos für Euch gewählt? Oder habt Ihr es sogar schon mal bereut, Euch ein bestimmtes Tattoo zugelegt zu haben?

31 Gedanken zu „Tattoos

  1. Ich selbst habe kein Tattoo und auch keine Ambitionen, mir eines zuzulegen. Aber diese Minivariante finde ich auch sehr ansprechend. Auch wenn ich mich wahrscheinlich eher für umlaufenden schönen Text an Stelle von Iconografien entscheiden würde.

    Danke für den schönen Hinweis.

  2. Nee. Keines. Auch noch nie ernsthaft überlegt. Weil: Viel zu endgültig. Und die Frage nach der späteren Faltigkeit bleibt.

  3. Wie bereits nebenan gesagt, scheinen es mir immer die gleichen Hände zu sein. Reversible Tattoos, aufgemalt und vergänglich, ok, dann würde ich mich vielleicht darauf einlassen. Ansonsten: Never ever.
    Ich mag Tattoos nicht, das reicht vielleicht schon.
    Aber auch: ich kann mich schlecht entscheiden. Und ich mag keine Muster- oder Farbmixe. Ich trage keine Streifen zu Punkten, ich trage nur mit großem Unbehagen mehr als zwei Farben gleichzeitig. Ich trage nicht mal T-Shirts mit Motiven und habe schon Schwierigkeiten, mich mit einer Brille so festzulegen, und wie sollte da so ein Tattoo – egal welcher Art – immer zu allem passen?

  4. (Letztens dachte ich allerdings nach meinem standardisierten „Oh Gott, das ist ja FÃœRS GANZE LEBEN!“ auch: „Naja, aber das ist kurz und schnell vorbei, also auch egal…“)

  5. @ Hannes – ja, an kurzen Text habe ich auch kurz gedacht aber andererseits, finde ich es noch schwieriger, einen Text zu finden, der kurz und prägnant ist und der „ein Leben lang“ Sinn macht.

  6. @ Indica – Deswegen haben mich ja diese Tattoos so angesprochen. Mini, etwas „verborgen“ (da an der Innenseite) und an einer Stelle die jetzt nicht ganz so faltenanfällig ist. Andererseits frage ich mich, ob es gerade an dieser Stelle nicht auch ziemlich weh tut, sich so ein Tattoo machen zu lassen, da ist ja kaum Fett unter der Haut und die Haut auch nur sehr sehr dünn (also bei mir zumindest).

  7. @ percanta – Ja, die Qual der Wahl! Kann ich zumindest weitestgehend nachvollziehen.

    Vielleicht sollte ich mir einfach so ein Mini-Segelboot mit schwarzer Tinte oder einem wasserlöslichen schwarzen Filzstift selber aufmalen und dann mal schauen, wie es aussieht und gefällt. Tut auch nur halb so weh, wie ein echtes Tattoo machen zu lassen. Wenn ich dann nach ein paar Tagen die Krise krieg, weiss ich endgültig, dass Tattoos wirklich nix für mich sind, nicht mal einzeln und in mini. 😉

  8. Als Mutter eines Fünfjährigen kann ich Dir noch den Tipp mit Klebetattoos geben. Damit kann man das prima mal ne Weile ausprobieren. Piratentattoos, Prinzessinnentattoos, Dinotattoos. Da geht was!

  9. @ percanta – Siehste! Es hat auch Vorteile Mutter von Kindern zu sein! KLEBETATTOOS! Hab gleich mal geg**gelt und wooohaa … da tun sich ja Universen auf. Wegen Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker! Ähm … ja … also vielleicht bin ich noch nicht auf die künstlerisch anspruchsvollen Klebetatoos gestossen … die bisherigen verursachen mir dann doch eher wieder Augenleiden. Andererseits, da tut sich vielleicht eine kleine Geschäftsidee auf: künstlerisch wirklich anspruchsvolle und schöne Klebetattoos (für Feiglinge) entwerfen und vertreiben. Ähm … tja …

  10. Klebedings, genau!

    Die hatten wir hier vor über 10 Jahren auch (da waren meine Kinder gerade noch im Klebetattooalter) – mit Zauberer und Froschkönig und kleinem Raben. Neulich habe ich Restbestände davon in einer Kiste im Keller gefunden.

    Werde nun wohl doch ausprobieren, ob die Dinger noch nutzbar sind.

  11. Das ist hier ja ein regelrechtes Tattoo-Forum geworden! Ich bitte um Fotobeweise aller Arten! Bei Frau Liisa vom Modell Filzstift ebenso wie vom Modell Klebe oder Endgültig … bei Frau Pepa aus den Kinderbeständen sowieso. (Mal sehen, wann Karl-Heinz G. aus K. das erste Mal tätowiert erscheinen wird!)

  12. Mir reichen meine ’natürliche Tattoos‘ – meine Narben. Die waren schmerzhaft und erinnern mich immer an ‚besondere‘ Ereignisse in meinem Leben. Das ist völlig ausreichend an Körperschmuck.

  13. „…wie das mal aussieht, wenn sie alt sind und die Haut faltig wird.“

    Na, natürlioch nicht mehr so schön. So wie auch alte, faltige Haut ganz ohne Tattoos, machen wir uns nichts vor 😉

    Ich mag Tattoos und finde eher die Gefahr der Moden darin. Wer sich mal ganz viel Fifties-Klimbim (Pin-ups, Würfel, Kirschen) tätowieren ließ, hat möglicherweise ein Problem, wenn es dann doch der vollgeblumte und gefischte Yakuza-Arm sein soll. Mehr noch, wenn es umgekehrt gehen soll. Ansonsten: toll, toll, toll.

    (Ich hätte wahrscheinlich ganz viele, müßten bei mir nicht so häufig MRTs gemacht werden. Da wird gern gezickt, auch wenn es im Grunde kein Problem ist.)

  14. Nie-niemals-nicht. Wenn es mir nicht mehr gefiele, müsste ich mein Leben lang trotzdem damit rum laufen – auch wenn das nun nicht mehr sehr lange ist 😉
    Ich hatte ja mal die blaue Haarsträhne. Zuerst fand ich es lustig, nach einiger Zeit wartete ich nur noch darauf, dass sie wieder raus wuchs.

  15. Ich habe bisher nicht einmal im Traum Tattoos in Verbindung mit mir bringen können. Doch die Idee dieser Mini-Dingens haben was. Wenn es da eine Option mit bibliomanen Motiven gäbe, wäre ich vielleicht dabei.

  16. So etwas möchte ich nicht an mir haben. Weil ich ein Weichei bin und mich vor dem Gepiekse fürchten tät und weil ich den Sinn davon nicht erkenne…außerdem, was mal ein Tattooadler war, sieht irgendwann aus wie ein gequetschtes Brathähnchen…

  17. @ diverse …

    @ Frau Pepa – naja, Motiv „Froschkönig“ wäre vielleicht was für mich! 😉

    @ Frau Indica – leider reichen meine zeichnerischen Talente, fürchte ich, nicht aus, um tatsächlich so ein Füchslein oder Segelboot aufzumalen. Oder besser: aufmalen geht vielleicht schon aber nicht fotografisch dokumentieren.
    Ich bin allerdings heute noch auf eine Alternative gestoßen: Stempel! Da gab es einen kleinen niedlichen Fuchs und ich dachte, aufstempeln müsste auch gehen. Aber 5 Euro nochwas für den Stempel und nochmal 4 Euro für die Stempelfarbe, war mir dann doch etwas zu teuer. 😉

    @ Frau-Irgendwas-ist-immer – Sie haben recht, es gibt auch natürliche „Tattoos“. Da hätte ich dann z.B. eines, das als Miniatur-Tattoo durchgehen könnte. Direkt auf der Stirn (heute geschickt hinter Haaren verborgen) à la Harry Potter. 😉

    @kid37 – na endlich ein feuriger Verfechter der Tattoos! Ich war schon verwundert, das alle bisherigen Kommentatoren/innen sich auch eher kontra aussprachen. Bei Ihnen hätte es mich ehrlich gesagt auch sehr verwundert, wenn Sie kein Tattoo-Fan wären.
    Was die Moden angeht: ich dachte immer, es gibt auch die Möglichkeit über ein Tattoo ein neues zu setzen, bzw. ein vorhandenes evtl. unter einem neuen Tattoo verschwinden zu lassen? Bin ich da fehlinformiert?

    @ Franka – Ich hätte auch die Sorge, dass es mir irgendwann nicht mehr so gefällt und dann hat man es. ABER inzwischen gibt es ja auch die (wenn auch teure) Möglichkeit, sich Tattoos wieder entfernen zu lassen (ich glaube per Laser) – also sofern es sich nicht um ein riesiges Tattoo handelt.

    @ Markus Kolbeck – Tja, Du kennst mich halt, nach all den Jahren. 😉

    @ Sonja – ja, der „Weichei-Faktor“, der spielt sicher eine Rolle. Das eine ist das Gepiekse, das andere, dass man da ja einen Tätowierer finden muss, dem man trauen kann. Manche der Tinten/Farben sollen ja ziemlich schädlich sein und wenn nicht mit sauberem Werkzeug gearbeitet wird, kann man sich auch so einiges einfangen. Ich wundere mich immer, wenn ich höre, dass Leute im Urlaub „mal eben in ein Tattoo-Studio gegangen“ sind und sich da ein neues Tattoo haben stechen lassen.

  18. Ãœbertätowieren geht, aber nur in Richtung „mehr“ oder „dunkler“. Vermutlich bekommt man so einen „Yakuza-Arm“ nicht mal mehr leer-gelasert. (Vom Aufwand ganz abgesehen.) Von daher: erst die Kirschen und die Würfel, DANN das japanische Blumengemälde! 😉

  19. ich habe kein Tatoo. finde aber so kleine Tatoos schön und reizvoll. doch da sie so endgültig sind, habe ich mich bisher nie dafür entschieden.

  20. @ kid37 – vielen Dank für die kompetente Auskunft und den praxistauglichen Tipp bezüglich des Ãœbertätowierens bzw. Weglaserns.

  21. @ Earny – Ja, die Endgültigkeit! Vor der schrecken wir ja häufig zurück. Nicht nur in Bezug auf ein Tattoo. Sich festlegen, ohne wenn und aber, das fällt vielen schwer.

  22. Hab keines, ist aber Zufall.
    Als junges Mädchen hab ich mich ab und an mit Kugelschreiber vollgemalt.
    Dann hab ich mir ein Gänseblümchen am Knöchel vorgestellt, für immer. Oder ein Röschen am Schulterblatt. So gefällt mir auch das Boot ausnehmend gut.
    Doch ich hab mich nie etscheiden können. Und dann war ich mal, aus Versehen, an den FKK- Strand von Norderney geraten. Und sah dort viel braune Haut , und ein paar verzogenen Tatoos.
    Und fand, dass das eine noch zu ertragen wäre, das andere aber nicht.

  23. Es gibt sehr schöne Hautbilder, ähem Tattoos. Ich trug mich mal vor Jahren mit dem Gedanken, etwaige unerwünschte Venenzeichnungen an den Beinen durch kunstvolle Gestaltung geschickt verschwinden zu lassen.
    Irgendwann kommt die U40- Generation in jene Jahre, welche ein gesundes Selbstbewusstsein für das würdevolle Herzeigen des Konturwechsels an der Körperobefläche verlangen. Aber das kann sie. Aber dann guckt ohnehin keiner mehr…

  24. Also in diesen kleinen Fuchs habe ich mich ja gerade total verliebt!

    Ich habe kein Tattoo, habe aber auch nichts dagegen. Wer sie tragen will, soll das tun. Ich hab mich nur nie getraut, werde es wohl auch nicht…

    Ob ich auch mal diese Klebedinger ausprobiere? Sind die immer noch so doof wie die Teile aus meiner Kindheit? Die haben kein Baden überstanden. Einmal drübergewischt und schon rollte es sich von der Haut…

    Ein Versuch ist es wert! 🙂

  25. @ diverse

    @Frau Landgeflüster – zum Glück waren die Arschgeweihe nicht wirklich die ersten Tattoos, das wäre wahrhaftig ein Armutszeugnis für die Menschheit gewesen. 😉

    @ Croco – naja, kommt vermutlich immer auch ein bisschen auf das Motiv des Tattoos an. Es gibt welche, denen tut es weniger gut, wenn die Haut anfängt zu hängen und andere, wo es nicht so sehr auffällt … denke ich laienhaft mal.

    @ carodame – DAS ist natürlich eine sehr interessante Herangehensweise, solche Venenzeichnungen verschwinden zu lassen! Im Grunde genommen vielleicht sogar die bessere Idee, Tattoos erst anbringen zu lassen, wenn die Haut schon in Falten hängt, dann verzieht sich das Motiv auch nicht mehr. 😉

    @ Zitronenkojotin – ja, der kleine Fuchs ist allerliebst! Ich verfüge nicht mal über Erfahrungen mit Klebetattoos, kann also nicht beantworten, ob heutige Klebetattoos „besser“ sind, als die aus Ihrer Kindheit. Wobei, Frau Pepa in ihrem Eintrag schreibt von alten Klebetattoos die zwei Tage Haltbarkeit hatten. Kommt vielleicht auf den Hersteller an.

  26. die kinder malten sich letzten sommer begeistert tatoos mit filzstiftähnlichen tatoo-stiften auf, mehr oder weniger glitzernd, oder mit schablonen, für die grobmotoriker 🙂
    das geht wenigstens wieder ab.

  27. Hallo,

    ich bin selbst gerade „stolzer“ Inhaber eines Tattoos geworden! Stolz deswegen, weil ich kleiner Feigling mich getraut habe, es stechen zu lassen! Stechen lassen tut ja schon in den Ohren weh und klingt ganz furchtbar… war es aber nicht. Und als ich nach dem ersten Stich bemerkte, dass es noch nicht mal wirklich schmerzhaft ist, war ich sehr stolz auf mich! Mir geht es im übrigen wie dir mit meinem Empfinden von Tattoos. Und mein Tattoo soll eigentlich auch nur eine Erinnerung an wunderschöne Zeiten, die ich erlebt habe, sein! Und daher ist es auch nur ein ganz kleines, unauffälliges am ….. tattaaaa Handgelenk 😉 Mehr möchte ich gar nicht haben!

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Claudia

  28. @ Claudia! Na, da gratuliere ich doch herzlich zum ersten Tattoo und zur Ãœberwindung des kleinen Feiglings! 🙂

    Dir ebenfalls ein wunderschönes Wochenende!

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