Soziales

Alzheimer - alles andere als zum Lachen

Heute ist Welt-Alzheimertag. Na und? Mag der ein oder andere denken. Junge Menschen nehmen das Wort Alzheimer höchstens in den Mund, wenn sie bei verlegten Schlüsseln o.ä. den dämlichen Spruch »Alzheimer läßt grüßen« anbringen können. Ansonsten wird das Thema eher verdrängt. Und ältere Menschen wollen erst recht lieber nicht über »das große Vergessen« nachdenken, zu groß ist die Furcht, man könnte plötzlich selbst betroffen sein.

Für Betroffene ändert sich das Leben häufig von einem Tag auf den anderen komplett. Wir selbst haben im engen Umfeld miterlebt, was es heißt, wenn jemand in relativ jungen Jahren die Diagnose Alzheimer erhält und dann der Kranke, die unmittelbaren Angehörigen, Freunde und andere Menschen im Umfeld einen rapiden Verfall miterleben. Nicht wenige gehen auf Distanz: aus Unsicherheit, aus Angst oder weil sie sich dem Thema nicht aussetzen wollen. Selbst durch die Familien der Betroffenen können tiefe Risse gehen. Die einen, die nicht ausweichen können, die anderen, die es - aus welchen Gründen auch immer - doch tun. Da kommt schnell Bitterkeit und Zorn auf.

In einer Zeit, in der die Kranken und ihre unmittelbaren Angehörigen alle Unterstützung brauchen, die sie bekommen können, rutschen sie häufig in die Isolation. Aufklärung tut Not und der Wille, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und nicht zu warten, bis einem gar keine andere Wahl bleibt. Zur Aufklärung beitragen will übrigens auch das neu gestartete Alzheimer-Blog der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V..

Ein Gedanke zu „Alzheimer - alles andere als zum Lachen

  1. Bei meiner ein Jahr lang dauernden Arbeit in einem Pflegeheim habe ich viele Leute mit Alzheimer und anderen Formen der Demenz in verschiedenen Stadien kennengelernt. Mir tun die Leute einfach nur leid; man stelle sich vor, es wird ständig etwas mit einem getan, was man nicht versteht (waschen, anziehen, zu Tisch bringen etc.). Die Vorstellung, in ständiger Angst und zunehmender Weltferne zu leben, ist grauenhaft. In Zeiten, da es kaum noch Großfamilien gibt, kann die Familie auch nicht viel tun - wie sollen z.B. zwei arbeitende Eltern eines noch nicht erwachsenen Kindes sich rund um die Uhr um den alzheimerkranken Großvater kümmern? Die Phrase »ins Heim abschieben« hört man oft, aber für viele ist das der einzig gangbare Weg (wenn man Oma oder Opa nicht tagsüber in ein Zimmer sperren will).

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