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Das iPad mini und meine ersten Erfahrungen damit

Seit kurzem bin ich ja nun auch Besitzerin eines iPad minis und weil in den Kommentaren schon Interesse an einem Erfahrungsbericht geäußert wurde und ich denke, dass so ein Bericht auch für andere Interessenten bzw. Einsteiger interessant sein könnte, hier meine persönlichen iPad-Erfahrungen (bisher):

Ich habe mein iPad mini direkt im Apple Store in Hamburg gekauft, was den Vorteil hatte, dass man dort die ersten Schritte gleich vor Ort machen kann und jederzeit die Mitarbeiter fragen kann, falls es irgendwo hängt. Eigentlich sind ja Apple-Geräte so eingerichtet, dass es mit den ersten Schritten keine großen Probleme gibt, aber da ich vor einer gefühlten Ewigkeit zum letzten Mal mit einem Apple Gerät zu tun hatte, wollte ich auf Nummer sicher gehen. Der Mitarbeiter vor Ort gab mir gleich noch ein, zwei zusätzliche Hinweise, die herauszufinden mich – hätte ich sie nicht bekommen – zuhause sicher einiges an Zeit gekostet hätten.

Als ich dann den Apple Store mitsamt meinem iPad mini verließ, war das schon ein großartiges Gefühl. Der nächste Gang führte in einen Telefon-Anbieter-Shop, wo ich mir die dazugehörige Nano-Sim-Karte samt Internet-Flat besorgte. Zuhause kann ich das iPad mini per Wlan nutzen aber für unterwegs ist es sinnvoll, das Netz eines der großen Anbieter zu nutzen und von Wlan unabhängig zu sein.

Tja, und dann begann ich langsam das iPad mini zu erkunden. Ich habe vor einer gefühlten Ewigkeit mit Apple Geräten gearbeitet aber jetzt seit deutlich über einem Jahrzehnt eigentlich nur noch mit Windows Geräten und dass es da gravierende Unterschiede gibt, ist ja bekannt, plus natürlich die im buchstäblichen Sinne neue Handhabung der heutigen Smartphones und Tablets.

Das iPad mini kommt mir einigen vorinstallierten Apps (entspricht den Programmen bei Windows). Außerdem gibt es ein Benutzerhandbuch auf deutsch, das installiert ist und wo man schon mal eine Menge Informationen zum iPad sowie den vorinstallierten Apps bekommt. Ich kann nur jedem, der zuvor noch nicht mit Apple Geräten zu tun hatte, raten sich die Zeit zu nehmen, dieses Benutzerhandbuch auch wirklich zu lesen. Es erspart eine Menge Zeit und gibt hilfreiche Tipps. Obwohl es schon recht umfangreich ist, hätte ich es mir an manchen Stellen allerdings doch noch etwas ausführlicher gewünscht.

Ich persönlich hätte es gut gefunden, dieses Benutzerhandbuch in gedruckter Form bekommen zu haben, so dass ich direkt neben das iPad hätte legen können und dann parallel lesen und ausprobieren können. So musste ich halt dauernd erst von einer App (die das Benutzerhandbuch im PDF-Format zeigte) zur anderen App (für die ich Hilfe bzw. Informationen brauchte) wechseln. Etwas umständlich. Zum Glück hatte ich ja noch meinen Desktop-PC und hab mir da dann das Benutzerhandbuch aufgerufen und konnte dann das dauernde Wechseln von App zu App vermeiden.

Ich habe im Prinzip die komplette erste Woche nach Kauf des iPad minis gebraucht, um es mir so einzurichten, wie ich es gerne haben wollte und brauchte und dazu auch sehr viel recherchieren müssen. Zum Glück gab es da noch zwei online-Freunde, die mir liebenswürdigerweise aufgetauchte Fragen, die ich nicht per Recherche im Internet geklärt bekam, beantworteten und mich mit weiteren hilfreichen Tipps versorgten. Übrigens, wie immer bei Apple Geräten, gibt es natürlich auch für das iPad einen kostenlosen Support, den man während der ersten 60 Tage nach Erwerb des Geräts nutzen kann, um notfalls auftauchende Fragen zu klären. Diesen Support habe ich bisher allerdings nicht in Anspruch genommen und weiß daher auch nicht, wie gut er ist.

Mit den vorinstallierten Apps kann man schon einiges tun aber sie reichen (bei mir und vermutlich den meisten Benutzern) nicht aus und d.h. man muss in den sog. „App Store“ (ist vorinstalliert) gehen und sieht sich dort mit Massen von Apps konfrontiert. Das fand ich dann teilweise doch recht verwirrend. Zu den Apps, die sich im Store finden, gibt es zwar jeweils kurze Erklärungen aber die sind – meistens jedenfalls – nicht sonderlich aussagekräftig. Hier und da können die Bewertungen der Apps eine Hilfestellung sein, um zu beurteilen, ob eine App nun was taugt oder nicht, aber auch nicht immer. D.h. man muss sich quasi durch den App-Dschungel schlagen, Freunde fragen, welche Apps sie zum Beispiel nutzen und empfehlen können, im Internet recherchieren, etc. Hat man dann eine App gefunden, die tut, was man möchte, ist das herunterladen und installieren auf dem iPad mini kein Problem. Und dann heißt es die jeweiligen Apps kennenlernen. Manche bringen vernünftige Anleitungen mit, andere lassen einen ziemlich im Regen stehen. Da heißt es dann ausprobieren und einfach mal diverse icons antippen und schauen, was passiert.

Welche Apps man letztlich auf seinem iPad installiert, hängt natürlich stark davon ab wie bzw. wofür man sein iPad nutzen möchte, und dabei darf man nicht vergessen, dass das iPad kein Desktop-PC-Ersatz ist. Das merkt man natürlich auch am bereitgestellten Speicherplatz des iPads. Man muss sich gut überlegen, was man tatsächlich auf dem iPad an Daten (im Apple Jargon: „Dokumenten“ ablegen will).

Die Möglichkeit Dokumente z.B. in der iCloud bzw. bei Diensten wie Dropbox abzulegen und dann auf von verschiedenen Geräten (auch Windows-Geräten) aus auf diese Dokumente zugreifen zu können ist ebenfalls gegegeben. Ich habe davon aber bisher keinen Gebrauch gemacht, weil ich ehrlich gesagt diesen Clouds gegenüber etwas misstrauisch bin, aber vielleicht ändert sich das in der Zukunft ja noch.

Was ist mir sonst noch aufgefallen? Die Tastatur kann man bei Bedarf auf dem iPad aufrufen und auch wieder versenken. Hält man das iPad in der senkrechten Position ist die Tastatur natürlich etwas kleiner und damit die Tasten für die Buchstaben enger beieinander, was bei „dickeren“ Fingern dazu führen kann, dass man schnell mal auf die falsche Taste kommt. Hält man das iPad in der waagerechten Position ist das etwas besser. Insgesamt geht das Schreiben auf der iPad-Tastatur aber besser als ich erwartet habe. Wer mag, kann sich natürlich auch eine zusätzliche größere externe Apple-Tastatur besorgen und diese an das iPad anschließen.

An meinen Augen merke ich, dass ich nicht mehr zwanzig bin, sprich: die Schrift ist im Original relativ klein und macht auf Dauer Mühe. Doch es gibt die Möglichkeit die Schrift mit kleinen Gesten größer und kleiner zu zoomen. Das klappt auf dem Home-Bildschirm (entspricht dem Desktop auf dem Windows-PC) aber auch in den meisten Apps. Dann lässt sich alles recht gut lesen. Ein bisschen Übung braucht es aber schon, die gewünschte Text-Größe zu zoomen bzw. per Gesten aufzurufen. Kommt immer auf die jeweilige App an, wie fix das geht, so weit jedenfalls bisher meine Erfahrung.

Ansonsten kam es zu einigen recht lustigen Situationen, weil ich z.B. durcheinander kam wenn ich zwischen iPad, Desktop-PC und Kindle wechselte und dann z.B. auf dem Kindle Gesten vollführte und mich wunderte, warum nix passierte. ;o))
Oder wenn man auf dem iPad einen Text z.B. kopieren möchte, setzt man den Curser mit einem Tippen des Fingers an die entsprechende Stelle. Dann poppt ein kleiner Menü-Balken auf, der verschiedene Optionen bietet. Man markiert den entsprechenden Text und tippt dann auf kopieren. Dann kann man z.B. die App wechseln und den kopierten Text in einer anderen App einsetzen. Mir ist es zwei- dreimal passiert, dass ich für Sekundenbruchteile fürchtete, wenn ich vorher irgendwo anders hintippen würde, könnte ich den Text verlieren, weil mir mein Gehirn vorgaukelte, der kopierte Text sitze direkt in meiner Fingerspitze. Da musste ich dann schon lachen und feststellen, dass mein armes Gehirn offenbar leicht überfordert war mit dem schnellen Einordnen all der neuen Gesten und Informationen. ;o) Inzwischen hat sich das aber gelegt.

Insgesamt bin ich bisher recht begeistert, was ich mit dem iPad alles machen kann. E-Books lesen, Podcasts anhören, Videos schauen, Twittern, schnell etwas recherchieren, die gewohnten RSS-Feeds lesen, bloggen (ist möglich, habe ich aber noch nicht praktisch ausgetestet), Radio hören, spielen (wenn man das will) und das alles auch unterwegs. So lässt sich z.B. die Wartezeit auf Busse, Bahnen oder im Arzt-Wartezimmer prima überbrücken und nutzen. Besonders glücklich bin ich mit der Größe des iPad minis, denn es ist wirklich extrem handlich und kann problemlos verstaut werden.

Soviel erstmal zu meinen bisherigen Erfahrungen mit dem iPad. Wenn Ihr noch Fragen oder auch Tipps habt, nur her damit in den Kommentaren.

12 Gedanken zu „Das iPad mini und meine ersten Erfahrungen damit

  1. Es ist bestimmt schön, so ein Teil zu besitzen, aber ich hasse es, wenn ich soviel Zeit aufwenden muss, um ein Gerät bedienen zu können. Für ‚auf Reisen‘ habe ich das kleine Netbook und selbst das habe ich neulich kaum gebraucht. Allerdings denke ich, dass es mit einem iPad viel komfortabler ist. Wenn ich das Netbook nicht hätte, würde ich auch überlegen, mir ein iPad zuzulegen.

    Was ‚Clouds‘ anbetrifft … ich würde zwar sowieso keine privaten oder sensiblen Daten hineinladen, aber einen Anbieter in den USA würde ich schon mal gar nicht nehmen, weil sie andere Gesetze mit leichterem Zugriff haben. (Hier greift man vielleicht nur aufs ‚Sparbuch‘ zu *fg*). Ich war mal von Dropbox begeistert, aber als ich dann las, dass sie für Stunden eine Sicherheitslücke hatten und JEDER in alle Daten reinkam, habe ich mich davon allerschnellstens verabschiedet. Schließlich wird ja mit Dropbox auch synchronisiert und ich weiß nicht, ob auf diese Art nicht ein Schadcode auf meine Festplatte übertragen werden kann. T-Online hat übrigens eine große Cloud, auch für Nichtkunden. Benutzt habe ich sie noch nicht, aber zur schnellen Datensicherung werde ich mir das noch überlegen.

    Herzlichen Dank für deine Mühe mit dem Erfahrungsbericht,
    Franka

  2. @ Franka – naja, wie lange das Einrichten dauert, hängt ja davon ab, was man mit dem iPad machen möchte. Außerdem ist es sicher ein Unterschied, ob man als Apple-Benutzer einsteigt oder als Windows-Benutzer. In letzterem Fall braucht man halt auch etwas länger für manche Dinge in der Benutzung als ein Apple-Benutzer, der schon weiß, wie man was wo in Apple-Geräten aufruft oder wo man was findet etc. Ich musste mich ja da auch erst wieder etwas reinfuxen, weil ich manches von früher schlicht vergessen hatte oder von damaligen Dingen ausging, die sich aber natürlich inzwischen längst verändert haben und mit einer „Windows-Denke“ an die Sache ran ging. Zum Glück machte mich einer der Online-Freunde darauf aufmerksam und erinnerte mich an ein grundlegendes Apple-Prinzip, was einige meiner Fragen obsolet machte.

    Ebenso geht das mit dem Einrichten und Finden von passenden weiteren Apps sicher fixer, wenn man vorher schon ein iPhone sein eigen nennt und schon von daher weiß, was man will bzw. wo suchen, etc. Das war ja bei mir auch nicht gegeben. Und es war ja auch nicht so, dass ich das iPad mini erst nach einer Woche hätte nutzen können. Ich konnte es von Anfang an mit den vorinstallierten Apps nutzen und dann ist halt jeden Tag etwas hinzugekommen, bis es so war, wie ich es für meine Bedürfnisse brauchte. Ich hatte halt gleich noch ein paar „extra-Wünsche“ und wollte das iPad so schnell wie möglich genau so haben, wie ich es mir vorstellte.

    Was die Clouds angeht, was heißt „sowieso keine privaten Daten hineinladen“? Jedes Foto ist doch mehr oder weniger privat, jede Notiz die ich anlege ist privat, jedes Dokument, das ich schreibe ist privat (außer ich schreibe es für den Job und dann hat es ja unter Umständen erst recht nix in der Cloud zu suchen, es sei denn der Arbeitgeber will das explizit so). Was bleibt dann noch, dort hineinzuladen? Das bisschen kann ich dann doch auch gleich auf dem heimischen Rechner lassen.

  3. Ich bedauere, als NICHT-Apple-User diese wunderbare Erfindung wie Readmill nicht nutzen zu können, die ein gemeinschaftlichen Umgang mit gelesenen Texten, Tipps und Weiterreichen von Leseerfahrungen gestattet. Bleibt zu hoffen, daß es solcherlei mal für das gemeine Volk gibt.

  4. @ Markus – die App muss ich mir mal genauer anschauen. Klingt tatsächlich interessant. Danke für den Hinweis.

  5. @ Markus – ich hab mich inzwischen ein bisschen über Readmill informiert. D.h. ich wollte es, bin aber fast nur auf Texte bzw. Informationen gestoßen, in denen der Dienst bzw. die App angepriesen wird. Persönliche Berichte von tatsächlichen Usern habe ich leider nicht finden können. Ich habe mir die App dann mal runtergeladen und installiert (was ja kein Problem ist, da sie kostenlos ist). Und dann war ich am Ende der Fahnenstange angelangt, denn ich muss entweder per facebook-account einloggen oder einen neuen Account anlegen, bevor ich tatsächlich einen Zugriff auf die App bekomme und schauen kann, was sie bietet, wie die Handhabung ist etc. etc. Aber nur zum Testen einen Account anlegen (und damit meine Mailadresse an einem weiteren Ort hinterlegen und ein weiteres neues Passwort anlegen) wollte ich nicht.

  6. Kann man nix machen. Ich wollte dich nur darauf hingewiesen haben. Ich habe seit 1,5 Jahren ein Smartphone, aber erkannt, daß ich das als Luxus einzusrufen habe und werden den Vertrag kündigen. Ãœberhaupt bewege ich mich zurzeit auf den Spuren des „Cult of Less“

  7. Jetzt erst Deinen Bericht gelesen. Finde es toll, wie Du Dich da ‚rein fuchst und kann Deine Begeisterung gut verstehen.

  8. Ich hab mich für T-Online entschieden, weil die das größte und beste Netz haben und auch abgelegenere Gegenden wie die, in der ich mich hauptsächlich bewege, abdecken. Ich zahle im Monat € 14,95.

  9. Ich vermute, Readmill kann ungefähr, was Pocket kann:

    http://getpocket.com/

    Ich find’s toll: Das läuft auf allen Systemen (Browser-basiert), IPhone und Android. Auch dafür braucht man eine (beliebige) Mailadresse. Das muß selbstverständlich nicht die eigene sein. Der Trend geht ja zur Zweitadresse 😉

  10. @ kid37 – nee, Readmill ist was ganz anderes als Pocket. „Readmill“ ist eine Lese-App, mit der man ein e-Book liest und dann darin kommentieren, unterstreichen etc. kann und sich dann mit anderen, die das Buch schon gelesen haben oder gerade auch lesen darüber austauschen kann oder so ähnlich.

    Pocket hab ich aber auch seit einigen Tagen und bin schon ganz begeistert. Tolle App!

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