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Deutschland, Deine Straßenbauplaner

Drei Stunden bei brütender Hitze im Stau stehen, weil einer Straßenbaufirma erst am Freitag eingefallen ist, dass sie eigentlich am Montag anfangen könnten einen Fahrbahnbelag zu erneuern und dann über das Wochenende flugs eine Baustelle eingerichtet wurde, die den auch sonst schon dichten Verkehr auf dieser Strecke auf eine Spur verengt, war alles andere als lustig.

Einige Momente haben wir erwogen, nachdem wir endlich durch waren, einfach umzukehren, weil man eigentlich schon fix und alle war. Wir sind dann doch weitergefahren, haben unser Ziel - wenn auch reichlich verspätet - noch erreicht. Abends bei der Rückfahrt dann auf der Gegenspur immer noch stehender Verkehr, wenn auch nicht mehr auf 20 sondern »nur« noch auf 8 km Länge.

Die Verantwortlichen geben sich in Erklärungen »extrem erstaunt« und meinten seit Wochen sei darauf hingewiesen worden, dass da in diesem Sommer eine Baustelle hinkäme. Das mag sein - bei uns ist das allerdings nie angekommen - aber die Autofahrer dann ohne Vorwarnung in den Megastau rasseln zu lassen, das war schon recht frech, um es noch halbwegs zivil auszudrücken. Die haben Glück, dass sie für die Autofahrer nicht greifbar waren!

Besonders »toll« war dann auch, dass es natürlich zu Auffahrunfällen und liegengebliebenen Autos kam, die die ganze Situation noch zusätzlich verschärften, weil alle naselang ein Polizeiauto, ein Rettungswagen oder Abschleppwagen versuchten durch den Stau zu kommen. Und dann waren da noch die verzweifelten Menschen, die ihren Flug in Stuttgart unbedingt erreichen mußten/wollten und sich irgendwann zu Fuß mitsamt ihrem Gepäck auf den Weg zum kilometerweit entfernten Flughafen machten. Den meisten dieser Reisenden hat dieser Kraftakt aber auch nicht mehr geholfen. Die Flüge waren längst weg, als sie endlich am Flughafen eintrafen.

Unser »Glück« war noch, dass wir sehr früh dran waren und so »nur« drei Stunden mehr standen als fuhren. Es soll Autofahrer geben, die geschlagene sechs Stunden in diesem Stau gestanden haben.

7 Gedanken zu „Deutschland, Deine Straßenbauplaner

  1. »Merklinger Opfer«? Wovon reden Sie Herr Exit? Entweder ich stehe gerade total auf dem Schlauch oder ich habe was nicht mitbekommen.

  2. Nein, die Baustelle ist (zur Zeit) auf der B27 zwischen Tübingen und Leinfelden-Echterdingen, genauer zwischen Pliezhausen bis kurz vor der Abfahrt Flughafen (Leinfelden-Echterdingen).

  3. »extrem erstaunt« — das erinnert mich schon ein bisschen Beginn an den Beginn von Per Anhalter durch die Galaxis 🙂 Mich trifft sowas auch immer aus heiterem Himmel, weil ich anscheinend die falschen Nachrichten lese.

    Gab es denn keine vernünftige (ausgeschilderte) Umleitung?

  4. @ Michael: »vernünftig (ausgeschilderte) Umleitung? Wo denkst Du hin?! ;o) Natürlich nicht, dann wäre es ja nur halb so »spaßig« gewesen.

  5. unglaublich finde ich das!
    und ein taxi fürs flugzeug-erreichen konnte man ja auch kaum dorthin bestellen….nä, wie übel.

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