Film ·Nordisches

Kinofilme aus dem hohen Norden auf der Berlinale

Heute wird ja die 58. Berlinale eröffnet und da möchte ich nicht versäumen auf zwei Filme aus dem hohen Norden hinzuweisen, die während der Berlinale gezeigt werden (es werden natürlich noch mehr Filme aus dem hohen Norden dort gezeigt).

Musta Jää (Black Ice), Regie: Petri Kotwica, Finnland, Deutschland 2007
Musta Jää
Saara praktiziert als Frauenärztin in Helsinki. Die elegante, gutaussehende Frau ist freundlich und aufgeschlossen. Doch ähnlich wie beim Neuschnee, der auf Helsinki gefallen ist, weiß man auch bei Saara nicht, was sich unter der strahlenden Oberfläche wirklich verbirgt.
In Saaras Fall versteckt sich hinter ihrem ausgestellten Selbstbewusstsein eine starke Veranlagung zur Eifersucht. Vor kurzem ist sie dahintergekommen, dass ihr Mann Leo eine Affäre mit einer jungen Studentin hat. Tuuli, so heißt das Mädchen, arbeitet nebenher in einem Kampfsportstudio. Als Saara mehr über ihre Konkurrentin herausfinden will, endet dieser Versuch damit, dass sie unbeabsichtigt Mitglied in Tuulis Selbstverteidigungsgruppe wird. Stück um Stück schleicht Saara sich in Tuulis Leben ein; Stück für Stück erschleicht sie ihr Vertrauen, ihre Freundschaft. In einer Mischung aus Zufall und Absicht entwickelt sich ein intimes Verhältnis zwischen den beiden, wobei sich Saara ganz auf ihre Intuition verlässt. Zum Teil lügt sie, in anderen Belangen sagt sie die Wahrheit. Auf der einen Seite manipuliert sie Tuuli, auf der anderen gibt sie sich Gefühlen hin, die sie zuvor niemals kennengelernt hat. Und so wie es ihr mit Hilfe eines falschen Namens gelungen ist, bei Tuuli keinen Verdacht zu erwecken, kann sie ihren Mann mit Hilfe eines fiktiven Liebhabers in die Irre führen.
Saara ist es gelungen, den Spieß umzudrehen. Doch gleichzeitig hat sie etwas in Gang gesetzt, über das sie nun die Kontrolle verliert. Und es dauert nicht lange, da werden Tuuli, Leo und sie selbst, aber auch Leos Schwester und deren Mann von einem Mahlstrom der Eifersucht und Rache fortgerissen.

Der Film läuft auf der Berlinale im Wettbewerb.
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Himlens hjärta (Heaven’s Heart), Regie: Simon Stahos, Schweden, Dänemark, 2008
Himlens hjärta
Seit zwanzig Jahren sind Lars und Susanna glücklich verheiratet. Sie lieben sich immer noch wie am ersten Tag und haben sich eine sichere Existenz aufgebaut. Sie haben interessante Berufe, in denen sie gut verdienen, und vor der Tür ihres geräumigen Hauses stehen zwei ordentliche Autos. So leben sie ein glückliches Familienleben. Bald wird die Tochter das Haus verlassen. Aber auch damit werden Susanna und Lars klarkommen. Sie haben noch viel vor.

Bei Susannas Freunden Ann und Ulf sieht das Leben kaum anders aus. Auch sie sind bald zwanzig Jahre verheiratet. Materiell abgesichert, intelligent und eloquent, sind Begegnungen mit Ann und Ulf für Susanna und Lars immer besonders schön. Bei einem gemeinsamen Abendessen beginnt Susanna von den Seitensprüngen eines Kollegen zu erzählen. Wider Erwarten ruft der Firmenklatsch heftige Reaktionen bei den Zuhörern hervor. Die glücklich verheirateten Paare beginnen zu streiten. Schnell ist man vom moralisch Allgemeinen zum grundsätzlich Persönlichen vorgedrungen. Was bleibt nach zwanzig scheinbar so glücklichen Ehejahren? Was nach all den Ehejahren unstrittig war, scheint plötzlich keine Geltung mehr zu haben. Nach dieser Abendeinladung wird das Leben und die Ehe der einst eng befreundeten Paare ein anderes sein.

Der Film, bei dem übrigens auch der in Deutschland durch die Kommissar Beck-Filme sehr bekannte Mikael Persbrandt mitspielt, wird in der Kategorie Berlinale Special gezeigt.
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Und morgen stelle ich noch einige weitere neue Kinofilme aus dem hohen Norden vor, bei denen wir die Hoffnung haben können, dass sie in absehbarer Zukunft auch in deutschen Kinos auftauchen werden.

4 Gedanken zu „Kinofilme aus dem hohen Norden auf der Berlinale

  1. Hallo Liisa,
    Mikael Persbrandt hat mW nicht bei Wallander, sondern in den Beck-Filmen mitgespielt (Gunvald Larsson)

  2. @ AnnetteW - Du hast natürlich vollkommen Recht! Da hatte ich einen mentalen Aussetzer! Danke für den Hinweis, ich habe es entsprechend korrigiert!

  3. @ Markus: Wenn Du wirklich dazu kommst, einen oder beide Filme zu sehen, dann möchte ich aber auch eine Kritik bei Dir lesen. 🙂 Viel Spaß bei der Berlinale!

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