Privates

Frust im Advent

Nach (fast) wochenlangem Bedenken und Hin- und Herrechnen habe ich die Liste derjenigen, die ich dieses Jahr zu Weihnachten beschenken werde, blutenden Herzens, radikal zusammengestrichen. Am Ende waren es nur noch zehn Menschen, die ein Kleinigkeit von mir unter ihrem Weihnachtsbaum finden werden (erfahrungsgemäß kommen meist noch zwei, drei hinzu). Mehr ist dieses Jahr einfach nicht drin. Wirklich glücklich bin ich mit dieser Entscheidung nicht (wo ich doch so gerne schenke) aber es hilft alles nichts. Manchmal muß die Vernunft doch den Sieg davon tragen.

Es ist aber auch mittelmäßig erschütternd, wie sich die Kosten summieren. Selbst wenn man nur Kleinigkeiten verschenkt, kommen ja auch noch die Versandkosten dazu und die sind auch nicht gerade ohne, und wenn man dann auch noch eine Weihnachtskarte dazulegen möchte (und eben nicht die Zeit hat, selbst eine schöne zu basteln), kommen auch diese Kosten noch dazu. Bei den Preisen, die mittlerweile für solche Grußkarten (selbst ganz einfache) oder auch Geschenkpapier verlangt werden, kann ich bald nur noch den Kopf schütteln und kürzlich habe ich mich im Laden gefragt, ob wir da alle einfach nur eiskalt abgezockt werden oder wie sich diese Preise erklären.

Ach Mensch, ich bin ein bisserl frustriert, dass ich nicht mehr so aus dem Vollen schöpfen kann. 🙁 Sollten sich die Politiker tatsächlich dazu durchringen, jedem Bürger einen 500-Euro-Konsumscheck unter den Weihnachtsbaum zu legen, dann wäre die Lage natürlich eine (etwas) andere aber ich denke, dazu wird es wohl eher nicht kommen. Und schon frage ich mich, ob man so etwas überhaupt in einem Blog schreiben darf/sollte?

11 Gedanken zu „Frust im Advent

  1. Ich bin ja fest davon überzeugt, dass es eine Ansichts- und Grußkartenmafia gibt. Man bedenke nur, dass eine normale Postkarte in Finnland standardmäßig 1 EUR kosten soll!

    Liisa, aber mach dir nichts draus. Es ist natürlich schön, allen etwas zu schenken, aber manchmal geht es eben nicht und die nicht beschenkten sollten auch dafür Verständnis haben — und wenn sie es nicht haben, hätten sie das Geschenk sowieso nicht verdient. Freu dich doch lieber darüber, dass du einigen ein Geschenk machen darfst. Dir wünsche ich eine besinnliche Adventszeit!

  2. ich muss zugeben, ich bin beeindruckt: du beschenkst tatsächlich gut 10 leute? wow!

    ich kann aber natürlich trotzdem nachvollziehen, was du meinst. ich verschenke und verschicke oft unterjährig kleinigkeiten, oft selbstgemachtes/gestricktes, aber die versandkosten sind immer heftig…

    ansonsten kann ich mich herrn exit nur anschliessen: das verständnis hat sicher jeder, und wenn du MICH fragst: ich bin mit deinem blog und den vielen wunderbaren posts immerzu schon über alle massen beschenkt!

    herzlichst, Cecie

  3. Für mich kam und kommt es immer mehr beim Schenken auf das Herz an – und auf Zeit – ich nehme mir Zeit für dich. So verschenke ich Plätzchen oder selbstgemachte Marmelade, bastle Kalender, Collagen und natürlich Weihnachtskarten. Das hat weniger etwas damit zu tun, dass ich das Geld nicht ausgeben könnte… Für mich hat es nur mehr wert. Vielleicht Kleinkind-Gedanken…

  4. ich nochmal, ich seh das ja ähnlich wie helga. das sind die wertvollsten geschenke, denn ich verschenke mein herzblut und meine zeit!! aber auch plätzchen, marmelade und erst recht kalender etc. kosten geld – und nicht zu knapp. rechnen darf man das gar nicht mehr, da kommt man oft mit einem gekauften geschenk sogar weit günstiger…

    helga, ein paar plätzchen nehm ich trotzdem gern ;o)

  5. @ Matthias – ich freu mich auch, dass ich wenigstens einigen eine kleine Freude machen darf/kann aber es gibt noch so einige, wo ich es gern getan hätte und es geht eben leider nicht. Ich denke aber, dass das alles Menschen sind, die genug von meiner Situation wissen, um Verständnis zu haben. Eine besinnliche Adventszeit wünsche ich Dir trotz Umzugsvorbereitungen etc. natürlich auch!

    @ Cecie – Ich freu mich sehr, dass Du meine Postings hier im Blog auch schon als eine Art Geschenk empfindest! Wirklich, wenn ich sowas von Lesern hier höre, das wärmt auch mein Herz und motiviert sehr! 🙂

    @ Helga & Cecie – Im Prinzip sehe ich das ähnlich wie Du Helga – ABER nicht jeder, den ich beschenken möchte, ist räumlich in meiner Nähe, so dass ich z.B. gemeinsame Zeit schenken könnte – mal ganz abgesehen davon, dass die Zeit auch eher knapp ist und 24 Stunden pro Tag eh immer etwas zu wenig sind. Was das selber machen angeht, auch das kostet natürlich entsprechend Zeit und man muß natürlich auch über die nötigen Gaben/Talente/Fähigkeiten verfügen, damit am Ende auch etwas Schönes herauskommt, das man verschenken kann. Leider bin ich da nicht besonders ausgestattet und wenn man diese Variante wählt, dann kostet auch das durchaus eine Menge Geld, wie ja Cecie schon ausgeführt hat und die Versandkosten kommen, wie gesagt, auch noch hinzu. Es läppert sich einfach unglaublich.

  6. Die Geschenke, die ich dann mache, packe ich grundsätzlich in Zeitungspapier. Mit der Begründung, dass das besser für die Umwelt ist.

  7. warum nicht derartiges schreiben?
    postkartenmafiaagenten knallen dich mit schneekugeln voll, das höchste, was passieren kann?
    gruß von sonia

  8. @ Wildgans – dieser Satz bezog sich nicht auf die „Postkartenmafia“ sondern auf den Teil, dass ich meine Liste zusammengestrichen habe und warum.

  9. Liisa, aber auch dafür gilt: warum nicht darüber schreiben?
    vielleicht bin ich zu naiv- und sehe da keine „gefahren“??

  10. @ Wildgans – nein, nein, ich sehe da auch nicht eine „Gefahr“ … das war mehr eine Frage an mich selbst, in die Richtung: ist das nicht vielleicht zu privat oder persönlich, um es so in einem Blogeintrag zu schreiben.

  11. Ich beschenke nicht viele Leute, aber die sehr gern. Übrigens auch mal mit Selbstgeschriebenem! Grundsätzlich gilt für mich: lieber nichts schenken als Verlegenheitsgeschenke.

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