Musik ·Nordisches

Aus der Reihe Musik zum Wochenende


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Dieses Wochenende empfehle ich Euch gleich drei Alben und alle stammen aus dem hohen Norden! 🙂

Zunächst das Album „Dan Berglund’s Tonbruket“ von Dan Berglund und seiner Band Tonbruket, einem der zwei verbliebenen Musiker des legendären Esbjörn Svenssons Trio (e.s.t.), das schon Ende vergangenen Jahres erschien. Der Kontrabassist legte damit sein erstes Solo-Album und zugleich auch das erste Album vor, nachdem Esbjörn Svensson 2008 tragisch beim Tauchen im Stockholmer Schärengarten ums Leben kam und damit schlagartig das Ende des kongenialen Trios kam.

Nicht verwunderlich, dass Dan Berglunds Album sofort Furore machte und wunderbaren Jazz bietet. Im Video spielt er den Titel „Song for E“ – eine bewegende Hommage an den verlorenen Freund und Pianisten Esbjörn Svensson. Das Album wurde in Schweden zum Jazz-Album des Jahres 2010 gewählt und damit erhielt Dan Berglund zusammen mit seiner Band im Januar 2011 dafür den Grammy, Schwedens wichtigsten Musikpreis.

Dan Berglund’s Torbruket geben am 26. März ein Konzert im Stadtsaal Burghausen und am 2. Juli im Landeskulturzentrum Salzau, wo übrigens am selben Tag auch der nachfolgende Musiker mit Band ein Konzert geben wird! Die Österreicher vor allem die Wiener können sich auf den 27. März freuen, denn dann gibt es ein Konzert im Club Porgy & Bess.

Hier noch ein weiterer Titel vom Album

Dan Berglund’s Tonbruket – Gi Hop

Dan Berglund’s Torbruket auf myspace und facebook

Ende Februar hat nun auch Magnus Öström (und Band), der zweite verbliebene Musiker und Schlagzeuger des Trios sein erstes Solo-Album veröffentlicht. Es trägt den Titel „Thread Of Life“ und darauf findet sich der Titel „Ballad for E“ und damit seine Hommage an Esbjörn Svensson.

Magnus Öström – Ballad for E

Auch „Thread of Life“ ist ein wunderschönes Jazz-Album geworden. Trotz des traurigen Hintergrunds ist es ein Genuß, die Titel anzuhören. Wobei mir scheint, dass Magnus Öström sich mit diesem Album musikalisch stärker mit dem Verlust des Freundes auseinandersetzt als Dan Berglund. Am 29. April wird Magnus Öström ein Konzert in München geben und am 2. Juli im Landeskulturzentrum Salzau. Die österreichischen Leser können sich auf ein Konzert am 30. April im Treibhaus in Innsbruck freuen.

Hier noch ein weiterer Titel vom Album

Magnus Öström – Piano Break Song

Beiden Alben sind wirkliche Jazz-Kleinodien und den Hörern ist jederzeit allzu bewusst, dass es sie ohne den tragischen Tod von Esbjörn Svensson mit Sicherheit nicht gegeben hätte und so schwankt man beim Zuhörer selber zwischen Trauer und Freude.

Magnus Öström auf myspace und facebook

Das dritte Album, das ich Euch heute wärmstens ans Herz legen möchte, ist brandneu und stammt vom norwegischen Helge Lien Trio und trägt den Titel „Natsukashii“. Mit ihrem Vorgänger-Album „Hello Troll“ (2008) gelang dem Trio endlich auch jenseits von Norwegen der ganz große Durchbruch. Helge Lien war Jazz-Kennern schon vorher durchaus ein Begriff, nämlich u.a. als Pianist in der Band der norwegischen Jazz-Sängerin Silje Nergaard. Nun also das Album „Natsukashii“:

Der japanische Begriff „Natsukashii“ umschreibt, wie etwas so unscheinbares wie ein alter Schuh plötzlich intensive Erinnerungen freisetzen kann oder ein einzelner Akkord tiefste Geheimnisse enthüllen kann. Diesem Moment spürt der Pianist Helge Lien mit seinem Trio nach. Das Album wurde in nur drei Tagen eingespielt und transportiert sowohl die Spontanität wie auch die unterschwellige Spannung während der Aufnahme.

Neben Helge Lien am Piano vervollständigen Frode Berg (Bass) und Knut Aalefjaer (Drums & Percussion) das Trio und liefern hier ein weiteres Beispiel ihres Könnens, nämlich die Balance zwischen den Jazztraditionen (Bill Evans, Keith Jarrett und E. S. T.) und avantgardistisch anmutender Improvisationskunst exzellent zu wahren.

Helge Lien Trio – Natsukashii

Helge Lien Trio – Sceadu

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* nicht vergessen, die Songs können nur für eine begrenzte Zeit hier im Blog angehört werden!