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Ein Tag in Ahrenshoop

Strandkörbe bei Ahrenshoop - © Liisa

Sanddorn und Dünen bei Ahrenshoop - © Liisa

modernistisches reetgedecktes Haus in Ahrenshoop - © Liisa

reetgedecktes Haus in Ahrenshoop - © Liisa

Buhne bei Ahrenshoop - © Liisa

Fischerboot bei Ahrenshoop - © Liisa

Strandkörbe bei Ahrenshoop - © Liisa

Reetgedecktes Haus in den Dünen bei Ahrenshoop - © Liisa

Am Hohen Ufer in Ahrenshoop - © Liisa

Vergangene Woche waren wir mal wieder in Ahrenshoop. Anstoß dazu war uns die Eröffnung des neuen Kunstmuseums dort mit der Eröffnungs-Ausstellung »Um uns ist ein Schöpfungstag«. Die Ausstellung zeigt über 140 Bilder von über 90 Künstlern, die in den vergangenen 120 Jahren in und um Ahrenshoop gemalt haben, darunter zahlreiche Leihgaben von Privatsammlern. Dazu natürlich der neue Museumsbau, der schon im Vorfeld reichlich Furore gemacht hat. Pünktlich zur Öffnung des Museums standen wir als zweite in der Reihe vor der Tür und das war auch gut so, denn kurz darauf strömten immer mehr interessierte Besucher ins Museum. Da wir aber fast als erste hineingekommen waren, konnten wir die Bilder noch relativ ungestört betrachten.

Gerade die Bilder der Maler aus den ersten Jahrzehnten der Künstlerkolonie haben es mir sehr angetan. Die Arbeiten der Moderne vermochten mich nur in Einzelfällen wirklich zu packen und zu begeistern. Gerne mehr sehen würde ich von Malern wie Louis Douzette, dessen einziges in der Ausstellung gezeigtes Bild auch mein Lieblingsbild selbiger war. »Kalter Wintermond« ist der Titel dieses Gemäldes und wie Douzette dieses Mondlicht künstlerisch darstellt ist wirklich sensationell. Später habe ich dann erfahren, dass es gerade seine Fähigkeit Mondlicht malerisch darzustellen war, die ihn berühmt gemacht hat, auch wenn er natürlich noch andere sehr schöne Motive gemalt hat. Leider habe ich das Bild im Internet nicht finden können, so dass ich es hier nicht zeigen kann.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Bilder der Malerin Elisabeth von Eicken, z.B. ihre Bilder »Frühling« (Link), »Katen am Saaler Bodden«, »Winterliches Gehöft an der Ostsee« und »Sonniger Herbsttag« (Link). Ein weiterer Maler, dessen Bilder mir sehr gut gefallen haben, ist Carl Malchin. Von ihm hängen auch Bilder in diversen anderen Museums-Sammlungen.

Die Freunde Alfred Partikel (Maler) und Gerhard Marcks (Bildhauer) haben mich mit ihren Arbeiten ebenfalls überzeugen können. Mein Ausstellungsfavorit von Alfred Partikel und zweitliebstes Bild der Ausstellung ist das grandiose Bild »Waldinneres«. Leider habe ich auch davon kein Bild im Internet finden können. Alfred Partikel ist kurz nach dem Krieg leider verschollen, nachdem er nur mal eben zum Pilze sammeln in die Natur ging. Sein Freund Gerhard Marcks hat ihm aufrichtig nachgetrauert und mit dafür gesorgt, dass Alfred von der Nachwelt nicht vergessen wurde.

Gerhard Marcks selbst machte richtig Karriere als Bildhauer. So hat er z.B. auch das Denkmal für die Bremer Stadtmusikanten geschaffen und viele andere Skulpturen. Von den Skulpturen, die in der Ausstellung von ihm gezeigt werden, hat es mir »Die Schwimmerin II« (Link) sehr angetan und ich musste dabei sofort sowohl an Anke Gröner denken als auch an Frau Kaltmamsell. Anke Gröner studiert ja nun schon fortgeschritten Kunstgeschichte und lässt in ihrem Blog ihre Leser reichlich Anteil daran nehmen, und so lerne ich ganz nebenbei auch ein bisschen dazu und hätte sie mir gerne als Begleiterin in der Ausstellung gewünscht. »Die Schwimmerin« wiederum erschien mir wie eine Darstellung der Kaltmamsell, die ja so gerne und ausdauernd schwimmt und die ich mir so ungefähr vorstelle. Mir ist natürlich klar, dass sie nicht hüllenlos schwimmt aber wie die Skulpturen-Schwimmerin resolut ihre Badekappe zurecht rückt … Ich weiß es ja auch nicht, ich musste eben an die Kaltmamsell denken. 🙂

Einzelne Bilder bzw. Skulpturen anderer Künstler, die mir noch besonders gefallen haben war »Die Bernsteinsucherin« (Link) von Karl Lorenz Rettich, »Ahrenshoop II« von César Klein, »Boote und Fischer am Strand« von Werner Gilles, »Strandblick mit roter Sonne« von Edmund Kesting und die Skulptur »Annie« von Susanne Rast.

Eine für die Künstlerkolonie Ahrenshoop bedeutende Malerin war Anna Gerresheim. Mehrere ihrer Bilder werden natürlich auch in der Ausstellung gezeigt aber bis auf ein oder zwei konnten mich die nicht überzeugen und ich wunderte mich direkt ein bisschen, wieso sie als so bedeutend angesehen wurde. Inzwischen habe ich natürlich etwas nachgeforscht und festgestellt, dass es tatsächlich andere Bilder von ihr gibt, die mich auch begeistern, die aber leider nicht in der Ausstellung gezeigt wurde. Ich glaube, man ist ihr mit der Auswahl für die Ausstellung nicht wirklich gerecht geworden. Von den in der Ausstellung gezeigten Bilder hat mir noch am besten ihr Bild »Spielende Kinder in einer Boddenwiese« gefallen. Richtig gehend begeistert bin ich von ihrem Bild »Blumenpflückendes Mädchen«, das leider in der Ausstellung nicht zu sehen war. Sehr schön auch das Bild »Küste im Morgenlicht (Am Strand von Ahrenshoop)« auch nicht in der Austellung zu sehen.

Völlig bestätigen kann ich Anke Gröners »Ja, Bilder sehen im Museum anders aus als im Buch in der Bibliothek (ergänzt von mir: oder im Internet)«! Meist sehen die Bilder im Original im Museum wesentlich besser aus als auf den Abbildungen. Bei dieser Ausstellung haben wir aber dann mal den umgekehrten Fall gehabt. Ein Bild, das auf der Abbildung eigentlich nicht schlecht aussah, im Original aber dann schon. Wir haben uns darüber unterhalten, wie frustig das für einen Künstler (Maler) sein muss, wenn er sein Bild fast fertig hat, dann eine Farbe für einen bestimmten Teil des Bildes wählt und dieser Farbton reißt die Qualität des gesamten Bildes sozusagen in den Keller. Leider kann ich Euch weder den Namen des Malers, noch den Titel des Bildes nennen. Die hab ich nämlich nicht aufgeschrieben, nur die Namen und Titel der Bilder, die mir gefallen haben. Muss ich wohl nochmal in die Ausstellung und das nachholen. Sollte ich mir vielleicht grundsätzlich mal merken, auch die Bilder zu notieren, die mir unangenehm auffallen.

Alles in allem hat es uns in der Ausstellung gut gefallen, und am Ende haben wir uns noch durch den recht kleinen »Museums-Shop« gedrängt. Ich habe mir dort unter anderem das Buch »Dunkler Wald und weites Meer - Einhundert Jahre Malerei auf dem Darß« vom Gerhard M. Schneidereit an Land gezogen. Kurz hatte ich auch mit den Ausstellungskatalog geliebäugelt aber mich dann letztlich doch für das Buch entschieden, weil mir der modernere Teil der Ausstellung nicht so wirklich zugesagt hatte, der aber im Ausstellungskatalog einen recht breiten Raum einnahm, während im Buch wirklich sehr viele andere Maler und Malerinnen erwähnt sind und auch eine tolle und große Anzahl von Bildern abgedruckt sind. Hätte ich allerdings den Ausstellungskatalog gewählt, hätte ich Euch jetzt auch sagen können, wer der Maler des »verunglückten« Bildes war! ;o)

Ach ja, zum Gebäude noch! Da scheiden sich ja die Geister wohl ziemlich. Die Idee wie man den Bau angeordnet hat, fanden wir jetzt gar nicht so schlecht. Mit der Außenverkleidung des Museums, die sich an den mit Reet bzw. Rohr gedeckten Dächern der Häuser in Ahrenshoop orientiert, hatte ich allerdings auf den ersten Blick auch so meine Mühe. Noch ist ja alles neu und so schimmert die Metallfassade noch recht bronzen oder golden. Mit der Zeit dunkelt sie wohl nach und soll dann einen ähnlichen Farbton wie die Reetdächer annehmen. So neu wirkt das ganze noch etwas, hmm… nennen wir es »seltsam« in der Landschaft. Je nach Tageslicht, leuchtet das Metall natürlich auch jetzt schon in verschiedenen Tönen. Ich denke, man wird abwarten müssen, wie das Ganze dann aussieht, wenn das Metall wirklich durch die Witterungseinflüsse nachgedunkelt ist.

Etwa Viertel nach Eins waren wir dann aus dem Museum heraus und sind erstmal auf die Suche nach etwas zu Essen gegangen. Restaurants, Cafés etc. gibt es reichlich im kleinen Ahrenshoop, allerdings die meisten davon direkt an der einzigen Durchgangsstraße. So direkt neben den Autoabgasen zu sitzen, danach stand uns der Sinn nicht. Ziemlich gegen Ortsende entdeckten wir dann aber das Hotel und Café Namenlos. Das liegt zwar auch an der Straße, verfügt aber über eine Terrasse, die oberhalb der Straße ist und es einem ermöglicht, über die Dünen hinweg auf die Ostsee zu schauen. Das war ganz schön, wenn auch zu diesem Zeitpunkt etwas frisch, die Sonne fing gerade erst an, sich langsam durch die Wolken zu arbeiten. Mit dem gewählten Essen waren wir recht zufrieden auch wenn der Preis etwas hoch angesetzt war (wohl der Lage geschuldet).

Dann ging es endlich Richtung Strand. Naja, da brauch ich nicht viel drüber schreiben: herrlicher Sand, Strandkörbe in Blau, Rot und Weiß, Buhnen, die weit ins Meer hinein ragen und auf denen jede Menge Möwen sitzen, Dünen voller Sanddorn-Sträucher, das Rauschen des Meeres, die ans Ufer schlagenden Wellen und zunehmend kam dann auch die Sonne hervor und vergoldete das alles. Wir wanderten am Strand entlang zurück Richtung Auto, da wir einen neuen Parkschein lösen wollten. Dann ging es nochmal Richtung Strand, diesmal zum »Hohen Ufer«, einem beeindruckenden aktiven Dünenabschnitt bzw. Kliff, das sich bis hin nach Wustrow zieht. Jedes Jahr knabbern die See und der Wind zwischen 50 cm und bis zu 5 Meter von dieser Küstenlinie ab. Gewaltige Abbrüche bilden beeindruckende Landschaftsbilder und in den Steilhängen nisten z.B. Schwalben und andere Vögel. Wir liefen ein wenig Richtung Wustrow aber nicht sehr weit und kehrten dann zurück und genossen noch für eine Weile den Strand und die inzwischen sehr ruhig gewordene Ostsee im goldenen Nachmittagslicht, bevor wir uns auf den Heimweg machten.

10 Gedanken zu „Ein Tag in Ahrenshoop

  1. Schöner Bericht! Ich war Anfang Juni auf einer Pressereise in Ahrenshoop und hab das Museum noch im Rohzustand gesehen - ein Besuch im fertigen Bau steht ganz dringend an! Wir haben am ersten Abend auch im Namenlos gegessen, leider bin ich dabei fast an den vielen Gräten in meinem Ostseefisch erstickt - während die Einheimischen das Ding ohne zu murren »entkernt« haben… ;o)

  2. Was für tolle Bilder, da könnte ich stundenlang drin versinken. Und neidisch werden, sie nicht selber zu besitzen 😉
    Liebe Grüße,
    Wiebke

  3. @ Fräulein Julia - ja, die Einheimischen sind da ganz cool mit den Gräten. Ich bin da auch eher zurückhaltend und versuche wenn, dann auf Gerichte mit Fischfilets auszuweichen.

  4. @ Wiebke - Vielen Dank! 🙂 Ja, so ging es mir früher auch und ich hätte nie gedacht, dass ich mal so nah an der Ostsee wohnen würde, dass ich selber solche Fotos machen und Eindrücke sammeln kann. Man weiß nie, wohin einen das Leben so führt. Wobei, Du wohnst ja, wie ich gesehen habe, auch in einer schönen Ecke von Deutschland. 🙂

  5. Gerade heute, wo wir einen Dauer-Regentag haben, ist es ein Genuss die Bilder vom Strand anzusehen! Am liebsten würde ich mich dort hinbeamen lassen!
    Herzlichst MinaLina

  6. Liebe frauminalina! Es freut mich sehr, dass ich Ihnen den grauen Regentag mit den Fotos etwas aufhellen konnte! Vielen Dank für den freundlichen Kommentar! 🙂

  7. Ach, Ahrenshoop ist so schön - zu jeder Jahreszeit. War dort mal im November, das war eine sehr besondere Atmosphäre. Danke für den Beitrag und die Fotos!

    Deine Wochenrückblicke gefallen mir auch - kurz und bündig. 🙂

  8. @ AnneS - gerne! Ich bin auch schon darauf gespannt, Ahrenshoop bzw. überhaupt die Gegend mal zu anderen Jahreszeiten zu erleben. Mal sehen, ob es klappt.

    Freut mich, dass Dir auch die Wochenrückblicke gefallen. 🙂

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