Privates

Das erste Mal …

Sein Geburtstag - und das erste Mal ist sie nicht mehr da. Das erste Mal zu Besuch kommen - allein, denn sie ist nicht mehr da. Die Geburtstagstafel mit dem traditonellen Frankfurter Kranz - und das erste Mal ist sie nicht mehr dabei und hat die Torte nicht gebacken. Das erste Mal wieder nach Hause fahren - und sie ist nicht mehr da. Die kommende Adventszeit - und das erste Mal ist sie nicht mehr da und kramt den Adventsschmuck heraus, um die Wohnung zu schmücken. Das kommende Weihnachtsfest - und das erste Mal wird sie nicht mehr da sein.

All die ersten Male wollen überstanden und verkraftet sein. Die kahlen Bäume, die frühe Dunkelheit, die feuchte Kälte, die in die Knochen kriecht, all das ist nicht hilfreich dabei. Verlegen erzählt er, er redet oft mit ihr, wenn er am Grab ist oder wenn er im Haushalt was macht und fügt gleich die Frage an, ob er jetzt wohl wunderlich wird?

Ich beruhige ihn. Sage ihm, dass Trauer genauso individuell ist wie jeder Mensch. Jeder geht seinen eigenen Weg, im eigenen Tempo und mit den Hilfsmitteln die er braucht, um mit der Trauer und dem Verlust umzugehen. Kein Verunsichernlassen durch andere, die meinen darüber befinden zu können, wie lange und wie jemand zu trauern hat. Kein Vergleichen mit anderen und deren Art zu trauern, kein Zwang und Druck zu gar nichts.

Einfach seinen eigenen Weg gehen, Trauer zulassen, aushalten und irgendwann werden die ersten Male weniger, irgendwann wird es wieder Frühling und Sommer, irgendwann fällt auch wieder Licht auf deinen Weg, irgendwann überwiegen die dankbaren und frohen Erinnerungen die schmerzlichen Augenblicke und traurigen Phasen, irgendwann ist alles gesagt, was noch gesagt werden muss, irgendwann sind (fast) alle Tränen geweint und das Lachen kehrt zurück und auch das wird okay sein und kein Grund sich deswegen schlecht zu fühlen.

7 Gedanken zu „Das erste Mal …

  1. Gestern habe ich es in einem Roman gelesen … die ersten Male danach, die unerträglichen. Da muss viel verarbeitet werden. Klar ist diese Jahreszeit nicht gerade förderlich und dann auch noch Weihnachten vor der Tür. Das wird schwer … Vielleicht gehts einigermaßen, wenn die Familie zusammensteht.

  2. ich habe grad gestern ein erstes mal erlebt, aber ein anderes.

    ich hoffe es ist nicht zu vermissen, aber ich möchte dich mal drücken, virtuell. ich wünsche dir viel kraft und hoffe, ihr könnt vielleicht grad zu zweit die nächsten wochen trotzdem ein bisschen geniessen.

    alles gute!

  3. @ Ingrid: Ja, wir versuchen so gut es geht zusammen zu stehen

    @ Cecie: nein, ist nicht vermessen, danke Dir! 🙂

  4. Ach … aber es wird besser, irgendwann kann man diese besonderen Tage losgelöster von der Trauer näher zur Dankbarkeit begehen. Ich weiß es.

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