Fotografie ·Soziales

Christopher Payne

© Christopher Payne

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Der New Yorker Architekt und Fotograf Christopher Payne hat während sechs Jahren über 70 verlassene staatliche „Irrenanstalten“ in ganz Amerika besucht und dort fotografiert. In Amerika waren diese Anstalten damals wirklich eher Aufbewahrungs- als Heilanstalten. Die Patienten wurden eingewiesen und blieben häufig bis zu ihrem Lebensende in diesen Anstalten. Noch 1948 lebte über eine halbe Million Amerikaner in über 250 dieser Anstalten, die über das ganze Land verteilt waren.

Als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Psychopharmaka immer mehr aufkamen und zudem die Politik die Verantwortung für die Pflege dieser Kranken mehr in den Bereich der Kommunen verlagerte, sank die Zahl der Insassen dieser Anstalten drastisch. Viele der Anstalten wurden bald aufgegeben und (leider) zu einem nicht unerheblichen Teil die Insassen ihrem Schicksal mehr oder weniger überlassen, denn die Kommunen und zum Teil auch Angehörigen waren überfordert bzw. überhaupt nicht so schnell in der Lage in die Bresche zu springen.

Die Fotos von Christopher Payne reichen von Außenansichten über die Inneneinrichtung der Anstalten und Krankenstationen bis hin zu den Einrichtungen in denen Patienten – so sie dazu in der Lage waren – arbeiten konnten, von Kleiderkammern über Lagerräume, in denen sich die Koffer, mit denen die Insassen einst angereist waren, fanden, von zurückgelassenen Patientenakten, Zwangsjacken, „Gummizellen“ aber auch „Freizeiteinrichtungen“ für die Patienten bis hin zu Autopsiesälen und Anstaltsfriedhöfen, wo die Patienten schließlich ihre letzte Ruhe fanden.

Es sind z.T. wirklich bedrückende aber auch beeindruckende Fotos, die bei mir zumindest auch Überlegungen auslösten, wie das Leben der Insassen tatsächlich dort ausgesehen hat, was sie gefühlt haben müssen, etc.

Inzwischen hat Christopher Payne seine Fotos zu diesem Thema in den USA in einem Buch mit dem Titel „Asylum – Inside the Closed World of State Mental Hospitals“ veröffentlicht.