Interviews ·Mecklenburg-Vorpommern

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt - die Interview-Serie

Name ?
Gabriele Fuchs

Ursprünglich aus ?
Ludwigshafen am Rhein, von 1987 an lebte ich in Spanien

Nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen ?
2009

Meinen Lebensunterhalt ?
beziehe ich neuerdings altersbedingt durch Rente

Warum ausgerechnet hier auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern?
Wenn man lange Zeit mit Trockenheit, Wassermangel und Meerwasser lebte, werden Süßwasserseen und vielfältiges Grün zum Objekt der Begierde.

Mir gefällt hier ?
die Ruhe, der Einklang mit der Natur und das Gefühl ein Stückchen *heile Welt* zu genießen, völlig angstfrei zu leben.

An einem sonnigen Sommertag ?
radelt man am besten zur Badestelle am nahegelegenen See und taucht in das umschmeichelnde Wasser ein

Am Badesee - © Gabriele Fuchs

An einem verschneiten Wintertag ?
wandere ich mit dem schneeverliebten Hund durch den Wald, klettere einen Hügel hoch und genieße den Ausblick über die glitzernde Winterlandschaft

Winterlandschaft - © Gabriele Fuchs

Gut essen ?
ist in in jeder Preisklasse möglich, speziell natürlich Fisch. Allerdings ist mobilsein Voraussetzung, denn die Einkehrmöglichkeiten sind oft weit verstreut.

Theater, Konzerte, Museen ?
auch hier ist mit etwas Anfahrt die Auswahl bunt gemischt, am ehesten im Bereich *Kleinkunst*, was durch die Atmosphäre in rustikalem Ambiente absolut stimmig ist. Kleine Ateliers und Galerien bieten im Bereich Kunstgewerbe vielfältige Auswahl. Aber auch die Konzertkirche in Neubrandenburg z.B. sorgt immer für ein akustisches Erlebnis der besonderen Art.

Darüber nachgedacht, wieder in die Stadt zu gehen oder gar Mecklenburg-Vorpommern wieder zu verlassen?
Eindeutig:Nein! Reisen in südliche Gefilde, um Freunde wiederzusehen weiterhin gerne, aber ich denke, ich habe nun meinen Zielhafen angesteuert und bleibe hier vor Anker. Ein Besuch in der Hauptstadt kann zudem mit einem Ausflug zu *Stadt satt* an einem Tag beitragen, danach darf bei mir die dort pulsierende Hochfrequenz gerne wieder auf langsamen Landpuls runtergefahren werden.

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte ?
Die touristische Infrastruktur ist noch sehr verbesserungsdürftig. Seit Jahren warten wir auf das angekündigte touristische Leitsystem, aber durch ständige Fusionen und Zusammenschlüsse wird weiter geschoben.

Die Landmenschen ?
sind erdverbunden, eher wortkarg, aber nicht unfreundlich

Die Einheimischen ?
sind sehr zurückhaltend, bleiben gern unter sich, sind aber nie zurückweisend

Meine Freunde aus der Stadt (bzw. alten Heimat) meinen ?
einen krasseren Gegensatz hätte ich mir wohl kaum aussuchen können nach den spanischen Jahren, verstehen meine Wahl nach einem Besuch hier aber bestens.

Wenn ich alt werde ?
ist vielleicht die Planung vom Umbau der alten Scheune am Dorfplatz zum betreuten Wohnen Realität und ich ziehe dort ein

Ein Tipp ?
Veranstaltungen wie z.B.: »Offene Gärten MV« und »KunstOffen« nutzen, um sich vor Ort umzusehen.
Oder die Müritzer Radrouten für alle Radler und natürlich der Besuch in der Wassermühle Schloen - ein wenig Eigenwerbung darf hoffentlich sein.

Gabrielas Mühlenblog

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7 Gedanken zu „Menschen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt - die Interview-Serie

  1. Guten Morgen,

    wie ich sehe, ist dieser Blog recht neu… ich wünsche viel Erfolg und bin gespannt, wie es weitergeht! Das »platte« Land ist zwar bislang nicht mein Favorit gewesen, ich habe es aber in den letzten zwei bis drei Jahren lieben gelernt! Die Ruhe ist einmalig und die Landschaft so wunderschön! Inzwischen haben wir schon einige Ausflüge bis nach Meck-Pomm unternommen und es werden sicher einige mehr noch folgen! Bis zu den Bergen ist es von Berlin zu weit und um Berlin herum gibt es in der Nähe soviel Schönes zu entdecken! Und wer weiß: vielleicht bekomme ich hier die eine oder andere Anregung!

    Alles Gute und viel Erfolg noch einmal

    Claudia

  2. @ Claudia - vielen Dank für den Besuch hier im Blog und Deinen Kommentar. Ja, wenn man in oder bei Berlin wohnt, hat man natürlich auch sehr sehr vieles, was man dort entdecken kann. Das kann ich mir vorstellen aber ab und an ein Ausflug etwas weiter weg, da bietet sich Mecklenburg-Vorpommern durchaus an.
    Ãœbrigens, »recht neu« ist dieses Blog hier nicht, eher schon recht betagt, genau genommen gibt es das Blog seit 14 Jahren. 🙂

  3. Liebe Liisa,

    das habe ich dann nach Erstellung des Kommentars auch gesehen *schandeuebermeinhaupt*! Dann werde ich in der nächsten Zeit öfter mal vorbeikommen, ein wenig stöbern und schauen ob es Neues gibt. Es liest sich jedenfalls sehr interessant (auch eure WG)!!!

    Alles Liebe
    Claudia

  4. Liebe Claudia,

    kein Problem und keine Schande. So schnell kann man das hier auch nicht überblicken. 🙂 Ich freu mich, wenn Du wiederkommst und schaust, was es Neues gibt! 🙂

  5. Ach, die liebe Gabriela hier!
    Ich sehe uns immer noch über Schneereste auf dem uralten Wormser Judenfriedhof wandeln. Oder bei dem lustigen südamerikanischen Künstler im Atelier stehen, Gabriela ganz leichthin spanisch mit ihm plaudernd…
    Und ich sehe die lieben Leute aus Berlin, die ich bei ihr kennenlernen durfte und so wie so alles um die Mühle herum….

  6. Ich finde Deine kleine Reihe zu Menschen in McPom richtig prima und stöbere gerne darin herum. Besonders interessant ist, meine alte Heimat mit den Augen »zugezogener« zu sehen.
    Viele Dinge, die sie schätzen oder gar lieben, sind so anders durch ihre »Brille« als durch meine. Das liest sich spannend.

  7. @ Frau Tonari - Und ich freu mich sehr sehr, dass mir diese kleine Reihe einen Kommentar von Ihnen eingebracht hat. 🙂

    Vielleicht liegt die Differenz in der Wahrnehmung zu einem Teil auch daran, dass jemand, der hier aufgewachsen ist und gelebt hat oder noch lebt, mit vielen Orten und Gegebenheiten Lebenserinnerungen - gute, wie weniger gute - verbindet und gegenüber mancher Schönheit (oder auch Häßlichkeit) vielleicht auch etwas abgestumpft ist. Das muss sich zwangsläufig auf die Wahrnehmung auswirken. Wer neu hinzukommt, kennt die tieferen Schichten nicht »von Kindesbeinen an«. Weiß nicht um die alten Geschichten, die Verwerfungen, die Gerüchte und Geheimnisse. Ist also sozusagen in keiner Weise »vorbelastet«.
    Für den Hinzugekommenen ist es wesentlich schwerer, manchmal vielleicht sogar unmöglich auch nur Zipfel der unterliegenden Schichten wahrzunehmen, wenn er oder sie das überhaupt will.

    Hinzu kommt, meiner Beobachtung nach, dass die hier ja nun wirklich schöne Landschaft und Natur es dem Hinzugezogenen leicht macht, sich auf die Oberfläche zu konzentrieren. Überall funkelt und blinkt es, warum also in die Tiefe graben, zumal, wenn der ein oder andere ahnt, dass da auch weniger Erfreuliches liegen könnte und die, die schon immer hier waren unterschwellig ebenfalls signalisieren, dass man besser nicht gräbt und schaut, was unter der schillernden Oberfläche liegt.

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