Design ·gefunden & geliebt

Von Schnee, Etsy, Dawanda, Letterpress und Honeybird

Achtung, es folgt ein kleines Sammelsurium …

Ich freue mich über die paar Schneeflöckchen, die hier in den letzten Tagen immer mal wieder vom Himmel rieseln, hätte aber gerne noch viiiiel mehr davon. Erst recht, nachdem mir jemand, der gerade für einige Tage in Oberwiesenthal weilt, am Telefon von dem vielen Schnee dort vorschwärmte.

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Mein emotionales Verhältnis zu Etsy ist ein etwas gespaltenes. Einerseits bin ich immer wieder über Dinge begeistert, die ich dort entdecke, andererseits geht das dann mit dem kurz darauf einsetzenden Frust einher, dass ich an diese schönen Dinge nicht herankomme, weil sie a) entweder recht teuer sind und b) ja dann auch noch die teuren Versandkosten + evtl. Zoll und auf jeden Fall Mehrwertsteuer obendrauf kommen. So bleibt es immer nur beim Gucken und Wünschen, was wieder zu einer (wenn auch leicht widerwilligen) Dankbarkeit führt, denn sonst würde ich da sicher öfter Geld ausgeben, dass ich mir dann auf der anderen Seite wieder vom Munde absparen müsste. Und ja, ich weiß, dass es das deutsche Pendant Dawanda gibt aber ehrlich gesagt, finde ich die wirklich schöneren Dinge meistens doch bei Etsy.

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Zum Thema Etsy passt dann auch noch, dass ich schon seit längerem rätsele, woran es liegt, dass der Hochdruck (der traditionelle Buchdruck also – englisch, Letterpress) offenbar in Amerika ein recht weit verbreitetes Hobby bei Privatleuten ist, die da nicht selten ein kleines Business draus machen. Da werden so schöne Kalender, Karten etc. hergestellt, dass ich immer wieder ins Schwärmen komme. In Deutschland hingegen (z.B. bei Dawanda) finde ich kaum mal Vergleichbares, was wirklich schade ist (vielleicht suche ich aber auch an den verkehrten Stellen?!)

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Ziemlich frisch am Start mit Letterpress-Karten und kleinen Letterpress-Kunstwerken ist die in Hamburg lebende Tanja Jürgens, die ihre Liebe zu Letterpress auf ihrer Hochzeitsreise in New York entdeckt hat. Zusammen mit ihrem Mann Niels gründete sie Honeybird und verwirklicht dort nun mit Designern, Illustratoren und Kunstdruckern ihren Traum. Wer also auf der Suche ist nach schönen Grußkarten, Hochzeitseinladungen, etc. kann bei ihr fündig werden.

Übrigens schreibt sie auch ein Weblog mit dem Namen „Honey Blog„. Steht zwar bisher noch nicht sehr viel drin, weil es noch recht neu ist aber es sieht vielversprechend aus. Also schaut mal bei Honeybird vorbei!

9 Gedanken zu „Von Schnee, Etsy, Dawanda, Letterpress und Honeybird

  1. Mir geht es ähnlich, ich liebe etsy und mag dawanda als schlechte Kopie überhaupt nicht.

    Das mit dem Hochdruck ist recht einfach zu erklären. Es gibt kaum Druckereien, die das zum einen anbieten und zum anderen bezahlbar ist. Ich arbeite schon lange mit ganz verschiedenen Druckereien zusammen und keine einzige von denen bietet Hochdruck an.

    Es ist ja schon schwierig, Druckereien zu finden, die verschiedene, edle Papiere und noch schwieriger ist es, Buchbindereien zu finden, die Kleinstauflagen z.B. mit einer Japanischen Bindung anbieten. Ich könnte über meine Erfahrungen ein Buch schreiben…

    Die Frage ist aber, ob es einen Markt in Dtl. dafür gibt. Meine Erfahrung war bisher, dass ich mit meinen Wünschen eher ein Exot war…

  2. Ja, Kitchen of the Princess, es ist „noch“ ein echter Geheimtipp! 🙂 Freut mich, dass er Dir gefällt!

    @ Jana – Hmm … ja, dass professionelle Druckereien kaum noch den traditionellen Buchdruck ausführen, ist ja irgendwie auch klar – gerade im Druckereigewerbe hat sich ja extrem viel geändert. Ich hab eher den Eindruck gehabt, dass in Amerika, ganz normale Privatleute, diese Art des Druckens noch ausüben und damit dann eben diese kleinen Unternehmen aufbauen, also auch nicht unbedingt große Druckereien.

  3. Nein, ich rede nicht von großen Druckereien. Die würden meine Mini-Auflagen eh nicht drucken. Ich kenne ganz viele kleine, doch die tun sich mit außergewöhnlichen Aufträgen so schwer, das ich teilweise nicht einmal ein Angebot bekomme.

  4. @ Jana – ach so, ja das ist wirklich schade!! Wobei ich denke, dass das zum Teil auch mit der, wie ich finde, sowieso ziemlich miesen Service-Situation in Deutschland zusammenhängen könnte. Hab ich das dann richtig verstanden, dass Du selbst solche Karten entwirfst? Und wenn ja, hast Du denn am Ende irgendwo doch wenigstens eine Druckerei gefunden, die Dir die Karten dann gedruckt hat?

  5. nein, solche Karten mache ich nicht, auch wenn es mich sehr interessieren würde. Ich habe eher kleine Bücher, Hochzeitsbücher, Hochzeitskarten und Kalender sowie Postkarten entworfen und drucken lassen.Und da wollte ich teilweise auch Büttenpapier oder ähnliches haben, was NIE ging und ausgefallene Bindungen, die zur Katastrophe wurden und ich Monate später für den Kunden reklamieren musste. Wie gesagt, mit den Erfahrungen könnte ich Bücher füllen…

    Druckereien habe ich zwar gefunden, doch ich könnte keine davon empfehlen. Nur zwei Buchbindereien sind dabei, die richtig klasse waren und die ihr Handwerk noch verstehen.

  6. Wow, Jana, Du bist also auch eine von den besonders Kreativen! Toll, was Du schon alles gemacht hast! Prima, wenn man für sowas das Talent hat! Bist Du denn auch bei Etsy oder Dawanda mit einem Shop? Oder war das alles nur für den Privatgebrauch gedacht?

    Der Link zur Druckerey ist interessant – werde ich mir in den nächsten Tagen nochmal genauer anschauen. Danke für den Link!

  7. Ein neuer deutscher Shop-Versuch für Spezialitäten ist Innoplace.net

    Die Druckerey verarbeitet gerne Bütten, bietet auch das amerikanische Cranelettra und diverse andere Feinpapiere. Bleisatz, Buchdruck, Prägedruck, Blindprägung: Die Spezialitäten machen einfach am meisten Freude. Mir jedenfalls. Meine beiden Partner-Buchbindereien sind allerdings dieses Jahr aus Berlin weggezogen. Auf der Strecke bin ich plötzlich vereinsamt.

    Schönen Jahreswechsel!

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