Musik

Aus der Reihe Musik zum Wochenende

Nawal - © 2007 Tonia Hafter
Wer musikalisch gerne mal über den Tellerrand schaut und abseits der breitgetretenen Pfade neue Musik kennenlernt, für den/die ist der heutige Musiktipp.

Vorstellen möchte ich die Sängerin Nawal, die als »Die Stimme der Komoren« gilt und nicht nur in ihrer Heimat sondern inzwischen auch weit darüber hinaus bekannt geworden ist. Allerdings ist sie hier bei uns immer noch eher unbekannt. Nach ihrem ersten Album »Kweli« (2001) mit dem sie ihr Debüt gab, hat sie im Oktober vergangenen Jahres ihr zweites Album »Aman« veröffentlicht, das wieder eine faszinierende Mischung von Liedern enthält und absolut hörenswert ist.

Tatsächlich ist Nawal eine sehr erfahrene Musikerin, die auf über 20 Jahre musikalischer Karriere zurückschauen kann. Als afrikanischer Frau, die häufig gegen die sozio-religiösen Erwartungen ihrer Umgebung verstieß, hatte sie keinen leichten Weg, wurde aber in ihrer Philosophie und ihrer Sicht auf das Leben eher bestärkt.

Doch Naval verfügt nicht nur über eine sehr einprägsame Stimme sondern spielt auch noch diverse Musikinstrumente, z.B. die Gambusi ein altes Saiteninstrument, das hautpsächlich in Gegenden gespielt wurde (und wird) in denen Swahili gesprochen wird. Ursprünglich stammt das Instrument aus dem nördlichen Jemen, kam aber bereits im 9. oder 11. Jahrhundert n. Chr. auf die Komoren wo sie einen festen Platz vor allem in der traditionellen Musik hat. Die Saiten werden aus demselben Material hergestellt, das die Fischer auf den Komoren auch für die Herstellung ihrer Netze nutzen.

Ein weiteres traditionelles Instrument, das Nawal spielt ist die Daf, eine Rahmentrommel, die so leicht gebaut ist, dass sie in der Hand gespielt werden kann und heute vorwiegend im Iran, Afghanistan, Irak, Aserbaidschan, Usbekistan, Tadschikistan und Teilen der Türkei gespielt wird.

Nawal singt auf Swahili, Französisch und manchmal auch Englisch (die Komoren waren einmal französische Kolonie bevor sie 1975 unabhängig wurden - ein Jahr später, Nawal war damals elf Jahre alt - zog die Familie nach Frankreich, bewahrte aber ihre Wurzeln und die komorischen Traditionen) und ist sehr von den musikalischen Traditionen der Sufis geprägt (immerhin stammt sie vom auf den Komoren sehr verehrten Sufi-Marabout El-Maarouf [1852-1904] ab).

Alben Kweli und Aman

In einige ihrer Lieder kann man auf myspace hineinhören und auf ihrer eigenen Seite gibt es zu Hörproben zu allen Songs. Beide Alben »Kweli« und »Aman« sind bei Amazon und Itunes zu bekommen.

Nawal auf myspace

offizielle Website

2 Gedanken zu „Aus der Reihe Musik zum Wochenende

  1. Klasse Tipp liebe Liisa. Gefällt mir sehr, sehr gut.
    Lieben Gruß und ein schönes restliches WE
    Thea

  2. Freut mich sehr, Thea, dass Dir die Musik von Nawal so gut gefällt. 🙂 Auch Dir ein schönes restliches Wochenende!

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