Politik

Deutschland und seine Soldaten

Ich glaube, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Masse der Deutschen eine eher kritische Haltung (oder gleich gar keine) gegenüber der Bundeswehr hat. Die Masse der Deutschen soll auch gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr sein. Unsere Politiker hingegen schicken Bundeswehrsoldaten rund um den Globus in solche Einsätze, sei es um (tatsächlichen?) Bündnis-Verpflichtungen nachzukommen oder weil »Deutschland (angeblich?) am Hindukusch verteidigt« wird.

Das heißt, deutsche (unsere!) Soldaten agieren und kämpfen im Zweifelsfalle auch fern der Heimat. Das läßt sich dann von der Masse der Bürger ganz gut verdrängen. Wenn dann ab und an mal eine Meldung kommt, dass wieder deutsche Soldaten in Afghanistan (oder sonstwo) einem Anschlag zum Opfer gefallen sind, wühlt das die Masse der Bürger scheint’s nicht sonderlich auf und auch die Politik scheint recht ungerührt, sieht man mal von der üblichen Äußerung des Beileids und der Betroffenheit von Minister Jung und den Forderungen irgendwelcher Bundeswehrverbände und Warnungen des Wehrbeauftragten des Bundestages, Herrn Robbe, ab. Ja, ich habe auch schon jemanden äußern gehört: »Die sind es doch selber schuld, wenn sie nach Afghanistan (oder wohin auch immer) gehen. Die wissen doch, worauf sie sich einlassen!« Und weiter in der Tagesordnung - bis zur nächsten Meldung in den Nachrichten.

Ich frage mich aber inzwischen doch immer mehr, was passiert eigentlich mit den Soldaten, die aus solchen Einsätzen zurückkommen? Wer kümmert sich eigentlich um die Familien und Angehörigen, wenn Probleme während der Einsätze auftreten? Wer kümmert sich langfristig um Soldaten, die so verletzt (körperlich oder seelisch) zurückkommen, dass sie sich nicht binnen einer gewissen Frist wieder in den üblichen Bundeswehr-Alltag (und sei es irgendwo im Büro), ihre Familien und die Gesellschaft eingliedern lassen? Wer kümmert sich um Familien und Angehörige, wenn ein Soldat nur noch im Sarg nach Hause kommt? Mir kommt es so vor, als ob über diese Themen und Fragen ein Mantel des Schweigens gelegt wird. Eigentlich will es keiner so genau wissen und wie gesagt, das passiert ja alles weit weg von uns hier und unserem Alltag. Wirklich betroffen sind eben nur die Soldaten und deren Familien, Angehörige und Freunde. Aber die Bundeswehr ist doch - oder sollte zumindest - keine Parallelgesellschaft im Staat sein. Geht uns normale Bürger das alles wirklich nicht(s) an? Ist es uns gleichgültig? Kann/darf man es sich wirklich so einfach machen und das alles den Politikern und Soldaten überlassen nach dem Motto: »Die werden schon wissen, was sie machen!«